Die Bezwingung des K9

Das Ganze hatte relativ harmlos begonnen. Damals hatte Irgendwer folgendes Ereignis penibel im Anlagenlogbuch vermerkt:

„Logbucheintrag 30.11.2016 04:59: Wärmepumpe zeigt Störung HOCHDRUCK an. Keine Ursache / kein besonderer Temperaturverlauf erkennbar. Nach Reset der Wärmepumpe arbeitet diese wieder normal. – Ursache für die Hochdruckstörung vorerst unbekannt.“

Störmeldung: HOCHDRUCK bei der Stiebel-Eltron WPF-7-Basic

Störmeldung: HOCHDRUCK bei der Stiebel-Eltron WPF-7-Basic

Dieser Eintrag war schon fast wieder in Vergessenheit geraten. Bis es Irgendwem irgendwann mitten im kältesten Jänner seit 30 Jahren kurz nach dem Aufstehen etwas frisch in der Siedlerhütte vorkam.

Als er noch etwas schlaftrunken einer alten Gewohnheit folgend an den Heizkörper griff, war er plötzlich hellwach: KALT!!! – eine schlimme Vorahnung beschlich Irgendwen. Und so führte ihn sein erster Weg in den Maschinenraum, wo er feststellen musste, dass die Wärmepumpe mit einer trotzigen Störmeldung ihren Dienst versagt hatte:

Störmeldung: SCHÜTZ KLEBT bei der Stiebel-Eltron WPF-7-Basic

Störmeldung: SCHÜTZ KLEBT bei der Stiebel-Eltron WPF-7-Basic

„Logbucheintrag 14.01.2017 23:12: Fehlermeldung SCHÜTZ KLEBT. Laut Logging-Daten wurde ein Heizzyklus normal beendet. Danach ist die WP nicht mehr angelaufen. Nach Reset läuft die Wärmepumpe wieder normal.“

Die Hoffnung, dass sich die Wärmepumpe wie vor fast zwei Monaten nur ‚verschluckt‘ hatte und ein Reset das Problem lösen würde, zerschlug sich leider nur wenige Stunden später mit einem erneuten ‚SCHÜTZ KLEBT‘.

So bewaffnete sich Irgendwer mit Schraubenzieher und Taschenlampe und unternahm eine Expedition in die Wärmepumpe. Neben den Schützen K1 und K2, die zumindest während seiner Beobachtungen sauber zu schalten schienen, erweckten eher die filigranen, aufgesteckten Hilfskontakte seinen Argwohn.

Schütz K1 und K2 in der WPF-7-Basic

Im Kabel-Dschungel machte Irgendwer diese Verdächtigen aus: Schütze K1 und K2 und die beiden aufgesteckten Hilfskontakte, die der Regelung den Schaltzustand der Schütze signalisierten.

Und während er noch überlegte, ob er nur die Hilfskontakte oder gleich die Schützen austauschen sollte, verwirrte ihn die Wärmepumpe vollends mit einer weiteren Störmeldung ‚HOCHDRUCK‘. Auch dieses Mal war diese Störung beim besten Willen nicht mit einer Überhitzung des Verflüssigers der Wärmepumpe in Zusammenhang zu bringen.

Was war denn plötzlich in die Wärmepumpe gefahren, dass sie scheinbar zusammenhanglose Fehlermeldungen produzierte, dann aber wieder einen halben Tag vollkommen normal funktionierte?!

Irgendwessen Verdacht, dass der ‚el(k)ementare‘ Hackerangriff auf die Wärmepumpe die ‚Aussetzer‘ der Wärmepumpenregelung verursacht haben könnten, waren vom Wissenschaftsoffizier zunächst vehement bestritten und kurz danach auch experimentell widerlegt worden.

So wurde es nun höchste Zeit, den Stiebel-Eltron Kundendienst mit diesem Verhalten zu konfrontieren! Nachdem er dessen erste Verteidigungslinie überwunden hatte, meldete sich ein Techniker, der die WPF-Basic in- und auswendig zu kennen schien. Dieser stellte einige sehr präzise Fragen über das Alter der Wärmepumpe und die Farbe (!?) der eingebauten Relais.

k9-relais-k9

Das schwarze(!) Relais K9, das sich in der hintersten Ecke des Schaltfeldes unter einem Gedärm aus Drähten verbarg, schien in der ganzen Affäre eine wesentliche Rolle zu spielen …

Nach einer kurzen Fachsimpelei war der Lösungsvorschlag des Technikers eindeutig. Dieser hörte sich im vertrauten oberösterreichischen Idiom ungefähr so an:

„Des schwoaze K9-Relais gheat tauscht! Gaunz hinten am Schoitföd. Weu des hängt do ois zaum, de Hüfskontakte von de Schütz und da Hochdruckwächta!“

Und so machte sich Irgendwer umgehend auf die Suche nach einem Ersatz für das Relais K9. Aber bis der geliefert und auch eingebaut war, galt es noch einige Tage zu überstehen, in denen die Wärmepumpe zu allen Tages- und Nachtzeiten eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderte.

k9-onlineschema-handy

Mit dem Online-Schema auf seinem Smartphone hatte Irgendwer die Anlage immer im Blickfeld, um sofort auf Störungen reagieren zu können …

Denn wie zwei Lausbuben wechselten sich die Störmeldungen ‚SCHÜTZ KLEBT‘ und ‚HOCHDRUCK‘ ab. Scheinbar nur um Irgendwen auf Trab zu halten, der mehrmals täglich  brav in den Maschinenraum trabte, um einen Reset der Wärmepumpe durchzuführen.

Endlich war das heiß ersehnte Paket eingetroffen. Mit dem neuen, weißen 😉 Relais.

Finder 66.82.8.230.0000

Schließlich war das neue Relais K9 in die Wärmepumpe eingebaut.

Und tatsächlich: nach dem Einbau der Ersatz-Relais war der Spuk genauso schnell wieder vorüber, wie er begonnen hatte…

Erde, Luft, Wasser und Eis – wozu das alles?

Jahrelang kämpften die Siedler mit der einen großen Herausforderung des Eisspeicher-Journalismus. Wie stellt man am besten dar, wie das Zusammenspiel von Kollektor und Eisspeicher funktioniert? Wie beantwortet man solche Fragen:

Was bringt der Kollektor eigentlich?

oder

Wozu braucht man den Kollektor überhaupt, wenn die Arbeitszahl während einer Eisspeicher-Challenge ohne Kollektor eh nicht so stark absinkt?

und vor allem

Wie groß ist eigentlich der Beitrag der Erde?

Kann hier die Datenkrake helfen, besser darzustellen, was im Lauf einer Heizsaison passiert?

Aus dem Eisvolumen und der aktuellen Tanktemperatur wird der Energievorrat im Tank berechnet. Die Energie im Tank ändert sich vor allem dadurch …

  1. dass aus dem Tank laufend Energie durch den Wärmetauscher entnommen (Wärmepumpenbetrieb) oder zugeführt (Kollektor) wird.
  2. und dass über die Wand und den Boden des Tanks Wärme mit der Umgebung ausgetauscht wird.

Der Beitrag der Erde kann aus Eisvolumen, Tanktemperatur und der gemessenen Wärmetauscher-Energie berechnet werden. Ergo:

Vorratsänderung (Eis, Wasser) = Energie Tankwärmetauscher + Energie Erde

In stundenlangen Sitzungen von Forschungs- und Ingenieursabteilungen wurden dabei folgende Definitionen für die Vorzeichen dieser Beiträge festgelegt:

Energiequellen, -austausch, -vorrat - Vorzeichenfestlegungen

Wenn der Kollektor aktiv ist, sind drei Wärmetauscher in Serie geschaltet: Der Kollektor, der Wärmetauscher im Tank und der Verdampfer der Wärmepumpe. Die Wärmepumpe entnimmt ihre Entzugsenergie entweder nur aus dem Eisspeicher (wenn der Kollektor weggeschaltet ist) oder aus der kombinierten Quelle gebildet aus Kollektor und Tank.

In den folgenden Diagrammen für die ‚Eisspeicher-Challenge-Saison‘ 2014-2015 werden Entzugsenergie, Kollektorernte, Energiefluss über den Tank-Wärmetauscher, Beitrag der Erde und die Änderung des Eis-/Wasser-Energievorrats gegenübergestellt.

Saison 2014-2015: Monatsbilanzen: Energiequellen, -austausch, -vorrat

Von September bis Jänner steigt die benötigte Entzugsenergie – aber auch der Kollektorbeitrag! Je länger die Wärmepumpe gleichzeitig mit dem Kollektor läuft und je kälter der Tank im Vergleich zur Luft ist, umso mehr Energie kann geerntet werden. In einer typischen Saison deckt der Kollektor in den Eismonaten Dez / Jan / Feb ca. 75% der benötigten Entzugsenergie ab – aber nur in Zusammenspiel mit dem Eisspeicher!

Am Anfang der Saison 2014/15 – solange sich noch kein Eis gebildet hat – folgen die Tanktemperatur und die Soleeintrittstemperatur ungefähr der Außentemperatur. Ende November ist die Außentemperatur aber schnell gesunken – damit kann über den Kollektor aus der vergleichsweise kalten Luft wenig in den noch warmen Tank geerntet werden. Daher wird der Eis-Wasser-Vorrat angezapft und die Erde beginnt zu liefern.

2014-09-01 - 2015-05-15: Temperaturen und Eisbildung

2014-09-01 - 2015-05-15: Tagesbilanzen: Energiequellen, -austausch, -vorrat Am 10.1.2015 konnte dank des Wintersturms Felix extrem viel Kollektorenergie geerntet werden.

Erst nach Abschalten des Kollektors mit Anfang Februar (‚Eisspeicher-Challenge‚), ändert sich der Vorrat beim Vereisen deutlich.

Da der Kollektorbeitrag im Februar gleich Null ist, entspricht der Energieaustausch über den Tank-Wärmetauscher genau der Entzugsenergie. Die Erde liefert dann ca. ein Drittel der Entzugsenergie.

Mitte März startet der Auftauvorgang: Der Kollektor kann aufgrund der konstant auf 0°C bleibenden Tanktemperatur viel ernten und der Tankvorrat wird schlagartig wieder aufgepumpt. Der Energieaustausch mit der Erde ist sehr klein, während der Wärmefluss über den Tankwärmetauscher fast gleich der Vorratsänderung ist.

Anfang Mai startet der Sommerbetrieb: der Kollektor ist aus, um den Tank solange wie möglich auf 8°C zu halten – was zu einem kleinen Wärmefluss der schon warmen Erde in den Tank führt.

Was hat ein Eisspeicher mit einer Packung Tiefkühlkräuter gemeinsam?

Beide enthalten manchmal Gefrorenes. – OK. Das war einfach.

Aber da war noch etwas, was Irgendwen irgendwie an seinen Eisspeicher erinnerte …

tk-kraeuter-1

Irgendwas hatte der wieder verschließbare Deckel an sich …

Zu Beginn war es sicher der wieder verschließbare Deckel an der Oberseite der Schachtel gewesen, der Irgendwem ins Unterbewusstsein gekrochen war. Jedesmal, wenn er ein paar Kräuter aus der Packung gekratzt hatte, war ihm der Gedanke gekommen, dass er wohl wieder einmal einen Blick in den Eisspeicher werfen sollte …

Deckel des Eisspeichers

Mit gutem Willen war schon eine gewisse Ähnlichkeit zum Verschluss der Kräuterpackung zu erkennen …

Das entscheidende ‚Aha-Erlebnis‚ hatte Irgendwer aber erst kürzlich, als er im Zuge der systematischen Mülltrennung die 72ste leere Packung Tiefkühlkräuter auseinander genommen hatte …

tk-kraeuter-2

Zuerst öffnete Irgendwer vorsichtig die Klebe-Laschen des Deckels …

Aus irgendeinem Grund hatte er die Packung nicht wie sonst einfach nur platt getreten oder zerrissen. Nein, einer inneren Stimme folgend hatte er sie gereinigt und vorsichtig die Klebe-Laschen geöffnet.

tk-kraeuter-3

Dann wurden die übrigen Klebestellen des Kartons gelöst …

Und da lag sie dann flachgedrückt vor ihm, die Erkenntnis:

tk-kraeuter-4

Der untere Teil der Schachtel war aus einer einzigen, zusammenhängenden, rechteckigen Fläche geformt, die nur geschickt gefaltet worden war.

Genau so hatte Irgendwer die Teichfolie gefaltet, mit der er das Innere seines ehemaligen Erdkellers ausgekleidet hatte! Damit hatte er damals die Folie im Ganzen verarbeitet, um mögliche Lecks durch Kleben oder Schweißen von Anfang an auszuschließen …

Die Datenkrake – ein Formwandler

Die Siedler sind immer wieder fasziniert von den seltsamen Lebensformen, die sich rund um die Siedlerhütte so tummeln. Auch altbekannte Spezies sind immer wieder für eine Überraschung gut!

Wie wir alle wissen, sind Kraken ja wahre Formwandler:

(…was an ihrem fehlenden Rückgrat liegt – aber soweit wollen wir diese Metapher nicht ausreizen…)

Jedenfalls zeigt auch die hauseigene Krake eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit – ein Glück angesichts solcher Herausforderungen:

Wenn Irgendwer mit diversen anderen Lebensformen kämpft, dann vergisst er Zeit, Raum und vor allem dem Wissenschaftsoffizier zu melden, dass sich die Sensorlandschaft der Siedler über Nacht grundlegend verändert. Das Elkement steht dann vor der Herausforderung, der Krake wieder neu beizubringen, wie sie z.B. jetzt erkennen soll, ob die Wärmepumpe gerade läuft oder nicht. Soll man die Anforderung der Wärmepumpe heranziehen? Oder die Anforderung der Solepumpe? Oder doch eine Temperaturdifferenz und den Durchfluss im Solekreis?

Generell erfordert die scheinbar so volksschulmäßig simple Mittelwertbildung einiges an FingerspitzenTentakelgefühl: Abgesehen von Raum- und Außentemperatur sind die meisten Mittelwerte nur sinnvoll in Messintervallen, in denen bestimmte Bedingungen erfüllt sind. In die mittlere Vorlauftemperatur des Heizkreises sollten natürlich nur Werte einfließen, die gemessen wurden während die Heizkreispumpe läuft – andererseits müssen aber die Werte während der sommerlichen Kühlphasen ausgenommen werden. Vor allem muss die Krake lernen, welche Sensorwerte evtl. als Fehler zu werten sind!

Um das Elkement zu verwirrend, fügt Irgendwer aber nicht nur dauernd neue Sensoren hinzu, sondern ändert fieserweise auch die Rollen etablierter Sensoren. So wird schnell einmal eine neue Wandheizung eingebaut und was der (Regelungs-)Welt bisher als Radiatorheizkreis bekannt war, wird nun zu einem neuen Wandheizkreis.

Aber auch das Elkement selbst ist an der ständigen Krakenmutation nicht unschuldig: Während sich Irgendwer lange zufrieden gab mit zwei unterschiedlichen ‚Logging-Quellen‘ – der UVR1611 / UVR16x2 – und einigen manuell gemessenen Werten, hat das Elkement einen Zähler-Zoo herangezüchtet und schreckt nicht davor zurück, die Krake ihre Tentakel direkt in das Innere der Wärmepumpe vordringen zu lassen. All das erzeugt neue Logfiles mit Daten, die zu anderen Zeitpunkten in anderen Zeitintervallen gemessen werden und die von der Krake mit den UVR-Daten verknüpft werden müssen.

Datenkrake: Tentakel in der Wärmepumpe

Insbesondere die früher manuell abgelesenen Daten waren der Krake ganz besonders schwer beizubringen: Irgendwer war zwar ein verwegener Messdatenableser, weigerte sich aber beharrlich, jeden Tag exakt um 00:00:00 Energiewerte aufzunehmen. Da die dumme Wärmepumpe entweder an oder aus ist, macht eine Interpolation der Werte wenig Sinn und das Elkement musste jene erwähnten Mittelwerte für irgendwelche seltsamen Zeitintervalle berechnen.

Aber nicht nur irgendwelche Experimente fordern die Krake heraus: So mancher Hersteller von Steuerungen kommt ja hin und wieder auf die Idee, ’schnell einmal über die Feiertage‘ die Struktur der Loggingdaten mit einem Firmwareupdate durcheinanderzuwirbeln! Die Tentakel der Krake müssen dann bis zum Äußersten gedehnt werden, um die Daten wieder richtig einzusammeln.

Wie regelmäßige Leser dieses ‚Wissenschaftsblogs‘ erahnen werden, muss natürlich jeder dieser Laborversuche ausführlich dokumentiert und nachvollziehbar qualitätsgesichert werden. Gerade bei Tierversuchen gibt es ja sehr strenge Auflagen!

Nach langem Tüfteln – und dem Konsum vieler klischeehafter Filme über künstliche Intelligenz – hat das Elkement jetzt der Datenkrake ein paar weitere Metaebenen verpasst: Die DNA der Krake – also die Beschreibung der Logdateien und Sensoren, wird in einer separaten Vor-Krake abgelegt. Schonungslos wird hier jeder Messfauxpas von Irgendwem dokumentiert: So enthält die Vor-Krake eine Tabelle, in der man Zeitbereiche findet mit Kommentaren wie Irgendwie bastelt und hat versehentlich die Sicherung ausgeschaltet.

Aus der Vor-Krake entsteht dann ‚per Knopfdruck‘ die Große Krake, die automatisch Logdateien in der richtigen Reihenfolge frisst. Nach der Entschlüsselung der Kraken-DNA lässt sich diese auch klonen und frisst auch die CSV-Dateien anderer Siedler.

Nur wenn man diese Vorgeschichte kennt, kann man die kindliche Freude des Elkementes nachvollziehen, wenn die sehr schlichte Benutzeroberfläche dann das Durchklicken der wichtigen Kennwerte für LEO_2-Anlagen erlaubt – für Tage, Monate, Jahre oder Heizsaisonen.

Datenkrake: Excel-Auswertung

IIEEEEEEHHH … !!!

… sein markerschütternder Schreckensschrei war ungehört in den Weiten des Büros verklungen.

Nichts Böses ahnend hatte Irgendwer im morgendlichen Dämmerlicht noch etwas schlaftrunken seinen Weg zur Kaffeemaschine gesucht, als ihn diese furchterregende Kreatur plötzlich aus dem Halbdunkel angestarrt hatte.

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Furchterregend, mit zwei deutlich erkennbaren Giftstacheln …

Er hatte schon genügend Bilder von Skorpionen gesehen, um instinktiv die tödliche Gefahr zu erkennen, die von der bedrohlich erhobenen mit zwei Stacheln besetzten Schwanzspitze ausging.

SCORPIO MAURUS PALMATUS

Reflexartig hatte er nach dem Handtuch gegriffen und kräftig zugeschlagen. Bevor er sich nach einer kurzen Wartezeit näher an das Tier heran wagte, das nun keinen Mucks mehr von sich gab.
Er konnte zwar nicht mehr mit Gewissheit sagen, ob es sich überhaupt bewegt hatte, aber jetzt lag es definitiv regungslos vor ihm. Durch den harten Schlag, war es in mehrere Teile zersprungen, die er nun neugierig begutachtete.

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Nach dem harten Schlag war das Ding in seine Einzelteile zersprungen …

Hmm. Irgendwie kam ihm das alles bekannt vor. Ja! Jetzt fiel ihm wieder ein, wo er dieses Teil schon einmal gesehen hatte. Draußen am Schlauchkollektor hatte er ein ähnliches Ding schon einmal beobachtet. Gut getarnt – sodass es sich kaum vom Hintergrund abgehoben hatte.

solar-skorpion-4

Solar-Skorpione haben sich perfekt an die Lebensbedingungen auf Schlauchkollektoren angepasst …

Und als er schließlich erkannte, dass der ‚Schwanz‘ nur das Ende eines stinknormalen Temperaturfühlers gewesen war, beruhigte sich sein Puls schön langsam wieder.

Gut, dass niemand gesehen hatte, dass er in seiner morgendlichen Schlaftrunkenheit gerade einen Kollektorfühler zerschmettert hatte. Aber glücklicherweise waren die ja sehr robust. Und mit wenigen Handgriffen war der Solar-Skorpion wieder zusammengebaut und saß genauso auf seinem Plätzchen, als ob nichts geschehen wäre…

Endlich! Der Blubber.

Der metrische Sensor zur visuellen Erfassung des Füllstandes im Eisspeicher von LEO_2 war eine Innovation der ersten Stunde gewesen. – Einfach, robust, verlässlich und unschlagbar günstig!

blubber-metrischer-fuellstandsmesser

Der Klassiker unter den Füllstandsmessern …

Er hatte nur einen entscheidenden Nachteil: Das technische Personal – also Irgendwer – musste zur Erfassung des Füllstandes direkt vor Ort sein – also am Einstieg zum Eisspeicher. Und das natürlich genau zu jenen Zeiten, zu denen sich Eis im Eisspeicher bildete.

Über die nun doch schon einige Jahre dauernde Beobachtungsphase hatte sich inzwischen herausgestellt, dass die Phasen mit Eisbildung ziemlich gut mit widrigen äußeren Wetterbedingungen im Zusammenhang standen. Das wiederum bedeutete, dass Irgendwer regelmäßig seinen Hintern aus der warmen Stube in die unwirtliche Kälte des pannonischen Winters hinausbewegen musste, um diesen entscheidenden Messpunkt einzusammeln.

Und so, wie immer Mangel und Not die besten Innovationen hervorbringen, war es auch diesmal. Es war allerdings ein langer und steiniger Weg gewesen, bis Irgendwessen Forschungen im Bereich der Füllstandsmessung die gewünschten Ergebnisse gezeitigt hatten.

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Die Entwicklung der Füllstandsmessung hatte einige Prototypen hervorgebracht, bevor mit dem Blubber der Schritt von der diskreten Niveau-Überwachung zur kontinuierlichen Messung des Wasserstands im Eisspeicher gelungen war.

Wollte Irgendwer doch die Änderung des Wasserspiegels mit einer Auflösung von 1 mm messen, was einer Änderung des Eisvolumens von ca. 0,15 m3 entsprach. Und das in einem Eisspeicher, in dem man darauf achten musste, dass die Füllstandsmessung nicht einfror oder durch Eis verfälscht wurde. Außerdem wollte er diesen Sensor natürlich an seine Universalregelung anschließen, um den kontinuierlichen Verlauf des Füllstandes zu erfassen und bei Bedarf auch (regeltechnisch) darauf reagieren zu können.

Und so war er nach langem Tüfteln schließlich auf den ‚Blubber‘ gekommen, wie er ihn liebevoll nannte. Mit einer Belüftungspumpe, wie sie auch gerne für Teiche oder Aquarien verwendet wird, blies er Luft über ein Messrohr in den Eisspeicher ein. Wie der Physiker weiß, steigt der dafür notwendige Druck linear mit der Höhe des Wasserspiegels.

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Der ‚Blubber‘ in Aktion …

Für die Messung, und Aufzeichnung dieses Drucksignals sowie für die Umsetzung von ‚Druck‘ in ‚Wasserstand‘ und ‚Eisvolumen‘, fand er alle notwendigen Funktionen in seinem neuen Spielzeug, der UVR16x2, sodass er schließlich Wasserstand und Eisvolumen brandaktuell im Onlineschema darstellen konnte.

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Der relative Wasserstand zum Soll-Füllstand (h.rel) und das Eisvolumen (V.Eis) waren dank ‚Blubber‘ nun aktuell im Online-Schema ablesbar …

Wenn es draußen stürmt und schneit, bin ich zum Messen stets bereit!‚ dachte sich Irgendwer, der damit – nachdem das El(k)ement die Wärmepumpe gehackt hatte –  nun auch den letzten Messpunkt in die automatische Datenerfassung integriert hatte.

Und ganz nebenbei glaubte irgendwer, mit dem ‚Blubber‘ auch das Problem der potentiellen Sensor-Vereisung gelöst zu haben. Die Nagelprobe stand mit der beginnenden ‚Eisperiode‘ unmittelbar bevor…

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Fortsetzung – der Bericht nach dem Ende der Eisperiode: Der Blubber: An der Klippe

Gönnen wir dem CMI sein eigenes Netz!

oder:

Wie Irgendwessen Problem gelöst wurde, weil das elkement gerne schnüffelt, was die ‚Dinge‘ so machen im Internet of Things.

Irgendwer stand vor einer besonderen Herausforderung: Der Chefingenieur und Regler-Freak hatte das ideale Plätzchen gefunden: Genügend Platz und Ruhe, um UVR16x2, CMI & Co für seine Projekte aufbauen, verkabeln und testen zu können. Fast ideal, wenn man es genau nahm. Denn die Siedler hatten diesem Plätzchen kein LAN gegönnt. Das CMI  – das Control and Monitoring Interface, also das ‚Ethernet-Gateway‘ des Reglers – konnte nicht angeschlossen werden. Damit wäre Irgendwer zurück in die Steinzeit des SD-Karten-Hin-und-Hertragens geworfen worden.

Aber ‚glücklicherweise‘ legten gerade einige ganz besonders fiese Kameras und Videorekorder das halbe Internet lahm – und das elkement erinnerte sich dadurch an eine bereits einmal hier publizierte Anleitung zum Thema: Wie kann man als normaler Windows-Benutzer ohne Hackererfahrung herausfinden, welche Botschaften diese (bösen?) Dinge in die Welt senden und empfangen?

Hier wurde ein von Profis oft belächeltes Feature von Windows genutzt – die so genannte Internetverbindungsfreigabe: Ein normaler Windows-PC kann damit in einen Router verwandelt werden: Der PC verbindet sich wie immer per WLAN ins lokale Siedlernetzwerk – und damit ins Internet. Das ‚Ding‘ wird mit den LAN-Anschluss des PC verbunden und kann die ‚freigebene‘ Internetverbindung nutzen. Nachdem der PC jetzt höchspersönlich alle Netzwerkpakete des Dinges weiterreicht, kann der investigative Benutzer diese auch mit Sniffer-Software auf diesem PC untersuchen.

Aber eigentlich kann man diese Funktion ja einfach so verwenden, wie sie vielleicht gedacht war: Einem WLAN-unfähigen Ding wird eine Brücke ins Internet gebaut.

Aus Klimaschutzgründen wurde natürlich ein ausrangiertes Testnotebook verwendet, dem so ein zweites Leben als wichtiger Router ermöglicht wurde.

Die folgende Grafik zeigt die ‚Netzwerkarchitektur‘:

Netzwerk zum Testen eines CMI mit Regler UVR16x2 in seinem eigenen Subnetz

Der Ethernetanschluss des Laptop-Routers wird von Windows mit der IP-Adresse 192.168.137.1 konfiguriert, sobald die Internetfreigabe aktiviert wurde. Dieser Computer wird zum DHCP-Server und weist dem dem ‚Ding‘ eine dynamische IP-Adresse aus demselben Netzwerk zu, z.B. 192.168.137.2. Der WLAN-Adapter erhält eine Adresse aus dem sonst verwendeten ‚Office‘-Netzwerk (oft: 192.168.0.x)

Für Details zu den Einstellungen am PC siehe den früheren Artikel über das Internet der Dinge. Unter Windows 10 muss/kann jetzt auch die Netzwerkverbindung nicht mehr ausgewählt werden, auf der das Ding sitzt. Kleiner Tipp, bestätigt durch die bewährte Methode ‚Googlen in Foren‘: Wenn unter Windows 10 die Internetverbindungsfreigabe nach einem Neustart nicht mehr funktioniert, muss sie nochmals in den Eigenschaften des WLAN-Adapters deaktiviert und wieder aktiviert werden.

Wie früher schon berichtet wurde, kann so eine Kaskade von Netzwerken auch sinnvoll sein, um ein sensibles Ding (wie den Logger BL-NET) vor einem besonders gesprächigen Ding (IP-TV) zu schützen.

Irgendwer konnte somit wahlweise über das Router-Notebook lokal auf das CMI zugreifen oder über das Internet, also sozusagen bei der Türe raus und beim Fenster wieder rein. Da man vom lokalen ‚Office‘-Netzwerk gar nicht direkt lokal auf das CMI kommt (sondern nur über die ‚Cloud‘), ist das auch halbwegs realistischer Test der späteren Fernwartung über das Internet.

Die Reglerprogrammierung ging damit eigentlich fast schneller als das Aufräumen des Spielplatzes Arbeitsplatzes danach:

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