Neu bedacht …

Jeder, der schon einmal etwas renoviert hat, kennt ihn:

‚Den Punkt der größten Zerstörung‘,

der unbarmherzig und unumgänglich eintritt, wenn das Alte entfernt wurde, um dem Neuen Platz zu machen.

SD-GroeßteZerstoerung

Um diesen psychologischen Tiefpunkt des Projektes zu ertragen, bedarf es der Gelassenheit eines Zen-Mönchs, aber auch der Gewissheit

‚Ab jetzt kann es nur noch aufwärts gehen!‘.

Der Beschluss, das Schuppendach zu erneuern, war schon vor einiger Zeit gefallen. Beheimatete der Schuppen doch am einen Ende den Zugang zum Eisspeicher und am anderen den ‚Maschinenraum‘ mit Wärmepumpe, Hygiene- und Pufferspeicher.

SD-Eiszapfen

Denn was Irgendwer insgeheim seit langem wusste, wurde in schneereichen Wintern durch meterlange Eiszapfen offenbar: Ein nicht unwesentlicher Anteil der Energie, die Irgendwer mit LEO_2 mühsam der Umwelt abgerungen hatte, wurde derselben großzügig über das Dach des Maschinenraums  wieder zurückgegeben. – Politisch korrekt, aber energietechnisch ein Schildbürgerstreich.

Es war natürlich eine Frage der Siedler-Ehre, das ganze Projekt so auszutüfteln, dass es vollständig im Selbermacher-Modus ausgeführt werden konnte. – Ohne den Einsatz schwerer Maschinen und mit einem Minimum an Kollateralschäden, die praktisch unausweichlich waren, sobald Handwerker die Szene betraten.

SD-Schiefe-Ebene

Unter Ausnutzung der Vorzüge einer ‚Schiefen Ebene‘ und wohldosiertem Einsatz von ‚Reibung‘ konnte die alte Dachdeckung im Ein-Mann-Prinzip vom Dach geschafft werden …

Außerdem wollte Irgendwer keinerlei terminliches Risiko eingehen, das dadurch vorprogrammiert war, dass Handwerker die Szene gerade nicht betraten. Üblicherweise mit der schwerwiegenden und vollständig nachvollziehbaren Begründung:

‚ Es is se leider nimmer ausg’aunga …‘

Und so wurde, nachdem die Zerstörung vollbracht war, in Eigenregie …

… der ärgste Schutt beseitigt …

SD-Baustellen-Monk

… Maß genommen …

SD-Maß

… gebohrt …

SD-Mauerbank-Vorbereitung

… gezimmert …

SD-Dachstuhl

… gesägt …

SD-Zuschnitt

… geschraubt …

SD-OSB-Platten-Schrauben

… ausgerichtet …

… und gehämmert …

SD-Naegel

Denn die 525 Schindeln wollten mit mehr als 2.600 Nägeln ja auch befestigt werden (wir danken unseren Nachbarn für Ihre Geduld!).

Schließlich trat aber jener zweite Moment jeder Renovierung ein, für den der Tüftler und Selbermacher lebt, und der die ganzen Mühen rechtfertigte:

‚Die Vollendung‘.

SD-Die-Vollendung-3

Die Erinnerungen an das alte Schuppendach würden bald verblasst sein.

SD-SchuppenVorher

In Memoriam ‚Altes Schuppendach‘: Dieses Baujuwel aus Well-Eternit musste im Jahre des Herrn 2017 Neuem weichen …

Denn die letzten Reste warteten schon auf den Abtransport.

SD-Schutt

Und der ehemalige Dachstuhl würde bald dem Bullerjan als Nahrung dienen …

SD-Holz-Fuer-Bullerjan

Das Besondere an LEO_2: (4) Ein Eldorado für Selbermacher

Irgendwer ärgerte sich lieber über seine eigenen Fehler, als über die von hochbezahlten Professionisten. Daher hatte er das Wärmepumpensystem LEO_2 auch so ausgetüftelt, dass er es mit seinem durchschnittlichen handwerklichen Geschick und der begrenzten Ausstattung seiner Erfinderwerkstatt soweit wie möglich selbst zusammenbauen konnte.

Die Kappsäge - unverzichtbares Werkzeug für jeden LEO_2 Bauer

Die Kappsäge – unverzichtbares Universal-Werkzeug in Irgendwessen Erfinderwerkstatt. Sei es zum Zuschneiden von Zaunlatten oder PVC-Rohren …

Und was waren das nun für Eigenschaften, die den Eigenbau vergleichsweise einfach machten?

Standardkomponenten. Alle Teile, die für LEO_2 benötigt werden, sind als bewährte Standardkomponenten am Markt erhältlich. Die meisten können sogar in Online-Shops über das Internet bestellt werden.

Standardwerkzeug. Man benötigt kein teures Spezialwerkzeug zum Bau von LEO_2. Wenn man nicht schon einen brauchbaren Hohlraum besitzt (alte Güllegrube, Zisterne, Erdkeller), ist die größte Herausforderung das Ausheben einer Grube und das Mauern des Eisspeichers. Der Rest lässt sich mit Werkzeug erledigen, das in jeder Heimwerkerwerkstatt zu finden ist. Die wichtigsten Freunde des LEO_2 Bauers sind Akkuschrauber, Rohrzange, Schlauchschere und Kappsäge.

Akkuschrauber und LEO_2

Der Akkuschrauber: bester Freund des Selbermachers, besonders wenn es um LEO_2 geht: besonders beim Kollektorbau sind einige Löcher zu bohren und Schrauben einzudrehen …

Materialien leicht zu bearbeiten. Die verwendeten (vorgeschlagenen) Materialien, wie Lärchenholz, PVC-Rohr und Kunststoff-Rippschläuche sind leicht zu bearbeiten. Der Solekreis kann z.B. mit kostengünstigen PVC-Komonenten, wie sie auch aus Teichbau und Pooltechnik bekannt sind, zusammengebaut werden. Ein paar wichtige Grundregeln für das Kleben von PVC-Vebindungen, die man auf keinen Fall missachten sollte, sind rasch erlernt.

Solekreis aus PVC- und Messingkomponenten

Der Solekreis kann durch Verkleben von PVC Komponenten und Eindichten von Gewindeverbindungen aufgebaut werden.

Flexibel. Die Dimensionen von Trägergestell und Wärmetauscher können sehr flexibel gestaltet werden, sodass praktisch jeder wasserdichte quaderförmige Hohlraum zum Eisspeicher umfunktioniert werden kann. Dasselbe gilt für den Kollektor, für den die unterschiedlichsten Montagevarianten denkbar sind. Für LEO_2 ist eine gute (beidseitige) Belüftung des Kollektors wichtig und eine möglichst senkrechte Montage (damit er im Winter nicht durch Schnee bedeckt wird).

Werkzeug für Kollektor und Wärmetauscher

Wärmetauscher und Kollektor können mit einfachem Werkzeug aufgebaut werden.

Genehmigungsfrei. In den Weltgegenden in und um z-village kann man beginnen, LEO_2 zu bauen, ohne spezielle Genehmigungen oder Gutachten einzuholen (wie diese etwa für Tiefenbohrungen oder Grundwassernutzung nötig sind).

Ungefährlich. Ein mit einigen Kubikmetern Wasser gefüllter Tank in der Erde kann nicht mehr Schaden anrichten als eine Zisterne oder ein Swimmingpool. Der Frostschutz in der Soleleitung (Ethylenglykol) ist ungefährlich. In Pannonien wurde in grauer Vorzeit sogar der Wein damit versetzt

Schritt für Schritt. Wer die Zeit hat oder braucht, kann LEO_2 schrittweise umsetzen und sich damit z.B. auf den Austausch eines bestehenden Heizsystems vorbereiten.

Und so kann Irgendwer jedem unerschrockenen Siedler, der sich mit dem Gedanken trägt, das Wärmepumpensystem LEO_2 im Eigenbau zu realisieren, nur Mut zusprechen. Allerdings unter Beachtung einer alten pannonischen Heimwerkerweisheit:

„Wenn man weiß, wie es geht, ist es immer einfach …“

Irgendwer wusste das inzwischen – nachdem der eine oder andere Heimwerkerfluch (glücklicherweise) ungehört in den Tiefen des Eisspeichers verklungen war.

Question Mark Cloud

Im Nachhinein betrachtet hätte Irgendwer auch gern Irgendwen gehabt: zur Beantwortung der tausend Detailfragen, die sich so im Laufe dieses Projektes ergeben:

  • Wie sollen der Kollektor, der Eisspeicher und der Wärmetauscher dimensioniert werden?
  • Wie verlegt man am besten den Wärmetauscher im Eisspeicher?
  • Wie verhindert man, dass der Eisspeicher durch das Gefrieren des Wassers gesprengt wird?
  • Welche Leitungen für Sole, Wasser, Sensoren und Elektrik müssen vorgesehen werden?
  • Welche Wärmepumpe ist wirklich nötig bzw. geeignet und welche Nennleistung wählt man am besten aus?
  • Wie stark muss die Solepumpe sein?
  • Was ist der beste Platz für den Kollektor? Kann er auch im Schatten liegen?
  • Welchen Sensoren müssen an welchen Stellen vorgesehen werden?
  • Wie wird das gesamte Wärmepumpensystem inklusive Heizkreise und Warmwasserbereitung geregelt?
  • Welche Sicherheitseinrichtungen sollte man vorsehen?
  • … (?) …

Aber wozu gibt es punktwisser. Irgendwer kann da sicher weiterhelfen!