5 Jahre Tüftelei

Am dreiundzwanzigsten Dezember, Anno 2012 spitzte Irgendwer zum ersten Mal seinen virtuellen Federkiel und schrieb eine kleine Geschichte:

Doch dann hatte Irgendwer eine Idee ausgetüftelt, sich ans Reißbrett gesetzt, unzählige Entwürfe gezeichnet und wieder zerknüllt, nächtelang recherchiert und gegrübelt. Schließlich war ihm das Elkement mit seinem spitzen Rechenstift zu Hilfe gekommen und hatte theoretisch bestätigt, was er intuitiv vermutet hatte. Dann wurde in der Werkstatt gezimmert, geschraubt, geklebt, gepinselt und abgedichtet …

Zum ersten Mal wurde der Weltöffenlichkeit ein Blick auf den Kollektor 1.0 gewährt:

Der Urkollektor.

Mittlerweile sind 5 Jahre in das idyllische Land gezogen und die Anlage von Irgendwem und dem Elkement erlebte unzählige Mutationen. Irgendwer musste viele Abenteuer bestehen, die ihn oft an seine mentalen und physischen Grenzen brachten. Vom White-Out…

White-Out

… bis zum Kampf mit gar unheimlichen Kreaturen:

Kampf mit der Flexschlauch-Anaconda

Irgendwer folgte seiner innerem Stimme, die ihm sagte, dass er mutig vorangehen musste.

Und jetzt Du!

Die sehr scheuen pannonischen Tüftler schreckten sich fast, als sie telegraphische Post von anderen Siedlern erhielten – die Irgendwessen Aufruf tatsächlich folgen wollten!!

Und so ritt Irgendwer an einem legendären Morgen im Februar 2014 in den Sonnenaufgang – bepackt mit den Bauteilen für einen Tank-Wärmetauscher:

PVC-Trägerkonstruktion: Transport

Auf dieser Baustelle kam auch Cutting Edge Technology zum Einsatz  …

Internet-of-Things und Basteln 4.0

… und die Siedler begannen intern zu scherzen als (Ex-)Computer-Fuzzis :

Irgendwann machen wir so ein Wärmepumpenprojekt komplett als Fernprojekt!

Und im Herbst 2014 kam sie dann, die Rohrpost vom anderen Ende des Kontinents – der Beginn eines außergewöhnlichen Projektes, das ob der großen Entfernung zwischen dem Hohen Norden und Pannonien alleine auf die Mittel der modernen Kommunikation angewiesen war.

Seitdem wurden Elkement und Irgendwer ordentlich gefordert. Es gab offenbar ein kleines aber feines Grüppchen unerschrockener, verwegener und manchmal sogar tollkühner Siedler, die ihre Begeisterung für Eisspeicher, Wärmepumpen, Selber-Bau und Regelungs-Tüfteleien teilten.

Zaghafte Ideen irgendetwas zu ’standardisieren‘ wurden glücklicherweise durch die Ideen dieser motivierten Siedler im Keim erstickt:

Siedler bauten ihre Eisspeicher-Keller neu

Wärmetauscher in neu gebauten 'Eisspeicher-Keller'

… oder sie nutzen vorhandene Hohlräume wie  Zisternen oder Senkgruben

Flexschläuche -Senkgrube als Eisspeicher

Ein cleverer Siedler adaptierte ein altes Schwimmbecken. Ein anderer griff zum Vorschlaghammer, um einen bereits vorhandenen Eisspeicher umzubauen!

Eisspeicher waren eckig oder rund

Zylindrischer Eisspeicher selbst gemauert

… oder gebräuchliche Betonzisternen – eine oder zwei …

… oder besonders futuristische Kunststofftanks:

NEO und QUADRO

Diese Speicher wurden verbunden mit Kollektoren aller Art: Der zeitlos-klassische Schlauchkollektor auf Lärchenholz kann zaunartig montiert werden…

Kollektor auf Garagendach

… oder auch kühn an die Wand eines Hochbunkers gelehnt werden:

Kollektor am Hochbunker

Innovative Siedler bauten solarthermische Kollektoren um oder installierten einen Kollektor als Kühlung für ihre PV-Module. Ein echter Pionier arbeitet mit dem, was da ist: Auch industrielle Stahlwärmetauscher die irgendwo übrig geblieben waren hatte ein Ingenieur-Siedler in Erwägung gezogen.

Aber die Kombiquelle Eisspeicher und Kollektor ist für manche Siedler nicht Herausforderung genug. So erhielten Frau El(k)ement und Herr Irgendwer eine Anfrage zu einer Tüftelei, die dieser Bezeichnung alle Ehre machte. Seitdem wurde auch die Eisspeicher-Brunnenquelle ins Programm aufgenommen.

Auch was Verteilung und Speicherung der Wärme in der Siedlerhütte betrifft, sind die Siedler-Erfinder kreativ. Vorhandene Speicher mit kryptischem hydraulischen Verhalten wurden erforscht und so manches Wochenende der Bastelei im Heizraum gewidmet. Speicher wurden über engste Kellerstiegen in Heizungsräume transportiert die so klein waren, dass es physikalisch zunächst unmöglich erschien, alle nötigen Anlagenkomponenten dort unterzubringen. – Aber wo ein Wille, da auch ein Weg!

Mit Irgendwem hatten die Siedler diverse hydraulische Schaltungen ausgetüftelt, um u.a. aktivierte Betonkerne einzubinden – oder Wärmetauscher für Kühlung bzw. Wärmerückgewinnung.

Dank peniblester Dokumentation und ausführlichen Berichten der mutigen Siedler hatten die Pannonier immer das Gefühl, direkt in deren Werkstatt live dabei zu sein …

Siedlerwerkstatt: Kappsäge

Natürlich wurden auch unterschiedlichste Wärmepumpen ausprobiert – von den klassischen Fabrikaten aus Deutscher Ingenieurshand

Satelliten-Wärmepumpe

… bis zur berühmt-berüchtigten Chinesischen Wärmepumpe

Verwegen! (HISEER-Wärmepumpe)

Außerdem soll nicht unerwähnt bleiben, dass man gar keine Wärmepumpe haben muss, um ein Teil der Siedler-Tüftler-Community zu sein: Auch Solaranlagen geben Irgendwem immer wieder interessante Regelungsrätsel auf.

In diesem Sinne möchten sich die pannonischen Siedler nach 5 Jahren der abenteuerlichen Tüfteleien bei allen anderen Siedlern für ihren Mut bedanken!

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Weiterführende Literatur: Die chronologische Liste aller veröffentlichten Geschichten anderer Siedler sind auf dieser Seite aufgelistet.

Irgendwo im hohen Norden: Das Konzept

Und so trafen sie sich. Der unerschrockene Siedler aus dem hohen Norden und die Professionellen Tüftler aus Pannonien. Aber ob der großen Entfernung nicht ‚IRL‚, sondern in einem Online Meeting in der ‚Cloud‚.

Teamviewer

Wird gerne von den Siedlern für Online-Treffen verwendet: TeamViewer

Fragen zu LEO_2 wurden gestellt und beantwortet, Bilder und Pläne betrachtet, Ideen ausgetauscht und mögliche Szenarien skizziert.

Schließlich verständigte man sich, einen gemeinsamen Online-Speicher zum Austausch von Bildern, Plänen und sonstigen Informationen einzurichten.

Dropbox

Einer von vielen Onlinespeichern: Die Dropbox.

Damit waren alle Voraussetzungen gegeben, den ersten Schritt in einem LEO_2 Projekt in Angriff zu nehmen: Das Konzept.

Zuerst musste sich Irgendwer einen genauen Überblick über die örtlichen Gegebenheiten, den Heizwärmebedarf und sonstige spezielle Anforderungen verschaffen. Dazu hatte er eine ‚Checkliste für die Bestandsaufnahme‚ entworfen, die er mit den inzwischen bekannten Fakten ergänzte und dem Siedler im hohen Norden per elektronischer Post – quasi als Hausaufgabe – zustellte.

IIHN-Konzept-Bestandsaufnahme

Aber unerschrocken wie er war, machte sich der Siedler daran Punkt für Punkt zu beantworten und mit den Pannonischen Tüftlern per E-Mail abzuklären. Bald füllte sich der Onlinespeicher mit allen nötigen Plänen, Bildern und Informationen, sodass es nicht lange dauerte, bis auch das Konzept Form annahm und den Siedler aus dem hohen Norden per E-Mail erreichte.

Und während dieser Seite für Seite zuerst neugierig überflog und dann im Detail studierte, sah er LEO_2 schon förmlich vor seinem geistigen Auge entstehen.

IIHN-Konzept-3-Systemkonzept

Im Abschnitt ‚Systemkonzept‚ wurde beschrieben, wie LEO_2 grundsätzlich funktionierte und wie es konkret in seine Siedlerhütte eingebaut werden sollte. Es wurde greifbar, wie die einzelnen im Schema eingezeichneten Komponenten in seinem Fall aussehen und an welchen Stellen seiner Siedlerhütte bzw. seines Grundstückes sie aufgestellt und eingebaut werden könnten.

IIHN-Konzept-4-Lageplan und Leitungen

Im Abschnitt ‚Lageplan und Leitungen‚ waren alle hydraulischen und elektrischen Leitungen aufgelistet, die verlegt werden mussten. In den Lageplan eingezeichnet machten sie klar, wie bestehende Verrohrungen genutzt und wo neue Mauerdurchführungen geschaffen werden mussten. Auch nicht unwesentlich waren die notwendigen Anschlüsse, die im Heizraum geprüft und bei Bedarf ergänzt werden mussten.

IIHN-Konzept-5-Auslegung

Mit besonderer Spannung hatte er die Berechnungen zur Auslegung erwartet. Dort stand in harten Zahlen, ob und wie der Heizwärmebedarf mit der Größe seiner bestehenden Zisterne (dem zukünftigen Eisspeicher) gedeckt werden konnte und wie groß der Kollektor dafür sein musste.

IIHN-Konzept-6-Regelungskonzept

Auch der Regelung war ein Abschnitt gewidmet. Welche Regelungskomponenten und Sensoren waren nötig, um die Gesamtanlage zu steuern, die Fernwartung zu ermöglichen, die Wärmepumpe optimal einzubinden, sowie Anlagendaten in Echtzeit in einem Onlineschema anzuzeigen und deren zeitlichen Verlauf aufzuzeichnen.

IIHN-Konzept-7-Kostenübersicht

Die Kostenübersicht über die wesentlichen Anlagenkomponenten verschafften ihm einen realistischen Überblick über die zu erwartenden Investitionen…

IIHN-Konzept-8-AufgabenDetailplanung

… und die Aufgaben der Detailplanung / Ausführung über die weiteren Schritte, die ihn erwarteten.

Alles in allem war dieses Konzept eine perfekte Entscheidungsgrundlage, bevor er sich endgültig entschloss, das Projekt tatsächlich in Angriff zu nehmen.

Man traf sich in einem weiteren Online-Meeting und besprach die letzten Anmerkungen und Fragen. Und dann war es soweit: Die Detailplanung und der Bau von LEO_2 konnten beginnen…