Sonne und Wölkchen (5)

Nachdem sich die Gerüchte schon in Windeseile verbreitet hatten, können die Siedler die Neuigkeiten jetzt nicht mehr zurückhalten: Ihre Sonnenstromanlage wurde über ein Smartmeter, das aber nicht als solches betrieben wird, an das Stromnetz angebunden.

Die Siedler hatten nun lange überlegt, wie der sichere Betrieb ihrer besonders sicheren Anlage am besten zu gewährleisten ist. Gute Piktogramme zu erstellen ist ja bekanntlich eine Kunst.

Die Siedler starteten hierzu eine Feldstudie. Wie sollte der Raum der Energietransformation gekennzeichnet werden?

Durch den klassischen Blitz – aufgeppt in hippem Öko-Grün?

Schild - Blitz

Aber man sollte doch nicht zu sehr tiefstapeln, oder?

Schild - Elektrischer Betriebsraum

Oder sollte man zu Verschleierungsmethoden greifen, um eventuelle Wechselrichter- und Feuerwehrschalter-Diebe mit nicht 100% korrekten Informationen abzuschrecken – oder zumindest zu verwirren?

Schild - Triebwerksraum

Schild Rattenköder

Schild AnschlusskellerLetztendlich gewann doch das Bedürfnis der Siedler, wie immer Informationen wissenschaftlich-technsich korrekt auf den Punkt zu bringen.

Ausgangspunkt ist der Zählerkasten:

Schild - Zählerkasten

(Hinweis für Leser aus DE / CH: Kammerl = Kämmerchen, kleiner Raum.) Was noch fehlt ist der Hinweis auf die Zielgruppe der Pannonischen Einsatzkräfte, evtl. mit Übersetzung.

Hinter dieser geschmackvollen Holztüre mit Retro-Klinke befindet sich nun endlich die Sicherheitstechnik!

Schild - Wechselrichter-Kammerl

Damit gliedert sich das High-Tech-Equipment harmonisch in die Siedlerhütte ein – trotz der sehr speziellen Anbringung des Innenteiles an der Decke des Siedler-Büros konnte man den Feuerwehrschalter leicht vergessen:

Im Zuge der feierlichen Montage des Zählers musste die Stromversorgung der Siedlerhütte natürlich kurz gekappt werden. Dann kam endlich der ersehnte Moment, in dem der DC-Leistungsschalter des Wechselrichters umgelegt wurde. Aber es passierte… nichts! Tumultartige Panik brach aus, Notebooks und Manuals wurden hervorgekramt und das Wölkchen befragt (die Cloud). Der Chefingenieur allerdings grinste nur schadenfroh, als er in Zen-Meister-mäßiger Ruhe eine Leiter holte:

Hobts es leicht den Feuerwehrschalter ausglöst beim Trennen vom Netz?

(Deutsch: Habt ihr etwa den Feuerwehrschalter ausgelöst…?)

Für diese geistesgegenwärtige Reaktion wurde er daraufhin zum Feuerwehrschalter-Beauftragten ernannt und darf in Zukunft bei jedem Stromausfall den Schalter betäigen!

Ansonsten können sich die Siedler eine Woche nach Inbetriebnahme über folgende fast perfekte Sonnenverfolgungskurve freuen:

PV-Leistung am 2015-05-11

Der kleine Einbruch um 10:00 könnte durch ein Wölkchen oder einen Vogelschwarm ausgelöst worden sein. (Für Letzteres sprechen gewisse Spuren, die glücklicherweise nicht regensicher sind. Diesem Kollektor wird doch nicht dasselbe Schicksal drohen wie dem solarthermischen?)

Pro Tag wurden in der Siedlerhütte seit 5. Mai ca. 11kWh verbraucht; davon kamen  6kWh von der PV-Anlage. Erzeugt wurden im Schnitt 23kWh / Tag – ergibt derzeit eine Autarkiequote von 55% und eine Eigenverbrauchsquote von 27%.

Sonne und Wölkchen (4)

Gespannt warten die Siedler auf die Startfreigabe ihrer pannonischen Kommandozentrale – die letzte Phase des Projektes Sonne und Wölkchen muss noch gezündet werden.

Leider konnte ihr Held, der Solarzwerg, immer noch nicht in Betrieb gehen. Aber nach den letzten Erfahrungen beginnen die Siedler die Argumente der Amtsstuben zu verstehen: So eine Sonnenstromanlage ist nämlich unglaublich gefährlich und dementsprechend aufwändig sind die Sicherheitsmaßnahmen!

Mit dem üblichen Argument…

Waunn ma scho amoi dabei san…

(Deutsch: Wenn wir nun schon dabei sind…)

wurde endlich auch das Teilprojekt Blitzuschutz abgewickelt. Das Blitzortungssystem liefert für den Standort der Siedlerhütte eine Einschlagswahrscheinlichkeit von weniger als 1x in 1000 Jahren – diese galt es zu minimieren. Dank einer stetigen Weiterentwicklung der Normen in den letzten Jahren gelang es den Siedlern zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

  1. Die lokale Wirtschaft, Sparte: Blitz im Logo, wurde überaus kräftig angekurbelt.
  2. Die Siedler können sich nun mit den mutmaßlich höchsten Fangspitzen und dem engmaschigsten Faraday-Käfig in Nord-Pannonien brüsten.

Die Abwehranlage bietet Schutz vor Angriffen mit EMP-Kanonen oder vor Waffen extraterrestrischen Ursprungs sowie konventionellen Blitzen. Also eine perfekte Ergänzung zu den schwarzen Alien-Abwehrschilden!

Photovoltaik und Blitzschutz

Ein eventuellen Einbruch der PV-Leistung durch die Verschattung mit diesen Spitzen wird gerne in Kauf genommen – vor allem, da der Blitzschutz so gut zu den innovativen aufputz verlegten Alurohren für die Wechselrichterverkabelung passt:

Alien-Abwehr-Anlage

Weitere Kunstwerke wie die Anlage für die Kommunikation mit außerirdischen Lebensformern bilden einen spannenden Kontrast:

Alien-Abwehr

An Sicherheit wird nicht gespart! Das ist fast ein Slogan aus dem aktuellen Wahlkampf im gefährlichen pannonischen Grenzland!

Natürlich wurde ein mit Prüfzertifikaten überhäufter Wechselrichter eines namhaften Österreichischen Herstellers eingebaut, sowie ein externer Überspannungsableiter. Aber am meisten erfreut die Siedler ihr Feuerwehrschalter:

Rote Nase für die Sicherheit

Obwohl man ihn eine clevere PR-Maßnahme für die Clini-Clowns vermuten könnte, wird damit wird die DC-Leitung vom Wechselrichter zu den Modulen stromlos geschaltet.

Will man den Strom wieder einschalten, muss das Gegenstück am Dach aktiviert werden. Auch bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes wird der Feuerwehrschalter aktiv. Das ist sehr interessant, weil die unterbrechungsfreie Stromversorgung der EDV-Anlage der Siedler täglich um 16:00 per Fiepen einen kurzen Spannungseinbruch meldet.

Das häufige Wiedereinschalten am Dach würde nun – vor allem bei unwirtlichen Wetterverhältnissen – das ganze Konzept zur Erhöhung der Sicherheit für die Lebensformen in der Siedlerhütte gefährden!

Nachdem die Siedler nicht über einen klassischen Dachboden verfügen bzw. in diesem forschen und leben, stellte das eine innenarchitektonische Herausforderung dar. Aber sie haben Glück: Die benötigte ‚Dacheinheit‘ muss für zwei MPP-Tracker ausgelegt sein –  von allen Schaltern der Baureihe hat dieses Ding das größte Verhältnis von Größe des Kastens zum Inhalt, passend zur strategischen Bedeutung dieser Komponente:

Eine graue Box fuer eine rote Nase

Das ist genau jene Art von Deko, die sich die Siedler immer schon in ihrer verwinkelten Dachlandschaft gewünscht hatten:

Feuerwehrschalter als Kunstwerk

Feuerwehrschalter als Gestaltungselement in der Innenarchitektur

Was jetzt noch fehlt,  um das Gesamtkunstwerk abzurunden, ist eine ebenso ansprechende Gestaltung des Leitsystems für die Einsatzkräfte!

PV-Schild

Fortsetzung folgt