Independence Day

Es war am 26. Februar 2017, als jene historischen Worte unter dem Betreff ‚Independence Day‘ mittels elektronischer Post bis nach Pannonien gelangt waren:

„… Wir feiern den Anschluss der Hausheizung. Die Gasuhr steht 🙂 …“

‚Hinter den Deichen‘ war eine neue Ära angebrochen! Aber alles der Reihe nach. Eine Eisspeicher-Chronologie im Originalton:

07.01.2016: [Die Anfrage war schon einmal vielversprechend]:

„… Hallo Forscher im weiten pannonischen Süden. Irgendwas im hohen Norden hinter den Deichen, wo das Elend so groß ist, das selbst die Möwen rückwärts fliegen, damit sie das Elend nicht sehen müssen, sagt mir, dass ich von Irgendwem einmal Checklisten anfordern sollte …“

27.01.2016: [Bestandsaufnahme. Die Rüsselpest und ein Delirium bringen das Projekt fast zum Scheitern, bevor es begonnen hat]:

“ … Werde nun meine Hausaufgaben abarbeiten. Hier ist leider die Rüsselpest ausgebrochen. 1640, als die Pest nach London kam, hatte das ja den „Newton-Effekt“. Ein noch wenig erforschter Effekt, bei dem ein kluger Mensch von der Stadt aufs Land zieht um so wenig wie möglich anderen Menschen zu begegnen. In dem dann zwangsläufig entstehenden Kommunikationsvakuum steigt die Wahrscheinlichkeit sprunghaft, wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen …“

14.03.2016: [Detailplanung für den Eisspeicher]:

„… Den Tiefbauer für mein Mausoleum habe ich schon …“

21.03.2016: [Go!]:

„… Es geht in der letzten Aprilwoche los. In 3 Tagen will der Tiefbauer ca. 60 m³ Erde aus dem Garten schaffen … Nebenbei habe ich ein PV-Projekt angeschoben. Schließlich bin ich nun auf der Suche nach Strom …“

29.04.2016: [Es geht voran]:

“ … Die Solarmodule sind auf dem Dach. Der Eisspeicher ist immer noch virtuell. Dafür ist die Baugrube aber schon real. Anfang der Woche wird die Bodenplatte von uns gegossen. Danach geht es Stein für Stein in Richtung Sonne …“

ID-Bagger

23.05.2016: [Abenteuerurlaub]:

“ … Ich hatte Arbeitsurlaub 🙂 Der Speicher ist jetzt auf Sollhöhe 2.20 m.  Jetzt lassen wir das Ganze erst mal schön aushärten … „

08.06.2016: [Opa ist ein alter Fuchs im Baugewerbe]:

“ … Die Hohlkehle innen unten ist fertig. Jetzt kommt noch eine Zementschlämme mit Wasserglas und dann planen wir einen Bitumen-Kaltanstrich von innen, in der Hoffnung dass das Wasser auch da bleibt wo es sein soll …“

ID-Eisspeicher

22.08.2016: [Meilenstein Eisspeicher und erste Erfolge als Kraftwerksbauer]:

“ … Decke auf dem neuen Eisspeicher ist fertig und das Ganze ist jetzt schön ausgehärtet … Da kann ein Panzer drüber fahren … Seit die Photovoltaik-Anlage läuft sind wir stromautark. Na ja, im Sommer keine Kunst. Der Tesla-Speicher rettet uns locker über die Nacht …“

22.08.2016: [Ästhetik ist im Heizungskeller zweitrangig]:

„… Da der alte Kessel einfach dort stehen bleiben soll, wo er ist, wird das hinterher aussehen wie eine Molkerei (viele Rohre) 🙂 Aber ich wohne ja nicht im Keller …“

31.08.2016: [Beschaffung Wärmetauscher/Kollektor]:

„… die gemeine schwarze, von Luft und Sonne lebende, Zaunanakonda hat so ihre Tücken 😉 …“

14.09.2016: [Eine Herausforderung: Wie bringt man einen 1000 Liter Hygienespeicher in den Heizungskeller]:

“ … z.Z. prüfen wir gerade in einem interdisziplinären Arbeitskreis mit Hilfe einer aufwendigen 3D-Simulation, ob wir den Kessel nicht doch die Treppe runter und in den Keller bekommen (also kein Kellerwanddurchbruch). Motto in Deutschland: Wenn Du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis 😉 …“

[Ein Kindheitstraum wird wahr]:

„… Am Wochenende will ich den Graben vom Keller zum Eis-Speicher mit einem Minibagger ziehen, endlich kann ich auch mal Bagger fahren 😉 …“

[Aber bring bitte vorher deine Familie in Sicherheit!].

ID-I-Diagramm

21.09.2016: [Verrohrungsdetails Heizungskeller – ’spannende‘ I-Diagramme]:

“ … Ah spannend, Deine I-Diagramme sind echt gut. Hast Du Dir die Icon-Sprache schon patentieren lassen? …“

29.09.2016: [Fortschritte in der Schlangengrube]:

“ … Bin jetzt mit dem Wärmetauscher fast durch. Die Schläuche und Kabel sind vom Heizkeller zum Eisspeicher verlegt und der Graben ist wieder zu. Der Keller ist wieder zu gemauert (wir sind doch durch die Wand). Die WP und der Kessel sind im Keller …“

ID-Wärmetauscher

03.011.2016: [Die Arbeit hält einen von der Arbeit ab]:

“ … Ich brauche immer etwas länger. Muss ja nebenbei arbeiten gehen 😊. Aber der Bau vom Kollektor hat Spaß gemacht … Wir schließen jetzt die Außenarbeiten ab und basteln dann im Keller weiter 😊 …“

ID-Kollektor

30.11.2016: [Reglerkomponenten]:

„…Das Paket ist angekommen. Ist ein bisschen wie Weihnachten 😉 …“

[Die Weisheit des Alters kommt zu spät]:

„… BTW Opa meint, den 1. Eisspeicher baut man für seinen Feind, den 2. für seinen Freund und erst den 3. für sich selbst. Scheint so, dass er Recht hat … jedenfalls was die Erfahrung anbelangt …“

13.12.2016: [Beim Verkabeln der Regelung wird streng nach Norm vorgegangen]:

„… Habe erstmal nach der „strengen“ Industrienorm „Open Free Scale“ im Keller alles wild verdrahtet, um Ergebnisse zu haben. Winsol ist auch bereits am tun. Cool…“

ID-OpenFreeScale

[Unerklärliche (?) Temperaturabweichung der Eisspeichersensoren]:

„… Wir sind gerade beim Auffüllen des Eisspeichers (ca. bei 30 m³). Interessanterweise sind wir dabei auf eine alle 133,33 Jahre auftretende mysteriöse Temperaturanomalie gestoßen. Oder es haben sich ein paar Erdstrahlen verfangen …“

[Zeitgerechte Öffentlichkeitsarbeit]:

„… aber ich prahle hier schon mal mächtig vor den Kollegen 😉 …“

03.01.2017: [Letzte Vorbereitungen]:

„… Habe über Weihnachten den Keller aufgeräumt und die Anlage an ihren endgültigen Platz verbaut … Also eigentlich müsste ich am Start sein. 🙂 … Das Unternet will ich auch wieder einbinden …“

09.01.2017: [Wärmepumpen-Test]:

“ … so, gestern am 08.01.2017 haben wir unseren ersten Test der WP durchgeführt. Wir haben uns im Anschluss einen Whisky mehr gegönnt (als sonst). Schließlich haben wir vor 1 Jahr mit den Planungen angefangen …“

ID-ErsterWPTest

18.01.2017: [Rüsselpest & Delirium 2]:

“ … Ich pflege gerade meine alljährliche Rüsselpest (zu wenig Eisbaden, aber das kann ja noch kommen, ist ja jetzt gleich um die Ecke) … Habe dann versucht, Hausaufgaben zu machen. Nachdem ich jetzt den Grundkurs in Quantengravitation durch habe und im letzten Kapitel stand, Thermodynamik sei weitestgehend noch unverstanden, und im Grunde ist das relativ, bin ich wieder etwas ruhiger geworden … „

06.02.2017: [Schrittweiser Umstieg]:

„… Ich habe jetzt seit 2 Tagen das Hygienewasser am Laufen. Als nächstes gehen wir an die Einbindung der Heizung ran …“

15.02.2017: [Ein falsch konfigurierter Sensor wird entlarvt]:

„… Die aktuellen Messwerte bestätigen die Hypothese Deines Wissenschaftsoffiziers. Der Controller meldet jetzt ca. 3800 l/h … Aber cool, dass Ihr auf Eurem Holodeck so eine gute Arbeitsmoral habt …“

[Wenn die Sonne scheint]:

“ … Ansonsten sind wir hier gerade sehr zufrieden mit den energetischen Zuständen. 3 Tage Sonne satt, Strom umsonst für alles mit leichtem Überschuss, und der Eisspeicher ist auch wärmer als vorher. Ziemlich cool 😊 …“

26.02.2017: [Jener historische Moment]:

„… wir feiern den Anschluss der Hausheizung. Die Gasuhr steht 😊… Da wir ja nun im Hochenergie-Zeitalter angekommen sind, und daran denken, die Anlage auf eine Umlaufbahn zu schießen, hat Opa die WP schon mal Satelliten-startklar gemacht …“

ID-SatellitenWärmepumpe

27.02.2017: [Ein edler Tropfen zu einem würdigen Anlass]:

„… ein großes Dankeschön für die beste Projektleitung ever. 😊 Ich weiß nicht, welche Whisky-Sorte Du trinkst. Das ist jedenfalls ein Single Malt Speyside …“

ID-SigleMaltSpeyside

Die Bezwingung des K9

Das Ganze hatte relativ harmlos begonnen. Damals hatte Irgendwer folgendes Ereignis penibel im Anlagenlogbuch vermerkt:

„Logbucheintrag 30.11.2016 04:59: Wärmepumpe zeigt Störung HOCHDRUCK an. Keine Ursache / kein besonderer Temperaturverlauf erkennbar. Nach Reset der Wärmepumpe arbeitet diese wieder normal. – Ursache für die Hochdruckstörung vorerst unbekannt.“

Störmeldung: HOCHDRUCK bei der Stiebel-Eltron WPF-7-Basic

Störmeldung: HOCHDRUCK bei der Stiebel-Eltron WPF-7-Basic

Dieser Eintrag war schon fast wieder in Vergessenheit geraten. Bis es Irgendwem irgendwann mitten im kältesten Jänner seit 30 Jahren kurz nach dem Aufstehen etwas frisch in der Siedlerhütte vorkam.

Als er noch etwas schlaftrunken einer alten Gewohnheit folgend an den Heizkörper griff, war er plötzlich hellwach: KALT!!! – eine schlimme Vorahnung beschlich Irgendwen. Und so führte ihn sein erster Weg in den Maschinenraum, wo er feststellen musste, dass die Wärmepumpe mit einer trotzigen Störmeldung ihren Dienst versagt hatte:

Störmeldung: SCHÜTZ KLEBT bei der Stiebel-Eltron WPF-7-Basic

Störmeldung: SCHÜTZ KLEBT bei der Stiebel-Eltron WPF-7-Basic

„Logbucheintrag 14.01.2017 23:12: Fehlermeldung SCHÜTZ KLEBT. Laut Logging-Daten wurde ein Heizzyklus normal beendet. Danach ist die WP nicht mehr angelaufen. Nach Reset läuft die Wärmepumpe wieder normal.“

Die Hoffnung, dass sich die Wärmepumpe wie vor fast zwei Monaten nur ‚verschluckt‘ hatte und ein Reset das Problem lösen würde, zerschlug sich leider nur wenige Stunden später mit einem erneuten ‚SCHÜTZ KLEBT‘.

So bewaffnete sich Irgendwer mit Schraubenzieher und Taschenlampe und unternahm eine Expedition in die Wärmepumpe. Neben den Schützen K1 und K2, die zumindest während seiner Beobachtungen sauber zu schalten schienen, erweckten eher die filigranen, aufgesteckten Hilfskontakte seinen Argwohn.

Schütz K1 und K2 in der WPF-7-Basic

Im Kabel-Dschungel machte Irgendwer diese Verdächtigen aus: Schütze K1 und K2 und die beiden aufgesteckten Hilfskontakte, die der Regelung den Schaltzustand der Schütze signalisierten.

Und während er noch überlegte, ob er nur die Hilfskontakte oder gleich die Schützen austauschen sollte, verwirrte ihn die Wärmepumpe vollends mit einer weiteren Störmeldung ‚HOCHDRUCK‘. Auch dieses Mal war diese Störung beim besten Willen nicht mit einer Überhitzung des Verflüssigers der Wärmepumpe in Zusammenhang zu bringen.

Was war denn plötzlich in die Wärmepumpe gefahren, dass sie scheinbar zusammenhanglose Fehlermeldungen produzierte, dann aber wieder einen halben Tag vollkommen normal funktionierte?!

Irgendwessen Verdacht, dass der ‚el(k)ementare‘ Hackerangriff auf die Wärmepumpe die ‚Aussetzer‘ der Wärmepumpenregelung verursacht haben könnten, waren vom Wissenschaftsoffizier zunächst vehement bestritten und kurz danach auch experimentell widerlegt worden.

So wurde es nun höchste Zeit, den Stiebel-Eltron Kundendienst mit diesem Verhalten zu konfrontieren! Nachdem er dessen erste Verteidigungslinie überwunden hatte, meldete sich ein Techniker, der die WPF-Basic in- und auswendig zu kennen schien. Dieser stellte einige sehr präzise Fragen über das Alter der Wärmepumpe und die Farbe (!?) der eingebauten Relais.

k9-relais-k9

Das schwarze(!) Relais K9, das sich in der hintersten Ecke des Schaltfeldes unter einem Gedärm aus Drähten verbarg, schien in der ganzen Affäre eine wesentliche Rolle zu spielen …

Nach einer kurzen Fachsimpelei war der Lösungsvorschlag des Technikers eindeutig. Dieser hörte sich im vertrauten oberösterreichischen Idiom ungefähr so an:

„Des schwoaze K9-Relais gheat tauscht! Gaunz hinten am Schoitföd. Weu des hängt do ois zaum, de Hüfskontakte von de Schütz und da Hochdruckwächta!“

Und so machte sich Irgendwer umgehend auf die Suche nach einem Ersatz für das Relais K9. Aber bis der geliefert und auch eingebaut war, galt es noch einige Tage zu überstehen, in denen die Wärmepumpe zu allen Tages- und Nachtzeiten eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderte.

k9-onlineschema-handy

Mit dem Online-Schema auf seinem Smartphone hatte Irgendwer die Anlage immer im Blickfeld, um sofort auf Störungen reagieren zu können …

Denn wie zwei Lausbuben wechselten sich die Störmeldungen ‚SCHÜTZ KLEBT‘ und ‚HOCHDRUCK‘ ab. Scheinbar nur um Irgendwen auf Trab zu halten, der mehrmals täglich  brav in den Maschinenraum trabte, um einen Reset der Wärmepumpe durchzuführen.

Endlich war das heiß ersehnte Paket eingetroffen. Mit dem neuen, weißen 😉 Relais.

Finder 66.82.8.230.0000

Schließlich war das neue Relais K9 in die Wärmepumpe eingebaut.

Und tatsächlich: nach dem Einbau der Ersatz-Relais war der Spuk genauso schnell wieder vorüber, wie er begonnen hatte…

Endlich! Der Blubber.

Der metrische Sensor zur visuellen Erfassung des Füllstandes im Eisspeicher von LEO_2 war eine Innovation der ersten Stunde gewesen. – Einfach, robust, verlässlich und unschlagbar günstig!

blubber-metrischer-fuellstandsmesser

Der Klassiker unter den Füllstandsmessern …

Er hatte nur einen entscheidenden Nachteil: Das technische Personal – also Irgendwer – musste zur Erfassung des Füllstandes direkt vor Ort sein – also am Einstieg zum Eisspeicher. Und das natürlich genau zu jenen Zeiten, zu denen sich Eis im Eisspeicher bildete.

Über die nun doch schon einige Jahre dauernde Beobachtungsphase hatte sich inzwischen herausgestellt, dass die Phasen mit Eisbildung ziemlich gut mit widrigen äußeren Wetterbedingungen im Zusammenhang standen. Das wiederum bedeutete, dass Irgendwer regelmäßig seinen Hintern aus der warmen Stube in die unwirtliche Kälte des pannonischen Winters hinausbewegen musste, um diesen entscheidenden Messpunkt einzusammeln.

Und so, wie immer Mangel und Not die besten Innovationen hervorbringen, war es auch diesmal. Es war allerdings ein langer und steiniger Weg gewesen, bis Irgendwessen Forschungen im Bereich der Füllstandsmessung die gewünschten Ergebnisse gezeitigt hatten.

blubber-vorgaenger

Die Entwicklung der Füllstandsmessung hatte einige Prototypen hervorgebracht, bevor mit dem Blubber der Schritt von der diskreten Niveau-Überwachung zur kontinuierlichen Messung des Wasserstands im Eisspeicher gelungen war.

Wollte Irgendwer doch die Änderung des Wasserspiegels mit einer Auflösung von 1 mm messen, was einer Änderung des Eisvolumens von ca. 0,15 m3 entsprach. Und das in einem Eisspeicher, in dem man darauf achten musste, dass die Füllstandsmessung nicht einfror oder durch Eis verfälscht wurde. Außerdem wollte er diesen Sensor natürlich an seine Universalregelung anschließen, um den kontinuierlichen Verlauf des Füllstandes zu erfassen und bei Bedarf auch (regeltechnisch) darauf reagieren zu können.

Und so war er nach langem Tüfteln schließlich auf den ‚Blubber‘ gekommen, wie er ihn liebevoll nannte. Mit einer Belüftungspumpe, wie sie auch gerne für Teiche oder Aquarien verwendet wird, blies er Luft über ein Messrohr in den Eisspeicher ein. Wie der Physiker weiß, steigt der dafür notwendige Druck linear mit der Höhe des Wasserspiegels.

blubber-messrohr-3

Der ‚Blubber‘ in Aktion …

Für die Messung, und Aufzeichnung dieses Drucksignals sowie für die Umsetzung von ‚Druck‘ in ‚Wasserstand‘ und ‚Eisvolumen‘, fand er alle notwendigen Funktionen in seinem neuen Spielzeug, der UVR16x2, sodass er schließlich Wasserstand und Eisvolumen brandaktuell im Onlineschema darstellen konnte.

blubber-onlineschema

Der relative Wasserstand zum Soll-Füllstand (h.rel) und das Eisvolumen (V.Eis) waren dank ‚Blubber‘ nun aktuell im Online-Schema ablesbar …

Wenn es draußen stürmt und schneit, bin ich zum Messen stets bereit!‚ dachte sich Irgendwer, der damit – nachdem das El(k)ement die Wärmepumpe gehackt hatte –  nun auch den letzten Messpunkt in die automatische Datenerfassung integriert hatte.

Und ganz nebenbei glaubte irgendwer, mit dem ‚Blubber‘ auch das Problem der potentiellen Sensor-Vereisung gelöst zu haben. Die Nagelprobe stand mit der beginnenden ‚Eisperiode‘ unmittelbar bevor…

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Fortsetzung – der Bericht nach dem Ende der Eisperiode: Der Blubber: An der Klippe

Gönnen wir dem CMI sein eigenes Netz!

oder:

Wie Irgendwessen Problem gelöst wurde, weil das elkement gerne schnüffelt, was die ‚Dinge‘ so machen im Internet of Things.

Irgendwer stand vor einer besonderen Herausforderung: Der Chefingenieur und Regler-Freak hatte das ideale Plätzchen gefunden: Genügend Platz und Ruhe, um UVR16x2, CMI & Co für seine Projekte aufbauen, verkabeln und testen zu können. Fast ideal, wenn man es genau nahm. Denn die Siedler hatten diesem Plätzchen kein LAN gegönnt. Das CMI  – das Control and Monitoring Interface, also das ‚Ethernet-Gateway‘ des Reglers – konnte nicht angeschlossen werden. Damit wäre Irgendwer zurück in die Steinzeit des SD-Karten-Hin-und-Hertragens geworfen worden.

Aber ‚glücklicherweise‘ legten gerade einige ganz besonders fiese Kameras und Videorekorder das halbe Internet lahm – und das elkement erinnerte sich dadurch an eine bereits einmal hier publizierte Anleitung zum Thema: Wie kann man als normaler Windows-Benutzer ohne Hackererfahrung herausfinden, welche Botschaften diese (bösen?) Dinge in die Welt senden und empfangen?

Hier wurde ein von Profis oft belächeltes Feature von Windows genutzt – die so genannte Internetverbindungsfreigabe: Ein normaler Windows-PC kann damit in einen Router verwandelt werden: Der PC verbindet sich wie immer per WLAN ins lokale Siedlernetzwerk – und damit ins Internet. Das ‚Ding‘ wird mit den LAN-Anschluss des PC verbunden und kann die ‚freigebene‘ Internetverbindung nutzen. Nachdem der PC jetzt höchspersönlich alle Netzwerkpakete des Dinges weiterreicht, kann der investigative Benutzer diese auch mit Sniffer-Software auf diesem PC untersuchen.

Aber eigentlich kann man diese Funktion ja einfach so verwenden, wie sie vielleicht gedacht war: Einem WLAN-unfähigen Ding wird eine Brücke ins Internet gebaut.

Aus Klimaschutzgründen wurde natürlich ein ausrangiertes Testnotebook verwendet, dem so ein zweites Leben als wichtiger Router ermöglicht wurde.

Die folgende Grafik zeigt die ‚Netzwerkarchitektur‘:

Netzwerk zum Testen eines CMI mit Regler UVR16x2 in seinem eigenen Subnetz

Der Ethernetanschluss des Laptop-Routers wird von Windows mit der IP-Adresse 192.168.137.1 konfiguriert, sobald die Internetfreigabe aktiviert wurde. Dieser Computer wird zum DHCP-Server und weist dem dem ‚Ding‘ eine dynamische IP-Adresse aus demselben Netzwerk zu, z.B. 192.168.137.2. Der WLAN-Adapter erhält eine Adresse aus dem sonst verwendeten ‚Office‘-Netzwerk (oft: 192.168.0.x)

Für Details zu den Einstellungen am PC siehe den früheren Artikel über das Internet der Dinge. Unter Windows 10 muss/kann jetzt auch die Netzwerkverbindung nicht mehr ausgewählt werden, auf der das Ding sitzt. Kleiner Tipp, bestätigt durch die bewährte Methode ‚Googlen in Foren‘: Wenn unter Windows 10 die Internetverbindungsfreigabe nach einem Neustart nicht mehr funktioniert, muss sie nochmals in den Eigenschaften des WLAN-Adapters deaktiviert und wieder aktiviert werden.

Wie früher schon berichtet wurde, kann so eine Kaskade von Netzwerken auch sinnvoll sein, um ein sensibles Ding (wie den Logger BL-NET) vor einem besonders gesprächigen Ding (IP-TV) zu schützen.

Irgendwer konnte somit wahlweise über das Router-Notebook lokal auf das CMI zugreifen oder über das Internet, also sozusagen bei der Türe raus und beim Fenster wieder rein. Da man vom lokalen ‚Office‘-Netzwerk gar nicht direkt lokal auf das CMI kommt (sondern nur über die ‚Cloud‘), ist das auch halbwegs realistischer Test der späteren Fernwartung über das Internet.

Die Reglerprogrammierung ging damit eigentlich fast schneller als das Aufräumen des Spielplatzes Arbeitsplatzes danach:

irgendein-stilles-plaetzchen-unaufgeraeumt

Die UVR16x2. Und ihr soziales Umfeld.

Kaum zu glauben. Es ist jetzt auch schon wieder fast 2 Jahre her, seit die UVR16x2 der Technischen Alternative das Licht der Welt erblickt hatte und in seiner Urversion ausgeliefert worden war.

Auch wenn Irgendwer gewusst hatte, dass die ’neue UVR‘ zu diesem Zeitpunkt noch nicht ‚ganz fertig‘ gewesen war, hatten sich doch der Spieltrieb und der Forscherdrang hinterlistig gegen die Vernunft verbündet und nach einem kurzen Widerstreit die Oberhand gewonnen. Sodass die UVR16x2 bald darauf im Maschinenraum der Siedler – so wie ihre älteren Schwester UVR1611 – einen festen Platz auf einem hübschen Holzbrettchen gefunden hatte…

UVR16x2-am Brettchen

Die UVR16x2 am rechten Brettchen und ihre ältere Schwester die UVR1611 (links).

Irgendwen hatte von Beginn an die konsequente Philosophie der TA begeistert, die sich im herben Charm des Designs, der lieb gewonnenen Logik der Bedienoberfläche und der klassischen Stift-Bedienung des Touch Screens widerspiegelte. Er war fast enttäuscht, als er das erste Mal den Regler-Teil aus seinem Sockel zog und sich dieser problemlos(!) ohne minutenlangem Rütteln und Zerren (wie bei der 1611) entfernen ließ.

UVR16x2-Aus-dem-Gehäuse-nehmen

Unglaublich! Ohne Spezialwerkzeug mit bloßen Händen ließ sich die UVR16x2 vom Sockel abziehen und aus dem Gehäuse nehmen …

Ja, in einer modernen Welt muss man auch lernen, sich von lieb gewonnenen Gewohnheiten zu verabschieden. 😉

Am Anfang war die UVR16x2 – was will man von einem Teenager erwarten – noch etwas unreif und bockig gewesen. Und die Kommunikation mit ihrem sozialen Umfeld, wie etwa dem CMI, hatte sie konsequent verweigert. Daher konnte sie von Irgendwem nur mit unkritischen Mess- und Regelungsaufgaben betraut werden und war lange Zeit zu einem Schattendasein verurteilt.

Aber glücklicherweise war sie – ebenso wie ihr soziales Umfeld – lernfähig. Eine Reihe von ‚Firmware- und Software-Upgrades‘ waren notwendig, bis sie alle sozialen Umgangsformen beherrschte, die für die Steuerung von LEO_2 unverzichtbar waren:

TAPPS2

Das begann mit der Programmierung der UVR16x2 in TAPPS2. Es gab eine Reihe überarbeiteter und neuer, interessanter Funktionsbausteine, wie z.B. eine ‚Kennlinienfunktion‘ oder das unscheinbare ‚Sample&Hold‘, die sich beide für die Forschung der Siedler noch als echte Bereicherung herausstellen sollten. Aber es war vor allem die von der UVR1611 bekannte Konfiguration des Datenloggings, die Irgendwer für die UVR16x2 am Anfang vergeblich in TAPPS2  gesucht hatte.

Aber nachdem sich Irgendwer etwas in Geduld geübt hatte, war er für das anfängliche Fehlen inzwischen mit deutlich umfangreicheren Konfigurationsmöglichkeiten für das Datenlogging entschädigt worden. Viele Funktionsparameter waren nun als ‚Ausgangsvariable‘ der jeweiligen Funktionsbausteine und damit für das Logging verfügbar geworden.

UVR16x2-Datenlogging

Die ‚Ausgangsvariablen‘ und damit die verfügbaren Parameter für das Datenlogging waren für die UVR16x2 deutlich umfangreicher geworden. Die besten Voraussetzungen um die Anlage eingehend zu analysieren …

C.M.I.

Abgeschnitten vom CMI (und damit vom Internet) hatte die UVR16x2 auf ihrem Holzbrettchen lange Zeit ein einsames Dasein fristen müssen, hätte sie nicht Irgendwer zu regelmäßigen Firmware-Updates besucht. Diese mussten – wie in alten Zeiten – auf einer SD-Karte zwischen PC und UVR hin und her transportiert werden.

UVR16x2-SD-Karte

Firmware-Update mittels altertümlichem Datentransport …

Aber inzwischen hatte auch die Kommunikation mit dem CMI ein Niveau erreicht, das (fast) keine Wünsche mehr offen ließ: Irgendwer musste seine Kommandozentrale nicht mehr verlassen, um die UVR16x2 zu bedienen …

UVR16x2-CMI-Fernbedienung

Über das CMI -Webinterface ließ sich die UVR16x2 vollständig fernbedienen.

oder Updates von Firmware und Funktionsdaten einzuspielen …

UVR16x2-CMI-Datenverwaltung

In der ‚Datenverwaltung‘ des CMI-Webinterfaces war es nun möglich, Updates für Firmware und Funktionsdaten mittels ‚Drag & Drop‘ auf die UVR16x2 zu übertragen.

TA-Designer

Kein LEO_2 ohne Online-Schema. Aber auch die Erstellung eines solchen war zu den Anfängen von der UVR16x2 noch nicht möglich gewesen.

Aber die Zeit heilt ja bekanntlich alle Wunden. Inzwischen verstand der TA-Designer auch die Funktionsdaten der UVR16x2, womit Irgendwessen Anforderungen an die Gestaltung eines vernünftiges Onlineschemas mehr als erfüllt wurden.

UVR16x2-TA-Designer

Umfangreiche Möglichkeiten bei der Gestaltung eines Online-Schemas im TA-Designer.

Und ein kleines aber wichtiges Detail gefiel Irgendwem beim TA-Designer besonders gut: Er war sehr häufig ‚Erfolgreich‘!

UVR16x2-Erfolgreich

Herbstliche Gewohnheiten

Ein außergewöhnlicher Sommer ging zu Ende und der Herbst begann, seine Finger nach z-village auszustrecken.

z-village-herbst

Und jeder begann sich auf seine Weise auf den Winter vorzubereiten. Während die einen ausreichend Holz oder andere Brennstoffe einlagerten …

holzhaufen

… musste Irgendwer LEO_2 fit für den Winter machen.

LEO_2 war ja den ganzen Sommer über für die Warmwasserbereitung und den passiven Kühlbetrieb gelaufen und damit praktisch einsatzbereit. Die ‚jährliche Wartung‘ war daher schnell erledigt. Er prüfte nur

  • den Soledruck
  • den Wasserstand im Eisspeicher
LEO_2-Online-Schema

Ein Blick auf das Online-Schema reichte, um den Soledruck zu prüfen. Auch ein Niveau-Sensor, den Irgendwer inzwischen in den Eisspeicher eingebaut hatte, zeigte ihm an, ob der minimale bzw. maximale Wasserstand im Eisspeicher erreicht waren.

Obwohl irgendwer viele Messwerte inzwischen am Bildschirm ablesen konnte, genehmigte er sich trotzdem einen kleinen Rundgang und warf einen Blick auf den Kollektor, einen weiteren in den Eisspeicher und schaute, ob sonst mit LEO_2 alles in Ordnung war…

Den Sole-Frostschutz hatte er erst voriges Jahr mit dem Refraktometer gemessen, das konnte er sich heuer getrost sparen.

Dann machte er sich, wie es ihm Anfang September inzwischen zur Gewohnheit geworden war, an die Umstellung auf ‚Winterbetrieb‘. Dazu musste er ganze zwei Regelparameter umstellen:

  • Maximale Eisspeichertemperatur: diese hatte er für den Kühlbetrieb im Sommer auf einen niedrigen Wert belassen, damit bei niedrigen Außentemperaturen der Tank über den Kollektor gekühlt wurde. Nun stellte er diesen Wert wieder auf den maximalen (durch die Einsatzgrenze der Wärmepumpe limitierten) Wert von 20°C. Damit sollte der Eisspeicher und das umgebende Erdreich durch die Herbstsonne noch einmal richtig auf Temperatur gebracht – also ‚aufgeladen‘ – werden.
  • Grenztemperatur für die passive Kühlung: Diese hatte er im Sommer so eingestellt, dass ab 24°C Raumtemperatur die passive Raumkühlung einsetzte. Da er nicht wollte, dass auch im Winter gekühlt wurde, wenn er hin- und wieder einmal den Bullerjan anfeuerte, stellte er diesen Parameter auf einen hohen Wert.

Damit waren seine Heizungs-Vorbereitungen für den Winter erledigt und es blieb ihm genügend Zeit um einer weiteren liebgewordenen Gewohnheit nachzugehen, bevor die neue Heizsaison richtig begann: nämlich der Jahresauswertung der Anlagendaten…

2015-09-20-Leistungsdaten_LEO_2

Weitere Informationen: Messdaten LEO_2: Jahres- und Monatsübersichten für die Periode 2014/2015.

Hundstage

Jetzt war es amtlich. Pannonien und Umgebung hatte soeben den wärmsten Juli der Messgeschichte erlebt. Eine besondere Herausforderung waren die teilweise extrem warmen Nächte gewesen, in denen die Temperaturen kaum unter 25°C gesunken waren.

Hundstage

Hundstage …

Bei diesen tropischen Bedingungen, war es eine Wohltat auf die passive Kühlung von LEO_2 zurückgreifen zu können. Nur so war es Irgendwem gelungen, die Raumtemperatur in der Siedlerhütte auf einem erträglichen Niveau zu halten.

Mit den Erfahrungen der letzten Jahre hatte Irgendwer seine Kühlstrategie weiter verfeinert:

Eisspeichertemperatur. Dieses Jahr hatte er die Erwärmung des Eisspeichers nach der Eisperiode bereits Anfang April bei 8°C gestoppt. Seit Anfang Mai war der Kollektor praktisch arbeitslos und wurde fallweise nur noch zur Kühlung des Eisspeichers eingesetzt – sofern die Außentemperaturen niedrig genug dafür waren.

Hundstage: Temperaturen & Arbeitszahl

Obwohl Irgendwer die Temperatur des Eisspeichers nach der Eisperiode auf 8°C bergrenzt hatte (roter Pfeil), war der Kühlvorrat nach 3 Hitzeperioden (grüne Pfeile) nun fast erschöpft. Dafür war aber – mit der schrittweisen Erwärmung des Eisspeichers – auch die Arbeitszahl wieder gestiegen.

Sein Kummer über die dadurch etwas geringere Arbeitszahl bei der Warmwasserbereitung war mit dem Fortschreiten des Jahres sehr rasch der Freude über den größeren Kühlvorrat gewichen. – Mehr noch, er hatte sich für das nächste Jahr schon vorgenommen, die Erwärmung des Eisspeichers nach dem Winter noch früher zu stoppen oder sogar etwas Eis übrig zu lassen …

Raumtemperatur. Da die Siedler sommerliche Raumtemperaturen bis zu 25°C noch als durchaus akzeptabel empfinden, hatten sie in der Regelung festgelegt, dass die Kühlung erst ab einer Raumtemperatur von 24°C aktiviert wurde. Das verhinderte einen unnötigen Verbrauch des Kühlvorrates, der dann dafür für die wirklich heißen Tage zur Verfügung stand.

Warmwasserbereitung. Die Zeitintervalle für die Warmwasserbereitung hatte Irgendwer inzwischen auf Zeiten mit ausreichender Sonnenstrahlung gelegt, womit er zwei Fliegen mit einer Klappe erschlug: (1) konnte der Photovoltaikstrom optimal ausgenutzt werden und (2) fiel die zusätzliche Kühlung durch die Wärmepumpe dann in die warme Tageszeit (genau dort wo sie auch gebraucht wurde).

Kühlstrategie

Die blaue Linie zeigt, mit welcher Leistung der Pufferspeicher (aus dem der Heiz-/Kühlkreis gespeist wird) gekühlt wird. Die passive Kühlung lieferte bei den Bedingungen am 21./22.07.2015 ca. 1 kW Kühlleistung wodurch der Anstieg der Raumtemperatur gebremst (aber nicht gestoppt) wurde. Wenn die Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung lief (blaue Pfeile) stieg die Kühlleistung auf ca. 4 kW. Für das tatsächliche Absenken der Raumtemperatur war das nächtliche Lüften zusätzlich zur passiven Kühlung aber unerlässlich.

Lüftung. Die nächtliche Lüftung war ein wesentlicher Bestandteil der Kühlstrategie. Sie entlastete die LEO_2-Kühlung, die während der Nacht per Zeitschaltuhr deaktiviert war, und schonte damit den Kühlvorrat.

Lüften während der Nacht

Kurz vor Sonnenaufgang war die Luft am kühlsten. Gleich nach dem Aufstehen wurden die Fenster geschlossen. Denn bereits um 8 Uhr betrug die Außentemperatur an manchen dieser Hundstage schon wieder um die 30°C.

Und die bei Tag aktivierten Schutzschilde waren ohnehin selbstverständlich …

Sonnenschutz bei Tag

Sonnenstrahlung: Was für die Photovoltaikanlage ein Segen war, war für das angenehme Raumklima im Sommer absolut kontraproduktiv. Daher war es unverzichtbar, die Schutzschilde (wie die Markisetten von den Siedlern genannt wurden) auszufahren.