Independence Day: Die Rache des Raubbau(m)s

Es wird ja gemunkelt, dass der Raubbau an der Natur häufiger zu extremen Wetterereignissen führt.

Und so begab es sich, dass sich auch in der Heimat eines unerschrockenen Siedlers der Himmel verdunkelte, und eine stärker werdende ‚Brise‘ unmissverständlich das Herannahen eines Unwetters ankündigte…

ID-Wind

Xavier hatten die Wetterfrösche das Sturmtief benannt und stürmische, ungemütliche Stunden prophezeit. Diese wollte der Siedler lieber in der wohligen Wärme seiner Siedlerhütte abwarten. Besorgt beobachtete er aus dem Fenster den mächtigen alten Baum in Nachbars Garten, der inzwischen wild von den Sturmböen gebeutelt wurde.

„Ob der das aushält?“

… dachte er sich noch. Beantwortet wurde diese Frage durch ein lautes Krachen. Holz splitterte. Und die halbe Baumkrone senkte sich – ein Stück vom Sturm fortgetragen – nach unten. Und nochmals splitterte Holz. – Dieses mal war es feinstes Lärchenholz, das er im Schweiße seines Angesichts erst vor wenigen Monaten zu einem hübschen Energiezaun zusammengezimmert hatte …

„… ☠︎ ☢︎ ⚡︎ ⚠︎ 💣︎︎…“

Die genaue Reaktion des Siedlers, insbesondere die Worte, die angesichts dieser kleinen Katastrophe fielen, sind nicht genau überliefert.

Doch schnell gewann er die Fassung wieder. Sein erster Weg führte in den Heizungskeller, wo ihn die Wärmepumpe – stumm – begrüßte. Die Universalregelung blinkte ihn im wahrsten Sinne des Wortes – verstört – an: Der Soledruck war praktisch Null und hatte – wie vorgesehen – zu einer Notabschaltung von Wärmepumpe und Solepumpe geführt…

Schön langsam dämmerte ihm die Tragweite dieses Zwischenfalls. Falls er nichts unternahm, waren die warmen Stunden in der Siedlerhütte gezählt. Und nachdem der Sturm etwas nachgelassen hatte, wagte er sich nach draußen, um das ganze Ausmaß des Schadens zu begutachten.

ID-Kollektor-Sturmschaden

Der ‚Raubbaum‘ hatte sich wie ein Geier auf den Kollektor gestürzt und einen Steher, einen Querträger und vier Zaunlatten in den Tod gerissen. Die ‚Schwarze Zaun-Anakonda‘ hatte sich tapfer zur Wehr gesetzt. Trotzdem war sie vom Kampf gezeichnet und blutete aus fünf Wunden…

Jetzt galt es, zunächst einmal erste Hilfe zu leisten und die Blutungen zu stoppen. Ein paar Reparatursets waren vom ursprünglichen Bau noch übrig und kamen ihm gerade recht.

Joker

Damit konnte er die zwei größten Löcher flicken. Und für die kleineren Lecks hatte er noch etwas ‚Selbstvulkanisierendes Power Tape‘  im Werzeugkasten gefunden, das ihm schon so manchen guten Dienst geleistet hatte.

ID-SelbstvulkanisierendesBand

Mit einer Sole/Wasser-Transfusion aus Restbeständen konnte er die Anlage schließlich wieder soweit aufpäppeln, dass bereits sechs Stunden nach dem Unglück die Wärmepumpe wieder anlief.

„Gut gemacht!“

… musste er sich selbst auf die Schulter klopfen. Die heiße Dusche nach diesem schweißtreibenden Noteinsatz hatte er sich in doppelter Hinsicht verdient.

Bei allem Unglück war ihm jetzt zugute gekommen, dass er die Anlage mit eigenen Händen gebaut hatte, und genau wusste, wo er anpacken musste. Auf fremde Hilfe hätte er bei dem Chaos, das der Sturm auch andernorts hinterlassen hatte, wohl länger warten müssen …

Die Eisspeicher-Challenge

Frustriert hatte Irgendwer den Deckel des Eisspeichers geschlossen. Ende Jänner und kein Eis! Was so vielversprechend mit dem kalten Jahreswechsel 2014/2015 begonnen hatte, war während der Felix-Anomalie im wahrsten Sinne des Wortes dahingeschmolzen.

Wieder einmal war der Traum vom größten Eiswürfel Pannoniens in weite Ferne gerückt. Dabei hatte Irgendwer bereits zu Beginn der Heizperiode eine Maßnahme gesetzt, mit der er dieses Ziel sicher in der Tasche wähnte: Er hatte kurzerhand die Kollektorfläche halbiert, was mit seiner neuen Kollektorkonstruktion durch die Umschaltung zweier Ventile ein Leichtes gewesen war.

Energiezaun: halb vereist

Kollektor auf Halbmast: Nur die obere Hälfte des Kollektors wird von (kalter) Sole durchflossen, was an der Rauhreifbildung erkennbar ist.

Weniger Energie vom Kollektor, mehr Energie aus dem Eisspeicher und damit mehr Eis im Eisspeicher – war das einfache Kalkül gewesen. Aber bei so einem Warmduscher-Winter, in dem ein Wärmerekord den anderen jagte, hatte scheinbar selbst diese Maßnahme zu kurz gegriffen.

Jetzt hatte Irgendwer endgültig genug!

Die Zeit war gekommen, um zur ultimativen Maßnahme zu greifen: nämlich den Kollektor komplett auszuschalten! Auch das war leicht bewerkstelligt. Er brauchte nur das automatische Umschaltventil, das den Kollektor bei guten Erntebedingungen zuschaltete, in der Regelung manuell abzuschalten. Und genau das tat Irgendwer in einer Nacht- und Nebelaktion am denkwürdigen 01. Februar 2015 …

Wärmepumpensystem LEO_2: Kollektorventil AUS!

Seit dem 01.02.2015 war der Kollektor bis auf weiteres ausgeschaltet. Damit nutzte das Wärmepumpensystem LEO_2 ausschließlich den Eisspeicher als Wärmequelle. Auch wenn ein Energiegewinn über den Kollektor möglich gewesen wäre …

Inzwischen waren auch schon wieder 2 Wochen ins Land gezogen. Zufrieden beobachtete Irgendwer, wie das Eisvolumen täglich zunahm und dadurch der Wasserstand im Eisspeicher kontinuierlich stieg.

Derzeit wuchs der Eiswürfel mit ca. 0,5 m3 pro Tag was einem Anstieg des Wasserstandes um täglich ca. 3 – 4 mm entsprach. Bei ursprünglich 24 m3 Wasser im Eisspeicher war das zwar auch nichts für ungeduldige Menschen, aber

‚Steter Tropfen höhlt den Stein!‘

oder

‚Stete Kühlung nährt das Eis‘

dachte sich Irgendwer …

Impressionen aus dem Eisspeicher

Eiszeit im Eisspeicher: Eiskristalle am Sammelrohr des Wärmetauschers

Jetzt hieß es: Hart bleiben und abwarten! Obwohl es Irgendwem fast körperlich weh tat, einen sonnigen Februartag nach dem anderen vorbeigehen zu lassen ohne auch nur eine einzige Kilowattstunde über den Kollektor zu ernten.

Aber Irgendwer war fest entschlossen, die Mission ‚Eiswürfel‘ beinhart bis zum Ende durchzuziehen …

Fortsetzung folgt …

Der Kollektor – Reloaded

Heuer fristeten die Tomaten ein erbärmliches Dasein. Hatten sie im vergangenen Jahr an ihrem Lieblingsplatz – dem Kollektor – noch prosperiert und reiche Ernte geliefert, wollte ihnen ihr heuriges Ausweichquartier nicht und nicht gefallen, was sie mit trotzigem Wachstum und mitleiderregendem Ertrag quittierten.

Jämmerliche Tomatenernte

Im Tomaten-Ersatzquartier blieb das Wachstum und der Ertrag weit hinter den Erwartungen zurück. Ein matter Abglanz früherer Tage.

Obwohl das Irgendwer irgendwie vorausgeahnt hatte, hatte er es dann doch in Kauf genommen. Im Dienste der Forschung und Weiterentwicklung von LEO_2 und – nicht weniger wichtig – im Dienste der Ästhetik!

Denn ein Umbau des Kollektors stand auf dem Plan:

  • Das bewährte und optisch ansprechende Lärchenzaun Design sollte auch für die Pilotanlage umgesetzt werden.
  • gleichzeitig war ein Versuchskollektor geplant, der es erlaubte, mit der Kollektorfläche und der Kollektorkonfiguration zu experimentieren:
Kollektorschaltungen

Nach dem Umbau war der Kollektor in zwei Teile (oben / unten) geteilt. Durch Umschalten der beiden 3-Wege-Ventile konnte die Sole in unterschiedlicher Richtung durch die Teilkollektoren geleitet werden. Auch das zu-/wegschalten der Teilkollektoren war möglich.

Und so ließ Irgendwer die Tomaten Paradeiser sein und machte sich ans Werk.

Behutsam wurde der alte Kollektor entleert und abgebaut, denn möglichst viele der alten Teile (z.B. die Solarschläuche und Zuleitungen) sollten weiter verwendet werden. Die Wärmepumpenanlage lief inzwischen mit dem Wassertank (‚Eisspeicher‘) als alleinige Wärmequelle munter weiter, weil ja im Sommer der Kollektor aufgrund des niedrigen Energiebedarfes nicht wirklich gebraucht wurde.

Betonieren gehörte definitiv nicht zu Irgendwessen Lieblingstätigkeiten, da das für ihn zur Klasse der ‚Baatz-Arbeiten‘ zählte, die er nur äusserst ungern erledigte. Aber die alten Schraubfundamente hatten sich nicht bewährt und so war es halt einmal nötig, um den neuen Kollektor auf eine solide Basis zu stellen.

Kollektor-Fundament-Steher

Solide Betonfundamente wurden gemauert und die Lärchenholzsteher sauber senkrecht ausgerichtet

Die Zuleitungen, die bisher oberirdisch verlaufen waren, verschwanden unter der Erde. Genauso, wie die Ventilkästen für die beiden 3-Wege-Ventile.

Kollektor-Zuleitung-Ventilkasten

Die Soleleitungen zum / vom Kollektor sowie die Ventilkästen für die beiden 3-Wege-Ventile wurden eingegraben.

Die Zaunkonstruktion aus Lärchenholz war fast schon Routine:

Zaunkonstruktion mit Clipleisten

Die Querträger und die Clipleisten wurden an die Steher geschraubt. Danach konnten die Solarschläuche ‚eingeclipst‘ werden.

Nachdem die Zaunlatten – ebenfalls mit Clipleisten versehen – montiert waren, bildeten die Sammelrohre an den beiden Enden des Kollektors den Abschluss.

Kollektor: Abschluss mit Sammelrohr.

Kollektor: Abschluss mit Sammelrohren für den oberen und unteren Teilkollektor.

Schließlich präsentierte sich der neue Kollektor im milden Licht der Morgensonne: ein Gesamtkunstwerk!

Kollektor-neu-im-Morgenlicht

Der neue Kollektor (‚Energiezaun‘) für das Wärmepumpensystem LEO_2: Wärmequelle, Zaun, Sichtschutz und Tomatenspalier.

Irgendwer konnte es nun gar nicht mehr erwarten, dass es endlich Winter wurde und er seine Experimente mit den unterschiedlichen Kollektor-Konfigurationen starten konnte.

… und dass es wieder Sommer wurde, damit die Tomaten an ihrer neuen Heimstätte  wieder eine fette Ernte liefern konnten.

Jenseits von Pannonien (3)

oder

Die Krönung einer Garage

An jenem Tage musste Irgendwer getreu seinem Motto ‚Der frühe Vogel fängt den Wurm!‚ schon ziemlich früh aus den Federn …

Sonnenaufgang

Irgendwer sah gerade die Sonne über den Weiten der pannonischen Ebene aufgehen, als er sich wieder einmal ins Land des kahlköpfigen Herzogs aufmachte …

Denn es galt in der Hütte des unerschrockenen Siedlers am Wärmepumpensystem LEO_2 weiterzubauen. Dieses Mal stand der Kollektor auf dem Programm, der gleichzeitig als Geländer und Sichtschutz einer Terrasse dienen sollte. Dazu mussten die Solarschläuche des Kollektors an einer zaunartigen Trägerkonstruktion aus Lärchenholz montiert werden.

Terrasse-mit-Kollektorzaun-Skizze

Der Kollektor wurde als Geländer / Zaun rund um die Terrasse geführt, wobei er an einer Stelle durch einen Treppenaufgang unterbrochen wurde.

Schon während der Anfahrt hatte sich Irgendwer gedanklich auf das Arbeitspensum vorbereitet, das ihn erwartete. Da die Steher für den Zaun und die Querlatten schon vorbereitend montiert worden waren, galt es noch folgende Schritte zu bewältigen, die er – was die Solarschläuche betraf – noch lebhaft von der Montage des Wärmetauschers im Eisspeicher in Erinnerung hatte:

  • Clip-Leisten an die Latten schrauben
  • Außenlatten an die Querträger schrauben
  • Solarschläuche auf die nötige Länge zuschneiden
  • Solarschläuche in die Clip-Leisten einclipsen
  • Solarschlauchenden mit Solarrohrdichtungen auf das Sammelrohr aufstecken
  • Innenlatten an die Querträger schrauben und gleichzeitig die Solarschläuche einclipsen

Alles absolut keine schwierigen Tätigkeiten, die durch jeden halbwegs geübten Heimwerker leicht zu bewerkstelligen waren. Es war schlicht die große Anzahl der Wiederholungen, die Irgendwen schon erahnen ließen, dass das in einem Tag wohl nicht zu schaffen war…

Material-für-Kollektorzaun

Bei so einer Aufgabe wurde der Akku-Schrauber der unverzichtbare Helfer von Irgendwem. Exakt 1512 Schrauben waren zum Befestigen aller Clipleisten an den 84 Latten nötig. Die 168 Schrauben für die Befestigung der Zaunlatten an den Querträgern nahmen sich dagegen geradezu lächerlich aus …

Aber schon bald hatte Irgendwer beim Surren des Akku-Schraubers seinen Takt gefunden.

Zaunlatten-mit-Clip-Leisten

Zaunlatte um Zaunlatte, Clipleiste um Clipleiste. Nach einem halben Tag waren die ersten 1512 Schrauben verschraubt …

Und als die Sonne mit einem milden Lächeln am Horizont verschwand hatte Irgendwer mit der Hilfe des unerschrockenen Siedlers auch bereits die Außenlatten des Zaunes montiert und die zugeschnittenen Solarschläuche eingeclipst.

Nachdem der Löwenanteil erledigt war, war das ‚Finishing‘ am nächsten Tag fast nur noch Formsache.

Kollektor-Detail: Sammelrohr

Kollektor-Abschluss mit Sammelrohr

Gerade rechtzeitig bevor die unerschrockene Siedlerfamilie wieder auf die Baustelle kam, hatte Irgendwer das Werk vollendet.

Kollektorzaun-Terrasse-2

‚Ein Bild sagt mehr als tausend Worte‘, dachte sich Irgendwer und fing diesen erhebenden Moment für die Nachwelt ein.

Und zur Krönung des Tages hatte auch die Garage, auf deren Dach sich die Terrasse befand, eine hübsche Krone erhalten …

Kollektor-Garagendach-2