Krakenwanderung

Die Datenkrake ist ein nützliches Haustier in der Siedlerhütte: Sie frisst simple Textdateien – Logdateien im CSV-Format, wie sie von Winsol produziert werden – und spukt dann ihre Meinung dazu in Form von Tabellen und Bildchen aus.

Zu diesen Kunststückchen wird sie vom Krakenbändiger durch eine Reihe netter Tools motiviert:

Die Krake arbeitet genügsam im Hintergrund und erfordert wenig Aufmerksamkeit – abgesehen von extremen Ausnahmesituationen wie Firmwareupgrades, die die Logfiles-Struktur durcheinander werfen.

Ein altmodisches Biotop war lange Zeit ausreichend, und eine sehr smarte Steuerung achtete genau darauf, dass die Datenkrake nicht zuviel Energie verbrauchte:

Der Kippschalter der Krake und seine intelligente Steuerung

Der Kippschalter der Krake und seine intelligente Steuerung

Aber irgendwann wuchs der Hunger der Datenkrake und sie benötigte einfach mehr Ressourcen …

Was man in einem dünn und schwächlich anmutenden Notebook so alles findet...

Was man in einem dünn und schwächlich anmutenden Notebook so alles findet…

… und so ließ sie in ihrem neuen Biotop nieder:

Ökologisch korrektes Krakenbiotop.

Ökologisch korrektes Krakenbiotop.

Aber das Elkement packte der Ehrgeiz und ein nostaglischer Schub: die Urkrake sollte in ihrer Kippschalter-gesteuerten Heimat auch noch weiterleben dürfen. D.h. die Krake wurde trotz der ökologisch korrekt anmutendenden Züchtungsweise de facto geklont.

Hier muss nun ein Software-Tool besonders hervorgehoben werden:

Winsol: Wir wissen nicht, warum das Logo ein zerbrochenes W zeigt - funktioniert eigentlich alles super!

Wir wissen nicht, warum das Logo ein zerbrochenes W zeigt – funktioniert eigentlich alles super!

Jegliches scheinbare Product Placement in diesem Posting ist unbeabsichtigt und rein zufällig – egal ob die Logos aus Redmond oder Amaliendorf kommen.

In der grafischen Oberfläche von Winsol werden die Daten der ausgewählten (angeklickten) Siedler zum automatischen Abholen reserviert. Automatisch heißt: beim Start des PCs:

Winsol: Autostart-Einstellungen

Winsol: Autostart-Einstellungen. Geschwärzt: Die Namen jener Siedler, deren Daten man vom CMI – Control and Monitoring Interface – ‚automatisch‘ abholen möchte, zwecks weiterer Analyse durch die Datenkrake

Das automatische Abholen wird über eine Verknüpfung in folgendem Ordner durchgeführt: C:\ProgramData\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs\StartUp

… und in den Eigenschaften der Verknüpung verbirgt sich ein Schatz!

winsol -a

Winsol: Eigenschaften der beim Setup erstellten Verknüpfung im Startup-Ordner.

Winsol: Eigenschaften der beim Setup erstellten Verknüpfung im Startup-Ordner.

Damit die Urkrake mit Kippschalter und die Turbokrake mit Touchscreen friedlich koexistieren können, sollen die Logfiles kontrolliert abgeholt werden – unmittelbar bevor die anderen Tools Powered by Microsoft & Elkement zum Einsatz kommen. Die Verknüpung wird daher aus dem Startup-Ordner verschoben und dafür winsol mit der Option -a in der  Krakenkommandozentrale ergänzt.

Zwei Kraken nutzen dann friedlich das gleiche Datenverzeichnis für Winsol, solange nicht beide gleichzeitig den Zauberspruch winsol -a aufsagen: Jede Krake befüllt das gemeinsame Verzeichnis wechselweise – die jeweils andere Krake findet dann beim nächsten Start der Krakenauswertungen oder der grafischen Oberfläche von Winsol automatisch die aktuellen Daten vor!

Diese Vorgangsweise wird möglicherweise vom Softwarehersteller nicht supported.

Was sich die Siedler noch wünschen würden, wäre ein Befehl:

winsol -a [Siedler]

… um das Aus- und Anhaken automatisieren zu können.

Die ganz Mutigen können aber auch in Winsol.xml-Datei im Benutzerprofil schreiben um die Hakerl (Häkchen) zu automatisieren – eine möglicherweise vom Softwarehersteller nicht supportede Vorgehensweise …

Winsol: Konfigurationsdatei winsol.xml im Profil des aktuellen Benutzers

Winsol: Konfigurationsdatei winsol.xml im Profil des aktuellen Benutzers: Die automatisch / per winsol -a abzuholenden Kunden werden im Autostart-Element eingetragen. (Diese XML-Datei ist zu unterscheiden von den zusätzlichen Konfig-Dateien pro CMI / pro Kunde in den jeweiligen Datenordnern).

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Epilog: Das Elkement begab sich auf die Suche nach lehrreichen Informationen zur Wanderung echter, biologischer Kraken. Google fragte aber, ob wir nicht nach Krötenwanderung suchen wollen … aber dann finden wir die echte Krakenwanderung: Streetart aus Hamburg!

Die Datenkrake – ein Formwandler

Die Siedler sind immer wieder fasziniert von den seltsamen Lebensformen, die sich rund um die Siedlerhütte so tummeln. Auch altbekannte Spezies sind immer wieder für eine Überraschung gut!

Wie wir alle wissen, sind Kraken ja wahre Formwandler:

(…was an ihrem fehlenden Rückgrat liegt – aber soweit wollen wir diese Metapher nicht ausreizen…)

Jedenfalls zeigt auch die hauseigene Krake eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit – ein Glück angesichts solcher Herausforderungen:

Wenn Irgendwer mit diversen anderen Lebensformen kämpft, dann vergisst er Zeit, Raum und vor allem dem Wissenschaftsoffizier zu melden, dass sich die Sensorlandschaft der Siedler über Nacht grundlegend verändert. Das Elkement steht dann vor der Herausforderung, der Krake wieder neu beizubringen, wie sie z.B. jetzt erkennen soll, ob die Wärmepumpe gerade läuft oder nicht. Soll man die Anforderung der Wärmepumpe heranziehen? Oder die Anforderung der Solepumpe? Oder doch eine Temperaturdifferenz und den Durchfluss im Solekreis?

Generell erfordert die scheinbar so volksschulmäßig simple Mittelwertbildung einiges an FingerspitzenTentakelgefühl: Abgesehen von Raum- und Außentemperatur sind die meisten Mittelwerte nur sinnvoll in Messintervallen, in denen bestimmte Bedingungen erfüllt sind. In die mittlere Vorlauftemperatur des Heizkreises sollten natürlich nur Werte einfließen, die gemessen wurden während die Heizkreispumpe läuft – andererseits müssen aber die Werte während der sommerlichen Kühlphasen ausgenommen werden. Vor allem muss die Krake lernen, welche Sensorwerte evtl. als Fehler zu werten sind!

Um das Elkement zu verwirrend, fügt Irgendwer aber nicht nur dauernd neue Sensoren hinzu, sondern ändert fieserweise auch die Rollen etablierter Sensoren. So wird schnell einmal eine neue Wandheizung eingebaut und was der (Regelungs-)Welt bisher als Radiatorheizkreis bekannt war, wird nun zu einem neuen Wandheizkreis.

Aber auch das Elkement selbst ist an der ständigen Krakenmutation nicht unschuldig: Während sich Irgendwer lange zufrieden gab mit zwei unterschiedlichen ‚Logging-Quellen‘ – der UVR1611 / UVR16x2 – und einigen manuell gemessenen Werten, hat das Elkement einen Zähler-Zoo herangezüchtet und schreckt nicht davor zurück, die Krake ihre Tentakel direkt in das Innere der Wärmepumpe vordringen zu lassen. All das erzeugt neue Logfiles mit Daten, die zu anderen Zeitpunkten in anderen Zeitintervallen gemessen werden und die von der Krake mit den UVR-Daten verknüpft werden müssen.

Datenkrake: Tentakel in der Wärmepumpe

Insbesondere die früher manuell abgelesenen Daten waren der Krake ganz besonders schwer beizubringen: Irgendwer war zwar ein verwegener Messdatenableser, weigerte sich aber beharrlich, jeden Tag exakt um 00:00:00 Energiewerte aufzunehmen. Da die dumme Wärmepumpe entweder an oder aus ist, macht eine Interpolation der Werte wenig Sinn und das Elkement musste jene erwähnten Mittelwerte für irgendwelche seltsamen Zeitintervalle berechnen.

Aber nicht nur irgendwelche Experimente fordern die Krake heraus: So mancher Hersteller von Steuerungen kommt ja hin und wieder auf die Idee, ’schnell einmal über die Feiertage‘ die Struktur der Loggingdaten mit einem Firmwareupdate durcheinanderzuwirbeln! Die Tentakel der Krake müssen dann bis zum Äußersten gedehnt werden, um die Daten wieder richtig einzusammeln.

Wie regelmäßige Leser dieses ‚Wissenschaftsblogs‘ erahnen werden, muss natürlich jeder dieser Laborversuche ausführlich dokumentiert und nachvollziehbar qualitätsgesichert werden. Gerade bei Tierversuchen gibt es ja sehr strenge Auflagen!

Nach langem Tüfteln – und dem Konsum vieler klischeehafter Filme über künstliche Intelligenz – hat das Elkement jetzt der Datenkrake ein paar weitere Metaebenen verpasst: Die DNA der Krake – also die Beschreibung der Logdateien und Sensoren, wird in einer separaten Vor-Krake abgelegt. Schonungslos wird hier jeder Messfauxpas von Irgendwem dokumentiert: So enthält die Vor-Krake eine Tabelle, in der man Zeitbereiche findet mit Kommentaren wie Irgendwie bastelt und hat versehentlich die Sicherung ausgeschaltet.

Aus der Vor-Krake entsteht dann ‚per Knopfdruck‘ die Große Krake, die automatisch Logdateien in der richtigen Reihenfolge frisst. Nach der Entschlüsselung der Kraken-DNA lässt sich diese auch klonen und frisst auch die CSV-Dateien anderer Siedler.

Nur wenn man diese Vorgeschichte kennt, kann man die kindliche Freude des Elkementes nachvollziehen, wenn die sehr schlichte Benutzeroberfläche dann das Durchklicken der wichtigen Kennwerte für LEO_2-Anlagen erlaubt – für Tage, Monate, Jahre oder Heizsaisonen.

Datenkrake: Excel-Auswertung

Die Datenkrake

Es soll hier nicht um jene Amerikanischen Datenkraken gehen, die ein F oder G als Logo verwenden.

Fsa09, Datenkrake

Datenkrake als Kunstaktion (Wikimedia-User Nicor)

Nein – es ist die ganz gewöhnliche und harmlos wirkende Datenkrake wie man sie eigentlich in jeder beheizten ’smarten‘ Siedlerhütte finden kann.

Während Chefingenieur Irgendwer erfolgreich verschiedenste Würmer gebändigt hat, versuchte Wissenschaftsoffizier Elkement, die häusliche Datenkrake zu zähmen.

Bratislava Slovakia 183

Unsere Datenkrake ist harmlos und lebt harmonisch im Einklang mit Mensch und  Natur – ähnlich der auf diesem Foto dargestellten (Wikimedia-User Doko, Aufnahme aus Bratislava).

Seit dem denkwürdigen Tag der Inbetriebnahme des Wärmepumpensystems im Oktober 2012 wächst sie unaufhörlich. Viele Postings wären ohne sie nicht möglich gewesen – siehe die Liste der Artikel zu Messdaten und überblicksmäßigen Auswertungen auf unserer neuen Sitemap (…ihrerseits ein Versuch, die Datenkrake dieser Blogartikel zu bändigen).

Zu Beginn hatten die Siedler versucht, die Datenkrake mittels einer Software zu bändigen, die völlig zu Unrecht als Kuchendiagramm-Erstellprogramm für Manager verschrien ist.

Excel ist immer für Sie da!

Neue Erkenntnisse machen Ihre Daten noch wertvoller

(Quelle)

Ja, Excel war immer für uns da und machte unsere Messdatenkrake besonders wertvoll. Aber es hat uns auch verleitet, eine vielköpfige Hydra zu züchten von Formeln, Formeln die auf andere Formeln verweisen, Formeln die auf Formeln verweisen die auf Formeln verweisen.

Nicht zu vergessen: Unsere Freude an der Automatisierung mit Visual Basic for Applications – für Bastler, Tüftler und Dilettanten, bzw.

…Hauptbenutzer von Excel, die noch keine Programmierer sind

(Quelle)

Die Siedler bzw. deren Datenlogger nehmen alle drei Minuten Messwerte auf. Für spezielle Forschungen wie der Analyse des Elementaren Duschvorgangs oder der momentanen Performance der besten Solarkollektoren ist es sinnvoll, diese Daten in noch kürzeren Zeitintervallen zu messen.

Elementares Duschen

Wie oft in den Medien beschrieben liefert ein detailliertes Datenmonitoring des Energieverbrauchs einen perfekten ‚Fingerabdruck‘ des Hausbesitzer-Verhaltens. So exzessiv duscht nur ein Subversives Element (Details in diesem Posting).

Aber einen Überblick über die Leistungsfähigkeit der Anlage erhält man durch die Ermittlung von Kennzahlen für sinnvolle Perioden – wie Monate, Kalenderjahre oder Heizperioden.

So lernte Elkement die Datenkrake mittels automatisch angewandtem Excel-Autofilter auszuwerten. Diese Forschung förderte auch erstaunliche Eigenschaften der Datenkrake zu Tage – wie einen ca. 99%iger Performancegewinn wenn man sich dazu entschließt alle Formatierungen im Rohmessdatenblatt zu löschen.

Aber einige 100 Megabyte später wurde es langsam lästig, diese riesige Krake in ihrem Bau – neuerdings Cloud genannt – artgerecht zu halten.

So begann das Elkement eine Odyssee der Datenanayse und Aufzwirbelung der fraktalen Formelstruktur und folgte dabei seinem geheimen Motto: Das ganze Leben muss sich in einer simplen Textdatei beschreiben lassen. Für den Lebenszyklus der Krake konnte das jetzt realisiert werden: Die virtuelle Krake kann jederzeit neu zum Leben erweckt werden – aus den Originalmessdaten (CSV), die die Logger CMI oder BL-NET liefern. Ein Script – also ebenfalls eine Textdatei – baut daraus eine richtige Datenbank auf.

SQL scripts

Ein für uns ungelöstes Problem des populären Technologie-Journalismus: Wie stellt man Programmcode ansprechend dar? Wir entscheiden uns für den üblichen mysteriösen Matrix-Ansatz. „Das ist der genetische Code der Krake – diese kann damit jederzeit neu geklont werden!“.

Das liebgewonnene Bildchen-Erstellungs-Programm wird weiterhin verwendet – als ‚Frontend‘ für diese Lösung.

Wäre das ein abstraktes akademisches Projekt – dann wäre das einfach gewesen. Aber eine echte lebendige, organisch gewachsene Datenkrake folgt keiner Best-Practice-Datenstruktur. Sensoren messen nicht immer was man möchte, und leider haben wir nur bedingt Gewalt über die nicht immer fehlerfreie künstliche und natürliche Intelligenz sämtlicher beteiligter Lebensformen.

Ja – das ist ein Bug! Da muss eine neue Firmware eingespielt werden!

(Quelle wird aus Diskretionsgründen nicht genannt.)

So muss jedes Datententakel in liebevoller Handarbeit nachgebildet werden, und die Textdatei des Lebens enthält eine Geschichte bizarrer Anweisungen im Stil von:

Wenn Datum zwischen X und Y, dann ist jenes Tentakel doch etwas röter …. äh… ist die Soleeintrittstemperatur um Z°C zu korrigieren.

Wie auch immer: So wie die diversen Ripplinge letzendlich von Irgendwem gebändigt wurden, konnte auch as Elkement der Datenhydra alle hässlichen Köpfe abschlagen – so dass die verbleibende Datenkrake handzahm wurde und uns gute Dienste leistet.

Oder?

Standard Oil Octopus

Ein böser, fossil betriebener ‚Standard Oil Octopus‘. Eventuell sollten gerade wir die Krakenmetapher doch überdenken?