Irgendwer bastelt: Habe fertig!

Klick … … Klack … Brummmmm … Wie Musik klang diese vertraute Einschaltsequenz in seinen Ohren, als sich die Wärmepumpe nach einer langen Sommerpause mit einem kräftigen Lebenszeichen zurückmeldete – wie wenn nichts gewesen wäre. Sie hatte ja auch nur gepennt, während Irgendwer so manches Abenteuer im Heizraum und Umgebung überstehen musste.

Eigentlich wäre es schon zwei Tage früher – an jenem Samstag – soweit gewesen. Aber alles der Reihe nach …

Zunächst hatte Irgendwer so eine Art 15er-Puzzle zu lösen gehabt, in dem er alle (nicht gerade federleichten) Komponenten in Abhängigkeit der einzelnen Renovierungsschritte (möglichst nur einmal) im Heizraum hin und her verschieben musste.

IB2-Notbetrieb

Leitungsverläufe wurden optimiert und Mauerdurchbrüche neu gesetzt …

IB2-Mauerdurchbruch

Unzählige Rohrverbindungen wurden gelötet, geklebt oder mit Hanf eingedichtet. Zeitweise kam sich Irgendwer vor, wie in einer Waffenschmiede.

Von der Basisvariante für den Räuber Hotzenplotz …

IB2-Basis-Hotzenplotz

… bis zum High-End Modell für die Men in Black war da alles dabei …

IB2-High-End-MIB

I-Diagramme wurden gewälzt …

IB2-I-Diagramm

… und in die Tat umgesetzt.

IB2-I-Schaltung-Nimmt-Gestalt-an

Bald hatten sich auch ein Kiebitz eingefunden, der neugierig die Vorgänge im Heizraum beobachtete, sich aber glücklicherweise mit Klugscheißer-Kommentaren zurückhielt …

IB2-Kiebitz-Thekla

Dann waren schließlich alle Rohrverbindungen geschlossen, mussten aber vor dem Befüllen noch auf Dichtheit geprüft werden. Zeit für eine typische ‚Irgendwer-Erfindung‘: Aus einem alten Fahrradschlauch und einer Schraubkappe wurde flugs ein Anschluss für die Luftpumpe gebastelt, um den Heizkreis auf den Prüfdruck aufpumpen zu können 😉 …

IB2-Druckprüfung2

IB2-Druckprüfung

Dann waren alle Leitungen gefüllt.

Nicht aber, ohne den neuen Heizraum zuvor noch einmal kurz in einem Solebad zu taufen. Denn bei aller Dichtheitsprüfung war Irgendwer nicht schlau genug gewesen, um vor dem Füllen auch wirklich alle Ventile zu schließen …

Nach den Rohren kamen die Kabel. Auch nicht wenige.

Die Regelung musste sich nicht länger mit ihrem Brettchen begnügen. Angesichts der neuen Aufgaben, die auf sie warteten, hatte sich Irgendwer nicht lumpen lassen und ihr ein richtig feudales Brett spendiert!

IB2-Brett-für-UVR

Ja und dann war er endlich da, jener Samstag Abend, an dem Irgendwer sein Werk vollendet hatte. Nachdem er gefühlte tausend Kabel neu gezogen und angeschlossen hatte, wollte er nun endlich die Wärmepumpe wieder brummen hören. Die Sonne verabschiedete sich gerade mit ihren milden Spätsommerstrahlen am Horizont. Alle Baumärkte hatten bereits geschlossen und das Wochenende war endgültig gekommen.

Ein erhebender Moment, um den Erfolg zu genießen! So drehte irgendwer voller Erwartung die Haupt-Sicherungen wieder hinein.

Es war nur ein sanftes ‚Brrzzz …‘ mit dem gleich zwei Sicherungen ihren Zweck erfüllten. – Und das zum absolut besten Moment! Wochenende und  keine Ersatzsicherungen im Haus …

IB2-Sicherungen

Was ihm ein unerwartetes Candle-Light Dinner bescherte. Und genügend Zeit, um den Kurzschluss zu beseitigen, den er eingebaut hatte …

Keine Frage, wohin sein erster Weg am frühen Montag Morgen führte 😉 !

IB2-Heizraum-neu

Und dann brummte sie endlich…!

Aus BUSO wird LEO: Hydraulik-Chirurgie

Es war keine ganz einfache Operation gewesen. Aber die Herztransplantation der Anlage war erfolgreich verlaufen. Der alte Gaskessel war herausgeschnitten und durch eine funkelnagelneue Sole-Wasser-Wärmepumpe ersetzt worden, die nun mit kräftigen Herzschlägen die Adern der Heizungsanlage mit warmem Wasser flutete.

Durch den gleichzeitig durchgeführten chirurgischem Eingriff im Regler-System liefen nun alle elektrischen Signale der Sensoreingänge und Schaltausgänge im CMI zusammen, wo sie im Minutentakt aufgezeichnet wurden und so ein Quasi-EKG der Anlage lieferten.

CMI (Control & Monitoring Interface): Die Logging-Zentrale ...

Das CMI (links oben) zeichnete alle Regelungssignale auf …

Und mit genau diesem EKG war Irgendwer noch nicht wirklich zufrieden. Die erhöhte Vorlauftemperatur der Wärmepumpe würde die Leistungsfähigkeit des Patienten nachhaltig gefährden.

BUSO-Log-2017-11-06

Die hohe Vorlauftemperatur der Wärmepumpe (T.WP 1) bereitete Irgendwem noch etwas Kopfzerbrechen …

Irgendwie vertrug sich das neue Herz noch nicht ganz mit dem über Jahre und Jahrzehnte gewachsenen Organismus der bestehenden Anlagenhydraulik. Wieder und wieder hatte er das EKG studiert und jedes mal war er zum gleichen Schluss gekommen: Die Durchblutung des Kombispeichers war gestört, was wiederum eindeutig mit dessen Bauweise zusammenzuhängen schien.

BUSO-Kombispeicher

Der eingebaute Warmwasser-behälter schien die natürliche Konvektion im Kombispeicher empfindlich zu stören …

Gleichzeitig war dieses Organ stark belastet. Zwei Heizkreise wurden von ihm gespeist. Und als wäre das nicht genug gewesen, war es auch noch für die gesamte Warmwasserversorgung zuständig. Andererseits gab es da einen enormen Doppel-Pufferspeicher, der vor Langeweile Däumchen drehte.

BUSO-Hydraulikschema-vorher

Historisch gewachsene Anlagenhydraulik, in der der ehemalige Gaskessel durch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe samt LEO_2-Wärmequelle ersetzt worden war …

Und während er das Hydraulikschema hin- und herwälzte, formierte sich die Lösung vor seinem geistigen Auge. Hier musste definitv ein Bypass gesetzt werden und dort eine Rückschlagklappe. Wenn man dann an dieser Stelle noch ein Ventil einbaute und diese beiden Anschlüsse ein wenig versetzte …

BUSO-Hydraulikschema-nachher

Und so sollte die Anlagenhydraulik nach dem chirurgischen Eingriff aussehen: Ein Bypass sollte die Durchblutung im oberen Bereich des Kombispeichers verbessern. Die Heizkreise sollten zur Entlastung an die Pufferspeicher gehängt werden. Und die Herzklappen V.Lad.PS und V.Lad.KS sollten zu einer abwechselnden Durchblutung von Puffer- und Kombispeicher führen …

Schon wurde der Operationssaal vorbereitet. Der Siedler und sein Kumpel sollten diesen Eingriff mit telemedizinischer Unterstützung vornehmen. Einen solche Operation hatte noch niemand vor ihnen versucht und würde ihnen sicherlich einen Vorschlag zum Nobelpreis einbringen!

Und tatsächlich! Als der Patient das zweite Mal aus dem Tiefschlaf erwachte, ging es ihm deutlich besser. Er sollte schon fast in häusliche Pflege entlassen werden, als bei einer Nachuntersuchung eine immer noch erhöhte Rücklauftemperatur der Wärmepumpe diagnostiziert wurde, die die Arbeitszahl in den Keller drückte.

BUSO-Log-2017-12-14

Besser, aber die Rücklauftemperatur der Wärmepumpe  (T.WP 2) war immer noch zu hoch …

Verflixt! Wo kam denn das schon wieder her! Aus dem Hydraulikschema war kein Hinweis darauf zu erkennen …

So musste die Anlage Rohr für Rohr und Ventil für Ventil untersucht und mögliche Abweichungen zum Hydraulikschema ausfindig gemacht werden. Und tatsächlich, nach einer Abenteuerreise durch den staubigen Heizungskeller und einem Tauchgang in der ‚Kiste‘ fand sich unter einem dicken Wulst aus Isoliermaterial der Übeltäter: Ein Vier-Wege-Mischer!

BUSO-4-Wege-Mischer

Unter der Isolierung befand sich – auf den ersten Blick nicht zu erkennen – der Missetäter: ein 4-Wege-Mischer …

Den hatte wohl in grauer Vorzeit jemand zur Rücklaufanhebung eingebaut, die aber heute in Verbindung mit einer Wärmepumpe vollständig kontraproduktiv war …

BUSO-3-4-Wege-Mischer

Statt des im Hydraulikschema vermuteten 3-Wege-Mischers fand sich tatsächlich ein 4-Wege-Mischer in der Anlage. Dieser bewirkt im Misch-Zustand die Anhebung der Rücklauftemperatur!

Dieses kleine Gebrechen mit großer Wirkung konnte aber in diesem Fall ambulant behoben werden. Kurze Zeit später verließ der Patient bei bester Gesundheit mit einer runderneuerten Hydraulik das Spital.

BUSO-Log-2018-03-14

Und das Hydraulik-EKG entsprach nun auch endlich Irgendwessen Ansprüchen…

LEO, NEO & QUADRO: Kampf um jedes Kilowatt

Es war nun doch schon wieder einige Zeit her, seit seine Anlage in Betrieb gegangen war. Aber das war für diesen besonderen Siedler nicht das Ende des Projektes gewesen, sondern erst der Beginn. Wie ein Virus hatte die Leidenschaft von ihm Besitz ergriffen, die Effizienz seiner Anlage weiter zu steigern und der Umwelt jede nur mögliche ‚kostenlose‘ Kilowattstunde zu entreißen.

Alle Werkzeuge dazu hatte er in der Hand: das war vor allem das Online-Schema, das zu jedem Moment die aktuelle Sensorwerte und Schaltzustände der Anlage anzeigte.

NEO-OL-Schema

Während andere ihre Zeit mit Seifenopern im Fernsehen tot schlugen, liebte er es, zu allen Jahreszeiten und bei den unterschiedlichsten Wetterverhältnissen das Onlineschema zu beobachten und dabei Ideen für seine nächsten strategischen Optimierungsmaßnahmen zu wälzen …

Dann wurden auch noch alle Anlagendaten aufgezeichnet. So konnte er den Zeitverlauf lückenlos nachvollziehen, Schwachstellen ausloten und die Wirksamkeit seiner Maßnahmen sofort überprüfen.

NEO-Logging

Schließlich machte es ihm der Fernzugriff auf den Regler leicht, schnell einmal einen Sollwert oder Schaltpunkt zu verändern, um dann wieder gebannt die Resultate im Onlineschema und in den Monitoringdaten zu verfolgen.

NEO-Fernzugriff

Manchmal fiel es ihm etwas schwer, dem obersten Grundsatz der Optimierung ‚Efficiency follows Comfort‘ zu folgen, was ihm die eine oder andere Diskussion mit seiner Familie einbrachte und ihm unmissverständlich aufzeigte, dass er die optimale Einstellung gefunden bzw. leicht überschritten hatte…

Besonders stolz war er auf eine Tüftelei, die es ihm ermöglichte mit einer minimalen Investition, die Vorlauftemperatur im Heizkreis und damit der Wärmepumpe wesentlich zu senken.

Dazu machte er sich die Bauweise seiner Flachheizkörper vom Typ 22 und 33 zunutze, die ein unten und oben offenes Gehäuse mit innenliegenden Wärmeleitblechen bildeten.

NEO-Heizkörpertypen

Mit einigen recht günstig verfügbaren PC Gehäuselüftern und Winkel-Profilen aus dem Baumarkt hatte er diese Heizkörper quasi in Konvektoren umgerüstet.

NEO-Lüfterkonstruktion

Nachdem er mit einigen Prototypen experimentiert hatte, kam er schließlich zur endgültigen Lösung, die die Luft von unten durch die Heizkörper und Wärmeleitbleche blies. Da waren sie komplett aus dem Sichtfeld und mit der relativ geringen Drehzahl auch akkustisch praktisch nicht wahrzunehmen.

NEO-Lüfter-eingebaut

Nach seiner Kalkulation konsumierte so eine Lüfterbatterie mit weniger als 5 Watt um Größenordnungen weniger Energie, als er sich durch die reduzierte Wärmepumpen-Kompressorleistung ersparte. In seinem Fall bedeutete das bei einer um mehr als 5°C reduzierten Wärmepumpen-Vorlauftemperatur eine um mehr als 200 Watt geringere Kompressorleistung.

„Saubere Lösung!“ dachte er sich, und noch dazu ohne dass ‚die oberste Direktive‘ verletzt worden war 😉 …

Aus BUSO wird LEO

Und so begab es sich, dass ein Siedler gedankenverloren seinen Blick über die schon in die Jahre gekommene Heizungsanlage schweifen ließ. Fast jede der Komponenten weckte eine kleine Erinnerung in ihm. Besonders diese große „Kiste“, wie er sie nannte, die in einer Ecke seines Kellers stand und zwei hervorragend gedämmte 1000-Liter Pufferspeicher verbarg.

BUSO-Kiste

Dazu gehörten ursprünglich 45m2BUSO-Solardach‚-Fläche auf seinem Schuppen, die er zusätzlich zu seiner ‚klassischen‘ Solaranlage vor mehr als einem Jahrzehnt montiert, aber inzwischen wieder stillgelegt hatte.

BUSO-Schuppen

Mit den Solaranlagen hatten sich auch schon einige Regelungen angesammelt: Neben einer UVR1611 aus BUSO-Zeiten, hing da auch noch eine RESOL-Regelung an der Wand. Und beide regelten ganz individuell ihren Teil der Anlage.

BUSO-Regelung-alt

Ja, und nicht zu vergessen: der Kombi-Speicher! Das war ein Husarenstück gewesen, ihn auf die Decke des Heizraums zu stellen. Alles sauber verrohrt und isoliert.

BUSO-Kombispeicher

Der alte Gaskessel mit seinen mehr als 25 Jahren auf dem Buckel tat zwar noch ganz brav seinen Dienst, aber wie lange wohl noch?

BUSO-Gaskessel

Längere Zeit hatte er schon hin- und her überlegt, wie er das Ganze konsolidieren und auf zukunftssichere Beine stellen konnte. Bis er in den Weiten des Internetz auf die pannonischen Tüftler und LEO_2 gestoßen war, und er sich an noch etwas erinnerte, das sich im hintersten Winkel seines Gartens befand:

BUSO-Becken

Das was vom Erfinder einmal als Schwimmbecken vorgesehen worden war, diente nun schon seit geraumer Zeit als Regenwasserspeicher. Aber was sprach eigentlich dagegen, es nun zum Eisspeicher umzubauen?

„Das ist sicher eine treffliche Tüftelei für Irgendwen!“, dachte sich der Siedler als er frischen Mutes elektronische Post nach Pannonien schickte.

Seine Ideen wurden mit Irgendwessen Ratschlägen verfeinert und in ein Konzept gegossen. Und als sich dann auch noch ein Freund namens BAFA bereit erklärte, sein Vorhaben zu unterstützen, steckte er auch schon mitten in seinem LEO_2-Projekt …

Zuerst musste er dem Regenwasserbecken einen etwas stabileren Deckel verpassen, der auch in der Lage war, später den Auftrieb des Eises im gefrierenden Wasser aufzunehmen. Seine Wahl fiel auf eine Holzbalkendecke, die er einfach selbst zusammenzimmern konnte und die für diesen Fall die kostengünstigste Lösung war.

Den gesamten Innenraum legte er mit Teichfolie aus um jedes Risiko hinsichtlich Undichtigkeiten von vorne herein auszuschließen und das verfügbare Volumen zu maximieren.

Die ovale Beckenform war zwar eine kleine Herausforderung. Aber auch dafür hatte Irgendwer einen passenden Wärmetauscher samt Trägergestell ausgetüftelt. Dafür konnte sogar einen Haufen altes PVC-Rohr, der noch irgendwo herumlag,  wiederverwertet werden…

BUSO-PVC-Rohrmaterial

Nachdem er den Eisspeicherdeckel mit Rasensamen begrünt hatte, ließ nur noch der längliche Einstieg in der Mitte vermuten, dass sich da noch mehr darunter befand als nur Erde…

BUSO-Eisspeicher-Deckel

Eine Ecke im Schuppen wurde zum idealen Platz für den ‚Soleverteiler‘ …

BUSO-Soleverteiler

… und der alte BUSO-Kollektor wurde komplett auseinander genommen und neu, möglichst luftig auf dem Schuppendach arrangiert, um ihn LEO_2-tauglich zu machen.

BUSO-Kollektor

Dann wurden noch ‚einige‘ Meter Sole-Leitung verlegt und die Wärmepumpe angeschlossen.

BUSO-Wärmepumpe

Das Kommando über die Regelung übernahm fortan eine UVR16x2, die sich über den CAN-Bus vortrefflich mit der bestehenden UVR1611 und über ein CMI mit dem Internet unterhalten konnte.

BUSO-Regelung

Die UVR1611 behielt zwar ihren Platz auf dem Brettchen und ihre Ein- und Ausgänge, wurde aber fast sämtlicher ‚Intelligenz‘ beraubt, die sie an die UVR16x2 abgeben musste. Für die RESOL-Regelung war der letzte Weg alles Irdischen gekommen. Ihre überschaubare Regelungslogik fand ebenfalls in der UVR16x2 ihre neue Heimat.

Als LEO_2 dann seinen Betrieb aufnahm, war die Hydraulik auf der Heizungsseite noch nahezu unverändert. Wie sich später herausstellen sollte, waren aber auch dort Altlasten verborgen, die die Tüftler noch vor die eine oder andere Herausforderung stellen sollten.

Aber das ist eine andere Geschichte 😉 …

5 Jahre Tüftelei

Am dreiundzwanzigsten Dezember, Anno 2012 spitzte Irgendwer zum ersten Mal seinen virtuellen Federkiel und schrieb eine kleine Geschichte:

Doch dann hatte Irgendwer eine Idee ausgetüftelt, sich ans Reißbrett gesetzt, unzählige Entwürfe gezeichnet und wieder zerknüllt, nächtelang recherchiert und gegrübelt. Schließlich war ihm das Elkement mit seinem spitzen Rechenstift zu Hilfe gekommen und hatte theoretisch bestätigt, was er intuitiv vermutet hatte. Dann wurde in der Werkstatt gezimmert, geschraubt, geklebt, gepinselt und abgedichtet …

Zum ersten Mal wurde der Weltöffenlichkeit ein Blick auf den Kollektor 1.0 gewährt:

Der Urkollektor.

Mittlerweile sind 5 Jahre in das idyllische Land gezogen und die Anlage von Irgendwem und dem Elkement erlebte unzählige Mutationen. Irgendwer musste viele Abenteuer bestehen, die ihn oft an seine mentalen und physischen Grenzen brachten. Vom White-Out…

White-Out

… bis zum Kampf mit gar unheimlichen Kreaturen:

Kampf mit der Flexschlauch-Anaconda

Irgendwer folgte seiner innerem Stimme, die ihm sagte, dass er mutig vorangehen musste.

Und jetzt Du!

Die sehr scheuen pannonischen Tüftler schreckten sich fast, als sie telegraphische Post von anderen Siedlern erhielten – die Irgendwessen Aufruf tatsächlich folgen wollten!!

Und so ritt Irgendwer an einem legendären Morgen im Februar 2014 in den Sonnenaufgang – bepackt mit den Bauteilen für einen Tank-Wärmetauscher:

PVC-Trägerkonstruktion: Transport

Auf dieser Baustelle kam auch Cutting Edge Technology zum Einsatz  …

Internet-of-Things und Basteln 4.0

… und die Siedler begannen intern zu scherzen als (Ex-)Computer-Fuzzis :

Irgendwann machen wir so ein Wärmepumpenprojekt komplett als Fernprojekt!

Und im Herbst 2014 kam sie dann, die Rohrpost vom anderen Ende des Kontinents – der Beginn eines außergewöhnlichen Projektes, das ob der großen Entfernung zwischen dem Hohen Norden und Pannonien alleine auf die Mittel der modernen Kommunikation angewiesen war.

Seitdem wurden Elkement und Irgendwer ordentlich gefordert. Es gab offenbar ein kleines aber feines Grüppchen unerschrockener, verwegener und manchmal sogar tollkühner Siedler, die ihre Begeisterung für Eisspeicher, Wärmepumpen, Selber-Bau und Regelungs-Tüfteleien teilten.

Zaghafte Ideen irgendetwas zu ’standardisieren‘ wurden glücklicherweise durch die Ideen dieser motivierten Siedler im Keim erstickt:

Siedler bauten ihre Eisspeicher-Keller neu

Wärmetauscher in neu gebauten 'Eisspeicher-Keller'

… oder sie nutzen vorhandene Hohlräume wie  Zisternen oder Senkgruben

Flexschläuche -Senkgrube als Eisspeicher

Ein cleverer Siedler adaptierte ein altes Schwimmbecken. Ein anderer griff zum Vorschlaghammer, um einen bereits vorhandenen Eisspeicher umzubauen!

Eisspeicher waren eckig oder rund

Zylindrischer Eisspeicher selbst gemauert

… oder gebräuchliche Betonzisternen – eine oder zwei …

… oder besonders futuristische Kunststofftanks:

NEO und QUADRO

Diese Speicher wurden verbunden mit Kollektoren aller Art: Der zeitlos-klassische Schlauchkollektor auf Lärchenholz kann zaunartig montiert werden…

Kollektor auf Garagendach

… oder auch kühn an die Wand eines Hochbunkers gelehnt werden:

Kollektor am Hochbunker

Innovative Siedler bauten solarthermische Kollektoren um oder installierten einen Kollektor als Kühlung für ihre PV-Module. Ein echter Pionier arbeitet mit dem, was da ist: Auch industrielle Stahlwärmetauscher die irgendwo übrig geblieben waren hatte ein Ingenieur-Siedler in Erwägung gezogen.

Aber die Kombiquelle Eisspeicher und Kollektor ist für manche Siedler nicht Herausforderung genug. So erhielten Frau El(k)ement und Herr Irgendwer eine Anfrage zu einer Tüftelei, die dieser Bezeichnung alle Ehre machte. Seitdem wurde auch die Eisspeicher-Brunnenquelle ins Programm aufgenommen.

Auch was Verteilung und Speicherung der Wärme in der Siedlerhütte betrifft, sind die Siedler-Erfinder kreativ. Vorhandene Speicher mit kryptischem hydraulischen Verhalten wurden erforscht und so manches Wochenende der Bastelei im Heizraum gewidmet. Speicher wurden über engste Kellerstiegen in Heizungsräume transportiert die so klein waren, dass es physikalisch zunächst unmöglich erschien, alle nötigen Anlagenkomponenten dort unterzubringen. – Aber wo ein Wille, da auch ein Weg!

Mit Irgendwem hatten die Siedler diverse hydraulische Schaltungen ausgetüftelt, um u.a. aktivierte Betonkerne einzubinden – oder Wärmetauscher für Kühlung bzw. Wärmerückgewinnung.

Dank peniblester Dokumentation und ausführlichen Berichten der mutigen Siedler hatten die Pannonier immer das Gefühl, direkt in deren Werkstatt live dabei zu sein …

Siedlerwerkstatt: Kappsäge

Natürlich wurden auch unterschiedlichste Wärmepumpen ausprobiert – von den klassischen Fabrikaten aus Deutscher Ingenieurshand

Satelliten-Wärmepumpe

… bis zur berühmt-berüchtigten Chinesischen Wärmepumpe

Verwegen! (HISEER-Wärmepumpe)

Außerdem soll nicht unerwähnt bleiben, dass man gar keine Wärmepumpe haben muss, um ein Teil der Siedler-Tüftler-Community zu sein: Auch Solaranlagen geben Irgendwem immer wieder interessante Regelungsrätsel auf.

In diesem Sinne möchten sich die pannonischen Siedler nach 5 Jahren der abenteuerlichen Tüfteleien bei allen anderen Siedlern für ihren Mut bedanken!

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Weiterführende Literatur: Die chronologische Liste aller veröffentlichten Geschichten anderer Siedler sind auf dieser Seite aufgelistet.

Irgendwo im hohen Norden: Der Große Tag!

Mit Hingabe und höchster Sorgfalt hatte der verwegene Siedler im hohen Norden oft noch zu später Stunde an der Fertigstellung der Anlage gearbeitet.

IIHN-Verwegen

Alle Warnungen hatte er in den Wind geschlagen und mutig die Herausforderungen angenommen.

Nach der erfolgreichen Wärmepumpenexpedition galt es jetzt noch, die letzten Rohre und Ventile in die Installation einzufügen.

IIHN-Hydraulik-1

Zu manch später Stunde saß der Siedler grübelnd über den Skizzen von Irgendwem, und übersetzte I-Diagramme in handfeste Installateurskunst …

Ja, und fast hätte er es vergessen, da fehlte ja auch noch dieses Außenteil – ‚Kollektor‘ nannte das Irgendwer. Lange hatte er es hinausgezögert, aber nun galt es auch diese letzte Hürde in Angriff zu nehmen und in die Wanten zu steigen …

IIHN-In-die-Wanten

‚In die Wanten!‘ – so mussten sich die Matrosen auf den Segelschiffen vergangener Jahrhunderte gefühlt haben …

Schließlich betrachtete er zufrieden sein Werk: ein durchaus attraktiver Blickfang – in massivem Lärchenholzdesign an seine Burgmauer gelehnt. Schön langsam entwickelte sich das Ganze zu einem Gesamtkunstwerk.

IIHN-Kollektor

Wurde auch Zeit. Denn erstens nahte der Winter und zweitens wollte auch der frisch gelegte Estrich ausgeheizt werden.

Wie schön war doch der Anblick, als sich die Adern des Solekreises endlich mit dem grünen Frostschutzgemisch füllten.

IIHN-Solefüllung

Und dann ging es an die letzten Prüfungen. Nachdem er gemeinsam mit Irgendwem die Checkliste des Inbetriebnahme-Protokolls durchgegangen war, war er letztendlich da, der große Moment!

Wie ein Film lief das ‚Abenteuer Eisspeicher‘ noch einmal vor seinem inneren Auge ab – mit all den Höhen und Tiefen, die er in den letzten Monaten durchlebt hatte. Nicht ohne Stolz ließ er seinen Blick noch einmal über die Installation schweifen, die er mit eignen Händen und etwas Hilfe von den pannonischen Siedlern geschaffen hatte.

Das Herz schlug ihm bis zum Hals, als er – der Kapitän auf der Brücke – an der Regelung den letzten Schalter umlegte und die Wärmepumpe damit ‚freigab‘:

‚Energie !‘

 

Die Wärmepumpe sprang an, und gespannt beobachtete er die Anzeigen an der Regelung und im Online-Schema. Alles innerhalb normaler Parameter. Bis nach exakt 3 Minuten die Wärmepumpe mit einem ‚Indoor Flow Alarm‘ trotzig ihren Dienst verweigerte.

IIHN-Durchflusswächter

Dieser eigenwillige Durchflusswächter im Herzen der exotischen Wärmepumpe signalisierte einen ‚Indoor Flow Alarm‘ …

Es wäre kein richtiges Abenteuer gewesen, wenn nicht im letzten Moment noch ein ‚Alarm‘ den Adrenalinspiegel an den Anschlag geführt hätte. Wie schon so oft, lag aber die Lösung in den schier unendlichen Tiefen des Wärmepumpen-Manuals verborgen, für das man ’nur‘ den passenden Universalübersetzer benötigte.

IIHN-Manual-1

Alles klar, oder? Diese  Zeilen enthielten für Irgendwen den entscheidenden Hinweis …

Ein Parameter der Wärmepumpenregelung wurde umgestellt. Die Wärmepumpe sprang wieder an und – lief durch!

Nach anfänglichem ‚Herzflimmern‘ stellte sich nun ein ruhiger, regelmäßiger und kräftiger Herzschlag ein, der begann die Siedlerhütte im hohen Norden zu wärmen …

IIHN-Herzschlag

Independence Day: Die Rache des Raubbau(m)s

Es wird ja gemunkelt, dass der Raubbau an der Natur häufiger zu extremen Wetterereignissen führt.

Und so begab es sich, dass sich auch in der Heimat eines unerschrockenen Siedlers der Himmel verdunkelte, und eine stärker werdende ‚Brise‘ unmissverständlich das Herannahen eines Unwetters ankündigte…

ID-Wind

Xavier hatten die Wetterfrösche das Sturmtief benannt und stürmische, ungemütliche Stunden prophezeit. Diese wollte der Siedler lieber in der wohligen Wärme seiner Siedlerhütte abwarten. Besorgt beobachtete er aus dem Fenster den mächtigen alten Baum in Nachbars Garten, der inzwischen wild von den Sturmböen gebeutelt wurde.

„Ob der das aushält?“

… dachte er sich noch. Beantwortet wurde diese Frage durch ein lautes Krachen. Holz splitterte. Und die halbe Baumkrone senkte sich – ein Stück vom Sturm fortgetragen – nach unten. Und nochmals splitterte Holz. – Dieses mal war es feinstes Lärchenholz, das er im Schweiße seines Angesichts erst vor wenigen Monaten zu einem hübschen Energiezaun zusammengezimmert hatte …

„… ☠︎ ☢︎ ⚡︎ ⚠︎ 💣︎︎…“

Die genaue Reaktion des Siedlers, insbesondere die Worte, die angesichts dieser kleinen Katastrophe fielen, sind nicht genau überliefert.

Doch schnell gewann er die Fassung wieder. Sein erster Weg führte in den Heizungskeller, wo ihn die Wärmepumpe – stumm – begrüßte. Die Universalregelung blinkte ihn im wahrsten Sinne des Wortes – verstört – an: Der Soledruck war praktisch Null und hatte – wie vorgesehen – zu einer Notabschaltung von Wärmepumpe und Solepumpe geführt…

Schön langsam dämmerte ihm die Tragweite dieses Zwischenfalls. Falls er nichts unternahm, waren die warmen Stunden in der Siedlerhütte gezählt. Und nachdem der Sturm etwas nachgelassen hatte, wagte er sich nach draußen, um das ganze Ausmaß des Schadens zu begutachten.

ID-Kollektor-Sturmschaden

Der ‚Raubbaum‘ hatte sich wie ein Geier auf den Kollektor gestürzt und einen Steher, einen Querträger und vier Zaunlatten in den Tod gerissen. Die ‚Schwarze Zaun-Anakonda‘ hatte sich tapfer zur Wehr gesetzt. Trotzdem war sie vom Kampf gezeichnet und blutete aus fünf Wunden…

Jetzt galt es, zunächst einmal erste Hilfe zu leisten und die Blutungen zu stoppen. Ein paar Reparatursets waren vom ursprünglichen Bau noch übrig und kamen ihm gerade recht.

Joker

Damit konnte er die zwei größten Löcher flicken. Und für die kleineren Lecks hatte er noch etwas ‚Selbstvulkanisierendes Power Tape‘  im Werzeugkasten gefunden, das ihm schon so manchen guten Dienst geleistet hatte.

ID-SelbstvulkanisierendesBand

Mit einer Sole/Wasser-Transfusion aus Restbeständen konnte er die Anlage schließlich wieder soweit aufpäppeln, dass bereits sechs Stunden nach dem Unglück die Wärmepumpe wieder anlief.

„Gut gemacht!“

… musste er sich selbst auf die Schulter klopfen. Die heiße Dusche nach diesem schweißtreibenden Noteinsatz hatte er sich in doppelter Hinsicht verdient.

Bei allem Unglück war ihm jetzt zugute gekommen, dass er die Anlage mit eigenen Händen gebaut hatte, und genau wusste, wo er anpacken musste. Auf fremde Hilfe hätte er bei dem Chaos, das der Sturm auch andernorts hinterlassen hatte, wohl länger warten müssen …