Irgendwo im hohen Norden: Expedition Eisspeicher

Sorgenvoll runzelte der Siedler irgendwo im hohen Norden die Stirn, als er – wie immer öfter in den letzten Tagen – einen Blick auf die Messdatenaufzeichnungen warf. Der Soledruck seiner Wärmepumpenanlage zeigte einen eindeutigen Trend nach unten. Und als wäre das nicht schon genug gewesen, schien sich diese Tendenz mit jedem Nachfüllen von Sole auch noch zu verstärken!

IIHN-Soledruck-im-Sinkflug

Besorgniserregend: Soledruck im Sinkflug …

Gefühlte tausend Mal hatte er alle zugänglichen Soleleitungen geprüft und dabei auch die eine oder andere Undichtigkeit beseitigt. Trotzdem musste es irgendwo noch eine weitere undichte Stelle geben. Und die Gewissheit wuchs, dass diese im Eisspeicher sein musste. Mehr noch: er hatte bereits eine ganz bestimmte Stelle im Verdacht …

IIHN-Anschluss-Muffe

So fasste er zu dieser späten Stunde einer kalten Winternacht den einsamen Entschluss, dieser Sache nun engültig auf den Grund zu gehen. Und zwar jetzt! Auf den Frühling zu warten, war was für Warmduscher 😉 …

Schnell nahm sein Plan konkrete Formen an. Und bevor er an diesem Tag zu Bett ging, hatte er noch eine Bestellung abgesetzt, um das letzte Teil zu besorgen, das ihm für die bevorstehende Expedition noch fehlte. Denn zur Zeit war es ziemlich frisch im Eisspeicher und ein Paar Gummistiefel würden wohl nicht reichen …

IIHN-Wathose

Bald war das letzte Puzzlestück zu seinem Plan geliefert: Die Neopren Wathose wartete an der (mit einer hocheffektiven Zutrittskontrolle gesicherten 😉 ) Werkstatttüre auf ihren Einsatz …

Um in den Eisspeicher vordringen zu können, musste er zuerst den Wasserspiegel absenken. Dazu hätte er das Eisspeicherwasser auch einfach nur in den Kanal pumpen können…

… wären da nicht noch diese alten großen Trinkwassertanks gewesen, die er damals vor dem Müll gerettet hatte. Platz genug hatte er ja gehabt in seinem ‚Keller‘, und seine Vermutung, dass man die irgendwann noch einmal gut gebrauchen konnte, hatten sich nun – irgendwie war er selbst ein bisschen überrascht 😉 – bewahrheitet! So musste er nicht einmal einen Tropfen Wasser für seine Kommadoaktion opfern.

IIHN-Wasser-Zwischenspeicher

Die Tauchpumpe wurde in den Eisspeicher hinabgelassen, um gerade soviel Wasser abzupumpen, dass er mit seiner neuen Neopren Wathose trockenen und warmen ‚Fußes‘ in den Eisspeicher einsteigen konnte.

IIHN-Eiswelt

Eine bizarre Eiswelt offenbarte sich ihm. Mit Stirnlampe und Eispickel kämpfte er sich vorwärts, während er sich einbildete aus einer entfernten Ecke schon ein verräterisches Tropfen zu vernehmen – plopp – plopp – plopp …

IIHN-Soletropfen-1

„Hab ich dich!“

Auf frischer Tat ertappt! Gerade sammelte sich der nächste grüne Soletropfen, um sich kurz darauf mit einem satten ‚Plopp‘ in die Fluten des Eisspeichers zu stürzen …

Das Leck hatte sich verraten. Zum einen durch das Tropfen und zum anderen dadurch, dass die austretende Sole das Eis an der Leckstelle geschmolzen hatte. Jetzt galt es  noch zur eigentlichen Ursache vorzudringen. War er sich inzwischen doch ziemlich sicher, dass er ’nur‘ ein paar Schrauben  nachziehen musste …

IIHN-Soleleck-freigelegt

Sein Zimmermannshammer leistete gute Dienste, um das Eis abzuklopfen, sodass er kurz darauf die Ratsche ansetzen und die Schrauben an der Schlauchschelle nachziehen konnte.

IIHN-Expeditionsausrüstung

Expeditionsausrüstung …

Nach getaner Arbeit beobachtete er wieder gespannt den Soledruck und die Sorgenfalten glätteten sich. Er wartete noch ein paar Stunden, bis er endgültig sicher war, dass sich der Soledruck stabilisiert hatte. Bevor er den Eisspeicher wieder mit Wasser auffüllte …

IIHN-Eisspeicher-füllen

Das Mutantenproblem

Irgendwer konnte sich nicht mehr genau erinnern, wie es zu diesem Namen gekommen war, der sich inzwischen tief in der Siedlersprache verwurzelt hatte.

Aber er konnte sich sehr gut vorstellen, dass dieses Problem bereits mit der Mutation des Affen zum Menschen und der damit verbundenen Verwendung von Werkzeugen entstanden war. Das Mutantenproblem begegnete ihm quer durch alle Lebensbereiche und Gesellschaftschichten inzwischen so häufig, dass er zum Schluss gekommen war, dass eine bestimmte Gen-Sequenz dafür verantwortlich sein musste…

Ein Mutantenproblem liegt dann vor, wenn von genau zwei Möglichkeiten genau die falsche gewählt wird.

EIN statt AUS, AUF statt ZU, LINKS statt RECHTS, IM statt GEGEN den Uhrzeigersinn, VORLAUF statt RÜCKLAUF, aber auch NORMAL statt INVERS.

Die Wahrscheinlichkeit, das Falsche zu machen, ist beim Mutantenproblem zwar ’nur‘ 50%, die Auswirkung ist aber fatal (‚doppelt falsch‘), weil man nämlich exakt das Gegenteil davon erreicht, was man eigentlich will.

Die Heizungstechnik ist ein Eldorado für Mutantenprobleme.

MP-Feuer

Am Anfang war das Feuer: Es brannte oder nicht, was in einem unmittelbaren untrennbaren Zusammenhang mit WARM und KALT stand – Irrtum ausgeschlossen. Da war die Welt noch in Ordnung:

  • Feuer brennt =  WARM

Dann kam die ‚Zentralheizung‘.

MP-Kessel

Das Feuer brannte im Kessel und Heizungswasser wurde WARM über den VORLAUF in den Heizkreis transportiert und kam KALT über den RÜCKLAUF zurück. Wenn VORLAUF und RÜCKLAUF vertauscht wurden, war das noch nicht wirklich schlimm, weil der Heizkörper am anderen Ende auch so irgendwie seinen Dienst tat.

Doch dann kam der Mischer. Mit ihm die Regelung der Vorlauftemperatur und die Explosion der potenziellen Mutantenprobleme:

(1) Hydraulik: AUF / ZU.

MP-Mischer

AUF bedeutet für den Mischer, dass die Verbindung zwischen Kessel und Heizkreis OFFEN, also der Vorlauf WARM ist:

  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = WARM

(2) Stellmotor Drehsinn: IM / GEGEN den Uhrzeigersinn.

MP-Stellmotor

Die hydraulischen Positionen AUF / ZU werden durch den Stellmotor des Mischers automatisch angefahren, indem der Motor den Drehschieber im Mischer nach RECHTS (IM Uhrzeigersinn = CW (Clockwise)) oder LINKS (GEGEN den Uhrzeigersinn = CCW (Counter Clockwise)) dreht. Also:

  • Stellmotor Drehrichtung  = CW
  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = WARM

(3) Stellmotor: elektrischer Anschluss

MP-Spannung

Der Stellmotor braucht Strom, wobei jede der beiden Drehrichtungen ihren eigenen elektrischen Anschluss (EIN / AUS) hat:

  • Stellmotor Anschluss CW = SPANNUNG EIN
  • Stellmotor Drehrichung = CW
  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = WARM.

(4) Regler Ausgang: EIN / AUS.

MP-Regler

Der Stellmotor ist elektrisch mit zwei Reglerausgängen verbunden (einer für AUF und einer für ZU). Der Regler versorgt einen Ausgang mit Spannung, indem er den Ausgang auf EIN schaltet. Manche Reglerausgänge haben aber zwei Möglichkeiten, das Kabel anzukemmen: NO (= Normal Open = SCHLIESSER) und NC (Normal Closed = ÖFFNER). Also, für den Fall NO:

  • Reglerausgang A1 = EIN  (A2 = AUS)
  • Ausgang A1 NO = SPANNUNG EIN
  • Stellmotor Anschluss CW = SPANNUNG EIN
  • Stellmotor Drehrichung = CW
  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = WARM.

(5) Regelungslogik: NORMAL / INVERS.

MP-Reglerlogik

Der Regler schaltet die Ausgänge gemäß der im Regler programmierten Logik, wobei es (zumindest bei der UVR16x2) für die Mischersteuerung die Möglichkeit gibt, über den ‚Modus‘ die Regelungslogik noch einmal umzudrehen. Also:

  • Regelungslogik: Modus = NORMAL
  • Reglerausgang A1 = EIN  (A2 = AUS)
  • Ausgang A1 NO = SPANNUNG EIN
  • Stellmotor Anschluss CW = SPANNUNG EIN
  • Stellmotor Drehrichung = CW
  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = WARM.

Damit gibt es nur für dieses klitzekleine Beispiel eine besorgniserregende Anzahl von Möglichkeiten, in ein Mutantenproblem zu laufen. Man stelle sich nur vor, der WARME VORLAUF ist LINKS (statt RECHTS) vom KALTEN RÜCKLAUF. Oder: die Leitungen vom Kessel kommen von OBEN statt von UNTEN zum Mischer. Wie muss dann der Mischer eingebaut werden? Und wie muss dann die Drehrichtung des Stellmotors sein?

So wird die Wahrscheinlichkeit verschwindend klein, auf Anhieb wirklich alles richtig zu machen. Das dürfte wohl der wahre Grund dafür sein, warum man am Ende der Mutanenproblem-Kaskade ohne großem Aufwand in der Regelungslogik noch einmal von NORMAL auf INVERS umschalten kann 😉 .

Wer aber glaubt, das war jetzt schon alles – weit gefehlt!

Denn dann kam die Wärmepumpe!

MP-Waermepumpe

Und mit ihr zerbröselte der Glauben, dass VORLAUF immer gleich WARM bedeutet. Denn Wärmepumpen haben auch einen Solekreis, der sich genau umgekehrt zum Heizkreis verhält. Und: Wärmepumpensysteme können auch kühlen, was den HEIZKREIS zeitweise in einen KÜHLKREIS verwandeln kann, sodass:

  • Hydraulik: Mischer = AUF
  • Vorlauf = KALT (!)

Ihr müsst jetzt stark sein! Die Welt ist voller Mutantenprobleme und keiner ist davor gefeit!

Irgendwer bastelt: Habe fertig!

Klick … … Klack … Brummmmm … Wie Musik klang diese vertraute Einschaltsequenz in seinen Ohren, als sich die Wärmepumpe nach einer langen Sommerpause mit einem kräftigen Lebenszeichen zurückmeldete – wie wenn nichts gewesen wäre. Sie hatte ja auch nur gepennt, während Irgendwer so manches Abenteuer im Heizraum und Umgebung überstehen musste.

Eigentlich wäre es schon zwei Tage früher – an jenem Samstag – soweit gewesen. Aber alles der Reihe nach …

Zunächst hatte Irgendwer so eine Art 15er-Puzzle zu lösen gehabt, in dem er alle (nicht gerade federleichten) Komponenten in Abhängigkeit der einzelnen Renovierungsschritte (möglichst nur einmal) im Heizraum hin und her verschieben musste.

IB2-Notbetrieb

Leitungsverläufe wurden optimiert und Mauerdurchbrüche neu gesetzt …

IB2-Mauerdurchbruch

Unzählige Rohrverbindungen wurden gelötet, geklebt oder mit Hanf eingedichtet. Zeitweise kam sich Irgendwer vor, wie in einer Waffenschmiede.

Von der Basisvariante für den Räuber Hotzenplotz …

IB2-Basis-Hotzenplotz

… bis zum High-End Modell für die Men in Black war da alles dabei …

IB2-High-End-MIB

I-Diagramme wurden gewälzt …

IB2-I-Diagramm

… und in die Tat umgesetzt.

IB2-I-Schaltung-Nimmt-Gestalt-an

Bald hatten sich auch ein Kiebitz eingefunden, der neugierig die Vorgänge im Heizraum beobachtete, sich aber glücklicherweise mit Klugscheißer-Kommentaren zurückhielt …

IB2-Kiebitz-Thekla

Dann waren schließlich alle Rohrverbindungen geschlossen, mussten aber vor dem Befüllen noch auf Dichtheit geprüft werden. Zeit für eine typische ‚Irgendwer-Erfindung‘: Aus einem alten Fahrradschlauch und einer Schraubkappe wurde flugs ein Anschluss für die Luftpumpe gebastelt, um den Heizkreis auf den Prüfdruck aufpumpen zu können 😉 …

IB2-Druckprüfung2

IB2-Druckprüfung

Dann waren alle Leitungen gefüllt.

Nicht aber, ohne den neuen Heizraum zuvor noch einmal kurz in einem Solebad zu taufen. Denn bei aller Dichtheitsprüfung war Irgendwer nicht schlau genug gewesen, um vor dem Füllen auch wirklich alle Ventile zu schließen …

Nach den Rohren kamen die Kabel. Auch nicht wenige.

Die Regelung musste sich nicht länger mit ihrem Brettchen begnügen. Angesichts der neuen Aufgaben, die auf sie warteten, hatte sich Irgendwer nicht lumpen lassen und ihr ein richtig feudales Brett spendiert!

IB2-Brett-für-UVR

Ja und dann war er endlich da, jener Samstag Abend, an dem Irgendwer sein Werk vollendet hatte. Nachdem er gefühlte tausend Kabel neu gezogen und angeschlossen hatte, wollte er nun endlich die Wärmepumpe wieder brummen hören. Die Sonne verabschiedete sich gerade mit ihren milden Spätsommerstrahlen am Horizont. Alle Baumärkte hatten bereits geschlossen und das Wochenende war endgültig gekommen.

Ein erhebender Moment, um den Erfolg zu genießen! So drehte irgendwer voller Erwartung die Haupt-Sicherungen wieder hinein.

Es war nur ein sanftes ‚Brrzzz …‘ mit dem gleich zwei Sicherungen ihren Zweck erfüllten. – Und das zum absolut besten Moment! Wochenende und  keine Ersatzsicherungen im Haus …

IB2-Sicherungen

Was ihm ein unerwartetes Candle-Light Dinner bescherte. Und genügend Zeit, um den Kurzschluss zu beseitigen, den er eingebaut hatte …

Keine Frage, wohin sein erster Weg am frühen Montag Morgen führte 😉 !

IB2-Heizraum-neu

Und dann brummte sie endlich…!

Irgendwer bastelt …

Mist! Jetzt hatte sich auch seine letzte Ausrede quasi in Luft aufgelöst. Nachdem voriges Jahr das Dach des Maschinenraums erneuert worden war, hatte auch das letzte Hindernis – die schon lange stillgelegte Gasheizung – kürzlich eine neue Heimat gefunden. Somit war nun leider der Weg endgültig frei! – Für die längst überfällige Renovierung des Heizraums…

IB-Heizraum-Alt

Als er sich so umblickte, flogen Erinnerungen an seinem geistigem Auge vorbei, bei denen er nicht wusste, ob er lachen oder weinen sollte. Über die Jahre hatten sich diverse Kuriositäten und Perlen pannonischer Heizungsbaukunst im Maschinenraum angesammelt.

Evolutionäre Sackgassen …

IB-Leitung-Ins-Nirgendwo

… konzeptionelle Änderungen …

IB-Konzeptionelle-Änderung

… Work-arounds …

IB-Suboptimale-Leitungsführung

… aber auch echte Profi-Lösungen …

IB-Profi-Stopfen

… und wie diese Ausrüstung für einen Feststoffbrennkessel (!) bis heute in einer dunklen Ecke des Heizraums überleben konnte, war Irgendwem selbst ein Rätsel …

IB-Ofen-Equipment

Höchste Zeit, reinen Tisch zu machen!  Abgesehen von der Beseitigung historischer Relikte und Fehlgriffe warteten auch schon tausend neue Ideen auf ihre Umsetzung.

Der Plan war klar. Das Material war auch schon eingetroffen.

IB-Material

Und so schickte Irgendwer LEO_2 in den Sommerschlaf …

IB-Irgendwer bastelt

Ach ja! Nicht vergessen! Die Warmwasserversorgung musste natürlich während des wohl länger dauerden Umbaus gewährleistet bleiben. Ohne Regelung, Wärmepumpe und Heizkreis musste er dafür auf archaische aber bewährte Methoden zurückgreifen:

IB-Heizstab

So! Jetzt aber endgültig ran an die Arbeit! Irgendwer krempelte die Ärmel hoch und verschwand bis auf weiteres im Heizraum …

Natur und Technik. Wärmequellen und Lebensformen.

Wie jedes Jahr im Sommer muss der Technologiejournalismus kühnen literarischen Experimenten weichen. Aber auch die Avant-Garde-Kunst-Preis-verdächtigen Werke der Siedler werden motiviert durch bodenständiges Ingenieurshandwerk!

Nach einigen Jahren der intensiven Naturbeobachtung ist 2018 eine Retrospektive angebracht – wie interagieren Lebensformen mit Eisspeicher und Kollektor?

Bald nach Errichtung des Urkollektors war klar, dass dieser eine wichtige Funktion für unsere <Journalistensprache> gefiederten Freunde </> erfüllt:

Fasan auf Kollektor

Hier war offenbar ein inspirierender Co-Working-Space / Meeting-Raum für diverse Spezies geschaffen worden:

Die positive Wirkung des Kollektors ist aber nicht auf tierisches Leben beschränkt:

Einer wissenschaftlich höchst umstrittenen Theorie zufolge ist der Effekt dadurch zu erklären, dass der Kollektor selbst von wurmartigen Lebensformen  gebildet wird:

Solarrohr-Wasserspeiend

Auch die seltene Erscheinung eines weiteren Kollektor-Lebenwesens konnte beobachtet werden – der Solar-Skorpion!

Solar-Skorpion

Der Eisspeicher ist nicht minder interessant für technisch versiertes Getier:

Experte

Hin und wieder wird sogar die eine oder andere menschliche Lebensform im Eisspeicher gesichtet:

Irgendwer im Eisspeicher

Auf die pflanzlichen Lebensformen im Siedlergarten soll das Eisspeicherwasser eine ganz besondere Wirkung haben:

Belebtes Eisspeicherwasser

Aber wie alle Fans der einschläfernden Fernsehdokumentationen von Tieren in schönen Landschaften wissen: Die Natur ist gefährlich und unbarmherzig! So soll nicht verschwiegen werden, dass der Eisspeicher auch schon Todesopfer forderte:

Aber die Lebensformen schlagen zurück … auf die Wärmequelle: So einen aggressiven Baum sollte man zum Beispiel nicht unterschätzen:

Baum greift Kollektor an

Glücklicherweise sind die meisten Lebewesen friedlich; manche sind sogar besonders klug. So erhielt der Kollektor kürzlich eine ganz besondere Inspektion:

Kollektor-Inspektor

Kollektor-Inspektion

Jetzt haben die Siedler endlich verstanden, was mit diesem smarten Monitoring gemeint ist!

Smart

„Des geht ned !“

Jedesmal brach es Irgendwem fast das Herz, wenn er seine geliebte Wärmepumpe im Heizraum besuchte, und die alte, schon seit einigen Jahren stillgelegte Gastherme ganz traurig und um Beachtung flehend in der Ecke stehen sah.

GT-EinsamVerloren

Die Gasleitung war gekappt, die Hydraulik abgebaut, und unlängst hatte sie bei der Erneuerung des Schuppendachs auch die letzte Verbindung zur Außenwelt – das Abgasrohr – verloren…

Mehrere halbherzige Versuche, ein neues Zuhause für das voll funktionstüchtige und bis zu ihrer Stilllegung bestens gewartete Gerät zu finden, waren fehlgeschlagen. Bis, ja bis bei einem zufälligen Treffen von Siedlern zufälligen das Gespräch auf einen zufällig kürzlich leckgeschlagenen Gaskessel kam.

Nach einer kurzen Fachsimpelei war die neue Heimat der Gastherme besiegelt und eine Kommandoaktion zum Abbau und Transport vereinbart.

GT-Handbuch

Etwas verwirrend, aber eindeutig: laut Handbuch der Gastherme war der Einbau und die Regelung für die Anlage des Siedlers möglich …

Zuvor hatte sich Irgendwer aber durch eingehendes Studium der Betriebsanleitungen von Gastherme und Regelung noch einmal versichert, dass der Einbau in die Anlage des Siedlers auch tatsächlich möglich war.

Zusammen mit einer kleinen Dokumentation, die Irgendwer rasch zu den Hydraulik- und Regelungsanschlüssen zusammengestellt hatte, ging es ab in die neue Heimat. Und alles schien auf Schiene zu sein…

GT-Transport

Bis, ja bis der ‚Freund in Blau‘ die Bühne betrat, und eine Posse ihren Anfang nahm.

Obwohl der Installateur, der den Einbau vornehmen sollte, ein Fachpartner des Herstellers der Gastherme war, beäugte er das Gerät argwöhnisch, murmelte ein paar skeptisch-abwartende Worte, schoss einige Fotos und verschwand dann wieder, um das ‚zu klären‘.

Seine Antwort war schließlich:

„Des geht so ned …!“
(Deutsch: Das ist so nicht möglich!“)

… begleitet von einem Angebot für eine zusätzliche Regelung um wohlfeile € 1.700, –, die  wohl für die Verwendung in des Siedlers Anlage nötig wäre.

Irgendwer schüttelte nur ungläubig den Kopf, als ihm das der Siedler berichtete. Der direkte Kontakt zu dem Vertreter des Herstellers (der das behauptet hatte) wurde geknüpft. Dieser erzählte eine wirre Geschichte von Firmware und Gerätetypen. ‚Die Technik‘ hätte das geprüft und dies als die einzig mögliche Lösung vorgeschlagen. Obwohl, ganz glücklich wäre er damit selbst nicht. Denn so viel Geld für ein altes Gerät zu investieren und dann noch auf ein paar Funktionen zu verzichten … Da würde er schon vorschlagen … dieses neue Gerät … um € 3.500,– … ohne Regelung … aber da könne man ja die alte Regelung verwenden …

„???!!!“

Hatte er richtig gehört? Als irgendwer den Hörer aufgelegt hatte, musste er sich kneifen. Autsch! Das war tatsächlich real gewesen. Er hatte nicht geträumt!

GT-Facepalm

Es wurde Kriegsrat gehalten mit dem Siedler, der durch diese Aussagen gehörig verunsichert worden war. Schließlich wurde eine leicht geänderte Hydraulikschaltung ausgetüftelt. Exakt die gleiche, die Irgendwer bereits mit derselben Gastherme und derselben Regelung im Einsatz gehabt hatte. – Die also funktionieren musste!

GT-Hydraulik

Der Ordnung halber informierte Irgendwer den Herstellervertreter über das Vorhaben. In einer ersten Reaktion meinte dieser:

„Des miassad geh …“
(Deutsch: „Das sollte funktionieren „).

Als Irgendwer – in der Meinung seine Informationspflicht erfüllt zu haben – bereits im Begriff war aufzulegen, hörte er noch:

„Owa i klär des nu mid da Technik und red midn Installateur …“
(Deutsch: “ Ich kläre das mit der Technik und rede mit dem Installateur …“)

Als Irgendwer dann schon glaubte, dass damit die Sache gegessen war, klingelte ein paar Stunden später noch einmal das Telefon. Der Herstellervertreter:

„I hob nu amoi mid da Technik g’redt. Des geht ah ned!“
(Deutsch: Ich habe noch einmal mit der Technik gesprochen. Das ist so auch nicht möglich!“)

Aufgrund des rasch steigenden Blutdruckes ging die fadenscheinige Erklärung von “ …  Sensor … Fehlerabschaltung … blabla …“ halb in Irgendwessen Ohrensausen unter.

Ach ja, und mit dem Installateur hatte diese Koryphäe auch noch gesprochen, was dann folgende E-Mail Nachricht an den Siedler zur Folge hatte:

„… leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihnen dass bauseits beigestellte Gasgerät nicht anschließen werden, da das Gerät für diese Anlage nicht geeignet ist…“

Wieder wurde Kriegsrat gehalten und beschlossen, die Sache nun endgültig selbst in die Hand zu nehmen. Die Änderungen an der Hydraulik waren einfach und letztlich in einem halben Tag gemacht. Nachdem die bestehende Regelung wie geplant angeschlossen war, sprang die Gastherme sofort an und arbeitete wie erwartet und genau so, wie in den Handbüchern beschrieben.

GT-Neue Heimat

Der Rauchfangkehrer (Schornsteinfeger 😉 ) kam und nahm die Anlage problemlos ab.

Und um dem Ganzen das Sahnehäubchen aufzusetzen, stellte sich bei einem kleinen Reglertest wenig überraschend sogar heraus, dass auch die ursprünglich geplante Hydraulikvariante ‚gegangen‘ wäre…

Was man so alles in einem Hydraulikschema findet

Wie diese Internetpostille zeigen soll, ist der Bau eines Wärmepumpensystems ein wahrlich interdisziplinäres Unterfangen für einen Leonardo da Vinci – einen Pionier der nicht davor zurückschreckt, sich als Installateur, Tischler, Maurer, Elektriker und IT-Techniker zu versuchen.

Aber selbst die Siedler sind dann immer wieder überrascht, wie sehr sich dieser kühne, ganzheitliche Ansatz schon in jedem Hydraulikschema findet – in radikaler Ausrpägung!

Sowohl im Heizkreis als auch im Solekreis findet man Plutonium – Pu

Unklar ist, ob das ein Risiko darstellt, oder sich positiv auf die Energieernte auswirkt. Aber überraschend ist es nicht – ist doch Doc Emmett Brown der Held der Siedler.

Aber vielleicht kann man die Auswirkungen der Kontamination schon erkennen – wie könnte man sonst diese mutierten Schmetterlinge mit den drei Flügeln erklären? Die Markierung M muss ja auch eine Bedeutung haben …

Neben Nuklearenergie findet man aber auch eine andere – besonders innovative – Energiequelle. Als Standard-Notheizung wird offenbar Facebook Messenger verwendet …

… das muss eines dieser Energie-aus-der-Cloud-Projekte eines Internetgiganten sein!

Aber welche Bedeutung hat der Tennisball namens DF?