Efficiency follows comfort

Obwohl sich der Mai mit ein paar kalten Tagen in sprichwörtlich erfrischender Weise vom durchwegs zu warmen Winter distanzierte, hatte sich LEO_2 inzwischen wieder in den Sommerschlaf begeben. Die Heizkreise standen (fast) still. Nur wenn Warmwasser benötigt wurde, gab LEO_2 mit einem kurzen Pulsschlag noch ein Lebenszeichen von sich.

Herzschlag-LEO_2-Warmwasser

LEO_2 im Sommerbetrieb (Warmwasserbereitung): Der Anstieg der Vorlauftemperatur (rot) zeigt an, wann die Wärmepumpe läuft. Die grün gepunktete Line ist die Temperatur im unteren Bereich des Hygienespeichers.

Genau genommen waren es eigentlich genau zwei Pulsschläge pro Tag, wobei der eine am Nachmittag noch ein wenig kräftiger ausfiel als jener am Vormittag. Und das war nicht zufällig so, sondern das Ergebnis langjähriger Warmwasser-Effizienz-Forschung in Abstimmung mit den Lebensgewohnheiten und Komfortbedürfnissen der Siedler. Immer unter strenger Berücksichtigung des Grundprinzips:

‚Efficiency follows comfort‘

das sich Irgendwer in Anlehnung an das Designprinzip ‚Form follows function‘ zu eigen gemacht hatte.

Denn Effizienz und Komfort mussten sich nicht unbedingt ausschließen. Wenn die Anforderungen an den Komfort einmal festgelegt waren, bot LEO_2 diverse Möglichkeiten, die notwendige Warmwassermenge und Temperatur in möglichst effizienter Weise bereitzustellen:

Warmwassertemperatur. Die Warmwassertemperatur hat bei jedem Wärmepumpensystem einen empfindlichen Einfluss auf die Leistungszahl der Wärmepumpe. Jedes Grad, das das Wasser über die nötige Temperatur hinaus erwärmt wird, senkt die Effizienz ohne zusätzlichen Komfortgewinn.

Temperaturen und Tagesarbeitszahl

Im reinen Warmwasserbetrieb (hellblauer Bereich) steigt die mittlere Vorlauftemperatur der Wärmepumpe auf ca. 47°C, die Soleeintrittstemperatur von ca. 8°C hängt mit der absichtlich begrenzten Eisspeichertemperatur zusammen. Zusammen ergibt das immer noch eine Arbeitszahl für die Warmwasserbereitung von ca. 4.

Eisspeichertemperatur. Neben der Warmwassertemperatur ist die Temperatur der Wärmequelle der zweite Parameter, der die Leistungszahl der Wärmepumpe direkt beeinflusst. Wenn der Kollektor permanent zugeschaltet gewesen wäre, hätte die Eisspeichertemperatur wahrscheinlich schon im April die maximale – nur durch die Einsatzgrenze der Wärmepumpe begrenzte – Marke von 20°C erreicht. Die Siedler setzten aber auf passive Kühlung im Sommer und hatten daher als Kompromiss zwischen Wärmepumpeneffizienz und Kühlvorrat die Temperatur des Eisspeichers mit 8°C begrenzt.

Die Wärmepumpe arbeitete so gesehen also gleichzeitig als Warmwasserbereiter und Eisspeicherkühlung.

Speicherverluste. Je höher die Temperatur des Warmwasserspeichers, umso höher der Verlust der erzeugten Wärme an die unmittelbare Umgebung. Warmes Wasser sollte also möglichst unmittelbar nach der Erzeugung verbraucht werden. Bei längeren Standzeiten ohne Warmwasserentnahme (z.B. über Nacht) sollte die Speichertemperatur nicht unnötig hoch gehalten werden. Daher ist auch das ‚Dahinwärmen‘ des Warmwassers bei einer hohen Speichertemperatur zweifach ineffizient: (1) höhere Speicherverluste und (2) geringere Leistungszahl der Wärmepumpe.

Hygienespeicher

Selbst bei guter Isolierung verliert der Hygienespeicher laufend Energie an die Umgebung: umso mehr, je höher die Warmwassertemperatur.

Photovoltaikstrom. Neuerdings galt es ja noch einen weiteren Aspekt zu berücksichtigen: die Photovoltaikanlage am Dach der Siedlerhütte. Von einem schnöden Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit betrachtet, war es nämlich besonders wichtig, möglichst viel von dem selbst erzeugten Strom auch selbst zu verbrauchen. Die Wärmepumpe sollte daher zu Tageszeiten laufen, zu denen genügend PV-Strom zur Verfügung stand.

PV-Anlage-Leistung-Tageszeit

PV-Leistung an einem sonnigen Tag im Mai. Für die Warmwasserbereitung benötigt die Wärmepumpe der Siedler etwas mehr als 2 kW. Daraus ergibt sich das eingezeichnete Zeitfenster für den Betrieb der Wärmepumpe.

Zeitprogramm. Aus diesen Überlegungen hatte sich das folgende recht einfache Zeitprogramm für die Warmwasserbereitung ergeben, das den sommerlichen Pulsschlag von LEO_2 erklärte:

  • 09:00 – 10:00: Zeitfenster für Aufheizen auf 47°C (reduzierter Warmwasserbedarf über den Tag)
  • 16:00 – 17:00: Zeitfenster für Aufheizen auf 50°C (Vorbereitung für eine genussvolle Siedlerdusche nach vollbrachtem Tagwerk)

Und für Abweichungen vom geregelten Siedler-Alltag gab es – Danke, UVR1611! – ja immer noch einen Knopf in der Regelung ‚Einmaliges Laden starten‚, mit dem der Hygienespeicher jederzeit kurzfristig auf die gewünschte Temperatur erwärmt werden konnte …

UVR1611-Einmaliges Laden

Wenn alle Stricke reißen: Einmaliges Laden starten.

Sonne und Wölkchen (5)

Nachdem sich die Gerüchte schon in Windeseile verbreitet hatten, können die Siedler die Neuigkeiten jetzt nicht mehr zurückhalten: Ihre Sonnenstromanlage wurde über ein Smartmeter, das aber nicht als solches betrieben wird, an das Stromnetz angebunden.

Die Siedler hatten nun lange überlegt, wie der sichere Betrieb ihrer besonders sicheren Anlage am besten zu gewährleisten ist. Gute Piktogramme zu erstellen ist ja bekanntlich eine Kunst.

Die Siedler starteten hierzu eine Feldstudie. Wie sollte der Raum der Energietransformation gekennzeichnet werden?

Durch den klassischen Blitz – aufgeppt in hippem Öko-Grün?

Schild - Blitz

Aber man sollte doch nicht zu sehr tiefstapeln, oder?

Schild - Elektrischer Betriebsraum

Oder sollte man zu Verschleierungsmethoden greifen, um eventuelle Wechselrichter- und Feuerwehrschalter-Diebe mit nicht 100% korrekten Informationen abzuschrecken – oder zumindest zu verwirren?

Schild - Triebwerksraum

Schild Rattenköder

Schild AnschlusskellerLetztendlich gewann doch das Bedürfnis der Siedler, wie immer Informationen wissenschaftlich-technsich korrekt auf den Punkt zu bringen.

Ausgangspunkt ist der Zählerkasten:

Schild - Zählerkasten

(Hinweis für Leser aus DE / CH: Kammerl = Kämmerchen, kleiner Raum.) Was noch fehlt ist der Hinweis auf die Zielgruppe der Pannonischen Einsatzkräfte, evtl. mit Übersetzung.

Hinter dieser geschmackvollen Holztüre mit Retro-Klinke befindet sich nun endlich die Sicherheitstechnik!

Schild - Wechselrichter-Kammerl

Damit gliedert sich das High-Tech-Equipment harmonisch in die Siedlerhütte ein – trotz der sehr speziellen Anbringung des Innenteiles an der Decke des Siedler-Büros konnte man den Feuerwehrschalter leicht vergessen:

Im Zuge der feierlichen Montage des Zählers musste die Stromversorgung der Siedlerhütte natürlich kurz gekappt werden. Dann kam endlich der ersehnte Moment, in dem der DC-Leistungsschalter des Wechselrichters umgelegt wurde. Aber es passierte… nichts! Tumultartige Panik brach aus, Notebooks und Manuals wurden hervorgekramt und das Wölkchen befragt (die Cloud). Der Chefingenieur allerdings grinste nur schadenfroh, als er in Zen-Meister-mäßiger Ruhe eine Leiter holte:

Hobts es leicht den Feuerwehrschalter ausglöst beim Trennen vom Netz?

(Deutsch: Habt ihr etwa den Feuerwehrschalter ausgelöst…?)

Für diese geistesgegenwärtige Reaktion wurde er daraufhin zum Feuerwehrschalter-Beauftragten ernannt und darf in Zukunft bei jedem Stromausfall den Schalter betäigen!

Ansonsten können sich die Siedler eine Woche nach Inbetriebnahme über folgende fast perfekte Sonnenverfolgungskurve freuen:

PV-Leistung am 2015-05-11

Der kleine Einbruch um 10:00 könnte durch ein Wölkchen oder einen Vogelschwarm ausgelöst worden sein. (Für Letzteres sprechen gewisse Spuren, die glücklicherweise nicht regensicher sind. Diesem Kollektor wird doch nicht dasselbe Schicksal drohen wie dem solarthermischen?)

Pro Tag wurden in der Siedlerhütte seit 5. Mai ca. 11kWh verbraucht; davon kamen 6kWh von der PV-Anlage. Erzeugt wurden im Schnitt 23kWh / Tag – ergibt derzeit eine Autarkiequote von 55% und eine Eigenverbrauchsquote von 27%.

Sonne und Wölkchen (4)

Gespannt warten die Siedler auf die Startfreigabe ihrer pannonischen Kommandozentrale – die letzte Phase des Projektes Sonne und Wölkchen muss noch gezündet werden.

Leider konnte ihr Held, der Solarzwerg, immer noch nicht in Betrieb gehen. Aber nach den letzten Erfahrungen beginnen die Siedler die Argumente der Amtsstuben zu verstehen: So eine Sonnenstromanlage ist nämlich unglaublich gefährlich und dementsprechend aufwändig sind die Sicherheitsmaßnahmen!

Mit dem üblichen Argument…

Waunn ma scho amoi dabei san…

(Deutsch: Wenn wir nun schon dabei sind…)

wurde endlich auch das Teilprojekt Blitzuschutz abgewickelt. Das Blitzortungssystem liefert für den Standort der Siedlerhütte eine Einschlagswahrscheinlichkeit von weniger als 1x in 1000 Jahren – diese galt es zu minimieren. Dank einer stetigen Weiterentwicklung der Normen in den letzten Jahren gelang es den Siedlern zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

  1. Die lokale Wirtschaft, Sparte: Blitz im Logo, wurde überaus kräftig angekurbelt.
  2. Die Siedler können sich nun mit den mutmaßlich höchsten Fangspitzen und dem engmaschigsten Faraday-Käfig in Nord-Pannonien brüsten.

Die Abwehranlage bietet Schutz vor Angriffen mit EMP-Kanonen oder vor Waffen extraterrestrischen Ursprungs sowie konventionellen Blitzen. Also eine perfekte Ergänzung zu den schwarzen Alien-Abwehrschilden!

Photovoltaik und Blitzschutz

Ein eventuellen Einbruch der PV-Leistung durch die Verschattung mit diesen Spitzen wird gerne in Kauf genommen – vor allem, da der Blitzschutz so gut zu den innovativen aufputz verlegten Alurohren für die Wechselrichterverkabelung passt:

Alien-Abwehr-Anlage

Weitere Kunstwerke wie die Anlage für die Kommunikation mit außerirdischen Lebensformern bilden einen spannenden Kontrast:

Alien-Abwehr

An Sicherheit wird nicht gespart! Das ist fast ein Slogan aus dem aktuellen Wahlkampf im gefährlichen pannonischen Grenzland!

Natürlich wurde ein mit Prüfzertifikaten überhäufter Wechselrichter eines namhaften Österreichischen Herstellers eingebaut, sowie ein externer Überspannungsableiter. Aber am meisten erfreut die Siedler ihr Feuerwehrschalter:

Rote Nase für die Sicherheit

Obwohl man ihn eine clevere PR-Maßnahme für die Clini-Clowns vermuten könnte, wird damit wird die DC-Leitung vom Wechselrichter zu den Modulen stromlos geschaltet.

Will man den Strom wieder einschalten, muss das Gegenstück am Dach aktiviert werden. Auch bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes wird der Feuerwehrschalter aktiv. Das ist sehr interessant, weil die unterbrechungsfreie Stromversorgung der EDV-Anlage der Siedler täglich um 16:00 per Fiepen einen kurzen Spannungseinbruch meldet.

Das häufige Wiedereinschalten am Dach würde nun – vor allem bei unwirtlichen Wetterverhältnissen – das ganze Konzept zur Erhöhung der Sicherheit für die Lebensformen in der Siedlerhütte gefährden!

Nachdem die Siedler nicht über einen klassischen Dachboden verfügen bzw. in diesem forschen und leben, stellte das eine innenarchitektonische Herausforderung dar. Aber sie haben Glück: Die benötigte ‚Dacheinheit‘ muss für zwei MPP-Tracker ausgelegt sein –  von allen Schaltern der Baureihe hat dieses Ding das größte Verhältnis von Größe des Kastens zum Inhalt, passend zur strategischen Bedeutung dieser Komponente:

Eine graue Box fuer eine rote Nase

Das ist genau jene Art von Deko, die sich die Siedler immer schon in ihrer verwinkelten Dachlandschaft gewünscht hatten:

Feuerwehrschalter als Kunstwerk

Feuerwehrschalter als Gestaltungselement in der Innenarchitektur

Was jetzt noch fehlt,  um das Gesamtkunstwerk abzurunden, ist eine ebenso ansprechende Gestaltung des Leitsystems für die Einsatzkräfte!

PV-Schild

Fortsetzung folgt

Sonne und Wölkchen (3)

Die Siedler hatten dem Naturschauspiel erwartungsvoll entgegen geblickt. Erleichtert hatten Sie einer Postille des Pannonischen Netzbetreibers entnehmen können, dass sich jener „umfassend auf die Sonnenfinsternis am 20. März vorbereitet hatte und gut gerüstet war“. Es bestand

„…. keine unmittelbare Bedrohung für die Versorgungssicherheit in Österreich…“

Was lag also näher, als wie angekündigt selbst am nächsten Anschlag auf die Netzstabilität mitzuarbeiten?

Geheimnisvolle dunkle Energieschildee (?). Zeitpunkt: Vor Sonnenaufgang am Tag der Sonnenfinsternis.

Geheimnisvolle dunkle Energieschilde (?). Zeitpunkt: Vor Sonnenaufgang am Tag der Sonnenfinsternis.

Gerade am Tag der Sonnenfinsternis sollten die Photovoltaik-Paneele montiert werden. Aber bereits zum Beginn der Arbeiten wurden die Siedler vor eine unerwartete Herausforderung gestellt. Die Architektur der Siedlerhütte mit ihrem ortsunüblichen Kommandodeck (Obergeschoß mit hohem Mansardendach) sowie die geringfüg zu kurz geratene Aufstiegshilfe erforderten Improvisationstalent:

PV Installation Range Extender

Um die Patentierung des Biomasse-basierten, modularen ‚PV Installation Range Extender‘ nicht zu gefährden, können wir nicht alle Details preisgeben.

Bestens vorbereitet durch das mehrfache Studium aller Filme der Bourne-Serie wussten die Siedler von Geheimprogrammen zur genetischen Manipulation und heuerten einen Spezialtrupp an. Nur die Spiderman-artigen bionischen (Hand-)Schuhe machten die Montage auf dem schmalen Dach der Siedler möglich.

Vor Sonnenuntergang

Arbeiten am südwestseitigen Dach – kurz vor Sonnenuntergang.

Da das Foto-Equipment der Siedler technologisch weniger ausgereift war als die Kamera-Augen-Implantate der Spezialagenten, konnte der Abschluss der Montagearbeiten bei völliger Dunkelheit leider nicht dokumentiert werden. Wie dieses Foto zeigt, ist es außerdem gar nicht einfach, die neuen Energieschilde aus der Perspektive des unvoreingenommen Passanten auszumachen.

Einzig vom Chefsessel des Chefingenieurs aus können die neuen Module in Zukunft bei der Stromernte bewundert werden:

PV-Module, südostseitige Dachfläche

PV-Module auf der südost-seitigen Dachfläche. In dezentem schwarz, passend zur Farbe des Kollektors, ganz rechts im Hintergrund sichtbar.

Die Siedler freuen sich, die Energie der Sonne nun in Zukunft auf drei Arten ernten zu können. Die eigenwillige Dachform hatte sich letzendlich als überaus vorteilhaft herausgestellt!

  • Die effektivsten Solarkollektoren mit steilem Anstellwinkel sind optimal für die direkte Strahlungsernte bei tiefstehender Wintersonne.
  • Die Photovoltaik-Module auf der oberen Dachfläche mit einem optimalen Neigungswinkel von 30° ernten die elektrische Energie für die Wärmepumpe.
  • Der Kollektor nimmt neben der Sonnenstrahlung auch bei niedrigen Temperaturen und in der Nacht Energie durch Konvektion aus der Luft aus und erntet damit die Umweltenergie für die Wärmepumpe.

Fortsetzung folgt…

Sonne und Wölkchen (2)

Es wird Frühling, zumindest hier in Pannonien.

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche...

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche…

Üblicherweise ist das die Jahreszeit, in der die Anschaffung kostenintensiverer technischer Spielzeuge getätigt wird. Also wird es Zeit für die Siedler, beim Management des Projektes mit dem Codenamen ‚Sonne und Wölkchen‚ einen Zahn zuzulegen.

Der kurze Winter hatte genug Zeit geboten, sich nochmals mit den Anforderungen an die geplante Photovoltaikanlage auseinanderzusetzen, mit tatsächlich schon verfügbaren Produkten und solchen, die immer für [heute+x] Monate in der Zukunft angekündigt werden. Motiviert durch die Fragen Amerikanischer Siedlerfreunde, musste sich das Elkement den nüchternen Zahlen stellen und eine Risikoanalyse durchführen.

Fürchten wir uns vor den Smart-Grid-Hackern oder vor einem Stromausfall, der statistisch gesehen nicht einmal Stunde pro Jahr dauert? Rechtfertigt das diese Anforderung?

“ … Die Ernüchterung darüber, dass man zwar einen Solarstrom-Generator besitzt, aber bei Netzausfall dann trotzdem keine elektrische Energie zur Verfügung hat, soll den Siedlern erspart bleiben … „

Dank Bullerjan sagen die Siedler dazu heute, ‚eher nicht‘, vor allem unter diesem Gesichtspunkt:

“ … Der Chefingenieur würde sich freuen, wenn man dafür keinen Schaltschrank braucht, der Scotty‘s Maschinenraum in den Schatten stellt … „

Denn die genaue, noch nicht standardisierte Ausführung der Notstromversorgung drohte zur ‚Gasfabrik‘ zu werden und konnte vorab nicht auf dem obesessiv-detaillierten Planungsniveau der Siedler geklärt werden.

Bundesarchiv Bild 183-R67359, Mineralölwerk Lützkendorf, Raffinerie

Als ‚Gasfabrik‘ bezeichnen die Siedler überkomplizierte und schwer durchschaubare Konstruktionen …

Zusätzlich wollten die Siedler ja:

„… Die verwinkelte Dachlandschaft der Siedlerhütte soll möglichst optimal zur Energiegewinnung genutzt werden …“

Das bedeutet die Installation zweier Strings von PV-Modulen, je einem pro unterschiedlich ausgerichteter Dachfläche. Der geplante PV-Wechselrichter mit Batteriesteuerung und Notstromoption hätte jedoch nur über einen MPP-Eingang verfügt. Damit wären folgende technische Kompromisse nötig:

  1. Gleiche Modulanzahl in beiden Strings und damit unästhetischeres Verlegeschema auf mindestens einer der beiden Dachflächen. Das schmerzt natürlich, wenn man ein Gesamtkunstwerk schaffen will und extra zum LEO_2-Kollektor passende schwarze Module wählt.
  2. Pro Dachfläche / String ist die Modulanzahl vergleichsweise gering und damit auch die MPP-Spannung (Maximum Power Point), die Spannung zumoptimalenBetriebspunkt. Der dazu passende Wechselrichter scheint noch nicht geboren zu sein:
    • Passt die Output-Leistung des Wechselrichters, liegen leider die MPP-Spannungen der Dächer außerhalb des nutzbaren Bereiches des MPP-Trackers.
    • Passt bei einem ‚kleineren‘ Wechselrichter die MPP-Spannung, müsste man auf die Spitzen der Output-Leistung verzichten.
  3. Bullerjan’s Rauchfang kann in den Morgenstunden für eine leichte Verschattung auf den Modulen eines Strings sorgen, was beim Betrieb von zwei Strings an einem MPP-Eingang nicht empfohlen wird.

Und da die Siedler ja partout lokalen Zugriff auf ihre Logging-Daten haben wollen, reduziert sich die Auswahl möglicher Wechselrichter sehr schnell auf eine sehr überschaubare Anzahl.

Und das alles, um den Forscher- und Basteldrang zu stillen und mit einer Batterie spielen zu können? Und zu hoffen, dass endlich einmal das Netz ausfällt ‚zum Testen‘? Und vor allem: Mit einer mindestens doppelt so teuren Lösung und 100kg zukünftigem Sondermüll im Haus?

Aber nach einigem Tüfteln haben die Siedler – wie in ihren Wärmepumpenprojekten – einen Stufenplan:

  • Erst einmal mit der Basislösung den Eigenverbrauch beobachten und optimieren
  • Platz für eine spätere ‚Speicherlösung‘ vorsehen. Natürlich hoffen wir, dass durch den Markteintritt hochinnovativer Firmen die Batterien billiger werden – und kleiner.
  • Standardisierung der Notstromlösung und der damit verbundenen Netztrennschalter abwarten.
  • Da Wechselrichter bekanntermaßen ja eine beschränkte Lebensdauer haben, könnte vielleicht mit dem Tausch desselben in einigen Jahren das ursprüngliche Konzept der Siedler Wirklichkeit werden…
Sonnenaufgang

Willkommen Morgensonne, bald werden wir Deine Energie ernten!

Fortsetzung folgt…

Sonne und Wölkchen

Um dem Image als Rastlose Siedler gerecht zu werden, sind eben diese ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

Als Inspiration kam das Blog des Solarzwergs gerade recht: Ein innovativer urbaner Siedler im einsamen Kampf gegen gnadenlose Bürokraten. Das wollten die Pannonischen Siedler auch.

Leider wurden sie bis jetzt enttäuscht, vielleicht auch weil sie sich für die Errichtung eines Solargiganten (vulgo: 5kWp-Photovoltaikanlage) interessieren: Die für die Genehmigung einer netzparallelen Erzeugungsanlage bzw. eines geringfügigen Bauvorhabens zuständigen Amtsstuben erweisen sich überraschenderweise als sehr kundenorientiert.

Nur ein kleines Wölkchen des Zweifels zieht auf – auch Cloud genannt: Die Siedler sind ja bekanntermaßen Logging-Freaks und haben gerne volle Kontrolle über ihre Datenkrake. Eine Recherche verschiedener Smart Energy Management Solutions zeigt, dass das nicht alle Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern so sehen.

In einschlägigen subversiven Kreisen (vulgo: PV-Freak-Foren) vernimmt man so manche Horrorgeschichte. Batterien wurden durch ein Remote-Firmwareupdate (…. hier gehen uns die Metaphern aus…) lahmgelegt und der dunkle Herrscher über das so genannte Portal musste wochenlang bekniet werden, die zuletzt funktionierende Firmware wieder einzuspielen.

Das 'Portal' ...

Mit gesundem Misstrauen hält Irgendwer Respektabstand zu diesem Portal …

Skeptisch stimmt die Siedler auch, dass das allwissende Portal ihre kompletten Messdaten kennen soll. Das El(k)ement kann sich nur mühsam zurückhalten, die propagierten Lösungen zu testen die irgendwas mit einer Himbeere zu tun haben müssen: Fieserweise könnte man ja versuchen, die für das dunkle Portal bestimmten Daten abzufangen…

Natürlich sind die Siedler verwöhnt von ihren vorhandenen Logging-Spielzeugen und der als selbstverständlich vorausgesetzten Funktion, uneingeschränkt auf die eigenen Daten zuzugreifen, die primär auf einem lokalen Datenträger abgespeichert werden.

Daneben sollten durch den Solargiganten auch folgende Anforderungen erfüllt werden:

  • Die verwinkelte Dachlandschaft der Siedlerhütte soll möglichst optimal zur Energiegewinnung genutzt werden.
  • Die Ernüchterung darüber, dass man zwar einen Solarstrom-Generator besitzt, aber bei Netzausfall dann trotzdem keine elektrische Energie zur Verfügung hat, soll den Siedlern erspart bleiben. Der Chefingenieur würde sich freuen, wenn man dafür keinen Schaltschrank braucht, der Scotty’s Maschinenraum in den Schatten stellt.
  • Trotz hoher Technikaffinität und der Freude über viele Kästchen mit Kabelanschlüssen und bunten Lichtern soll die Anzahl eben jener minimiert werden. Die Siedler hätten ansonsten einen knallgelben Inselwechselrichter (mit SD-Karte zur lokalen Datenablage!) und seinen roten Freund, den Netzwechselrichter, schon fast ins Herz geschlossen gehabt.
  • Auch die Ästhetik darf nicht zu kurz kommen und die Photovoltaik-Module sollen in dezentem Schwarz auch zum Kollektor passen.

Würde nicht konkrete Hoffnung bestehen, dass die Sonne dieses Wölkchen des Zweifels durchbrechen wird, würde es dieses Posting wahrscheinlich nicht geben.

Platz für ein unsichtbares Solarkraftwerk

Selbst wenn es hier ein Solarkraftwerk geben sollte – es wird anderen Siedlern verborgen bleiben.

Fortsetzung folgt…