Was man so alles in einem Hydraulikschema findet

Wie diese Internetpostille zeigen soll, ist der Bau eines Wärmepumpensystems ein wahrlich interdisziplinäres Unterfangen für einen Leonardo da Vinci – einen Pionier der nicht davor zurückschreckt, sich als Installateur, Tischler, Maurer, Elektriker und IT-Techniker zu versuchen.

Aber selbst die Siedler sind dann immer wieder überrascht, wie sehr sich dieser kühne, ganzheitliche Ansatz schon in jedem Hydraulikschema findet – in radikaler Ausrpägung!

Sowohl im Heizkreis als auch im Solekreis findet man Plutonium – Pu

Unklar ist, ob das ein Risiko darstellt, oder sich positiv auf die Energieernte auswirkt. Aber überraschend ist es nicht – ist doch Doc Emmett Brown der Held der Siedler:

Aber vielleicht kann man die Auswirkungen der Kontamination schon erkennen – wie könnte man sonst diese mutierten Schmetterlinge mit den drei Flügeln erklären? Die Markierung M muss ja auch eine Bedeutung haben …

Neben Nuklearenergie findet man aber auch eine andere – besonders innovative – Energiequelle. Als Standard-Notheizung wird offenbar Facebook Messenger verwendet …

… das muss eines dieser Energie-aus-der-Cloud-Projekte eines Internetgiganten sein!

Aber welche Bedeutung hat der Tennisball namens DF?

 

Photovoltaik und Wärmepumpe: Tagesverläufe

… aber den Strom, den kann ich mir auch selber machen – im Gegensatz zu Pellets, Holz, Gas oder Öl  …

So ähnlich begründen viele Siedler und Wärmepumpenfreaks die Wahl ihrer PV-Anlage. Auch auf diesem Blog wurde zu diesem Thema schon berichtet und philosophiert – mit der gebotenen Vorsicht: Die täglichen Energiebilanzen zeigten, dass es ohne Batterie nur schwer gelingt, Eigenverbrauch und ‚Autarkie‘ deutlich zu steigern gegenüber einem Haushalt ohne Wärmepumpe – trotz des Energiehungers der Wärmepumpe, der Optimierung des Warmwasserprogrammes und der obsessiven Beschäftigung mit den Eigenheiten sämtlicher Stromverbraucher.

Die folgenden Bildchen aus dem ersten Betriebsjahr sollen das an einigen täglichen ‚Leistungskurven‘ im Lauf eines Jahres zeigen. Uhrzeiten werden ohne Berücksichtigung der Sommerzeit dargestellt.

Verglichen wird jeweils der tägliche Verlauf …

  • … der vom PV-Generator gelieferten elektrischen Leistung (Geloggt am Fronius-Symo-Wechselrichter)
  • … der benötigten Leistung für den Kompressor der Wärmepumpe (Gemessen mittels Energiezähler CAN-EZ an der Steuerung UVR1611)
  • … dem Nettostromverbrauch des gesamten Hauses inklusive Wärmepumpe, wobei die Überschusseinspeisung positiv gezählt wird (Smart Meter EM210, direkt hinter dem Siemens-AMIS-Zähler des Netzbetreibers angebracht).

Eine (nicht modulierende) Wärmepumpe liefert immer die nominelle Heizleistung und benötigt daher als Input ca. 1/4 dieser Energie. Die Siedler verwenden eine 7kW-Wärmepumpe. Damit muss der PV-Wechselrichter – je nach aktuell benötigter Heizungs- oder Warmwasservorlauftemperatur – zwischen 1,5 und 2,5kW liefern. Je mehr Heizenergie benötigt wird, umso länger / öfter läuft die Wärmepumpe. Der PV-Generator muss also genau zum richtigen Zeitpunkt eine relativ hohe Leistung zur Verfügung stellen.

Das bestmögliche Ergebnis im tiefsten Winter

An einem sonnigen Tag nahe der Wintersonnenwende kann im besten Fall zwischen 10:00 und 14:00 durch Sonnenenergie alleine geheizt werden:

2015-12-31: Stromzeugung Photovoltaik, Energieverbrauch Komporessor waermepumpe, gesamter Stromverbrauch (Smart Meter)

Diese Tage sind aber selten und in der kalten und langen Nacht wird ein wesentlicher Teil der Heizenergie benötigt.

Sommerlicher Überschuss

Im Sommer liefert die PV-Anlage untertags genug Energie um den Haushaltsstrombedarf zu decken und sogar zweimal Warmwasser aufzuheizen – in der Früh und am Nachmittag:

2015-07-01: Stromzeugung Photovoltaik, Energieverbrauch Komporessor waermepumpe, gesamter Stromverbrauch (Smart Meter)

Aber selbst wenn die Spitzen wolkenbedingt abgeschnitten würden, würde es an der gesamten Tagesbilanz gar nicht so viel ändern: Die Wärmepumpe benötigt im Sommer nur einen Bruchteil der gesamten verbrauchten Energie – 1-2kWh von 10-11kWh pro Tag.

Fette Ernte im Frühling

An einem ebenso schönen Frühlingstag ist der PV-Output aufgrund der geringeren Außentemperatur höher als an einem heißen Sommertag. Da noch geheizt wird, können neben der Warmwasserbereitung auch weitere Heizintervalle abgedeckt werden – die optimale Situation.

2016-04-29: Stromzeugung Photovoltaik, Energieverbrauch Komporessor waermepumpe, gesamter Stromverbrauch (Smart Meter)

Die elektrischen Leistungen für den Kompressor der Wärmepumpe liegen in der gleichen Größenordnung wie die Leistungsspitzen von Haushaltsgeräten wie Herd oder Wasserkocher zum Erhitzen benötigt werden. Kochen während eines Heizintervalls könnte man ’stromautark‘ mit der 5kW-PV-Anlage der Siedler nur zu Mittag an solchen Tagen.

Der Normalfall: Schlechtes Timing

An einem typischen Tag in der Übergangszeit wechseln Wolken und Sonnenschein rasch ab. In diesem Beispiel passt das Timing der Warmwasserbereitung genau nicht zu den optimalen Ernteintervallen.

2016-03-29: Stromzeugung Photovoltaik, Energieverbrauch Komporessor waermepumpe, gesamter Stromverbrauch (Smart Meter)

Zu Mittag wurden an dem Tag mehr als 3,5kW verbraucht (negative blaue Spitze) – hier siegte das unkontrollierbare Bedürfnis nach Kaffee oder Tee über die Energiespar-Begeisterung. Auch die smarteste Regelung könnte diesen raschen Wechsel von Sonne und Wolken nicht vorhersehen (außer man verfolgt einzelne Wolken…). Aus diesem Grund sind die Siedler auch etwas skeptisch, was das Anfordern der Wärmepumpe durch ein Signal der PV-Anlage betrifft.

UVR1611, BL-NET und die Gefahren des Fernsehkonsums (X-Akten, Teil 3)

Wieder erreichte uns ein Hilferuf eines tapferen UVR1611-Nutzers – die Siedler möchten die Lösung der Weltöffentlichkeit nicht vorenthalten.

Der im letzten X-Akten-Posting angesprochene UVR1611 Data Logger Pro erfreut sich offenbar großer Beliebtheit: Anstelle von Winsol (aber unter Nutzung des gleichen Protokolles) liest diese Anwendung die von BL-NET geloggten Daten in Echtzeit aus – und macht damit die Logging-Funktion und den Webserver des BL-NET überflüssig. Ressourcen-bewusste Siedler möchten ihren lieb gewonnenen BL-NET daher noch lange weiter verwenden, aber was tun in folgendem Fall?

Im schwarz-rot-goldenen Nachbarland bietet ein namhafter rosaroter Fernmeldedienst IP-TV an. Beim Einschalten des TV fühlt sich der BL-NET offenbar bedroht, und fällt in eine Schockstarre, gekennzeichnet durch ein dauerhaft blinkendes Lämpchen.

Folgender Tüftlervorschlag hatte geholfen: Der BL-NET muss in einem eigenen kleinen Subnetz vor dem TV in Schutz gebracht werden – indem man an die LAN-Seite des Internet-Routers einen weiteren Router hängt, und erst an dessen vom Haupt-LAN abgewandte Seite den BL-NET. Damit kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  • Als ‚böse‘ eingestuften Netzwerkpakete werden vom BL-NET ferngehalten. Wir vermuten, dass irgendein Multicast / Broadcast-‚Angriff‘ für den BL-NET zu sehr Science Fiction war.
  • Bei unstillbarem Forscherdrang könnte man als Router auch einen PC mit Sniffer-Software installieren und ggf. das böse Paket identifizieren.

Was uns noch nicht ganz gefällt, ist der zusätzliche Energiebedarf für einen weiteren Router. Mögliche Lösungen sind:

  • Einen Internet-Router verwenden, der mehrere virtuelle LANs unterstützt, oder ein ‚Gästenetz‘. (Geschwätzige und vielleicht auch schnüffelnde Dinge im Internet der Dinge auf diese Art abzuschotten wäre generell keine so schlechte Strategie.)
  • Den Server, auf dem die Datenbank für den Logger Pro läuft, mit einer zusätzlichen Netzwerkkarte als Router zu verwenden.

Die Verwendung eines Windows-PCs als Router und Sniffer-Station wurde in diesem Posting beschrieben.

SW Testbild

Damals waren Fernseher noch ungefährlich für die restlichen Geräte im Dumb Home (Bild: Benutzer Dreinagel, Wikimedia)

Sonne und Wölkchen (4)

Gespannt warten die Siedler auf die Startfreigabe ihrer pannonischen Kommandozentrale – die letzte Phase des Projektes Sonne und Wölkchen muss noch gezündet werden.

Leider konnte ihr Held, der Solarzwerg, immer noch nicht in Betrieb gehen. Aber nach den letzten Erfahrungen beginnen die Siedler die Argumente der Amtsstuben zu verstehen: So eine Sonnenstromanlage ist nämlich unglaublich gefährlich und dementsprechend aufwändig sind die Sicherheitsmaßnahmen!

Mit dem üblichen Argument…

Waunn ma scho amoi dabei san…

(Deutsch: Wenn wir nun schon dabei sind…)

wurde endlich auch das Teilprojekt Blitzuschutz abgewickelt. Das Blitzortungssystem liefert für den Standort der Siedlerhütte eine Einschlagswahrscheinlichkeit von weniger als 1x in 1000 Jahren – diese galt es zu minimieren. Dank einer stetigen Weiterentwicklung der Normen in den letzten Jahren gelang es den Siedlern zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

  1. Die lokale Wirtschaft, Sparte: Blitz im Logo, wurde überaus kräftig angekurbelt.
  2. Die Siedler können sich nun mit den mutmaßlich höchsten Fangspitzen und dem engmaschigsten Faraday-Käfig in Nord-Pannonien brüsten.

Die Abwehranlage bietet Schutz vor Angriffen mit EMP-Kanonen oder vor Waffen extraterrestrischen Ursprungs sowie konventionellen Blitzen. Also eine perfekte Ergänzung zu den schwarzen Alien-Abwehrschilden!

Photovoltaik und Blitzschutz

Ein eventuellen Einbruch der PV-Leistung durch die Verschattung mit diesen Spitzen wird gerne in Kauf genommen – vor allem, da der Blitzschutz so gut zu den innovativen aufputz verlegten Alurohren für die Wechselrichterverkabelung passt:

Alien-Abwehr-Anlage

Weitere Kunstwerke wie die Anlage für die Kommunikation mit außerirdischen Lebensformern bilden einen spannenden Kontrast:

Alien-Abwehr

An Sicherheit wird nicht gespart! Das ist fast ein Slogan aus dem aktuellen Wahlkampf im gefährlichen pannonischen Grenzland!

Natürlich wurde ein mit Prüfzertifikaten überhäufter Wechselrichter eines namhaften Österreichischen Herstellers eingebaut, sowie ein externer Überspannungsableiter. Aber am meisten erfreut die Siedler ihr Feuerwehrschalter:

Rote Nase für die Sicherheit

Obwohl man ihn eine clevere PR-Maßnahme für die Clini-Clowns vermuten könnte, wird damit wird die DC-Leitung vom Wechselrichter zu den Modulen stromlos geschaltet.

Will man den Strom wieder einschalten, muss das Gegenstück am Dach aktiviert werden. Auch bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes wird der Feuerwehrschalter aktiv. Das ist sehr interessant, weil die unterbrechungsfreie Stromversorgung der EDV-Anlage der Siedler täglich um 16:00 per Fiepen einen kurzen Spannungseinbruch meldet.

Das häufige Wiedereinschalten am Dach würde nun – vor allem bei unwirtlichen Wetterverhältnissen – das ganze Konzept zur Erhöhung der Sicherheit für die Lebensformen in der Siedlerhütte gefährden!

Nachdem die Siedler nicht über einen klassischen Dachboden verfügen bzw. in diesem forschen und leben, stellte das eine innenarchitektonische Herausforderung dar. Aber sie haben Glück: Die benötigte ‚Dacheinheit‘ muss für zwei MPP-Tracker ausgelegt sein –  von allen Schaltern der Baureihe hat dieses Ding das größte Verhältnis von Größe des Kastens zum Inhalt, passend zur strategischen Bedeutung dieser Komponente:

Eine graue Box fuer eine rote Nase

Das ist genau jene Art von Deko, die sich die Siedler immer schon in ihrer verwinkelten Dachlandschaft gewünscht hatten:

Feuerwehrschalter als Kunstwerk

Feuerwehrschalter als Gestaltungselement in der Innenarchitektur

Was jetzt noch fehlt,  um das Gesamtkunstwerk abzurunden, ist eine ebenso ansprechende Gestaltung des Leitsystems für die Einsatzkräfte!

PV-Schild

Fortsetzung folgt

Die Eisspeicher-Challenge: Tag 68

„Wie gewonnen so zerronnen…“

Im wahrsten Sinne des Wortes war der Eiswürfel inzwischen wieder vollständig dahingeschmolzen. Wobei – genau genommen – das Auftauen nur etwa halb soviel Zeit wie das Gefrieren in Anspruch genommen hatte.

Eisspeicher-Challenge: Eisvolumen und Energievorrat

Zeitlicher Verlauf des Eisvolumes und des entsprechenden verbleibenden Energievorrates im Eisspeicher.

Kaum hatte Irgendwer den Kollektor wieder zugeschaltet, war die Solepumpe fast pausenlos gelaufen, um Umweltenergie über den Kollektor in den Eisspeicher zu pumpen. Während durch das Schmelzen von Eis zu Wasser der Wasserspiegel in den eisfreien Bereichen rasch wieder sank, wurde der obere Teil des ‚Eiswürfels‘ sichtbar und erhob sich wie eine Klippe über das Eismeer.

Eisklippe-im-Eisspeicher

Der Eiswürfel war nicht wirklich ein Würfel, sondern ein bizarres Gebilde, das durch den Verlauf der Wärmetauscherschläuche im Eisspeicher bestimmt war. Nur das oberste Ende wurde durch den sinkenden Wasserspiegel erkennbar …

Obwohl zu dieser Jahreszeit immer noch Umweltenergie für das Heizen der Siedlerhütte benötigt wurde, blieb von der Kollektorernte trotzdem mehr als genug, um das Eis rasch wieder aufzutauen.

Eisspeicher-Challenge: Kollektorernte und Heizwärmebedarf

Beim Auftauen des vereisten Eisspeichers arbeitete der Kollektor besonders effektiv: (1) konnte der Eisspeicher durch das schmelzende Eis extrem viel Energie aufnehmen und (2) war die Soletemperatur ausreichend gering, sodass auch bei niedrigen Außentemperaturen viel Umweltenergie geerntet werden konnte.

Was Irgendwen zusätzlich begeisterte, war die Sole-Eintrittstemperatur in die Wärmepumpe. Diese war während der Gefrier-Phase kontinuierlich gesunken, aber mit dem Zuschalten des Kollektors sofort wieder sprunghaft angestiegen – und damit die Arbeitszahl der Wärmepumpe.

Eisspeicher-Challenge: Soletemperatur und Arbeitszahl

Mit dem Beginn der Auftauphase stieg die Eintrittstemperatur der Sole in die Wärmepumpe (und damit die Arbeitszahl) sprunghaft an, obwohl der Eisspeicher noch zu einem großen Teil vereist war.

Denn der besondere Verlauf des Solekreises von LEO_2, der vom Kollektor zuerst in den Eisspeicher und dann in die Wärmepumpe führte, nutzte die Umweltenergie optimal aus:

  • mit erster Priorität wurde durch das Schmelzen des Eises der Energievorrat und damit die Reichweite des Eisspeichers erhöht
  • danach war die Sole immer noch ‚warm‘ genug, um die Arbeitszahl der Wärmepumpe deutlich zu erhöhen.
Packeis im Eisspeicher

Eisspeicher-on-the-Rocks: Während der letzten Eistage trieben Eisschollen und Eisberge im Eisspeicher. Pinguine oder Eisbären wurden aber keine gesichtet …

Die Eisspeicher-Challenge in Zahlen:

  • Kollektor AUS (Beginn ‚Eiswürfelbildung‘): 01.02.2015
  • Dauer ‚Eiswürfelbildung‘: 46 Tage
  • Entzugsenergie während der ‚Eiswürfelbildung‘: ca. 2.860 kWh, davon
    • ca. 1.400 kWh aus dem Gefrieren von ca.15 m3 Wasser (latente Wärme)
    • ca. 1.460 kWh aus Abkühlung / Gefrieren der Eisspeicherumgebung
  • Maximales Eisvolumen: 16,5 m3 (entspricht 15 m3 Wasser)
  • Beginn ‚Auftauen‘: 19.03.2015
  • Dauer ‚Auftauen‘: 22 Tage
  • Kollektorernte während ‚Auftauen‘: ca. 2.685 kWh, davon:
    • ca. 1.125 kWh direkt verheizt (= Entzugsenergie während ‚Auftauen‘):
    • ca. 1.400 kWh zum Schmelzen des Eiswürfels (latente Wärme)
    • ca. 160 kWh zur Erwärmung von Eisspeicher (+ Umgebung)
  • Ende ‚Auftauen‘: 09.04.2015

— ENDE —

Die Eisspeicher-Challenge: Tag 46

Geduld alleine war offensichtlich nicht genug gewesen…

Denn vor einigen Tagen hatte der Eiswürfel im Eisspeicher scheinbar beschlossen, nicht mehr zu wachsen! Und das, obwohl die Siedlerhütte unverändert beheizt wurde und sich immer noch flüssiges Wasser im Eisspeicher befand!

Füllstandsmesser

Über diesen einfachen, aber robusten und hinreichend genauen Füllstandsmesser bestimmte Irgendwer den Wasserstand im Eisspeicher.

Stirnrunzelnd hatte Irgendwer die Füllstandsanzeige immer und immer wieder kontrolliert. Denn diese war der Indikator für die Eismenge, die sich im Eisspeicher gebildet hatte. Eis hat ein um ca. 10% größeres Volumen, als die entsprechende Wassermenge. Da das Eis rund um die fixierten Wärmetauscherrohre wächst und nicht ’schwimmt‘, wurde beim Gefrieren das noch flüssige Wasser über die eisfreien Bereiche nach oben verdrängt und ließ den Wasserspiegel im Eisspeicher proportional zur Zunahme des Eisvolumens steigen.

Eisspeicher-Challenge: Stagnation der Eisbildung

Über mehrere Tage hinweg hatte Irgendwer den Wasserstand im Eisspeicher immer wieder überprüft. Kein Zweifel: Eiswachstum und Soletemperatur stagnierten …

Da die Wärmepumpe unbeeindruckt von den Ereignissen im Eisspeicher mit etwa dem gleichen mittleren Energiebedarf weitergelaufen war, musste die Umweltenergie ja von irgendwo her gekommen sein:

  • jedenfalls nicht aus dem Kollektor: der war ja immer noch abgeschaltet
  • auch nicht aus dem Gefrieren von Eis im Eisspeicher: da hätte der Wasserspiegel steigen müssen
  • blieb nach dem Ausschlussprinzip nur noch das Erdreich, das den Eisspeicher umgab

Aber auch bei letzterem musste sich etwas geändert haben, denn der Wärmestrom aus dem Erdreich musste – im Vergleich zu der Situation vor der Stagnation der Eisbildung – zugenommen haben.

Eisspeicher-Challenge: Bodentemperaturen

Während im unbelasteten Boden (weit genug vom Eisspeicher entfernt) die Bodentemperaturen seit Mitte Februar bereits wieder im Steigen begriffen waren, sank die Temperatur in unmittelbare Nähe des Eisspeichers weiter ab…

Hier musste Irgendwer mit dem Wissenschaftsoffizier – dem Elkement – Rücksprache halten. Bis spät in die Nacht wurde über ‚Bodentemperaturen‘, ‚Temperaturgradienten‘, ‚Thermische Diffusivität‘, ‚Latente Wärme‘ und ‚Wärmeleitfähigkeit‘ diskutiert, bis die Tüftler schließlich folgende Theorie entwickelt hatten:

Das Eis um die Wärmetauscherschläuche war inzwischen zu einem kompakten Eisblock – dem lang ersehnten Eiswürfel – zusammengewachsen, der direkten Kontakt zum Boden und zu zwei Wänden des Eisspeichers hatte.

  • Durch das Zusammenwachsen hatte sich die Oberfläche zwischen Eis und Wasser verkleinert. Damit musste die gleiche Entzugsenergie durch eine geringere Oberfläche transportiert werden. Das war nur möglich, wenn die Soletemperatur sank – was auch in den Messdaten erkennbar war.
  • Sobald der wachsende Eiswürfel die Eisspeicherwand berührte, begann auch dort die Temperatur zu sinken. Dadurch entstand eine größere Temperaturdifferenz zum umgebenden Erdboden – wodurch der Wärmetransport von der Erde in den Eisspeicher dort effizienter ablief.
  • Dadurch musste es auch außerhalb des Eisspeichers zu einer Vereisung des Wassers im Bodens gekommen sein – wodurch zusätzliche latente Wärme genutzt wurde.

Zusammengefasst wurde der Eisspeicher um einen Eisbereich im umgebenden Erdboden erweitert. Und momentan war es offensichtlich effizienter, die notwendige Entzugsenergie von dort zu beziehen.

So schwierig hatte sich Irgendwer das auch nicht vorgestellt, einen einfachen Eiswürfel zu produzieren. Vor allem hatte er nicht damit gerechnet, dass sich der Eisspeicher zuerst durch den Selbstschutz-Mechanismus und dann auch noch durch den zusätzlichen Energiegewinn aus der Umgebung so tapfer zur Wehr setzte.

Wie auch immer, 15m3 Eisvolumen war ab jetzt seine persönliche Bestmarke. Die musste ihm in Pannonien erst einmal jemand nachmachen!

Und weil Irgendwer wenig Lust hatte, jeden Tag denselben Wasserstand abzulesen, entschloss er sich nach 46 Tagen ohne Kollektorernte am 18.03.2015 um 23:50 die letzte Phase der Eisspeicher-Challenge einzuleiten: das Wiederauftauen

Fortsetzung folgt …

UVR1611, CMI und Logging (X-Akten, Teil 2)

Aus der Reihe Leser fragen; das war Teil 1: ‘Error!’ oder: Die Wahrheit ist irgendwo da draußen.

Dieses Mal erreichten uns folgende – zusammen hängende – Fragen ambitionierter Regelungs-Hacker aus dem IT-Bereich:

  1. Das Web-Interface zum CMI sieht etwas altbacken aus – gibt es da einen Webservice, den man anprogrammieren könnte?
  2. Ich habe mir den UVR1611 Data Logger Pro angesehen – was macht jetzt dieser BL-NET und wozu brauche ich den?
  3. Ihr Siedler sagt, ihr greift über das lokale Netzwerk auf das CMI zu – wie wertet ihr die Messdaten aus?

Das Elkement erinnert sich an seine ersten Versuche, mit BL-NET, UVR1611 und später CMI Kontakt aufzunehmen. Für klassische IT-Freaks doch etwas gewöhnungsbedürftig!

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Zu 1) Es gibt keinen Webservice. Auf die Logging-Daten beider Logger – BL-NET und CMI kann mittels der TA-Software Winsol zugegriffen werden, d.h. es ist ein Windows-PC oder eine virtuelle Maschine erforderlich. Winsol lädt die Logfiles auf diesen PC. Diese Dateien sind nicht direkt lesbar und werden in Winsol angezeigt bzw. wahlweise auch aus Winsol in Textdateien (CSV) exportiert. Da das CMI eine SD-Karte als Speicher verwendet, braucht dieser – im Vergleich zu BL-NET – auch nur sehr selten ausgeleert werden.

Zu 2) Nach der Beschreibung des UVR1611 Logger Pro (mit dem wir selbst keine Erfahrung haben) wird der BL-NET hier nur als CAN-Ethernet-Gateway verwendet, aber nicht mehr als Logger. Durch das Loggen in eine andere Datenbank wird ebenfalls das Problem des schnell ausgenutzten BL-NET-Datenspeichers umgangen, außerdem lässt sich der Zugriff von extern sicherer konfigurieren.

Man findet bei der Suche nach UVR1611 Logger Pro Heizungs-Websites im Internet, die im Gegensatz zu unseren Stichproben zur CMI- oder BL-NET-Website wahrscheinlich auch absichtlich so konfiguriert wurden – wir aber trotzdem hier nicht verlinken wollen.

Aus dem verwendeten Port (40000 laut Config-Datei) lässt sich schließen, dass der Logger-PC, z.B. Raspberry Pi, das gleiche Protokoll verwendet wie WinSol in der Kommunikation mit BL-NET. Kurzes Sniffen des HTTP-Traffics zwischen einem Winsol-PC und CMI (Port 80) zeigt im Vergleich zum Winsol-BL-NET-Traffic, dass ein anderes Protokoll verwendet wird. Nach den Infos in dieser Diskussion (Stand Dezember 2014) wird das CMI-Protokoll derzeit vom Logger Pro noch nicht unterstützt.

Update im Herbst 2015: CMI wird jetzt vom Logger Pro unterstützt, ebenso UVR16x2.

Zu 3) Was machen wir Siedler? Wir importieren diese CSV-Dateien in unseren SQL-Server, konsolidieren die Daten dort, führen sie mit manuell gemessenen Daten zusammen und berechnen wichtige Kenndaten wie Arbeitszahlen. Alle in diesem Blog gezeigten Plots werden mit Excel als ‚Frontend‘ zu dieser SQL-Datenbank erstellt, aktuelle Daten sehen wir uns einfach in Winsol an. Außerdem arbeiten wir an einer Excel-Auswertung, die die wichtigsten Kennzahlen direkt aus den CSV-Dateien ermittelt.

Auf der Basis der exportierten Logfiles anderer Siedler können wir mittels Winsol Detektivarbeit zu betreiben – unabhängig von deren Logger (CMI oder BL-NET) oder deren Firewall-Einstellungen. Praktisch ist es aber, dass CMI mit der letzten Firmware nun auch das Logging ‚direkt vom Portal‘ unterstützt.

Winsol: Warmwasser-Durchfluss und Speichertemperaturen

Winsol: Durchfluss Warmwasser und Temperaturen (von Warmwasser und Hygienespeicher). Hier ist nicht einmal besondere Detektivarbeit nötig, um zu sehen, dass manche Lebensformen in dieser Siedlerhütte einen wahrhaft elementaren Warmwasser-Verbrauch haben. Beliebige Ausschnitte lassen sich durch ‚Zeichnen eines Rechtecks‘ heranzoomen.

Zusätzlich sind die aktuellen Messdaten auch in unserem Online-Schema über das Webportal cmi.ta.co.at verfügbar – allerdings nicht für anonyme Benutzer. Wir geben unser Schema gerne frei, bitte ggf. um den TA-Benutzernamen an das elektronische Postfach der Siedler unter punkt [ät] punktwissen.at.

Online-Schema CMI

Online-Schema, Anzeige durch das CMI