Die Eisspeicher-Challenge

Frustriert hatte Irgendwer den Deckel des Eisspeichers geschlossen. Ende Jänner und kein Eis! Was so vielversprechend mit dem kalten Jahreswechsel 2014/2015 begonnen hatte, war während der Felix-Anomalie im wahrsten Sinne des Wortes dahingeschmolzen.

Wieder einmal war der Traum vom größten Eiswürfel Pannoniens in weite Ferne gerückt. Dabei hatte Irgendwer bereits zu Beginn der Heizperiode eine Maßnahme gesetzt, mit der er dieses Ziel sicher in der Tasche wähnte: Er hatte kurzerhand die Kollektorfläche halbiert, was mit seiner neuen Kollektorkonstruktion durch die Umschaltung zweier Ventile ein Leichtes gewesen war.

Energiezaun: halb vereist

Kollektor auf Halbmast: Nur die obere Hälfte des Kollektors wird von (kalter) Sole durchflossen, was an der Rauhreifbildung erkennbar ist.

Weniger Energie vom Kollektor, mehr Energie aus dem Eisspeicher und damit mehr Eis im Eisspeicher – war das einfache Kalkül gewesen. Aber bei so einem Warmduscher-Winter, in dem ein Wärmerekord den anderen jagte, hatte scheinbar selbst diese Maßnahme zu kurz gegriffen.

Jetzt hatte Irgendwer endgültig genug!

Die Zeit war gekommen, um zur ultimativen Maßnahme zu greifen: nämlich den Kollektor komplett auszuschalten! Auch das war leicht bewerkstelligt. Er brauchte nur das automatische Umschaltventil, das den Kollektor bei guten Erntebedingungen zuschaltete, in der Regelung manuell abzuschalten. Und genau das tat Irgendwer in einer Nacht- und Nebelaktion am denkwürdigen 01. Februar 2015 …

Wärmepumpensystem LEO_2: Kollektorventil AUS!

Seit dem 01.02.2015 war der Kollektor bis auf weiteres ausgeschaltet. Damit nutzte das Wärmepumpensystem LEO_2 ausschließlich den Eisspeicher als Wärmequelle. Auch wenn ein Energiegewinn über den Kollektor möglich gewesen wäre …

Inzwischen waren auch schon wieder 2 Wochen ins Land gezogen. Zufrieden beobachtete Irgendwer, wie das Eisvolumen täglich zunahm und dadurch der Wasserstand im Eisspeicher kontinuierlich stieg.

Derzeit wuchs der Eiswürfel mit ca. 0,5 m3 pro Tag was einem Anstieg des Wasserstandes um täglich ca. 3 – 4 mm entsprach. Bei ursprünglich 24 m3 Wasser im Eisspeicher war das zwar auch nichts für ungeduldige Menschen, aber

‚Steter Tropfen höhlt den Stein!‘

oder

‚Stete Kühlung nährt das Eis‘

dachte sich Irgendwer …

Impressionen aus dem Eisspeicher

Eiszeit im Eisspeicher: Eiskristalle am Sammelrohr des Wärmetauschers

Jetzt hieß es: Hart bleiben und abwarten! Obwohl es Irgendwem fast körperlich weh tat, einen sonnigen Februartag nach dem anderen vorbeigehen zu lassen ohne auch nur eine einzige Kilowattstunde über den Kollektor zu ernten.

Aber Irgendwer war fest entschlossen, die Mission ‚Eiswürfel‘ beinhart bis zum Ende durchzuziehen …

Fortsetzung folgt …

Das Besondere an LEO_2: (4) Ein Eldorado für Selbermacher

Irgendwer ärgerte sich lieber über seine eigenen Fehler, als über die von hochbezahlten Professionisten. Daher hatte er das Wärmepumpensystem LEO_2 auch so ausgetüftelt, dass er es mit seinem durchschnittlichen handwerklichen Geschick und der begrenzten Ausstattung seiner Erfinderwerkstatt soweit wie möglich selbst zusammenbauen konnte.

Die Kappsäge - unverzichtbares Werkzeug für jeden LEO_2 Bauer

Die Kappsäge – unverzichtbares Universal-Werkzeug in Irgendwessen Erfinderwerkstatt. Sei es zum Zuschneiden von Zaunlatten oder PVC-Rohren …

Und was waren das nun für Eigenschaften, die den Eigenbau vergleichsweise einfach machten?

Standardkomponenten. Alle Teile, die für LEO_2 benötigt werden, sind als bewährte Standardkomponenten am Markt erhältlich. Die meisten können sogar in Online-Shops über das Internet bestellt werden.

Standardwerkzeug. Man benötigt kein teures Spezialwerkzeug zum Bau von LEO_2. Wenn man nicht schon einen brauchbaren Hohlraum besitzt (alte Güllegrube, Zisterne, Erdkeller), ist die größte Herausforderung das Ausheben einer Grube und das Mauern des Eisspeichers. Der Rest lässt sich mit Werkzeug erledigen, das in jeder Heimwerkerwerkstatt zu finden ist. Die wichtigsten Freunde des LEO_2-Bauers sind Akkuschrauber, Rohrzange, Schlauchschere und Kappsäge.

Akkuschrauber und LEO_2

Der Akkuschrauber: bester Freund des Selbermachers, besonders wenn es um LEO_2 geht: besonders beim Kollektorbau sind einige Löcher zu bohren und Schrauben einzudrehen …

Materialien leicht zu bearbeiten. Die verwendeten (vorgeschlagenen) Materialien, wie Lärchenholz, PVC-Rohr und Kunststoff-Rippschläuche sind leicht zu bearbeiten. Der Solekreis kann z.B. mit kostengünstigen PVC-Komonenten, wie sie auch aus Teichbau und Pooltechnik bekannt sind, zusammengebaut werden. Ein paar wichtige Grundregeln für das Kleben von PVC-Vebindungen, die man auf keinen Fall missachten sollte, sind rasch erlernt.

Solekreis aus PVC- und Messingkomponenten

Der Solekreis kann durch Verkleben von PVC Komponenten und Eindichten von Gewindeverbindungen aufgebaut werden.

Flexibel. Die Dimensionen von Trägergestell und Wärmetauscher können sehr flexibel gestaltet werden, sodass praktisch jeder wasserdichte quaderförmige Hohlraum zum Eisspeicher umfunktioniert werden kann. Dasselbe gilt für den Kollektor, für den die unterschiedlichsten Montagevarianten denkbar sind. Für LEO_2 ist eine gute (beidseitige) Belüftung des Kollektors wichtig und eine möglichst senkrechte Montage (damit er im Winter nicht durch Schnee bedeckt wird).

Werkzeug für Kollektor und Wärmetauscher

Wärmetauscher und Kollektor können mit einfachem Werkzeug aufgebaut werden.

Genehmigungsfrei. In den Weltgegenden in und um z-village kann man beginnen, LEO_2 zu bauen, ohne spezielle Genehmigungen oder Gutachten einzuholen (wie diese etwa für Tiefenbohrungen oder Grundwassernutzung nötig sind).

Ungefährlich. Ein mit einigen Kubikmetern Wasser gefüllter Tank in der Erde kann nicht mehr Schaden anrichten als eine Zisterne oder ein Swimmingpool. Der Frostschutz in der Soleleitung (Ethylenglykol) ist ungefährlich. In Pannonien wurde in grauer Vorzeit sogar der Wein damit versetzt

Schritt für Schritt. Wer die Zeit hat oder braucht, kann LEO_2 schrittweise umsetzen und sich damit z.B. auf den Austausch eines bestehenden Heizsystems vorbereiten.

Und so kann Irgendwer jedem unerschrockenen Siedler, der sich mit dem Gedanken trägt, das Wärmepumpensystem LEO_2 im Eigenbau zu realisieren, nur Mut zusprechen. Allerdings unter Beachtung einer alten pannonischen Heimwerkerweisheit:

„Wenn man weiß, wie es geht, ist es immer einfach …“

Irgendwer wusste das inzwischen – nachdem der eine oder andere Heimwerkerfluch (glücklicherweise) ungehört in den Tiefen des Eisspeichers verklungen war.

Question Mark Cloud

Im Nachhinein betrachtet hätte Irgendwer auch gern Irgendwen gehabt: zur Beantwortung der tausend Detailfragen, die sich so im Laufe dieses Projektes ergeben:

  • Wie sollen der Kollektor, der Eisspeicher und der Wärmetauscher dimensioniert werden?
  • Wie verlegt man am besten den Wärmetauscher im Eisspeicher?
  • Wie verhindert man, dass der Eisspeicher durch das Gefrieren des Wassers gesprengt wird?
  • Welche Leitungen für Sole, Wasser, Sensoren und Elektrik müssen vorgesehen werden?
  • Welche Wärmepumpe ist wirklich nötig bzw. geeignet und welche Nennleistung wählt man am besten aus?
  • Wie stark muss die Solepumpe sein?
  • Was ist der beste Platz für den Kollektor? Kann er auch im Schatten liegen?
  • Welchen Sensoren müssen an welchen Stellen vorgesehen werden?
  • Wie wird das gesamte Wärmepumpensystem inklusive Heizkreise und Warmwasserbereitung geregelt?
  • Welche Sicherheitseinrichtungen sollte man vorsehen?
  • … (?) …

Aber wozu gibt es punktwisser. Irgendwer kann da sicher weiterhelfen!

Der Herzschlag von LEO_2

Glücklicherweise gab es für Wärmepumpensysteme noch keine verbindlichen Rechte auf Privatsphäre. Denn LEO_2 war inzwischen so verkabelt wie ein Patient in der Intensivstation. Damit konnte Irgendwem (fast) nichts mehr entgehen, was in Kollektor, Eisspeicher und Wärmepumpe vor sich ging…

Und als die Tage kürzer wurden und die Blätter begannen von den Bäumen zu stürzen, blickte Irgendwer mit wachsender Sorge auf die Instrumente. Denn der Sommerschlaf, in den sich LEO_2 nach der letzten Heizperiode begeben hatte, dauerte nun schon ungewöhnlich lange.

Herzschlag_LEO_2: Sommerschlaf

21.10.2014: LEO_2 befand sich noch immer im verlängerten Sommerschlaf. Die Instrumente, die permanent alle lebenswichtigen Temperaturen im Heizkreis und im Solekreis aufzeichneten, zeigten nur sehr unregelmäßige Lebenszeichen …

Zur passiven Kühlung im Sommer war die Wärmepumpe ohnehin nur Nebensache und das bisschen Warmwasser, das das El(k)ement für ‚eine schnelle Dusche‘ benötigte, konnte LEO_2 offensichtlich nicht aus der Reserve locken. Doch zumindest reichte es für unregelmäßige Lebenszeichen, die LEO_2 von sich gab, um sich dann umzudrehen und grunzend weiterzuschnarchen.

Irgendwer versuchte sich damit zu beruhigen, dass das mit den fast sommerlichen Temperaturen bis weit in den Oktober hinein zusammenhing, die ein Heizen der Siedlerhütte – wie sonst in dieser Jahreszeit – überflüssig machten.

Aber dann kam Gonzalo, ein Sturmtief und Ausläufer eines tropischen Wirbelsturms, der die Temperaturen in z-village und Umgebung über Nacht auf die üblichen Herbsttemperaturen stürzen ließ.

Wie mit einem Defibrillator wurde LEO_2 unsanft aus dem Schlaf gerissen. Doch endlich konnte Irgendwer beruhigt aufatmen, denn das Herz von LEO_2 begann wieder im vertrauten Takt zu schlagen!

Herzschlag_LEO_2: Schluss mit Sommerschlaf

23.10.2014: Das Sturmtief Gonzalo hatte LEO_2 unsanft in die Realität zurückgeholt, was am kräftigen, regelmäßigen Herzschlag deutlich zu erkennen war …

Mit einem kurzen, analytischen Blick auf das ‚EKG‚ überzeugte sich Irgendwer vom hervorragenden Gesundheitszustand von LEO_2:

  • Wärmepumpentakt (=Puls): in Ordnung.
  • Heizkreistemperaturen: OK. Perfekte Übereinstimmung mit der Heizkurve.
  • Soletemperaturen: noch leicht erhöht (Hinweis auf Winterspeck, normal für den Beginn der Heizperiode).
  • Warmwasservorrang: eingehalten.
  • Allgemeines Regelverhalten: einwandfrei.

Diagnose: Ausgeruht, kräftig und gesund – vielleicht ein wenig Winterspeck angesetzt. Aber den würde LEO_2 auch brauchen, um allen Herausforderungen gewachsen zu sein, die der aufkeimende pannonische Winter noch im Gepäck haben mochte …

Seltsame Dinge (4)

Irgendwer hatte nun über geraume Zeit das Treiben rund um diese seltsame Baustelle weiter beobachtet. Auch andere Siedler aus z-village hatten begonnen, regelmäßig den Baufortschritt zu begutachten. Doch während diese nach und nach ihre Scheu verloren hatten, beäugte Irgendwer die Vorgänge nach wie vor mit einem gesunden Misstrauen.

Niemandem sonst schien aufzufallen, dass die Präsenz der Sicherheitskräfte verstärkt worden war. Obwohl sie sich diskret im Hintergrund hielten, waren sie doch allgegenwärtig.

Übermannsgroße Warntafeln wurden aufgestellt, die schon dutzende Meter vor der eigentlichen Baustelle eine unmissverständliche Gefahr für Leib und Leben anzeigten.

ACHTUNG: LEBENSGEFAHR!

Eine unmissverständliche Warnung sollte Neugierige von der Baustelle fernhalten. Die zweisprachige Aufschrift – auch in Englisch – deutete darauf hin, dass hier ganz offensichtlich mit internationalen Spionen gerechnet wurde!

Tonnen von Gerätschaften wurden herbei geschafft, die nach und nach in diesen riesigen Türmen verschwanden …

Gerät wird herangeschafft

Allerlei Material wurde herangeschafft …

… oder mit dem Monster-Kran zur Spitze der Türme hinauf gehieft und dort befestigt wurden.

Und als Irgendwer eines Tages wieder einmal rätselnd seinen Blick über die Baustelle schweifen ließ, war es ihm auf einmal klar! Von einer Sekunde zur anderen löste sich dieser Knoten von Fragen, der sich monatelang immer dichter und undurchsichtiger verflochten hatte.

Sie befanden sich ja hier auf einer Anhöhe! Und der Blick von der Spitze dieser Türme musste ja viele Kilometer in die pannonische Tiefebene hinein reichen. Warum war er nicht schon früher darauf gekommen?

PERISKOPE !

Überdimensionales Periskop

Irgendwer war sich sicher: Mit diesen überdimensionalen Periskopen, die wahrscheinlich mit modernster Elektronik ausgerüstet waren, sollte ganz Pannonien überwacht werden…

Aber scheinbar waren die Arbeiten immer noch nicht abgeschlossen! Wieder kamen riesige Tieflader und schafften weiters Material zu den Periskopen. Dieses Mal waren es 50 Meter lange flügelartige Gebilde, die Irgendwen an die Tragflächen von Flugzeugen erinnerten.

Flügel

Wozu brauchten die Periskope Flügel?

Da hieß es nur: Weiter geduldig beobachten! Die Zeit würde sicher auch diese Frage beantworten…

Und schließlich war die Katze endgültig aus dem Sack:

PROPELLER !

Montage der Flügel

Der Monster-Kran hiefte Flügel um Flügel zur Spitze der Türme, wo sie an der Periskopnase befestigt wurden und damit einen riesigen Propeller formten.

Ungläubig und mit steigendem Unbehagen verfolgte Irgendwer, wie an jedem der Türme diese überdimensionalen Propeller montiert wurden. Nicht die Spielzeug-Dinger mit denen man normale Flugzeuge antrieb. Nein, diese hatte einen Durchmesser von sicher 100 Metern!

Ein apokalyptisches Bild formierte sich in Irgendwessen Kopf: Fünf Riesenpropeller, die – wenn sie erst einmal richtig auf Touren gebracht wurden – die umliegenden Dörfer in eine riesige Staubwolke hüllten, während sich das daranhängende Fluggerät aus der Erde löste und davon schwebte …

„Nau, wos sogst zu unsare neichn Windradln?“

Mit dieser banalen Frage wurde Irgendwer von einem anderen Siedler, der die Vorgänge beobachtete, unsanft aus seinen Gedanken gerissen und auf den Boden der Realität zurückgeholt.

„Jo, eh …!“

antwortete Irgendwer um Zeit zu gewinnen und die Gedanken zu ordnen, die jetzt durch seinen Kopf rasten:

… Windräder … hmm … Windräder… ? … Windräder ! …

Das war natürlich auch eine Erklärung. Und genau genommen, eigentlich gar keine so schlechte …

Seltsame Dinge (3)

„Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4
Dann steht das Christkind vor der Tür …“

Wie die Kerzen auf einem Adventkranz wuchsen langsam aber stetig einer nach dem anderen dieser seltsamen Türme aus dem Boden. Der Kran hiefte Teil um Teil empor bis der Turm die gewünschte Höhe erreicht hatte. Dann rückte er zur nächsten Stelle weiter …
4-TürmeUnd während Irgendwer wieder einmal grübelnd – natürlich in sicherer Entfernung – das sonderbare Geschehen beobachtete, bemerkte er andere Siedler, die sich tollkühn – oder einfach nur ahnungslos – in die Nähe dieser Gebilde wagten …

Nachdem Irgendwer mehrmals beobachtet hatte, dass keiner dieser wagemutigen Siedler von Außerirdischen entführt worden war, beschloss er, selbst den ahnungslosen Speziergänger zu geben und quasi ‚under cover‘ die Lage genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das schien auch, wie geplant, bestens zu funktionieren…

Bis er zuerst dieses Fahrzeug bemerkte, das unauffällig in der Nähe des Turms parkte, dem er sich zu nähern versuchte. Auf dem Dach hatte es ein kleines Schild montiert, auf dem deutlich folgender Schriftzug zu lesen war: ‚SECURITY‚.

Turm (bewacht)

Die Türme wurden offensichtlich von Security-Leuten (1) bewacht. Wahrscheinlich um zu verhindern, dass man einen Blick hinter diese geheimnisvolle, braune Tür (2) werfen konnte …

Und dann, wie aus dem Nichts diese schneidende Stimme ganz in seiner Nähe: ‚Ja, bitte …?‚.

Irgendwer versuchte, sich den Schrecken nicht anmerken zu lassen, der ihm in die Glieder gefahren war. Er wunderte sich selbst über die Beiläufigkeit, mit der er sich zu der Stimme umdrehte, die eine Warnweste trug, auf der ebenfalls ‚SECURITY‚ zu lesen war.

I schau ma des nua au …! ‚ antwortete Irgendwer im bäuerlichen Dialekt der Siedler, der ebenfalls zu seiner Tarnung gehörte.

Jo, owa vo do. Weu des woins ned, das ma do zuwigeht. – Weg’n der Spionage … ‚ antwortete die Warnweste ruhig aber bestimmt und eine Handbewegung deutete unmissverständlich an, wo die Grenze für harmlose Spaziergänger mit bäuerlichem Dialekt war.

‚Ha!‘ dachte sich Irgendwer. Und seine ganzen Vermutungen schienen sich zu bestätigen. Ganz offensichtlich hatten diese Leute etwas zu verbergen! Er hatte natürlich auch die Türe am Fuß des Turmes bemerkt, die wahrscheinlich der Zugang zu einer weitläufigen unterirdischen Fabrikshalle war. Das würde auch die dicken Stromkabel erklären, die vom nahen Umspannwerk unterirdisch zu diesen Türmen geführt worden waren.

Irgendwer war sich sicher! Es war nur eine Frage der Zeit bis Rauch aus diesen Fabriks-Schloten treten würde.

Doch wieder kam es anders …

Statt ‚Rauch aus den Schloten‘ wurde wieder ein Kran aufgefahren. – Dieses mal der für die großen Jungs, der selbst die mächtigen Türme wie Spielzeug aussehen ließ …

Großer Kran

Fortsetzung folgt … 

Das Besondere an LEO_2: (1) Die 4 Elemente

„Was ist das Besondere an LEO_2 ?“

wurde Irgendwer oft gefragt. Es war nicht leicht, auf diese Frage eine kurze und vor allem für den technischen Laien verständliche Antwort zu geben. Zu groß war die Gefahr, in nichtssagende Schlagworte oder technisches Kauderwelsch zu verfallen.

So hatte Irgendwer beschlossen, das Besondere an LEO_2 in leicht verdauliche Häppchen zu unterteilen. Und hier ist das erste …

(1) LEO_2 nutzt alle vier Elemente als Wärmequelle: Luft, Erde, Wasser und Feuer (Sonne).

Das sorgt für hohe Wärmequellentemperaturen und damit hohe Arbeitszahlen.

Den größten Anteil der Umweltenergie gewinnt LEO_2 aus der Wärmequelle Luft.

Element Luft

Element Luft

In Pannonien sinkt die durchschnittliche Lufttemperatur auch im Winter nicht wesentlich unter 0°C. LEO_2 nutzt vor allem die winterlichen Maximaltemperaturen, die in Tauwetterphasen bis zu 20°C erreichen können.

Bei dem großflächigen Kollektor reichen natürliche Luftbewegungen (Wind, Konvektion) zum Entzug großer Energiemengen aus der Umwelt. Je niedriger die Außentemperaturen umso geringer wird der Beitrag dieser Wärmequelle. Nur bei sehr tiefen Außentemperaturen unter ca. -5°C liefert die Luft gar keinen Beitrag mehr und LEO_2 greift auf andere Elemente zurück.

Element Feuer

Element Feuer

Im Winter spielt die Sonne (Feuer) keine wesentliche Rolle als direkte Wärmequelle. Die Tage sind kurz und in der pannonischen Tiefebene häufig nebelig und trüb. Aber im Herbst sorgt sie dafür, dass das Wasser im Eisspeicher länger warm bzw. eisfrei bleibt. Und im Frühling schmilzt mit Hilfe der Sonne das Eis frührer. Das führt zu ausgesprochen guten Arbeitszahlen der Wärmepumpe in der Übergangszeit.

Element Wasser

Element Wasser

Das Wasser mit seinen außergewöhnlichen Eigenschaften ist das Schlüsselelement für LEO_2, obwohl es streng genommen nicht als Wärmequelle sondern ’nur‘ als Wärmespeicher dient. Es hat schon im flüssigen Zustand ein hohes Speichervermögen für Wärmeenergie (Wärmekapazität 1,163 kWh pro m3 und °C), aber beim Gefrieren zu Eis bei 0°C wird zusätzlich die Schmelzwärme von 92,7 kWh pro m3 frei.

Temperaturphasen im Eisspeicher

Ein Wassertank mit 25 m3 und einer Temperatur von 20°C kann fast 3.000 kWh für eine Wärmepumpe bereitstellen. Und das bei einer Wärmequellentemperatur, die 0°C nicht unterschreitet!

Die Erde umgibt den Eisspeicher ohne isolierende Zwischenschicht.

Element Erde

Element Erde

Das vereinfacht nicht nur die Errichtung des Tanks, sondern fördert in den Wintermonaten auch das Einsickern der Wärme in den Eisspeicher. Insgesamt liefert die Erde ca. 10 bis 15 % des Gesamtenergiebedarfes.

Zeitverlauf der Temperaturen im Erdreich

In den Wintermonaten liegt die Temperatur im umgebenden Erdreich oberhalb der Temperatur im Eisspeicher. Damit gibt die Erde Wärmeenergie an den Tank ab. Im Sommer wird die Erde über direkte Sonneneinstrahlung bzw. über die höhere Temperatur im Wassertank wieder ‚aufgeladen‘.

Doppelt profitiert!

Jetzt war es amtlich. Was Irgendwer aufgrund der mageren Eisbilanz schon vermutet hatte, hatten die Wetterfrösche nun wissenschaftlich bestätigt: Pannonien hatte den zweitwärmsten Winter der fast 250jährigen Messgeschichte erlebt, wobei als ‚meteorologischer Winter‘ die Monate Dezember, Jänner und Februar zu verstehen waren.

Schneeglöckchen

Auch die Schneeglöckchen hatten den milden Winter für eine frühe Blüte genutzt…

Während der letzte Winter (2012/2013) als normal eingestuft werden konnte, lagen die Durchschnittstemperaturen in diesem Winter (2013/2014) ca. 2,5°C über dem langjährigen Mittelwert.

Das hatte sich natürlich auch auf die Heizkosten positiv ausgewirkt. Nach akribischer Durchsicht seiner Aufzeichnungen stellte Irgendwer fest, dass er diesen Winter um exakt 6,4 % weniger Heizenergie für seine Siedlerhütte benötigt hatte als letztes Jahr. – Er hatte sich aber 14 % seiner Heizkosten erspart!

Wie ging denn das?!

Gegenüberstellung Winter 2012/2013 und 2013/2014

Gegenüberstellung der Messwerte für den ’normalen‘ Winter 2012/2013 und den außergewöhnlich warmen Winter 2013/2014.

Was zuerst wie ein Widerspruch aussah, ließ sich bei genauerem Hinsehen aber rasch erklären. Für ein Wärmepumpensystem – wie LEO_2 – war ja auch wichtig, wie effizient es die Energie aus der Umwelt gewonnen hatte. Dafür spielten im wesentlichen zwei Parameter eine Rolle:

  • Die Heizungsvorlauftemperatur: Der Mittelwert war in diesem Winter um 1,5°C niedriger als 2012/2013. Das war eine unmittelbare Folge der höheren Außentemperaturen.
  • Die Soleeintrittstemperatur: Der Mittelwert lag in diesem Winter um 1,8°C höher als 2012/2013. Das war der ausgeklügelten Wärmequelle von LEO_2 zu verdanken, die über den Kollektor die höheren Außentemperaturen direkt nutzbar gemacht hatte.

Zusammen ergab das dann für 2013/2014 mit einem Wert von 4,4 eine um 10% bessere ‚Winterarbeitszahl‘ im Vergleich zu 2012/2013.

Das hieß in knallharten Zahlen: Innerhalb der 3 Wintermonate hatte Irgendwer 327 kWh weniger elektrische Energie ‚verheizt‘ und dadurch fast € 20,– pro Monat gespart!

Seltsame Dinge (2)

Es war die Neugier, die an Irgendwem zu nagen begonnen hatte. Langsam aber sicher gewann sie die Überhand über die Angst, die ihm immer noch tief in den Knochen steckte, nachdem er damals Hals über Kopf reißaus genommen hatte

So war es nur eine Frage der Zeit, bis er sich – natürlich mit dem nötigen Respekt – wieder jenem Platz außerhalb von z-village näherte, den er unlängst wenig ruhmreich verlassen hatte.

Irgendwer hatte sich in Gedanken schon die wildesten Szenarien ausgemalt. Er hatte hohe Stacheldrahtzäune, knurrende Wachhunde und schwer bewaffnete Security-Leute erwartet. Daher wusste er nicht ob er erleichtert, überrascht oder sogar enttäuscht sein sollte, als er die Stelle menschenleer und verlassen vorfand.

Verlassene Baustelle

Die Baustelle war verlassen. Ein paar Reifenspuren waren alles, was Irgendwer noch vorfand …

Die Baumaschinen und die Einzäunung waren verschwunden. Das Riesenloch in der Erde mit dem seltsamen Stahlgerüst war wieder zugeschüttet worden und es ragte nur noch eine Art Betonring aus der Erde.

Nachdem er sich mit misstrauischen Blicken versichert hatte, dass weit und breit wirklich keine Menschenseele zu sehen war, schlich Irgendwer mutig näher und nahm das Ganze mit gebührender Vorsicht in Augenschein.

Loch in der Erde

In der Mitte dieses Betonringes tat sich ein riesiges Loch auf, dessen Tiefe und Verlauf Irgendwer nur erahnen konnte …

Befestigungsring

Besonders seltsam waren diese schwarzen Stutzen, die in regelmäßigen Abständen kreisförmig um das große Loch in der Mitte angeordnet waren…

Nachdem Irgendwer in sicherer Entfernung noch ein paar Minuten angestrengt gelauscht hatte, ob irgendwelche Geräusche aus der Tiefe drangen – was nicht der Fall war – trat er den Rückzug an, den man im Vergleich zum letzten mal durchaus als ‚geordnet‘ bezeichnen konnte.

Diese verdächtige Ruhe hatte nun endgültig sein Misstrauen geweckt. Irgendetwas ging da nicht mit rechten Dingen zu! Und so beschloss er, seine Kontrollgänge in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Da die Lage über die folgenden Wochen aber unverändert ruhig blieb, war Irgendwessen Wachsamkeit fast schon wieder eingeschlafen – bis zu jenem Tag! Insgeheim hatte er damit gerechnet und hatte sich deshalb genau zurechtgelegt, was er in diesem Fall zu tun hatte.

Nachdem der inzwischen routinemäßige Kontrollblick die Veränderung auf dem Areal erkannt hatte, ging Irgendwer blitzschnell hinter ein paar Büschen in Deckung und robbte lautlos zu einer Stelle wo er einen guten Ausblick auf das Geschehen hatte: Da waren sie wieder!

Turm

Aus seinem sicheren Versteck sah Irgendwer, wie die Kräne wieder ans Werk gegangen waren und seltsame Türme aus dem Boden wachsen ließen …

Fortsetzung folgt …

Jenseits von Pannonien …

In der Erfinderwerkstatt herrschte geschäftiges Treiben.

Ein unerschrockener Siedler jenseits der pannonischen Landesgrenzen – im Lande des kahlköpfigen Herzogs – hatte sich entschieden, die Erfindung – das Wärmepumpensystem LEO_2 – auch in seine Siedlerhütte einzubauen.

Der kahlköpfige Herzog

Nachdem der Wassertank, der zukünftig sowohl als Eisspeicher als auch als Zisterne dienen würde, fertiggestellt war, musste im nächsten Schritt die Trägerkonstruktion für den Wärmetauscher im Eisspeicher vorbereitet werden.

Dazu benötigte man (1) PVC-Rohr, das in handlichen Stücken zu je 2 m geliefert wurde, (2) eine genau berechnete Menge von T-Stücken, mit denen die PVC Rohre zusammengefügt wurden, (3) etwas PVC-Kleber und (4) einen guten Plan, der die exakte Anzahl und Länge der benötigten Rohrstücke auswies.

PVC-Trägerkonstruktion: Zuschnitt

Nach einem genauen Plan, den Irgendwer ausgetüftelt hatte, wurden die PVC Rohre auf die exakte Länge zugeschnitten.

Im nächsten Schritt wurden die T-Stücke systematisch mit den Rohren verklebt, wodurch sich zunächst ein interessantes Sammelsurium von Teilstücken ergab.

PVC-Trägerkonstruktion: Verklebte Teilstücke

Teilstücke der PVC-Trägerkonstruktion – Bereit zum Aufbau.

Was für den Außenstehenden, wie ein IKEA Regal nach dem Auspacken aussah, hatte einige unschlagbare Vorteile:

  • Sämtliche Teile der Trägerkonstruktion bestanden aus korrosionsbeständigem PVC-Kunststoff, der außerdem gut und einfach bearbeitbar war.
  • Kein Einzelstück war länger als 2,5 m. Das vereinfachte sowohl den Transport als auch das Einbringen in den Wassertank durch die kleine 60 x 80 cm große Einstiegsöffnung.
  • Der Aufbau im Tank ging sehr rasch und ohne spezielles Werkzeug vonstatten – praktisch nur durch Zusammenstecken der Einzelteile.

Nun galt es, die Trägerkonstruktion an den Zielort zu transportieren, was aufgrund des geringen Gewichtes selbst mit dem kleinen Gefährt von Irgendwem problemlos möglich war.

PVC-Trägerkonstruktion: Transport

Transport der PVC-Trägerkonstruktion: Die langen Teile wurden aufs Dach geschnallt …

PVC-Trägerkonstruktion: Transport

… und die kleineren Teile fanden locker im Kofferraum Platz.

Am Zielort angekommen war die meiste Arbeit das Abladen und das Hinunterschaffen der Teile in die Zisterne. Das Aufstellen der Konstruktion war aufgrund der generalstabsmäßigen Vorbereitung innerhalb kürzester Zeit erledigt.

PVC-Trägerkonstruktion-Wärmetauscher-Tank

Selbsttragende PVC-Trägerkonstruktion für die Verlegung des Wärmetauschers im Eisspeicher.

Bereit für den nächsten Schritt, das Einziehen des Wärmetauschers

Eisspeicher ?!

Es war zum Verzweifeln!

Der größte Eiswürfel Pannoniens hätte es werden sollen! Das war zumindest Irgendwessen Plan gewesen. Aber das hatte er sich wohl ein wenig zu einfach vorgestellt und die Rechnung ohne den Wirt – den pannonischen Winter – gemacht. Irgendwie wurmte das Irgendwen schon gewaltig, dass er nun wohl schon das zweite Mal mit seinem Vorhaben scheitern würde, sich ins Guinness Buch der Rekorde einzutragen…

Ice cubes openphoto

Dieser gigantische Eiswürfel hätte quasi als Nebenprodukt seiner Erfindung entstehen sollen. Diese entzog einem 25m3 großen Wassertank – der die Bezeichnung Eisspeicher derzeit völlig zu Unrecht trug – die Energie zum Heizen seiner Siedlerhütte. Und dadurch sollte das Wasser im Tank zu Eis gefrieren. – Ein guter Plan, eigentlich.

Aber dazu waren über längere Zeit niedrigere Außentemperaturen notwendig. Und die waren jetzt, mitten im – zumindest laut Kalender – ‚tiefsten Winter‘ auch am entferntesten Horizont der Wettervorhersagen nicht auszumachen.

Meteogramm Eisenstadt

Meteogramm Eisenstadt: keine Minusgrade in Sicht …

Frustriert blickte Irgendwer auf seine Messaufzeichnungen, die eine ernüchternde Bilanz auswiesen: Im Dezember hatte es für eine Woche gerade einmal 1m3 Eis im Tank gegeben, was beim besten Willen nicht für seinen Rekordversuch reichte. Seitdem war praktisch tote Hose – Null Eis! Und mit 3…6°C fast Badewannentemperaturen im Eisspeicher…

Temperaturen und Eis im Eisspeicher

Rekordversuch 2014 erneut gescheitert: Nach nur 5m3 Eis im Vorjahr hatte der Eisspeicher im heurigen Jahr noch nicht mehr als 1m3 Eis gesehen…

Das Einzige, mit dem sich Irgendwer irgendwie trösten konnte, war die außergewöhnliche Performance seiner Anlage bei diesen vergleichsweise hohen Außentemperaturen, die sich praktisch doppelt positiv auswirkten:

  • erstens war dadurch die benötigte Heizungsvorlauftemperatur geringer und
  • zweitens die Sole-Eintrittstemperatur in die Wärmepumpe höher als sonst um diese Jahreszeit.

Beides zusammen verpasste der Arbeitszahl seiner Wärmepumpe einen gehörigen Schub und senkte dadurch die Heizkosten beträchtlich.

Soletemperatur und Arbeitszahl

Ein kleiner Trost für Irgendwen: kein Mega-Eiswürfel, aber dafür Arbeitszahlen um 4,5 im Jänner …

Wenigstens etwas, dachte sich Irgendwer. Vielleicht sollte er damit versuchen, ins Guinness Buch der Rekorde zu gelangen …