Eine Frage der Perspektive …

Die Heizung seiner Siedlerhütte mit LEO_2 machte Irgendwem schon lange kein Kopfzerbrechen mehr. War es früher vielleicht einmal spannend gewesen, wie lange der Eisspeicher ausreichen würde, hatte sich über die Jahre hinweg  herausgestellt, dass es wohl die Ausnahme war, dass sich im Winter größere Eismengen in seinem ‚Eisspeicher‘ bildeten.

Blubber-3-Klippe

Das hatte mehrere Gründe.

Zum einen waren – von einigen vereinzelten Kälteperioden abgesehen – die vergangenen pannonischen Winter sehr mild gewesen. Und wie es aussah, würde das wohl noch eine Zeit lang so bleiben

Zum anderen hatte Irgendwer Hydraulik und Regelungslogik ursprünglich so ausgelegt, dass sie jede nur verfügbare Kilowattstunde an Umweltenergie aus dem Kollektor, die nicht direkt verheizt wurde, in den Eisspeicher leitete, um so seinen Wärmevorrat zu vergrößern.

(3) Wärmepumpensystem LEO_2 Oktober

Hingegen hatte er die Kühlung im Sommer bisher nur als ein ‚Nebenprodukt‘ gesehen. Mit dem, was an Kälte im Eisspeicher halt noch übrig war, hatte er seine Siedlerhütte im Sommer ein wenig ‚passiv‘ gekühlt. Aber während das Heizen im Winter einfacher wurde, kam die passive Kühlung im Sommer zusehends an seine Grenzen.

„Zeit also, die Perspektive zu ändern! …“

… hatte sich Irgendwer schon vor einiger Zeit gedacht, und begonnen, darüber zu tüfteln, wie er mit seiner Kältepumpe mehr Kühlvorrat anhäufen und in den Sommer hinein retten konnte.

Eisformationen-im-Eisspeicher

Der Holzhammer-Ansatz der Eisspeicher Challenge wäre dafür zu grob gewesen, weil er damit die Effizienz (=hohe Arbeitszahl) bei der Heizung hätte opfern müssen. Da war schon mehr die feinere Klinge gefragt!

Eine kleine Änderung in der Hydraulik, die er dazu benötigte, hatte er gleich im Zuge seiner Heizraum-Renovierung umgesetzt.

IB2-I-Schaltung-Nimmt-Gestalt-an

Die weit größere Herausforderung war aber die Bewältigung mehrerer Mutantenprobleme in der Regelungslogik gewesen. Unglaublich, wieviele zusätzliche Betriebszustände man für die Anlage berücksichtigen musste, wenn man doch nur so einen klitzekleinen zusätzlichen Mischer eingebaut hatte.

perspektive-uvr16x2

Aber es war ja nicht das erste Mal, dass er seine UVR16x2-Regelungs-Trickkiste bemühen musste. Und so lief jetzt, mitten in der Heizsaison, die Logik zur ’sanften Konservierung‘ des Eisvorrates an.

Ob er alle Mutantenprobleme gefunden und gelöst hatte, würde er aber erst in paar Monaten mit endgültiger Sicherheit wissen 😉 …

Das Mutantenproblem

Irgendwer konnte sich nicht mehr genau erinnern, wie es zu diesem Namen gekommen war, der sich inzwischen tief in der Siedlersprache verwurzelt hatte.

Aber er konnte sich sehr gut vorstellen, dass dieses Problem bereits mit der Mutation des Affen zum Menschen und der damit verbundenen Verwendung von Werkzeugen entstanden war. Das Mutantenproblem begegnete ihm quer durch alle Lebensbereiche und Gesellschaftschichten inzwischen so häufig, dass er zum Schluss gekommen war, dass eine bestimmte Gen-Sequenz dafür verantwortlich sein musste…

Ein Mutantenproblem liegt dann vor, wenn von genau zwei Möglichkeiten genau die falsche gewählt wird.

EIN statt AUS, AUF statt ZU, LINKS statt RECHTS, IM statt GEGEN den Uhrzeigersinn, VORLAUF statt RÜCKLAUF, aber auch NORMAL statt INVERS.

Die Wahrscheinlichkeit, das Falsche zu machen, ist beim Mutantenproblem zwar ’nur‘ 50%, die Auswirkung ist aber fatal (‚doppelt falsch‘), weil man nämlich exakt das Gegenteil davon erreicht, was man eigentlich will.

Die Heizungstechnik ist ein Eldorado für Mutantenprobleme.

MP-Feuer

Am Anfang war das Feuer: Es brannte oder nicht, was in einem unmittelbaren untrennbaren Zusammenhang mit WARM und KALT stand – Irrtum ausgeschlossen. Da war die Welt noch in Ordnung:

  • Feuer brennt =  WARM

Dann kam die ‚Zentralheizung‘.

MP-Kessel

Das Feuer brannte im Kessel und Heizungswasser wurde WARM über den VORLAUF in den Heizkreis transportiert und kam KALT über den RÜCKLAUF zurück. Wenn VORLAUF und RÜCKLAUF vertauscht wurden, war das noch nicht wirklich schlimm, weil der Heizkörper am anderen Ende auch so irgendwie seinen Dienst tat.

Doch dann kam der Mischer. Mit ihm die Regelung der Vorlauftemperatur und die Explosion der potenziellen Mutantenprobleme:

(1) Hydraulik: AUF / ZU.

MP-Mischer

AUF bedeutet für den Mischer, dass die Verbindung zwischen Kessel und Heizkreis OFFEN, also der Vorlauf WARM ist:

  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = WARM

(2) Stellmotor Drehsinn: IM / GEGEN den Uhrzeigersinn.

MP-Stellmotor

Die hydraulischen Positionen AUF / ZU werden durch den Stellmotor des Mischers automatisch angefahren, indem der Motor den Drehschieber im Mischer nach RECHTS (IM Uhrzeigersinn = CW (Clockwise)) oder LINKS (GEGEN den Uhrzeigersinn = CCW (Counter Clockwise)) dreht. Also:

  • Stellmotor Drehrichtung  = CW
  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = WARM

(3) Stellmotor: elektrischer Anschluss

MP-Spannung

Der Stellmotor braucht Strom, wobei jede der beiden Drehrichtungen ihren eigenen elektrischen Anschluss (EIN / AUS) hat:

  • Stellmotor Anschluss CW = SPANNUNG EIN
  • Stellmotor Drehrichung = CW
  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = WARM.

(4) Regler Ausgang: EIN / AUS.

MP-Regler

Der Stellmotor ist elektrisch mit zwei Reglerausgängen verbunden (einer für AUF und einer für ZU). Der Regler versorgt einen Ausgang mit Spannung, indem er den Ausgang auf EIN schaltet. Manche Reglerausgänge haben aber zwei Möglichkeiten, das Kabel anzukemmen: NO (= Normal Open = SCHLIESSER) und NC (Normal Closed = ÖFFNER). Also, für den Fall NO:

  • Reglerausgang A1 = EIN  (A2 = AUS)
  • Ausgang A1 NO = SPANNUNG EIN
  • Stellmotor Anschluss CW = SPANNUNG EIN
  • Stellmotor Drehrichung = CW
  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = WARM.

(5) Regelungslogik: NORMAL / INVERS.

MP-Reglerlogik

Der Regler schaltet die Ausgänge gemäß der im Regler programmierten Logik, wobei es (zumindest bei der UVR16x2) für die Mischersteuerung die Möglichkeit gibt, über den ‚Modus‘ die Regelungslogik noch einmal umzudrehen. Also:

  • Regelungslogik: Modus = NORMAL
  • Reglerausgang A1 = EIN  (A2 = AUS)
  • Ausgang A1 NO = SPANNUNG EIN
  • Stellmotor Anschluss CW = SPANNUNG EIN
  • Stellmotor Drehrichung = CW
  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = WARM.

Damit gibt es nur für dieses klitzekleine Beispiel eine besorgniserregende Anzahl von Möglichkeiten, in ein Mutantenproblem zu laufen. Man stelle sich nur vor, der WARME VORLAUF ist LINKS (statt RECHTS) vom KALTEN RÜCKLAUF. Oder: die Leitungen vom Kessel kommen von OBEN statt von UNTEN zum Mischer. Wie muss dann der Mischer eingebaut werden? Und wie muss dann die Drehrichtung des Stellmotors sein?

So wird die Wahrscheinlichkeit verschwindend klein, auf Anhieb wirklich alles richtig zu machen. Das dürfte wohl der wahre Grund dafür sein, warum man am Ende der Mutanenproblem-Kaskade ohne großem Aufwand in der Regelungslogik noch einmal von NORMAL auf INVERS umschalten kann 😉 .

Wer aber glaubt, das war jetzt schon alles – weit gefehlt!

Denn dann kam die Wärmepumpe!

MP-Waermepumpe

Und mit ihr zerbröselte der Glauben, dass VORLAUF immer gleich WARM bedeutet. Denn Wärmepumpen haben auch einen Solekreis, der sich genau umgekehrt zum Heizkreis verhält. Und: Wärmepumpensysteme können auch kühlen, was den HEIZKREIS zeitweise in einen KÜHLKREIS verwandeln kann, sodass:

  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = KALT (!)

Ihr müsst jetzt stark sein! Die Welt ist voller Mutantenprobleme und keiner ist davor gefeit!

Irgendwer bastelt: Habe fertig!

Klick … … Klack … Brummmmm … Wie Musik klang diese vertraute Einschaltsequenz in seinen Ohren, als sich die Wärmepumpe nach einer langen Sommerpause mit einem kräftigen Lebenszeichen zurückmeldete – wie wenn nichts gewesen wäre. Sie hatte ja auch nur gepennt, während Irgendwer so manches Abenteuer im Heizraum und Umgebung überstehen musste.

Eigentlich wäre es schon zwei Tage früher – an jenem Samstag – soweit gewesen. Aber alles der Reihe nach …

Zunächst hatte Irgendwer so eine Art 15er-Puzzle zu lösen gehabt, in dem er alle (nicht gerade federleichten) Komponenten in Abhängigkeit der einzelnen Renovierungsschritte (möglichst nur einmal) im Heizraum hin und her verschieben musste.

IB2-Notbetrieb

Leitungsverläufe wurden optimiert und Mauerdurchbrüche neu gesetzt …

IB2-Mauerdurchbruch

Unzählige Rohrverbindungen wurden gelötet, geklebt oder mit Hanf eingedichtet. Zeitweise kam sich Irgendwer vor, wie in einer Waffenschmiede.

Von der Basisvariante für den Räuber Hotzenplotz …

IB2-Basis-Hotzenplotz

… bis zum High-End Modell für die Men in Black war da alles dabei …

IB2-High-End-MIB

I-Diagramme wurden gewälzt …

IB2-I-Diagramm

… und in die Tat umgesetzt.

IB2-I-Schaltung-Nimmt-Gestalt-an

Bald hatten sich auch ein Kiebitz eingefunden, der neugierig die Vorgänge im Heizraum beobachtete, sich aber glücklicherweise mit Klugscheißer-Kommentaren zurückhielt …

IB2-Kiebitz-Thekla

Dann waren schließlich alle Rohrverbindungen geschlossen, mussten aber vor dem Befüllen noch auf Dichtheit geprüft werden. Zeit für eine typische ‚Irgendwer-Erfindung‘: Aus einem alten Fahrradschlauch und einer Schraubkappe wurde flugs ein Anschluss für die Luftpumpe gebastelt, um den Heizkreis auf den Prüfdruck aufpumpen zu können 😉 …

IB2-Druckprüfung2

IB2-Druckprüfung

Dann waren alle Leitungen gefüllt.

Nicht aber, ohne den neuen Heizraum zuvor noch einmal kurz in einem Solebad zu taufen. Denn bei aller Dichtheitsprüfung war Irgendwer nicht schlau genug gewesen, um vor dem Füllen auch wirklich alle Ventile zu schließen …

Nach den Rohren kamen die Kabel. Auch nicht wenige.

Die Regelung musste sich nicht länger mit ihrem Brettchen begnügen. Angesichts der neuen Aufgaben, die auf sie warteten, hatte sich Irgendwer nicht lumpen lassen und ihr ein richtig feudales Brett spendiert!

IB2-Brett-für-UVR

Ja und dann war er endlich da, jener Samstag Abend, an dem Irgendwer sein Werk vollendet hatte. Nachdem er gefühlte tausend Kabel neu gezogen und angeschlossen hatte, wollte er nun endlich die Wärmepumpe wieder brummen hören. Die Sonne verabschiedete sich gerade mit ihren milden Spätsommerstrahlen am Horizont. Alle Baumärkte hatten bereits geschlossen und das Wochenende war endgültig gekommen.

Ein erhebender Moment, um den Erfolg zu genießen! So drehte irgendwer voller Erwartung die Haupt-Sicherungen wieder hinein.

Es war nur ein sanftes ‚Brrzzz …‘ mit dem gleich zwei Sicherungen ihren Zweck erfüllten. – Und das zum absolut besten Moment! Wochenende und  keine Ersatzsicherungen im Haus …

IB2-Sicherungen

Was ihm ein unerwartetes Candle-Light Dinner bescherte. Und genügend Zeit, um den Kurzschluss zu beseitigen, den er eingebaut hatte …

Keine Frage, wohin sein erster Weg am frühen Montag Morgen führte 😉 !

IB2-Heizraum-neu

Und dann brummte sie endlich…!

Irgendwer bastelt …

Mist! Jetzt hatte sich auch seine letzte Ausrede quasi in Luft aufgelöst. Nachdem voriges Jahr das Dach des Maschinenraums erneuert worden war, hatte auch das letzte Hindernis – die schon lange stillgelegte Gasheizung – kürzlich eine neue Heimat gefunden. Somit war nun leider der Weg endgültig frei! – Für die längst überfällige Renovierung des Heizraums…

IB-Heizraum-Alt

Als er sich so umblickte, flogen Erinnerungen an seinem geistigem Auge vorbei, bei denen er nicht wusste, ob er lachen oder weinen sollte. Über die Jahre hatten sich diverse Kuriositäten und Perlen pannonischer Heizungsbaukunst im Maschinenraum angesammelt.

Evolutionäre Sackgassen …

IB-Leitung-Ins-Nirgendwo

… konzeptionelle Änderungen …

IB-Konzeptionelle-Änderung

… Work-arounds …

IB-Suboptimale-Leitungsführung

… aber auch echte Profi-Lösungen …

IB-Profi-Stopfen

… und wie diese Ausrüstung für einen Feststoffbrennkessel (!) bis heute in einer dunklen Ecke des Heizraums überleben konnte, war Irgendwem selbst ein Rätsel …

IB-Ofen-Equipment

Höchste Zeit, reinen Tisch zu machen!  Abgesehen von der Beseitigung historischer Relikte und Fehlgriffe warteten auch schon tausend neue Ideen auf ihre Umsetzung.

Der Plan war klar. Das Material war auch schon eingetroffen.

IB-Material

Und so schickte Irgendwer LEO_2 in den Sommerschlaf …

IB-Irgendwer bastelt

Ach ja! Nicht vergessen! Die Warmwasserversorgung musste natürlich während des wohl länger dauerden Umbaus gewährleistet bleiben. Ohne Regelung, Wärmepumpe und Heizkreis musste er dafür auf archaische aber bewährte Methoden zurückgreifen:

IB-Heizstab

So! Jetzt aber endgültig ran an die Arbeit! Irgendwer krempelte die Ärmel hoch und verschwand bis auf weiteres im Heizraum …

Alte Heizung – Neue Regelung: Phase 2 – Programmierung

Die Rahmenbedingungen waren abgesteckt. Nun galt es, der bestehenden Heizungsanlage eine neue Intelligenz einzuhauchen, also zuallererst einmal alle Sensorsignale richtig zu verstehen.

Sensor

Irgendwem erschien es manchmal so, als wäre es eine Frage der Ehre für jeden Heizungshersteller, seinen eigenen Sensortyp zu verwenden. Umsomehr wusste er es zu schätzen, dass er auch diesen Exoten (NTC 5kOhm) in der Auswahlliste für mögliche UVR16x2-Sensoren wiederfand.

Sensor-Eingang-NTC

Aber auch das Ansteuern der Anlage, stellte ihn vor keine großen Schwierigkeiten:

Da noch keine hochgezüchteten elektronisch geregelten Pumpen eingebaut waren, war es neben einem simplen EIN/AUS auch möglich, TRIAC-Ausgänge der UVR16x2 für die Drehzahlregelung zu verwenden.

Auch die eingebauten automatischen Ventile und Heizungsmischer hörten – wie es sich gehört – auf Ein/Aus Signale mit 230V.

Einbindung-Mischer-Bestand

Einbindung und Ansteuerung des bestehenden Heizungsmischers

Und obwohl schon etwas betagt, hatte der Heizkessel einen potentialfreien externen Anforderungskontakt, über den er von der UVR16x2 direkt ein- und ausgeschaltet werden konnte.

Einzig der elektrische Heizstab, der im Warmwasserspeicher eingebaut war, erforderte ein zusätzliches Schütz, das über 230V von der UVR angesteuert werden konnte und das Schalten der hohen elektrischen Leistung übernahm.

Etwas kniffliger wurde es schon mit der Regelungslogik. Denn neben der Steuerung der nicht ganz alltäglichen Hydraulik sollten auch die Schwächen der alten Regelung ausgebügelt werden. Und um spezielle Anforderungen zu erfüllen, musste Irgendwer manchmal schon recht tief in seine Trickkiste greifen …

Regelungslogik

Die grafische Darstellung der Verknüpfung von Funktionsbausteinen im Programmiertool TAPPS war überaus hilfreich, um den Überblick über die Regelungslogik nicht zu verlieren…

Parallel zur Programmierung hielt Irgendwer alle relevanten Einzelheiten vom Hydraulikschema, über die Belegung der Ein-/Ausgänge, die Verdrahtung der Komponenten bis zur Regelungslogik in einem Handbuch fest. Denn der Besitzer sollte ja am Ende in der Lage sein, seine neue Regelung vollständig selbst zu verkabeln und in Betrieb zu nehmen.

Handbuch

Unverzichtbar: Das individuelle Siedler-Handbuch …

Damit wären wohl viele zufrieden gewesen. Nicht aber Irgendwer, der genau wusste, dass der wichtigste Teil erst nach der Inbetriebnahme wartete, nämlich die Optimierung der Regelung und die Anpassung an das tatsächliche Anlagenverhalten.

Daher war es aus seiner Sicht unverzichtbar, zu jeder Zeit – für ihn auch aus der Ferne – einen Überblick über die Anlage zu behalten und ein bestimmtes Regelungsverhalten auch im Nachhinein analysieren zu können.

Daher baute er mit Hilfe des TA-Designer ein Onlineschema, das den aktuellen Anlagenzustand auf eine Blick darstellte…

TA-Designer

Erstellen des Onlineschemas im TA-Designer

… und selektierte kritische Messwerte und Regelparameter, die er in die  Datenaufzeichnung aufnahm.

Konfiguration Datenlogging

Konfiguration des Datenloggings in TAPPS

Jetzt musste er nur noch warten, bis der Siedler seine neue UVR16x2 beschafft, über das CMI erfolgreich mit dem Internet verbunden, und ihm Fernwartungszugang gestattet hatte.

CMI-Fernwartung

Fernwartung über CMI und das Webportal der Technischen Alternative

Dann folgten noch einige Standard-Fernwartungs-Handgriffe: Firmware von CMI und Regler aktualisieren, Funktionsdaten und Onlineschema aufspielen, Abruf der Messdatenaufzeichnung über Winsol konfigurieren.

Und damit war alles bereit für die Inbetriebnahme …

Alte Heizung – Neue Regelung: Phase 1 – Konzept

Es soll ja Heizungen geben, die klaglos funktionieren.

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Bei vielen lernt man aber über die Zeit ‚kleine Mätzchen‘ kennen und lieben, die man als ’normal‘ akzeptiert, die man mit ‚gewissen Handgriffen‘ aber relativ problemlos beheben kann.

Aber dann gibt es Anlagen, deren Verhalten immer wieder überrascht, und die ohne permanente Aufsicht keinen zufriedenstellenden Komfort liefern können.

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So wusste auch jener Siedler eine lange Leidensgeschichte zu erzählen, als er sich an Irgendwen wandte. Was hatte er nicht schon alles versucht, um nach jenem Einbau der thermischen Solaranlage eine akzeptable Anlagenperformance zu erreichen. Erfolglos. Diverse Untersuchungen und Schlussfolgerungen hatten nur ergeben, dass

‚… die Hydraulik soweit in Ordnung und das Problem wohl in der Regelung zu suchen sei …‘.

Aber für diese nicht mehr ganz zeitgemäße Regelung, die aus mehreren Modulen mit beschränkten analogen Einstellmöglichkeiten bestand, erschien eine systematische Analyse und Optimierung aussichtslos.

Regelung-Bestand

Das hatten selbst die herbeigerufenen Techniker des Herstellers eindrucksvoll bewiesen.

Also war der einzige Vorschlag, den Irgendwer machen konnte, den Ersatz dieses Urgesteins durch eine frei programmierbare Universalregelung UVR16x2 zu prüfen.

UVR16x2

Da dieser Siedler bereit uns willens war, bei Irgendwessen Fernanalyse tatkräftig zu unterstützen und bei der Umsetzung der Lösung auch selbst Hand anzulegen, war man sich schnell über eine weitere Vorgehensweise einig.

Bestandsaufnahme. Neben zwei nicht mehr ganz aktuellen Hydraulikschemen, fanden sich diverse Handbücher und Datenblätter, die in einem gemeinsamen Online-Ordner gesammelt wurden. Ein Erfahrungsbericht und eine Foto-Safari durch den Heizraum komplettierten die Aufnahme des Ist-Zustandes.

Hydraulik-Bestand

Ja, und dann gab es natürlich noch die ‚Wunschliste‘, die sich in diesem Fall schon zu einem kleinen Konzept ausgewachsen hatte, in dem sich der Siedler schon ausführlich seine eigenen Gedanken über eine mögliche Optimierung der Anlage gemacht hatte.

Analyse. Jetzt lag der Ball einmal bei Irgendwem, der sich durch die Informationen wühlte und daraus ein aktuelles Hydraulikschema kondensierte, in das alle Regelungskomponenten – vom Temperatursensor über Pumpen und Umschaltventile bis zum Sicherheitsthermostat – eingezeichnet wurden.

Hydraulik-Neu

Das ging nicht ganz ohne die Mithilfe des Siedlers, der in der einen oder anderen Heizraum-Expedition auch noch die letzten Details der Anlagenkomponenten in den hintersten Winkeln ablichtete.

Umschaltventil

Fragen und Details wurden über E-Mails abgestimmt – was auch zum Tüfteln und zum ‚in Ruhe Nachlesen‘ eine große Hilfe war.

Konzept. Aus den Analyseergebnissen und der Wunschliste des Siedlers konzipierte Irgendwer einen Lösungsvorschlag basierend auf der UVR16x2 und einem CMI.

Innerhalb der Grenzen der Hydraulik war die gewünschte Regelungslogik mit der UVR umsetzbar. Und es konnten praktisch alle bestehenden Komponenten eingebunden werden.

Einbindung-Ventil

Zusätzlich sollte aber endlich auch das Rätselraten über das tatsächliche Anlagenverhalten der Vergangenheit angehören. Der Momantanzustand sollte in einem Online-Schema dargestellt und sämtliche Sensorwerte und Schaltzusände aufgezeichnet werden.

Nachdem das Konzept mit dem Siedler besprochen und verfeinert worden war, war die Phase 2 startklar: die Reglerprogrammierung. – Aber das ist eine andere Geschichte

„Des geht ned !“

Jedesmal brach es Irgendwem fast das Herz, wenn er seine geliebte Wärmepumpe im Heizraum besuchte, und die alte, schon seit einigen Jahren stillgelegte Gastherme ganz traurig und um Beachtung flehend in der Ecke stehen sah.

GT-EinsamVerloren

Die Gasleitung war gekappt, die Hydraulik abgebaut, und unlängst hatte sie bei der Erneuerung des Schuppendachs auch die letzte Verbindung zur Außenwelt – das Abgasrohr – verloren…

Mehrere halbherzige Versuche, ein neues Zuhause für das voll funktionstüchtige und bis zu ihrer Stilllegung bestens gewartete Gerät zu finden, waren fehlgeschlagen. Bis, ja bis bei einem zufälligen Treffen von Siedlern zufälligen das Gespräch auf einen zufällig kürzlich leckgeschlagenen Gaskessel kam.

Nach einer kurzen Fachsimpelei war die neue Heimat der Gastherme besiegelt und eine Kommandoaktion zum Abbau und Transport vereinbart.

GT-Handbuch

Etwas verwirrend, aber eindeutig: laut Handbuch der Gastherme war der Einbau und die Regelung für die Anlage des Siedlers möglich …

Zuvor hatte sich Irgendwer aber durch eingehendes Studium der Betriebsanleitungen von Gastherme und Regelung noch einmal versichert, dass der Einbau in die Anlage des Siedlers auch tatsächlich möglich war.

Zusammen mit einer kleinen Dokumentation, die Irgendwer rasch zu den Hydraulik- und Regelungsanschlüssen zusammengestellt hatte, ging es ab in die neue Heimat. Und alles schien auf Schiene zu sein…

GT-Transport

Bis, ja bis der ‚Freund in Blau‘ die Bühne betrat, und eine Posse ihren Anfang nahm.

Obwohl der Installateur, der den Einbau vornehmen sollte, ein Fachpartner des Herstellers der Gastherme war, beäugte er das Gerät argwöhnisch, murmelte ein paar skeptisch-abwartende Worte, schoss einige Fotos und verschwand dann wieder, um das ‚zu klären‘.

Seine Antwort war schließlich:

„Des geht so ned …!“
(Deutsch: Das ist so nicht möglich!“)

… begleitet von einem Angebot für eine zusätzliche Regelung um wohlfeile € 1.700, –, die  wohl für die Verwendung in des Siedlers Anlage nötig wäre.

Irgendwer schüttelte nur ungläubig den Kopf, als ihm das der Siedler berichtete. Der direkte Kontakt zu dem Vertreter des Herstellers (der das behauptet hatte) wurde geknüpft. Dieser erzählte eine wirre Geschichte von Firmware und Gerätetypen. ‚Die Technik‘ hätte das geprüft und dies als die einzig mögliche Lösung vorgeschlagen. Obwohl, ganz glücklich wäre er damit selbst nicht. Denn so viel Geld für ein altes Gerät zu investieren und dann noch auf ein paar Funktionen zu verzichten … Da würde er schon vorschlagen … dieses neue Gerät … um € 3.500,– … ohne Regelung … aber da könne man ja die alte Regelung verwenden …

„???!!!“

Hatte er richtig gehört? Als irgendwer den Hörer aufgelegt hatte, musste er sich kneifen. Autsch! Das war tatsächlich real gewesen. Er hatte nicht geträumt!

GT-Facepalm

Es wurde Kriegsrat gehalten mit dem Siedler, der durch diese Aussagen gehörig verunsichert worden war. Schließlich wurde eine leicht geänderte Hydraulikschaltung ausgetüftelt. Exakt die gleiche, die Irgendwer bereits mit derselben Gastherme und derselben Regelung im Einsatz gehabt hatte. – Die also funktionieren musste!

GT-Hydraulik

Der Ordnung halber informierte Irgendwer den Herstellervertreter über das Vorhaben. In einer ersten Reaktion meinte dieser:

„Des miassad geh …“
(Deutsch: „Das sollte funktionieren „).

Als Irgendwer – in der Meinung seine Informationspflicht erfüllt zu haben – bereits im Begriff war aufzulegen, hörte er noch:

„Owa i klär des nu mid da Technik und red midn Installateur …“
(Deutsch: “ Ich kläre das mit der Technik und rede mit dem Installateur …“)

Als Irgendwer dann schon glaubte, dass damit die Sache gegessen war, klingelte ein paar Stunden später noch einmal das Telefon. Der Herstellervertreter:

„I hob nu amoi mid da Technik g’redt. Des geht ah ned!“
(Deutsch: Ich habe noch einmal mit der Technik gesprochen. Das ist so auch nicht möglich!“)

Aufgrund des rasch steigenden Blutdruckes ging die fadenscheinige Erklärung von “ …  Sensor … Fehlerabschaltung … blabla …“ halb in Irgendwessen Ohrensausen unter.

Ach ja, und mit dem Installateur hatte diese Koryphäe auch noch gesprochen, was dann folgende E-Mail Nachricht an den Siedler zur Folge hatte:

„… leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihnen dass bauseits beigestellte Gasgerät nicht anschließen werden, da das Gerät für diese Anlage nicht geeignet ist…“

Wieder wurde Kriegsrat gehalten und beschlossen, die Sache nun endgültig selbst in die Hand zu nehmen. Die Änderungen an der Hydraulik waren einfach und letztlich in einem halben Tag gemacht. Nachdem die bestehende Regelung wie geplant angeschlossen war, sprang die Gastherme sofort an und arbeitete wie erwartet und genau so, wie in den Handbüchern beschrieben.

GT-Neue Heimat

Der Rauchfangkehrer (Schornsteinfeger 😉 ) kam und nahm die Anlage problemlos ab.

Und um dem Ganzen das Sahnehäubchen aufzusetzen, stellte sich bei einem kleinen Reglertest wenig überraschend sogar heraus, dass auch die ursprünglich geplante Hydraulikvariante ‚gegangen‘ wäre…