Alte Heizung – Neue Regelung: Phase 1 – Konzept

Es soll ja Heizungen geben, die klaglos funktionieren.

happy

Bei vielen lernt man aber über die Zeit ‚kleine Mätzchen‘ kennen und lieben, die man als ’normal‘ akzeptiert, die man mit ‚gewissen Handgriffen‘ aber relativ problemlos beheben kann.

Aber dann gibt es Anlagen, deren Verhalten immer wieder überrascht, und die ohne permanente Aufsicht keinen zufriedenstellenden Komfort liefern können.

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So wusste auch jener Siedler eine lange Leidensgeschichte zu erzählen, als er sich an Irgendwen wandte. Was hatte er nicht schon alles versucht, um nach jenem Einbau der thermischen Solaranlage eine akzeptable Anlagenperformance zu erreichen. Erfolglos. Diverse Untersuchungen und Schlussfolgerungen hatten nur ergeben, dass

‚… die Hydraulik soweit in Ordnung und das Problem wohl in der Regelung zu suchen sei …‘.

Aber für diese nicht mehr ganz zeitgemäße Regelung, die aus mehreren Modulen mit beschränkten analogen Einstellmöglichkeiten bestand, erschien eine systematische Analyse und Optimierung aussichtslos.

Regelung-Bestand

Das hatten selbst die herbeigerufenen Techniker des Herstellers eindrucksvoll bewiesen.

Also war der einzige Vorschlag, den Irgendwer machen konnte, den Ersatz dieses Urgesteins durch eine frei programmierbare Universalregelung UVR16x2 zu prüfen.

UVR16x2

Da dieser Siedler bereit uns willens war, bei Irgendwessen Fernanalyse tatkräftig zu unterstützen und bei der Umsetzung der Lösung auch selbst Hand anzulegen, war man sich schnell über eine weitere Vorgehensweise einig.

Bestandsaufnahme. Neben zwei nicht mehr ganz aktuellen Hydraulikschemen, fanden sich diverse Handbücher und Datenblätter, die in einem gemeinsamen Online-Ordner gesammelt wurden. Ein Erfahrungsbericht und eine Foto-Safari durch den Heizraum komplettierten die Aufnahme des Ist-Zustandes.

Hydraulik-Bestand

Ja, und dann gab es natürlich noch die ‚Wunschliste‘, die sich in diesem Fall schon zu einem kleinen Konzept ausgewachsen hatte, in dem sich der Siedler schon ausführlich seine eigenen Gedanken über eine mögliche Optimierung der Anlage gemacht hatte.

Analyse. Jetzt lag der Ball einmal bei Irgendwem, der sich durch die Informationen wühlte und daraus ein aktuelles Hydraulikschema kondensierte, in das alle Regelungskomponenten – vom Temperatursensor über Pumpen und Umschaltventile bis zum Sicherheitsthermostat – eingezeichnet wurden.

Hydraulik-Neu

Das ging nicht ganz ohne die Mithilfe des Siedlers, der in der einen oder anderen Heizraum-Expedidion auch noch die letzten Details der Anlagenkomponenten in den hintersten Winkeln ablichtete.

Umschaltventil

Fragen und Details wurden über E-Mails abgestimmt – was auch zum Tüfteln und zum ‚in Ruhe Nachlesen‘ eine große Hilfe war.

Konzept. Aus den Analyseergebnissen und der Wunschliste des Siedlers konzipierte Irgendwer einen Lösungsvorschlag basierend auf der UVR16x2 und einem CMI.

Innerhalb der Grenzen der Hydraulik war die gewünschte Regelungslogik mit der UVR umsetzbar. Und es konnten praktisch alle bestehenden Komponenten eingebunden werden.

Einbindung-Ventil

Zusätzlich sollte aber endlich auch das Rätselraten über das tatsächliche Anlagenverhalten der Vergangenheit angehören. Der Momantanzustand sollte in einem Online-Schema dargestellt und sämtliche Sensorwerte und Schaltzusände aufgezeichnet werden.

Nachdem das Konzept mit dem Siedler besprochen und verfeinert worden war, war die Phase 2 startklar: die Reglerprogrammierung. – Aber das ist eine andere Geschichte…

„Des geht ned !“

Jedesmal brach es Irgendwem fast das Herz, wenn er seine geliebte Wärmepumpe im Heizraum besuchte, und die alte, schon seit einigen Jahren stillgelegte Gastherme ganz traurig und um Beachtung flehend in der Ecke stehen sah.

GT-EinsamVerloren

Die Gasleitung war gekappt, die Hydraulik abgebaut, und unlängst hatte sie bei der Erneuerung des Schuppendachs auch die letzte Verbindung zur Außenwelt – das Abgasrohr – verloren…

Mehrere halbherzige Versuche, ein neues Zuhause für das voll funktionstüchtige und bis zu ihrer Stilllegung bestens gewartete Gerät zu finden, waren fehlgeschlagen. Bis, ja bis bei einem zufälligen Treffen von Siedlern zufälligen das Gespräch auf einen zufällig kürzlich leckgeschlagenen Gaskessel kam.

Nach einer kurzen Fachsimpelei war die neue Heimat der Gastherme besiegelt und eine Kommandoaktion zum Abbau und Transport vereinbart.

GT-Handbuch

Etwas verwirrend, aber eindeutig: laut Handbuch der Gastherme war der Einbau und die Regelung für die Anlage des Siedlers möglich …

Zuvor hatte sich Irgendwer aber durch eingehendes Studium der Betriebsanleitungen von Gastherme und Regelung noch einmal versichert, dass der Einbau in die Anlage des Siedlers auch tatsächlich möglich war.

Zusammen mit einer kleinen Dokumentation, die Irgendwer rasch zu den Hydraulik- und Regelungsanschlüssen zusammengestellt hatte, ging es ab in die neue Heimat. Und alles schien auf Schiene zu sein…

GT-Transport

Bis, ja bis der ‚Freund in Blau‘ die Bühne betrat, und eine Posse ihren Anfang nahm.

Obwohl der Installateur, der den Einbau vornehmen sollte, ein Fachpartner des Herstellers der Gastherme war, beäugte er das Gerät argwöhnisch, murmelte ein paar skeptisch-abwartende Worte, schoss einige Fotos und verschwand dann wieder, um das ‚zu klären‘.

Seine Antwort war schließlich:

„Des geht so ned …!“
(Deutsch: Das ist so nicht möglich!“)

… begleitet von einem Angebot für eine zusätzliche Regelung um wohlfeile € 1.700, –, die  wohl für die Verwendung in des Siedlers Anlage nötig wäre.

Irgendwer schüttelte nur ungläubig den Kopf, als ihm das der Siedler berichtete. Der direkte Kontakt zu dem Vertreter des Herstellers (der das behauptet hatte) wurde geknüpft. Dieser erzählte eine wirre Geschichte von Firmware und Gerätetypen. ‚Die Technik‘ hätte das geprüft und dies als die einzig mögliche Lösung vorgeschlagen. Obwohl, ganz glücklich wäre er damit selbst nicht. Denn so viel Geld für ein altes Gerät zu investieren und dann noch auf ein paar Funktionen zu verzichten … Da würde er schon vorschlagen … dieses neue Gerät … um € 3.500,– … ohne Regelung … aber da könne man ja die alte Regelung verwenden …

„???!!!“

Hatte er richtig gehört? Als irgendwer den Hörer aufgelegt hatte, musste er sich kneifen. Autsch! Das war tatsächlich real gewesen. Er hatte nicht geträumt!

GT-Facepalm

Es wurde Kriegsrat gehalten mit dem Siedler, der durch diese Aussagen gehörig verunsichert worden war. Schließlich wurde eine leicht geänderte Hydraulikschaltung ausgetüftelt. Exakt die gleiche, die Irgendwer bereits mit derselben Gastherme und derselben Regelung im Einsatz gehabt hatte. – Die also funktionieren musste!

GT-Hydraulik

Der Ordnung halber informierte Irgendwer den Herstellervertreter über das Vorhaben. In einer ersten Reaktion meinte dieser:

„Des miassad geh …“
(Deutsch: „Das sollte funktionieren „).

Als Irgendwer – in der Meinung seine Informationspflicht erfüllt zu haben – bereits im Begriff war aufzulegen, hörte er noch:

„Owa i klär des nu mid da Technik und red midn Installateur …“
(Deutsch: “ Ich kläre das mit der Technik und rede mit dem Installateur …“)

Als Irgendwer dann schon glaubte, dass damit die Sache gegessen war, klingelte ein paar Stunden später noch einmal das Telefon. Der Herstellervertreter:

„I hob nu amoi mid da Technik g’redt. Des geht ah ned!“
(Deutsch: Ich habe noch einmal mit der Technik gesprochen. Das ist so auch nicht möglich!“)

Aufgrund des rasch steigenden Blutdruckes ging die fadenscheinige Erklärung von “ …  Sensor … Fehlerabschaltung … blabla …“ halb in Irgendwessen Ohrensausen unter.

Ach ja, und mit dem Installateur hatte diese Koryphäe auch noch gesprochen, was dann folgende E-Mail Nachricht an den Siedler zur Folge hatte:

„… leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihnen dass bauseits beigestellte Gasgerät nicht anschließen werden, da das Gerät für diese Anlage nicht geeignet ist…“

Wieder wurde Kriegsrat gehalten und beschlossen, die Sache nun endgültig selbst in die Hand zu nehmen. Die Änderungen an der Hydraulik waren einfach und letztlich in einem halben Tag gemacht. Nachdem die bestehende Regelung wie geplant angeschlossen war, sprang die Gastherme sofort an und arbeitete wie erwartet und genau so, wie in den Handbüchern beschrieben.

GT-Neue Heimat

Der Rauchfangkehrer (Schornsteinfeger 😉 ) kam und nahm die Anlage problemlos ab.

Und um dem Ganzen das Sahnehäubchen aufzusetzen, stellte sich bei einem kleinen Reglertest wenig überraschend sogar heraus, dass auch die ursprünglich geplante Hydraulikvariante ‚gegangen‘ wäre…

Ingenieurssoftware-Archäologie

Ingenieurssoftware hat oft eine kleine aber feine Zielgruppe – ein Grüppchen, das globale Softwarekonzerne nicht unbedingt im Visier haben. Dementsprechend atmet die Benutzeroberfläche oft nolstalgisch-spartanischen Charme.

Aber auch in den Tiefen solcher Software gibt es aufsehenerregende Funde aus dem Software-Paläozoikum – genau das richtige für das Elkement, das diese Bugs versteckten Features unerbittlich erschnüffelt. Von einem Paradebeispiel aus der täglichen Schnüffelpraxis soll diese Geschichte handeln! Wie der prähistorische Schnüffler aus Ice Age ist das Elkement beharrlich … und wird aber am Ende ausgetrickst.

Was man hätte sehen sollen (in jener Software): Ein Bild der Bedienelemente einer Regelung und darüber schwebende Zahlen. Mit Rumspielen an den abgebildeten Knöpfchen hätte man das echte Gerät simulieren können.

Was man sah: Eine Fehlermeldung in einem mutmaßlich fernöstlichen Zeichensatz.

Natürlich fragt der geübte Sniffer als Erstes Google Translate um Hilfe:

Die [XY]-Gerätedatei kann nicht gelesen werden.

… und es gibt tatsächlich eine Datei xydevice.xls … die sich aber mit Excel lesen lässt (?!) … also zumindest lassen sich die überwiegend fernöstlichen Zeichen in den Tabellen darin betrachten.

Nächster Schritt: Wahlloses Durchtesten der üblichen Fallstricke für Software aus vergangenen Epochen? 32bit versus 64bit? Administrator-Rechte? Dateiberechtigungen? Muss eine alte Windows-7-Maschine wiederbelebt werden? … und tatsächlich: Ein einziges Mal sieht der erschöpfte Schnüffler ganz kurz die Animation der XY-Regelung: Beim ersten Test auf einer paläozoischen Maschine (Windows 7 und 32bit). Leider ist der Test nicht reproduzierbar, also wird unerschrocken weitergeforscht.

Ein professionelles Schnüffelwerkzeug – Microsoft Sysinternals Process Monitor – zeigt, dass die Software erfolgreich auf die rätselhafte Datei zugreift:

Process Monitor: Prüfung Zugriff auf xls-Datei durch Anwendung

Kurz vor dem Zugriff arbeitet sich die Software durch Datenbanktreiber (‚JET‘) für Office-Dateien – die letzte davon ist msexcl40.dll – damit kann eine XLS-Datei wie eine Datenbank abgefragt werden.

Aber in dieser Schnüffelspur sieht man keine Fehlermeldung: Die xls-Datei wird geschlossen, bevor das Popupfenster mit Fehlermeldung erscheint … also ist die Anwendung halbwegs kontrolliert mit dem Fehler fertig geworden und hat ihn richtig ‚gehandled‘.

Das Elkement bzw. die Datenkrake haben langjährige einschlägige Erfahrung im wilden Basteln mit Konstrukten aus Excel- / Access- und Textdateien, die zu fragilen Datenbanken vereinigt werden. D.h. im Programmierer aus der fernen Zeitzone erkannte das Elkement eine verwandte Seele. Es versuchte, sich in diesem Lao Tse der Office-Programmierung hineinzufühlen. Beim einzig erfolgreichen Start des Programms waren einige XML-Dateien erzeugt worden. Soweit erahnbar durch Zeichenvergleich, wurden aus der xls-‚Datenbank‘ Einträge zu einem Gerät bestimmten Typs gelesen und in die XML-Datei geschrieben.

Aber was ging schief? Der Schnüffler der nächsten Tiefe wird gestartet – der Windows Debugger WinDbg (Teil der Debugging tools for Windows). Mit Reverse-Engineering-Halbwissen stolpert das Elkement zur nächsten unhandled oder handled exception – und wieder fällt msexec40.dll unangenehm auf:

Output Windows Debugger - Fehler bei Datenbankzugriff - msexec40.dll

Und da war sie endlich – die google-bare Fehlermeldung im Microsoft-O-Ton:

Unexpected error from external database driver (1).

So richtig optimistisch machte dieser eher generisch und schlicht gehaltene Text ja nicht. Aber man glaubt es kaum – es gab tatsächlich einen relativ neuen Microsoft-Artikel, der exakt diesen Fehler im genau passenden Kontext auflistet. In einem Überblick über  Betriebssystem-Updates von Herbst 2017 wird über ein Problem mit älteren JET-Datenbanktreibern für xls-Dateien brichtet – über einen neuer Fehler, der genau seit diesem Windows-Updates auftritt:

Microsoft-Artikel - Problem mit JET-Treiber / xls-Dateien nach Update

Damit kann endlich eine plausible Erklärung für den einzig erfolgreichen Test formuliert werden: Die Software wurde auf diesem länger nicht gestarteten Windows-7-Computer getestet – exakt als die Updates der letzten Monate noch nicht installiert worden waren, inklusive dem in diesem Artikel erwähnten Update.

Auch der dezente Hinweis von Microsoft, doch einen neueren Datenbanktreiber zu verwenden – neuer als Stand Office 2007 – passt dazu: Die ausführbaren Dateien der prähistorischen Softwaren waren alle ca. 10 Jahre alt.

Wie der possierlich-zappelige Schnüffler aus Ice Age wurde das Elkement damit mit einem Dilemma konfroniert und ausgetrickst: Um die Sicherheit nicht zu gefährden [Bitte Buzz Words passend einsetzen: Cyber Security – Internet of Things] wurde das unerbittliche Windows Update nicht mehr deinstalliert. Damit bleibt nur zu hoffen, dass entweder Lao Tse den Datenbanktreiber austauscht oder dass Microsoft, wie im Artikel angekündigt, das prähistorische Feature wieder aktiviert.

Aus BUSO wird LEO

Und so begab es sich, dass ein Siedler gedankenverloren seinen Blick über die schon in die Jahre gekommene Heizungsanlage schweifen ließ. Fast jede der Komponenten weckte eine kleine Erinnerung in ihm. Besonders diese große „Kiste“, wie er sie nannte, die in einer Ecke seines Kellers stand und zwei hervorragend gedämmte 1000-Liter Pufferspeicher verbarg.

BUSO-Kiste

Dazu gehörten ursprünglich 45m2BUSO-Solardach‚-Fläche auf seinem Schuppen, die er zusätzlich zu seiner ‚klassischen‘ Solaranlage vor mehr als einem Jahrzehnt montiert, aber inzwischen wieder stillgelegt hatte.

BUSO-Schuppen

Mit den Solaranlagen hatten sich auch schon einige Regelungen angesammelt: Neben einer UVR1611 aus BUSO-Zeiten, hing da auch noch eine RESOL-Regelung an der Wand. Und beide regelten ganz individuell ihren Teil der Anlage.

BUSO-Regelung-alt

Ja, und nicht zu vergessen: der Kombi-Speicher! Das war ein Husarenstück gewesen, ihn auf die Decke des Heizraums zu stellen. Alles sauber verrohrt und isoliert.

BUSO-Kombispeicher

Der alte Gaskessel mit seinen mehr als 25 Jahren auf dem Buckel tat zwar noch ganz brav seinen Dienst, aber wie lange wohl noch?

BUSO-Gaskessel

Längere Zeit hatte er schon hin- und her überlegt, wie er das Ganze konsolidieren und auf zukunftssichere Beine stellen konnte. Bis er in den Weiten des Internetz auf die pannonischen Tüftler und LEO_2 gestoßen war, und er sich an noch etwas erinnerte, das sich im hintersten Winkel seines Gartens befand:

BUSO-Becken

Das was vom Erfinder einmal als Schwimmbecken vorgesehen worden war, diente nun schon seit geraumer Zeit als Regenwasserspeicher. Aber was sprach eigentlich dagegen, es nun zum Eisspeicher umzubauen?

„Das ist sicher eine treffliche Tüftelei für Irgendwen!“, dachte sich der Siedler als er frischen Mutes elektronische Post nach Pannonien schickte.

Seine Ideen wurden mit Irgendwessen Ratschlägen verfeinert und in ein Konzept gegossen. Und als sich dann auch noch ein Freund namens BAFA bereit erklärte, sein Vorhaben zu unterstützen, steckte er auch schon mitten in seinem LEO_2-Projekt …

Zuerst musste er dem Regenwasserbecken einen etwas stabileren Deckel verpassen, der auch in der Lage war, später den Auftrieb des Eises im gefrierenden Wasser aufzunehmen. Seine Wahl fiel auf eine Holzbalkendecke, die er einfach selbst zusammenzimmern konnte und die für diesen Fall die kostengünstigste Lösung war.

Den gesamten Innenraum legte er mit Teichfolie aus um jedes Risiko hinsichtlich Undichtigkeiten von vorne herein auszuschließen und das verfügbare Volumen zu maximieren.

Die ovale Beckenform war zwar eine kleine Herausforderung. Aber auch dafür hatte Irgendwer einen passenden Wärmetauscher samt Trägergestell ausgetüftelt. Dafür konnte sogar einen Haufen altes PVC-Rohr, der noch irgendwo herumlag,  wiederverwertet werden…

BUSO-PVC-Rohrmaterial

Nachdem er den Eisspeicherdeckel mit Rasensamen begrünt hatte, ließ nur noch der längliche Einstieg in der Mitte vermuten, dass sich da noch mehr darunter befand als nur Erde…

BUSO-Eisspeicher-Deckel

Eine Ecke im Schuppen wurde zum idealen Platz für den ‚Soleverteiler‘ …

BUSO-Soleverteiler

… und der alte BUSO-Kollektor wurde komplett auseinander genommen und neu, möglichst luftig auf dem Schuppendach arrangiert, um ihn LEO_2-tauglich zu machen.

BUSO-Kollektor

Dann wurden noch ‚einige‘ Meter Sole-Leitung verlegt und die Wärmepumpe angeschlossen.

BUSO-Wärmepumpe

Das Kommando über die Regelung übernahm fortan eine UVR16x2, die sich über den CAN-Bus vortrefflich mit der bestehenden UVR1611 und über ein CMI mit dem Internet unterhalten konnte.

BUSO-Regelung

Die UVR1611 behielt zwar ihren Platz auf dem Brettchen und ihre Ein- und Ausgänge, wurde aber fast sämtlicher ‚Intelligenz‘ beraubt, die sie an die UVR16x2 abgeben musste. Für die RESOL-Regelung war der letzte Weg alles Irdischen gekommen. Ihre überschaubare Regelungslogik fand ebenfalls in der UVR16x2 ihre neue Heimat.

Als LEO_2 dann seinen Betrieb aufnahm, war die Hydraulik auf der Heizungsseite noch nahezu unverändert. Wie sich später herausstellen sollte, waren aber auch dort Altlasten verborgen, die die Tüftler noch vor die eine oder andere Herausforderung stellen sollten.

Aber das ist eine andere Geschichte 😉 …

Irgendwo im hohen Norden: Der Große Tag!

Mit Hingabe und höchster Sorgfalt hatte der verwegene Siedler im hohen Norden oft noch zu später Stunde an der Fertigstellung der Anlage gearbeitet.

IIHN-Verwegen

Alle Warnungen hatte er in den Wind geschlagen und mutig die Herausforderungen angenommen.

Nach der erfolgreichen Wärmepumpenexpedition galt es jetzt noch, die letzten Rohre und Ventile in die Installation einzufügen.

IIHN-Hydraulik-1

Zu manch später Stunde saß der Siedler grübelnd über den Skizzen von Irgendwem, und übersetzte I-Diagramme in handfeste Installateurskunst …

Ja, und fast hätte er es vergessen, da fehlte ja auch noch dieses Außenteil – ‚Kollektor‘ nannte das Irgendwer. Lange hatte er es hinausgezögert, aber nun galt es auch diese letzte Hürde in Angriff zu nehmen und in die Wanten zu steigen …

IIHN-In-die-Wanten

‚In die Wanten!‘ – so mussten sich die Matrosen auf den Segelschiffen vergangener Jahrhunderte gefühlt haben …

Schließlich betrachtete er zufrieden sein Werk: ein durchaus attraktiver Blickfang – in massivem Lärchenholzdesign an seine Burgmauer gelehnt. Schön langsam entwickelte sich das Ganze zu einem Gesamtkunstwerk.

IIHN-Kollektor

Wurde auch Zeit. Denn erstens nahte der Winter und zweitens wollte auch der frisch gelegte Estrich ausgeheizt werden.

Wie schön war doch der Anblick, als sich die Adern des Solekreises endlich mit dem grünen Frostschutzgemisch füllten.

IIHN-Solefüllung

Und dann ging es an die letzten Prüfungen. Nachdem er gemeinsam mit Irgendwem die Checkliste des Inbetriebnahme-Protokolls durchgegangen war, war er letztendlich da, der große Moment!

Wie ein Film lief das ‚Abenteuer Eisspeicher‘ noch einmal vor seinem inneren Auge ab – mit all den Höhen und Tiefen, die er in den letzten Monaten durchlebt hatte. Nicht ohne Stolz ließ er seinen Blick noch einmal über die Installation schweifen, die er mit eignen Händen und etwas Hilfe von den pannonischen Siedlern geschaffen hatte.

Das Herz schlug ihm bis zum Hals, als er – der Kapitän auf der Brücke – an der Regelung den letzten Schalter umlegte und die Wärmepumpe damit ‚freigab‘:

‚Energie !‘

 

Die Wärmepumpe sprang an, und gespannt beobachtete er die Anzeigen an der Regelung und im Online-Schema. Alles innerhalb normaler Parameter. Bis nach exakt 3 Minuten die Wärmepumpe mit einem ‚Indoor Flow Alarm‘ trotzig ihren Dienst verweigerte.

IIHN-Durchflusswächter

Dieser eigenwillige Durchflusswächter im Herzen der exotischen Wärmepumpe signalisierte einen ‚Indoor Flow Alarm‘ …

Es wäre kein richtiges Abenteuer gewesen, wenn nicht im letzten Moment noch ein ‚Alarm‘ den Adrenalinspiegel an den Anschlag geführt hätte. Wie schon so oft, lag aber die Lösung in den schier unendlichen Tiefen des Wärmepumpen-Manuals verborgen, für das man ’nur‘ den passenden Universalübersetzer benötigte.

IIHN-Manual-1

Alles klar, oder? Diese  Zeilen enthielten für Irgendwen den entscheidenden Hinweis …

Ein Parameter der Wärmepumpenregelung wurde umgestellt. Die Wärmepumpe sprang wieder an und – lief durch!

Nach anfänglichem ‚Herzflimmern‘ stellte sich nun ein ruhiger, regelmäßiger und kräftiger Herzschlag ein, der begann die Siedlerhütte im hohen Norden zu wärmen …

IIHN-Herzschlag

Irgendwo im hohen Norden: Expedition Wärmepumpe

Irgendwer hatte sich schon Sorgen gemacht, ob der langen Sendepause vom unerschrockenen Siedler im hohen Norden. Aber er wusste ja, dass dieser mit jeder Sekunde seiner Zeit haushalten musste. Denn schließlich machte doch eine LEO_2 Wärmepumpenheizung nur dann richtig Spaß, wenn man auch eine Siedlerhütte zum Beheizen hatte – und die wollte erst gebaut werden …

So war es dann soweit, dass dieselbe Gestalt angenommen hatte, und angesichts der langsam hereinbrechenden kälteren Jahreszeit das Thema Heizung wieder an Bedeutung gewann.

Das Dasein der ‚Dummen Wärmepumpe‘ in ihrer Holzkiste hatte ein Ende und sie wurde an ihren endgültigen Aufstellungsplatz gebracht. Und nicht nur das. Nach Kiste und Schutzfolie wurden auch die Abdeckbleche entfernt, wodurch ein überraschend sauber verarbeitetes und aufgeräumtes Inneres offenbar wurde.

IIHN-Waermepumpe-Innereien

Eine spannende Expedition in diese weitgereiste exotische Maschine stand bevor, um ihr auch noch die letzten Geheimnisse zu entreißen, die das in etwas gewöhnungsbedürftigem Englisch verfasste Handbuch noch nicht preisgegeben hatte. Besonders diese kryptische Schatzkarte, die sie im Handbuch gefunden hatten, sollte dabei den Weg weisen:

IIHN-Schatzkarte

Der unerschrockene Siedler bewaffnete sich mit festem Schuhwerk, Stirnlampe, Schraubenzieher, Fotoapparat und ausreichend Proviant, bevor er sich auf den Weg machte, um akribisch jeden noch so entlegenen Winkel zu erforschen und zu dokumentieren.

IIHN-Waermepumpe-E-Anschluesse

Irgendwer war besonders  an den elektrischen Anschlüssen interessiert. War es doch der Plan, einige der eingebauten Komponenten – z.B. den elektrischen Heizstab – über die Universalregelung UVR16x2 anzusteuern. Denn die im Handbuch beschriebene Regelungslogik entsprach – wie von einer ‚Dummen Wärmepumpe‘ auch nicht anders zu erwarten – noch nicht ganz seinen Vorstellungen.

IIHN-Kabelbeschriftungen

Es war fast enttäuschend. Noch vor der ersten Übernachtung in der Wärmepumpe, ja sogar noch bevor das erste Proviant-Paket geknackt werden musste, war die Expedition auch schon wieder zu Ende. Alle offenen Rätsel waren gelöst. Denn sämtliche Kabel und Anschlüsse waren von einem Spielverderber mit Wegweisern beschriftet worden, die genau der Schatzkarte entsprachen.

Jetzt war Irgendwer wieder am Zug, um die ‚Dumme Wärmepumpe‘ in die Regelungslogik der UVR16x2 einzubinden. Aber auch das hatte er schon im Vorfeld ausgetüftelt und die Umsetzung war nur noch Formsache …

IIHN-UVR16x2-Regelungslogik

Bewusstseinsebenen einer Simulation

Kürzlich wurde hier eine Weissagung des Orkrakels präsentiert …

… mit einer eher spröden und trockenen Beschreibung technischer Fakten. Nachdem sich dieses Siedlerblog immer noch in der Sommerphase befindet, soll es jetzt um den philosophisch-spirituellen Überbau dazu gehen.

Das Orkrakel operiert auf unterschiedlichen Bewusstseinsebenen – und deren exponentiell ansteigende Komplexität müssen dem Simulator immer bewusst sein.

Auf der untersten Ebene geht um das, was die Siedler einmal gelernt haben: Physik. Hier werden Temperaturwellen im Boden berechnet und das Orkrakel führt penibel Buch über diverse Energieströme und Energiespeicher. Es geht also darum, wie ‚die Natur‘ in Folge unumstößlicher Gesetzmäßigkeiten reagiert: Temperaturdifferenzen erzeugen Wärmeströme, umverteilte Energien ändern Temperaturen im Tanks, und die Leistungszahl der Wärmepumpe folgt den Grundsätzen der Thermodynamik. Hier hat die Orakelkrake eigentlich alles unter Kontrolle – was uns gleich zur nächsten Ebene bringt …

… hat doch das Orkrakel auch die Aufgabe, dem Wirken der Universalregelung gerecht zu werden. Man könnte meinen, das sollte die Krake im kleinen Tentakel haben – ist ja eh alles Programm-Code. Was die theoretische Intention der Regelung betrifft, stimmt das auch irgendwie. Aber das Orkrakel muss Annahmen über diverse, scheinbar harmlose Regelparameter machen – deren kleinste Änderung sich fatal auswirken können. Um das mit einer lebensnahen Analogie zu verdeutlichen: Wie in den modernen Theorien der Grundlagenphysik hat man so viele Parameter, an denen man schrauben kann, so dass man praktisch alles erklären kann. Man braucht z.B. nur ein klein wenig an den Hystereseeinstellungen für das Aufheizen des Hygienespeichers zu drehen, um die Arbeitszahl auf eine Art zu beeinflussen, die Vieles in den Schatten stellt, was die Ebene ‚Physik‘ an unsicheren Parametern zu bieten hat.

Zusätzlich hat so eine Regelung ja selbst verschiedene Bewusstseinsebenen – oft Benutzer und Experte genannt. Letztere ist eine Art Pseudo-Schutz, der den Inhaber der Regelung mit komplexen Passwörtern wie 0000 zumindest vor sich selbst / vor den Konsequenzen des reflexartigen Irgendwo-Hinklickens schützt. Auf der Benutzerebene gibt es aber kein Halten: Hier darf man sich austoben, was beispielsweise die persönlichen Temperaturbedürfnisse betrifft – die das Orkrakel natürlich nicht vorausahnen kann, ebensowenig wie das vor allem in der Übergangszeit beliebte manuelle Hineinregeln.

[Lebensform in meinem Haus] stellt immer auf ‚Sonne‘. Können Sie was machen, dass sich dann gar nichts ändert?

Und damit sind wir eigentlich schon an der Spitze der Pyramide angelangt – beim heiligen Gral der Simulationskunst:

Es geht um die alte Frage: Wie nutzen (menschliche) Lebensformen ein Heizungssystem?

Duschen Sie beispielsweise auf elementare Art – auch um 03:00 früh? Und muss das elementare Duscherlebnis auch für 10 Gäste in Serie gewährleistet werden – am Morgen nach der kältesten Silvesternacht seit 100 Jahren? Ereignisse wie diese könnte man noch als ein klassisches und seltenes first world problem abtun – und natürlich werden die zukünftig so intelligenten smarten Systeme aufgrund der Facebook-Postings der Partygäste diesen Bedarf vorausahnen und entsprechend reagieren, den Speicher mittels Notheizung auf 90°C aufheizen und vorher per Smartphone-App über die drohende Arbeitszahl-Katastrophe informieren.

Interessanter sind da eigentlich die langfristigen Prognosen über das Siedlerverhalten. Kann die künstliche Intelligenz auch aufgrund genetischer Daten (aus der Cloud des Gesundheitsministeriums) ableiten, wie die Nachkommen die Siedlerhütte nutzen werden?

Angesichts von all dessen fühlt sich so ein kleines Orkrakel schnell überfordert. Es bleibt da doch lieber bei seinem konservativen Ansatz, prinzipiell einen Worst-Case-Winter zu simulieren und im Zweifelsfall dann auf die Intelligenz der Lebensformen zu setzen (im Sinne von Hausverstand) nach dem Motto: Wenn der Jahrhundertwinter kommt, dann warte ich vielleicht die 20 Minuten bis das Wasser wieder warm ist.