Irgendwo im hohen Norden: Das Konzept

Und so trafen sie sich. Der unerschrockene Siedler aus dem hohen Norden und die Professionellen Tüftler aus Pannonien. Aber ob der großen Entfernung nicht ‚IRL‚, sondern in einem Online Meeting in der ‚Cloud‚.

Teamviewer

Wird gerne von den Siedlern für Online-Treffen verwendet: TeamViewer

Fragen zu LEO_2 wurden gestellt und beantwortet, Bilder und Pläne betrachtet, Ideen ausgetauscht und mögliche Szenarien skizziert.

Schließlich verständigte man sich, einen gemeinsamen Online-Speicher zum Austausch von Bildern, Plänen und sonstigen Informationen einzurichten.

Dropbox

Einer von vielen Onlinespeichern: Die Dropbox.

Damit waren alle Voraussetzungen gegeben, den ersten Schritt in einem LEO_2 Projekt in Angriff zu nehmen: Das Konzept.

Zuerst musste sich Irgendwer einen genauen Überblick über die örtlichen Gegebenheiten, den Heizwärmebedarf und sonstige spezielle Anforderungen verschaffen. Dazu hatte er eine ‚Checkliste für die Bestandsaufnahme‚ entworfen, die er mit den inzwischen bekannten Fakten ergänzte und dem Siedler im hohen Norden per elektronischer Post – quasi als Hausaufgabe – zustellte.

IIHN-Konzept-Bestandsaufnahme

Aber unerschrocken wie er war, machte sich der Siedler daran Punkt für Punkt zu beantworten und mit den Pannonischen Tüftlern per E-Mail abzuklären. Bald füllte sich der Onlinespeicher mit allen nötigen Plänen, Bildern und Informationen, sodass es nicht lange dauerte, bis auch das Konzept Form annahm und den Siedler aus dem hohen Norden per E-Mail erreichte.

Und während dieser Seite für Seite zuerst neugierig überflog und dann im Detail studierte, sah er LEO_2 schon förmlich vor seinem geistigen Auge entstehen.

IIHN-Konzept-3-Systemkonzept

Im Abschnitt ‚Systemkonzept‚ wurde beschrieben, wie LEO_2 grundsätzlich funktionierte und wie es konkret in seine Siedlerhütte eingebaut werden sollte. Es wurde greifbar, wie die einzelnen im Schema eingezeichneten Komponenten in seinem Fall aussehen und an welchen Stellen seiner Siedlerhütte bzw. seines Grundstückes sie aufgestellt und eingebaut werden könnten.

IIHN-Konzept-4-Lageplan und Leitungen

Im Abschnitt ‚Lageplan und Leitungen‚ waren alle hydraulischen und elektrischen Leitungen aufgelistet, die verlegt werden mussten. In den Lageplan eingezeichnet machten sie klar, wie bestehende Verrohrungen genutzt und wo neue Mauerdurchführungen geschaffen werden mussten. Auch nicht unwesentlich waren die notwendigen Anschlüsse, die im Heizraum geprüft und bei Bedarf ergänzt werden mussten.

IIHN-Konzept-5-Auslegung

Mit besonderer Spannung hatte er die Berechnungen zur Auslegung erwartet. Dort stand in harten Zahlen, ob und wie der Heizwärmebedarf mit der Größe seiner bestehenden Zisterne (dem zukünftigen Eisspeicher) gedeckt werden konnte und wie groß der Kollektor dafür sein musste.

IIHN-Konzept-6-Regelungskonzept

Auch der Regelung war ein Abschnitt gewidmet. Welche Regelungskomponenten und Sensoren waren nötig, um die Gesamtanlage zu steuern, die Fernwartung zu ermöglichen, die Wärmepumpe optimal einzubinden, sowie Anlagendaten in Echtzeit in einem Onlineschema anzuzeigen und deren zeitlichen Verlauf aufzuzeichnen.

IIHN-Konzept-7-Kostenübersicht

Die Kostenübersicht über die wesentlichen Anlagenkomponenten verschafften ihm einen realistischen Überblick über die zu erwartenden Investitionen…

IIHN-Konzept-8-AufgabenDetailplanung

… und die Aufgaben der Detailplanung / Ausführung über die weiteren Schritte, die ihn erwarteten.

Alles in allem war dieses Konzept eine perfekte Entscheidungsgrundlage, bevor er sich endgültig entschloss, das Projekt tatsächlich in Angriff zu nehmen.

Man traf sich in einem weiteren Online-Meeting und besprach die letzten Anmerkungen und Fragen. Und dann war es soweit: Die Detailplanung und der Bau von LEO_2 konnten beginnen…

Jenseits von Pannonien (4)

oder

A Tribute to Richard Feynman

Der geniale Physiker Richard Feynman – ein großes Vorbild von Irgendwem –  war unter anderem für seine ‚Feynman Diagramme‘ berühmt geworden, die erlauben, die Wechselwirkung zwischen Elementarteilchen zu berechnen.

Pinguindiagramm

Mit dem sogenannten ‚Pinguindiagramm‘ wird die Wechselwirkung zwischen Quarks dargestellt.

(Wem extrem langweilig ist, der kann dazu die entsprechenden Postings des Quanten-Elementes lesen.)

Eine Idee, die Irgendwer für den Bau des Wärmepumpensystems LEO_2 aufgegriffen, adaptiert und bis ins letzte Detail verfeinert hatte. Denn nur zu oft hatte er miterleben müssen, dass Installationsarbeiten verzögert wurden, weil ein bestimmtes ‚Teilchen‘, meistens ein passendes Rohrleitungs-Fitting, fehlte. Im günstigsten Fall wurden dann mehrere Fittings auf abenteuerliche Weise zusammengeschraubt, in ungünstigeren Fällen mussten mit einigen Stunden Verzögerung Teile ‚aus der Firma‘ besorgt werden, und im schlimmsten Fall musste etwas bestellt werden, das dann erst Tage später zur Verfügung stand.

Mit Irgendwessen Verrohrungsdiagrammen (kurz ‚I-Verrohrungsdiagramme‘) gehörte das der Vergangenheit an!

Irgendwessen Verrohrungsdiagramm

Dieses I-Verrohrungsdiagramm zeigt zum Beispiel den Austritt des Solekreises aus dem Eisspeicher mit Sicherheitsgruppe und Füllventilen). Unterschiedliche Dimensionen werden farblich dargestellt.

Diese stellten ein Hydraulikschema bis ins letzte Einzelteil zerlegt exakt dar. Jedes Fitting erhielt sein eigenes Symbol, das durch Farbe und Form charakterisiert wurde. So wurde aus einem Übergangsnippel 40/50mm x 1 1/2″ Aussengewinde ein simples Übergangsnippel 40/50 mm x 1 1/2" Außengewinde aus einer Reduziermuffe 1 1/4″ Innengewinde x 1″ Innengewinde ein Reduziermuffe 1 1/4" IG x 1" IG und eine Flachdichtende Verschraubung, 2fach Klebemuffe 40mm sah mit Flachdichtende Verschraubung 2fach Klebemuffe 40mm schon viel weniger furchterregend aus …

Freilich, einem Installateur durfte man so etwas nicht(!) zeigen. Irgendwer hatte das einmal aus Versehen gemacht. Alleine den Blick, den er damals geerntet hatte, würde er sein Leben lang nicht mehr vergessen. Wenn Blicke sprechen könnten, hätte dieser wahrscheinlich so etwas gesagt, wie:

„Wos hod denn dea g’raucht … ?!“

Und den Nobelpreis würde Irgendwer mit dieser Revolution der Verrohrungsplanung wahrscheinlich auch nicht gewinnen.

Aber für die individuelle Planung der Verrohrung von LEO_2 war es perfekt!  Wenn die Gegebenheiten und Abmessungen Vor-Ort nach einer ersten Besichtigung bekannt waren, konnten mit etwas räumlichem Vorstellungsvermögen die benötigten Teile ermittelt, kombiniert und optimiert werden.

So hatte das Irgendwer auch für den Solekreis in der Hütte des unerschrockenen Siedlers gemacht. Die Teile und Fittings für die Verrorhrung wurden gemäß Irgendwessen Verrohrungsdiagrammen geplant und bestellt. Verrohrungssegmente, die nicht von den örtlichen Naturmaßen abhängig waren wurden vormontiert und so auf die Baustelle geliefert.

Soleverrohrung-Vormontiert

Die Soleverrohrung wurde vormontiert auf die Baustelle geliefert, um Fehler durch die Monteure zu vermeiden.

Den Monteuren musste dann ’nur noch‘ anhand einfacherer Skizzen erklärt werden, wie die einzelnen Segmente zu verbinden waren.

Hydraulikschema Solekreis (einfach)

Hydraulikschema Solekreis im Technikraum (vereinfacht)

Damit war es auch für einen normal begabten Installateur ohne LEO_2 – Spezialwissen kein Problem, die Anlage korrekt zu verrohren.

LEO_2-Technikraum

Fertig verrohrte Wärmepumpenanlage LEO_2 (Technikraum).

Und bald war ein weiterer Meilenstein geschafft: der letzte Übergangsmuffennippel war verschraubt und die Anlage bereit zur Befüllung …