Alte Heizung – Neue Regelung: Phase 2 – Programmierung

Die Rahmenbedingungen waren abgesteckt. Nun galt es, der bestehenden Heizungsanlage eine neue Intelligenz einzuhauchen, also zuallererst einmal alle Sensorsignale richtig zu verstehen.

Sensor

Irgendwem erschien es manchmal so, als wäre es eine Frage der Ehre für jeden Heizungshersteller, seinen eigenen Sensortyp zu verwenden. Umsomehr wusste er es zu schätzen, dass er auch diesen Exoten (NTC 5kOhm) in der Auswahlliste für mögliche UVR16x2-Sensoren wiederfand.

Sensor-Eingang-NTC

Aber auch das Ansteuern der Anlage, stellte ihn vor keine großen Schwierigkeiten:

Da noch keine hochgezüchteten elektronisch geregelten Pumpen eingebaut waren, war es neben einem simplen EIN/AUS auch möglich, TRIAC-Ausgänge der UVR16x2 für die Drehzahlregelung zu verwenden.

Auch die eingebauten automatischen Ventile und Heizungsmischer hörten – wie es sich gehört – auf Ein/Aus Signale mit 230V.

Einbindung-Mischer-Bestand

Einbindung und Ansteuerung des bestehenden Heizungsmischers

Und obwohl schon etwas betagt, hatte der Heizkessel einen potentialfreien externen Anforderungskontakt, über den er von der UVR16x2 direkt ein- und ausgeschaltet werden konnte.

Einzig der elektrische Heizstab, der im Warmwasserspeicher eingebaut war, erforderte ein zusätzliches Schütz, das über 230V von der UVR angesteuert werden konnte und das Schalten der hohen elektrischen Leistung übernahm.

Etwas kniffliger wurde es schon mit der Regelungslogik. Denn neben der Steuerung der nicht ganz alltäglichen Hydraulik sollten auch die Schwächen der alten Regelung ausgebügelt werden. Und um spezielle Anforderungen zu erfüllen, musste Irgendwer manchmal schon recht tief in seine Trickkiste greifen …

Regelungslogik

Die grafische Darstellung der Verknüpfung von Funktionsbausteinen im Programmiertool TAPPS war überaus hilfreich, um den Überblick über die Regelungslogik nicht zu verlieren…

Parallel zur Programmierung hielt Irgendwer alle relevanten Einzelheiten vom Hydraulikschema, über die Belegung der Ein-/Ausgänge, die Verdrahtung der Komponenten bis zur Regelungslogik in einem Handbuch fest. Denn der Besitzer sollte ja am Ende in der Lage sein, seine neue Regelung vollständig selbst zu verkabeln und in Betrieb zu nehmen.

Handbuch

Unverzichtbar: Das individuelle Siedler-Handbuch …

Damit wären wohl viele zufrieden gewesen. Nicht aber Irgendwer, der genau wusste, dass der wichtigste Teil erst nach der Inbetriebnahme wartete, nämlich die Optimierung der Regelung und die Anpassung an das tatsächliche Anlagenverhalten.

Daher war es aus seiner Sicht unverzichtbar, zu jeder Zeit – für ihn auch aus der Ferne – einen Überblick über die Anlage zu behalten und ein bestimmtes Regelungsverhalten auch im Nachhinein analysieren zu können.

Daher baute er mit Hilfe des TA-Designer ein Onlineschema, das den aktuellen Anlagenzustand auf eine Blick darstellte…

TA-Designer

Erstellen des Onlineschemas im TA-Designer

… und selektierte kritische Messwerte und Regelparameter, die er in die  Datenaufzeichnung aufnahm.

Konfiguration Datenlogging

Konfiguration des Datenloggings in TAPPS

Jetzt musste er nur noch warten, bis der Siedler seine neue UVR16x2 beschafft, über das CMI erfolgreich mit dem Internet verbunden, und ihm Fernwartungszugang gestattet hatte.

CMI-Fernwartung

Fernwartung über CMI und das Webportal der Technischen Alternative

Dann folgten noch einige Standard-Fernwartungs-Handgriffe: Firmware von CMI und Regler aktualisieren, Funktionsdaten und Onlineschema aufspielen, Abruf der Messdatenaufzeichnung über Winsol konfigurieren.

Und damit war alles bereit für die Inbetriebnahme …

Alte Heizung – Neue Regelung: Phase 1 – Konzept

Es soll ja Heizungen geben, die klaglos funktionieren.

happy

Bei vielen lernt man aber über die Zeit ‚kleine Mätzchen‘ kennen und lieben, die man als ’normal‘ akzeptiert, die man mit ‚gewissen Handgriffen‘ aber relativ problemlos beheben kann.

Aber dann gibt es Anlagen, deren Verhalten immer wieder überrascht, und die ohne permanente Aufsicht keinen zufriedenstellenden Komfort liefern können.

so sad

So wusste auch jener Siedler eine lange Leidensgeschichte zu erzählen, als er sich an Irgendwen wandte. Was hatte er nicht schon alles versucht, um nach jenem Einbau der thermischen Solaranlage eine akzeptable Anlagenperformance zu erreichen. Erfolglos. Diverse Untersuchungen und Schlussfolgerungen hatten nur ergeben, dass

‚… die Hydraulik soweit in Ordnung und das Problem wohl in der Regelung zu suchen sei …‘.

Aber für diese nicht mehr ganz zeitgemäße Regelung, die aus mehreren Modulen mit beschränkten analogen Einstellmöglichkeiten bestand, erschien eine systematische Analyse und Optimierung aussichtslos.

Regelung-Bestand

Das hatten selbst die herbeigerufenen Techniker des Herstellers eindrucksvoll bewiesen.

Also war der einzige Vorschlag, den Irgendwer machen konnte, den Ersatz dieses Urgesteins durch eine frei programmierbare Universalregelung UVR16x2 zu prüfen.

UVR16x2

Da dieser Siedler bereit uns willens war, bei Irgendwessen Fernanalyse tatkräftig zu unterstützen und bei der Umsetzung der Lösung auch selbst Hand anzulegen, war man sich schnell über eine weitere Vorgehensweise einig.

Bestandsaufnahme. Neben zwei nicht mehr ganz aktuellen Hydraulikschemen, fanden sich diverse Handbücher und Datenblätter, die in einem gemeinsamen Online-Ordner gesammelt wurden. Ein Erfahrungsbericht und eine Foto-Safari durch den Heizraum komplettierten die Aufnahme des Ist-Zustandes.

Hydraulik-Bestand

Ja, und dann gab es natürlich noch die ‚Wunschliste‘, die sich in diesem Fall schon zu einem kleinen Konzept ausgewachsen hatte, in dem sich der Siedler schon ausführlich seine eigenen Gedanken über eine mögliche Optimierung der Anlage gemacht hatte.

Analyse. Jetzt lag der Ball einmal bei Irgendwem, der sich durch die Informationen wühlte und daraus ein aktuelles Hydraulikschema kondensierte, in das alle Regelungskomponenten – vom Temperatursensor über Pumpen und Umschaltventile bis zum Sicherheitsthermostat – eingezeichnet wurden.

Hydraulik-Neu

Das ging nicht ganz ohne die Mithilfe des Siedlers, der in der einen oder anderen Heizraum-Expedition auch noch die letzten Details der Anlagenkomponenten in den hintersten Winkeln ablichtete.

Umschaltventil

Fragen und Details wurden über E-Mails abgestimmt – was auch zum Tüfteln und zum ‚in Ruhe Nachlesen‘ eine große Hilfe war.

Konzept. Aus den Analyseergebnissen und der Wunschliste des Siedlers konzipierte Irgendwer einen Lösungsvorschlag basierend auf der UVR16x2 und einem CMI.

Innerhalb der Grenzen der Hydraulik war die gewünschte Regelungslogik mit der UVR umsetzbar. Und es konnten praktisch alle bestehenden Komponenten eingebunden werden.

Einbindung-Ventil

Zusätzlich sollte aber endlich auch das Rätselraten über das tatsächliche Anlagenverhalten der Vergangenheit angehören. Der Momantanzustand sollte in einem Online-Schema dargestellt und sämtliche Sensorwerte und Schaltzusände aufgezeichnet werden.

Nachdem das Konzept mit dem Siedler besprochen und verfeinert worden war, war die Phase 2 startklar: die Reglerprogrammierung. – Aber das ist eine andere Geschichte…