Natur und Technik. Wärmequellen und Lebensformen.

Wie jedes Jahr im Sommer muss der Technologiejournalismus kühnen literarischen Experimenten weichen. Aber auch die Avant-Garde-Kunst-Preis-verdächtigen Werke der Siedler werden motiviert durch bodenständiges Ingenieurshandwerk!

Nach einigen Jahren der intensiven Naturbeobachtung ist 2018 eine Retrospektive angebracht – wie interagieren Lebensformen mit Eisspeicher und Kollektor?

Bald nach Errichtung des Urkollektors war klar, dass dieser eine wichtige Funktion für unsere <Journalistensprache> gefiederten Freunde </> erfüllt:

Fasan auf Kollektor

Hier war offenbar ein inspirierender Co-Working-Space / Meeting-Raum für diverse Spezies geschaffen worden:

Die positive Wirkung des Kollektors ist aber nicht auf tierisches Leben beschränkt:

Einer wissenschaftlich höchst umstrittenen Theorie zufolge ist der Effekt dadurch zu erklären, dass der Kollektor selbst von wurmartigen Lebensformen  gebildet wird:

Solarrohr-Wasserspeiend

Auch die seltene Erscheinung eines weiteren Kollektor-Lebenwesens konnte beobachtet werden – der Solar-Skorpion!

Solar-Skorpion

Der Eisspeicher ist nicht minder interessant für technisch versiertes Getier:

Experte

Hin und wieder wird sogar die eine oder andere menschliche Lebensform im Eisspeicher gesichtet:

Irgendwer im Eisspeicher

Auf die pflanzlichen Lebensformen im Siedlergarten soll das Eisspeicherwasser eine ganz besondere Wirkung haben:

Belebtes Eisspeicherwasser

Aber wie alle Fans der einschläfernden Fernsehdokumentationen von Tieren in schönen Landschaften wissen: Die Natur ist gefährlich und unbarmherzig! So soll nicht verschwiegen werden, dass der Eisspeicher auch schon Todesopfer forderte:

Aber die Lebensformen schlagen zurück … auf die Wärmequelle: So einen aggressiven Baum sollte man zum Beispiel nicht unterschätzen:

Baum greift Kollektor an

Glücklicherweise sind die meisten Lebewesen friedlich; manche sind sogar besonders klug. So erhielt der Kollektor kürzlich eine ganz besondere Inspektion:

Kollektor-Inspektor

Kollektor-Inspektion

Jetzt haben die Siedler endlich verstanden, was mit diesem smarten Monitoring gemeint ist!

Smart

Wie alles begann …

Weit, weit unten, am Ende der linken Leiste in diesem Blog findet sich ein harmlos anmutendes Bild mit der Überschrift Die Vorgeschichte. Manch mutiger Leser klickt tatsächlich auf den entsprechenden Link – trotz oder wegen des vielversprechenden Hover-Textes: Siedler suchen z-village – seit 2004.

Der Planwagen der Siedler

Der Planwagen der Siedler – auf dem Weg nach z-village.

Der Quell der Geschichten auf dieser Website versiegt mit einem Eintrag vom 1.September 2005, der Dokumentation der so genannten z-Reise. Offenbar hatte diese Reise entscheidende Weichenstellungen im Leben der Siedler ausgelöst. So kündet ein wichtiges magisches Buch von der Entstehung einer Organisation namens punktwissen kurz nach dieser Reise.

Ende August 2015 ist es also an der Zeit, nostalgisch zurückzublicken und ein Jubiläum zu feiern!

Die Kenndaten dieser denkwürdigen z-Reise:

  • Die Siedler besuchten ca. 110 Orte und politische Gemeinden in Österreich, deren Namen mit Z beginnt. Davon gab es zu jener Zeit insgesamt 247 (Quelle).
  • Dauer: 10 Tage
  • Zurückgelegte Kilometer: 2.000 km … mit dem Auto. Daten zur CO2-Bilanz möchten die Siedler nicht veröffentlichen.

Jeder z-Ort wird in einem speziellen Ritual gewürdigt:

(1) Suche und Identifikation. Die Siedler navigieren mit einem schlechten Ausdruck aus Google Maps, da ihr Navigationssystem unerklärlicherweise manche z-Metropolen ignorierte.

Elementare Herausforderungen der Navigation

Elementare Herausforderungen der Navigation.

Irgendwer findet ein Doppel-Z und eine unbekannte Lebensform als Bonus

Irgendwer findet ein Doppel-Z und eine unbekannte Lebensform als Bonus.

(2) Totale Euphorie beim Ansichtigwerden von schriftlichen Spuren, oft sogar einem Ortsschild.

Zitternberg: Zittern vor Bestien

Zitternberg: Zittern vor Bestien.

Z-Elk-ing

Z-Elk-ing – ein Ort für das Elk-ement!

Ein i für Irgendwen.

I-rgendwer freut sich darüber, in jedem Ort persönlich begrüßt zu werden – sogar in Nicht-z-Orten.

(3) Wissenschaftliche Dokumentation und Auskosten der spirituellen Highlights.

Immer wieder werden die Siedler von allem angezogen was mit Energie zu tun hat:

Irgendwer ist sehr interessiert an der Umwandlung von Energie in Zwickelsberg!

Irgendwer studiert die Umwandlung von Energie in Zwickelsberg.

Zwentendorf, elkement als Aktivist

Ein Subversives Elkement (rechts neben dem Hydranten) versucht ein nie in Betrieb gegangenes z-Kernkraftwerk zu stürmen.

Irgendwer hält andächtig am Kraftwerk des Schreckens.

Irgendwer hält andächtig inne am Kraftwerk des Schreckens.

elkement rastet auf einer Turbinenschaufel.

elkement, rastend auf irgendeinem Teil, der mit Energie zu tun hat (mutmaßlich).

Langsam bekommen die Siedler einen Eindruck davon…

Tauernwindpark

… wo der Strom herkommt (nahe Ober-z-eiring) …

Umspannwerk Zwaring

… und wo er hingeht.

Kein Wunder also, dass die ersten internen Aufzeichnungen und Berechnungen zur Energieversorgung einer Siedlerhütte bereits im Jahr der z-Reise enstehen!

Die Siedler entdecken bisher wahrscheinlich unbekannte Kultstätten Eingeborener:

Kultstätte

Die elementare Kultstätte wirkt.

Kultstätte - industriell.

Auch Industriegebiete sind nicht frei von Kult.

Weltmaschine Gsellmann

Die Weltmaschine eines anderen Tüftler-Künstlers spricht die Siedler auf allen Ebenen an.

(4) Bei Kontakt mit unheimlichen Lebensformen: Rascher Rückzug. Dies ist insbesondere in der flachen Weite im Norden des Landes des kahlköpfigen Herzogs der Fall (einem Landstrich, der oft Krimi-Drehbuchautoren inspiriert).

Aber Bedrohungen lauern überall:

Wilde Tiere

Die Gefahr ist meist offensichtlich …

Fassade des Grauens

… versteckt sich aber oft hinter einer subtil-furchteinfößenden Fassade.

Elemente wüten

Die Elemente mögen noch so wüten – die Siedler lassen sich nicht abschrecken!

Bedingt durch das wahnwitzige Auswahlkriterium der völlig zufälligen Reiseziele erhalten die Siedler einen neuen bewusstseinserweiternden Blick auf ihr Heimatland. Die Reisenden werden herausgeschleudert aus ihrer dazumal gewohnten Welt des Business Travellers. Oder um es im Tagespresse-/Postillion-Stil zu sagen:

Sensation – mutiges Forscherteam entdeckt eine Parallelwelt abseits von Flughäfen, Bahnhöfen, Autobahnen und Konzernzentralen!

elkement sucht ein Z, findet idyllische Weiten.

elkement sucht ein Z, findet idyllische Weiten.

Siedler-Selfie

Siedler, beim Schmieden eines Planes. Ein (Siedler-)Selfie, lange bevor das ein Trend wird.

Wappen bodenständiger Kulturen

Die vornehmen Wappen bodenständiger Kulturen eröffnen den Siedlern neue Horizonte.

Siedlerhütte

Inspiration: Eine Siedlerhütte, wie sie im Buche steht.

Es sollten allerdings noch einige Jahre ins Land gehen, und einige weniger inspirierende Reisen …

Irgendein Flugzeug

Trotz Irgendwessen Faible für Eis: Ein traumatisches Erlebnis.

… bis die Siedler ihre eigene Weltmaschine letztendlich umgesetzt hatten.

Irgendwer hat Alles im Griff

Irgendwer hat irgendwie schon immer Alles im Griff!

Die Bedeutung der z-Reise wird in der offiziellen Siedlergeschichte definitiv zu wenig gewürdigt!

„Tote bringen das Social Web an seine Grenzen“ [*]

Nach all den überschwenglichen Feiertags- und Glückwunschpostings: Zurück zu den dunklen Wirklichkeiten des Lebens.

Da das Siedlerblog hauptsächlich Deutsche und Schweizer Leser hat, müssen wir mit Hintergrundinformationen zum kulturellen Kontext beginnen. Die Siedler leben im Umland der großen Stadt, deren Bewohner ein spezielles Verhältnis zum Morbiden haben:

„Der Tod, das muss ein Wiener sein“, heißt es in einem Lied von Georg Kreisler. Das besondere Verhältnis der Wiener zum Sterben spiegelt sich an vielen Orten in der Stadt wider.
(aus: Metropole des Morbiden / Süddeutsche Zeitung)

Wenn die weissen Barockfassaden am Ring prunken und die filigranen Türme des Stephansdoms in einen blauen Himmel ragen, dann ist Wien elegant, lebensfroh und bis ins Kitschige schön. Wenn aber der Hochnebel sich wie eine Grabesdecke über die Stadt senkt und nur noch das Hundertwasser-Haus ein paar Farbtupfer setzt, wenn jeder Fiaker übers Pflaster klappert wie ein Leichenwagen und man in den Kirchen am liebsten Mozarts »Requiem« aufführt, dann wird es auch für Besucher Zeit, sich Wiens dunklen Seiten zuzuwenden – besonders dem Tod und dem innigen Verhältnis, welches viele Wiener zu ihm unterhalten.
(aus: Wien morbid / Neue Zürcher Zeitung)

punktwissen nimmt sich ebenfalls dieses Themas an – hier einige weiterführende, nicht ganz so morbide und unterhaltsame Informationen zu den punktwissen-IT-Leistungen.

Star-Trek-Grab am Wiener Zentralfriedhof

Star-Trek-Grab am Wiener Zentralfriedhof (Wikimedia, Benutzer Popmuseum)

Man betrachte dieses Blog sub specie aeternitatis: in subtiler Handarbeit wurden Änderungen am Layout vorgenommen, ermöglicht durch den Einwurf kleiner Münzen (‚Wordpress Custom Design‘). Was aber wird passieren, sollten die Siedler z.B. von einem rotierenden Alien zerhackt werden?

Voll Panik unternahmen wir daher eine Zeitreise in die Zukunft unserer eigentlich für die Ewigkeit gedachten Profile auf sozialen Netzwerken.

Facebook…

hatte nach Medienberichten 2010 noch ein Problem mit den Toten ([*] Diesem Artikel wurde auch der Titel entlehnt.)

Das Problem nimmt mit der steigenden Userzahl an Fahrt auf. Denn umso mehr Nutzer die Seite hat, desto mehr Profile von Toten gibt es. Das führt wiederum zu unangenehmen Nebenerscheinungen, etwa dass Facebook bereits Verstorbene anderen noch immer als „Freunde“ vorschlägt.

Doch hier hat man aufgeholt: Heute bietet die Plattform in preußisch-korrektem Amtsdeutsch den Antrag auf Herstellung des Gedenkzustands. Facebook versucht zu verhindern,

dass auf Facebook Verweise auf ein Konto im Gedenkzustand in einer Art und Weise erscheinen, die Freunden und Familie zusetzen könnte.

Diese Reinigungsmaßnahmen betreffen wahrscheinlich auch vom Verstorbene gewollte unpassende Postings.

Tröstlich ist allerdings, dass jeder private Nachrichten an den verstorbenen Nutzer senden kann.

Google…

legt hier eher einen optimistischen, typisch Amerikanischen anpackenden ‚Can-Do-Approach‘ an den Tag: Mit dem Konto-Inaktivitätsmanager lässt sich das Digital Afterlife aktiv planen.

What happens to your account when you stop using it? Google puts you in control.
(Verwaltung des Inaktivitätsmanagers für das eigene Google-Profil.)

Twitter…

hat keine Online-Verwaltung für den eigenen Tod oder den von Anderen, sondern nutzt einen zum Logo passenden Fast-Brieftauben-Prozess: Informationen zur Legitimation der Anfrage müssen per Snail Mail oder Fax eingereicht werden.

WordPress..

bietet einen Antrag auf Blogübernahme an, Linkedn einen Antrag auf Löschung. Unsere Postings bleiben also eventuell erhalten, unsere hymnischen Empfehlungen anderer Online-Siedler nicht.

Aber was ist mit XING…

dem Deutschen Ur-Sozialem-Netzwerk? Ähnlich dem Google-Ansatz wird das Profil drei Monate nach einer vergeblichen Kontaktaufnahme mit dem Verstorbenen gelöscht.

Zusammengefasst gibt es eines nur in begrenztem Rahmen: die Kontrolle des toten Benutzers – der ja in einem Kryo-Behälter auf innovativere Zeiten hoffen könnte – über den Zustand seiner Profile.

Vielversprechend erscheinen uns daher folgende Ansätze:

PasswordBox / Legacy Locker bietet verschlüsselte Passwortablage mit der Option, einer vertrauenswürdigen Person Zugriff nach dem eigenen Tod zu geben. Die Sicherheitsfunktionen sind überzeugend – die Paranoia kann sich darauf konzentrieren was passiert wenn man das Masterpasswort vergisst.

DeadSocial lässt uns unseren Abgang auf unsere Art zelebrieren – mit vorbereiteten Botschaften (Twitter, Facebook,…) die vom Nachlassverwalter ausgelöst werden. Twittern aus dem Grab wird damit Wirklichkeit

LivesOn ist kein kommerzieller Service – es ist nach diesem Artikel

ein Experiment in künstlicher Intelligenz. LivesOn legt einen neuen Twitteraccount für Dich an – solange Du noch am Leben bist – und analysiert die Interessen, Vorlieben und Kommunikationsart des Original-Accounts. Nach einiger Zeit beginnt LivesOn Updates zu posten, nachdem es Deinen Stil erlernt hat. Basierend auf den Feedbacks anderer Benutzer steigt die Intelligenz des LivesOn-Accounts. Wenn die Zeit gekommen ist, kannst Du einen „Vollstrecker“ Deines letzten LivesOn-Willen bestimmen, der entscheiden wird ob dieser Account weiterleben können wird.

In den Augen des LivesOn-Gründers ist das nicht schräger als die lange vorherrschenden Vorstellungen von Himmel und Hölle.

Himmel oder Hölle

Himmel oder Hölle (Wikimedia)