Über elkement

Physicist, engineer, geek, dilettante science blogger, IT security consultant, search term poet, Subversive El(k)ement.

Das Kollektor-Paradoxon

Kürzlich wurde hier das übliche Messdaten-Update abgefeiert. Die PDF-Messdatendokumentation enthält inzwischen schon fünf komplette Heizsaisonen:

Heizenergien (inkl. Warmwasser), elektrische Energien (inkl. Solepumpe) und die resultierende Arbeitszahl für die bisherigen Saisonen. Zu speziellen Experimenten in jedem Jahr siehe Text des Postings oder die ausführliche Dokumentation.

Es wird Zeit, endlich die fundamentalen Fragen der Eisspeicher- und Kollektor-Forschung in Angriff zu nehmen.

Welchen Einfluss hat die Fläche des Kollektors auf die Performance der Anlage?

und

Wie stark ist der Kollektor?

Im Herbst 2014 hatte Chefingenieur dieses Forschungsprojekt gestartet und schnell einmal den Kollektor umgebaut. Nicht nur wegen der Ästhetik der Lärchenholzkonstruktion, sondern um die nutzbare Fläche umschalten zu können – von 12m2 auf 24m :

Kollektorschaltungen

OBEN: Voller Kollektor, Schaltung wie in den Heizsaisonen 2012, 2013 und 2017 (aktuell). UNTEN: Halber Kollektor, verwendet in den Saisonen 2014, 15, und 16.

Nun gilt es, Heizsaisonen zu finden, die sich (fast) nur durch die genutzte Kollektorfläche unterscheiden.

Die Saisonen 2014 und 2016 fallen einmal weg, da die Siedler hier versucht haben, einen riesigen Holzhaufen ökologisch sinnvoll wegzubringen … ein Problem mit dem ein renovierungswürtiger Siedler sich hin und wieder konfrontiert sieht:

Die Siedler vor über eine Dekade – zum Zeitpunkt der größten Zerstörung. Das Bild zeigt einen kleinen Teil des übrigen ‚Brennholzes‘.

So wurde in diesen Saisonen nur das Untergeschoß mit der Wärmepumpe beheizt. Aufgrund des atypischen Kollektorbetriebs während der Eisspeicher-Challenge muss man die Saison 2014 ohnehin aus der Wertung nehmen.

Dann sollte auch der Jahres-Energiebedarf vergleichbar sein: Die kalten Winter 2012 und 2016 fallen damit weg.

Es bleiben die eher wärmeren Saisonen 2013 (ganzer Kollektor) und 2015 (halber Kollektor): Das ganze Haus wurde mit der Wärmepumpe beheizt; Heizenergien und Entzugsenergien waren sehr ähnlich.

Aber der Blick auf die Jahresarbeitszahlen verursachte ein erstes Stirnrunzeln. Die waren praktisch identisch (!). Um eine Tendenz erkennen zu können, musste man tiefer graben und die Eisperioden (Dez/Jan/Feb) vergleichen. Dort erkennt man zwar einen Unterschied, der fällt aber weit geringer aus, als man ihn vielleicht erwarten würde

In der Eisperiode für den halben Kollektor war:

  • die Kollektorernte um ca. 10% niedriger
  • die Arbeitszahl um ca. 0,2 Punkte geringer
  • die Sole-Eintrittstemperatur in die Wärmepumpe um ca. 1,5K geringer
Halber-Kollektor-vereist

Der halbe Kollektor in Betrieb.

Die Siedler überprüften Ihre Datenkrake auf Bugs und versuchten alte handschriftliche Notizen zu entziffern. Kann das stimmen?

Aber eigentlich hätte sie es schon lange wissen müssen: Das Orkrakel – ihre Simulation des Wärmepumpensystems hatte diesen Trend vorhergesagt. Aber auch die ersten Berechnungen aus grauer Vorzeit liefern den Schlüssel zur Lösung des Rätsels. So hatten die Siedler doch tatsächlich verdrängt, dass sie sich vor Jahren – vor dem Bau von LEO_2 – schon theoretisch damit beschäftigt hatten, was eine Vergrößerung der Kollektorfläche bringen kann.

Schon damals war ihnen die Bedeutung der Serienschaltung des Kollektors mit dem Wärmetauscher im Eisspeicher bewußt gewesen.

Für the ‚theoretische Abhandlung von Wärmetauschern in Serie‘ muss man eigentlich nur zwei Dinge wissen:

  1. Die Leistung eines Wärmetauschers kann man auf zwei Arten darstellen: Einerseits als proportional zur Differenz der Soletemperaturen beim Ein- und Austritt – und andererseits als proportional zur mittleren Temperaturdifferenz zwischen Sole und dem umgebenden Medium (Luft oder Wasser im Tank).
  2. Wenn man Wärmetauscher in einem Kreis zusammenhängt, sind ihre Leistungen nicht unabhängig, da sie die Temperaturen an den Verbindungspunkten gemeinsam haben.

Wenn die Wärmepumpe nicht läuft, dann müssen Kollektor und Tankwärmetauscher beide genau die gleiche Leistung ‚tauschen‘. Kennt man Luft- und Tanktemperatur, Schlauchlängen und Übertragungsfaktoren – dann kann man die Wärmetauscherleistung ausrechnen.

Das Orkrakel kennt die Leistung der Wärmepumpe und deren Spreizung im Solekreis – und berechnet nach diesen Prinzipien so die Soletemperatur an den interessanten drei Verbindungspunkten im Solekreis:

3-Punkte-Methode - Wärmeaustauscher und Solekreis: Eisspeicher, Wärmepumpe, Kollektor.

Überblick über Wärmeaustauscher und Solekreis. Die drei ‚interessanten‘ Temperaturen im Solekreis, vor/nach Wärmepumpe, Kollektor und Tank können berechnet werden aus der aktuellen Wärmepumpenleistung, Außen- und Tanktemperatur.

Der entscheidende Punkt lässt sich schon erkennen, wenn man den ‚Regenerationsbetrieb‘ ohne Wärmepumpe betrachtet:

Die aktuelle Ernte-Leistung des Kollektors ist proportional zum Temperaturunterschied von Luft und Tank … nicht sehr überraschend! Je wärmer die Luft im Vergleich zum Tank, umso mehr kann man ernten.

Dann spielt die Kombination der Wärmeübertragungseigenschaften der beiden Wärmetauscher eine Rolle: Wie man – eigentlich auch wieder ohne Forschungsprojekt – erwarten hätte könne, ist die übertragene Leistung sehr klein, wenn einer der beiden Wärmetauscher sehr ’schlecht‘ ist im Vergleich zum anderern: Wenn z.B. der Schlauch im Tank unverhältnismäßig kurz wäre, oder wenn statt einem Schlauchkollektor (mit gutem Wärmeübergang durch Konvektion) ein Flachkollektor verwendet würde.

Wenn man in so einem suboptimalen Fall den ohnehin schon viel besseren Wärmetauscher noch besser macht, dann ändert sich nicht viel. Macht man stattdessen den schlechteren besser, sieht man – eh klar – eine deutliche Verbesserung. Haben beide Wärmetauscher Übertragungseigenschaften in der gleichen Größenordnung – wie das die typischer ‚Siedler-Dimensionierung‘ vorsieht, dann kann die Größe oder ‚Stärke‘ jedes Wärmetauschers vergleichsweise deutlich ändern, ohne drastische Auswirkung. Z.B. wird durch Vergrößerung der Kollektorfläche die Leistung besser, aber sie wächst weniger als linear.

Damit ist auch die Frage nach der Stärke des Kollektor beantwortet: Man kann nicht sagen, wieviel ein Kollektor in kW oder in kW pro Fläche bringt, wenn man nicht auch die Eigenschaften des dazugehörigen Wärmetauschers im Tank kennt.

Noch einen subtilen Effekt gilt es zu berücksichtigen: Der halbe Kollektor bringt nun fast die doppelte Leistung pro Fläche. Aber damit alles zusammenpasst, muss nach den genannten ‚Wärmetauschergrundsätzen‘ auch die mittlere Temperaturdifferenz zum umgebenden Medium größer werden: das Produkt aus Fläche und dieser Temperaturdifferenz darf sich ja fast nicht ändern.

Nachdem die Lufttemperatur vorgegeben ist, muss damit die mittlere Soletemperatur sinken und damit sinkt die Arbeitszahl etwas – genau der Effekt, den die Siedler in den Daten für die Eisperioden sehen.

Unpannonische Heizsaison 2016-2017

Die Siedler hatten den Bogen endgültig überspannt. Jahrelang wurde hier berichtet über Winter, die zu pannonisch waren oder nicht kanadisch genug waren. Irgendwie war das auch ein Ausdruck ihrer Frustration: Man musste zu drastischen Maßnahmen greifen, um einen echten Winter zu simulieren und endlich einen ordentlichen Eiswürfel zu erzeugen.

Und so haben die Siedler sie heraufbeschworen – die Heizsaison 2016 / 2017 mit dem kältesten Jänner (Januar) seit 30 Jahren. So sieht die Bilanz aus:

Der positive Rekord: 14m3 Eis ganz ohne Trickersei! Und das, obwohl das Obergeschoß wieder mit dem Holzofen beheizt wurde:

(Zu der eigenartigen ‚Schwingung auf dem Eisplateau‘ siehe die Geschichten von Blubber und Orkrakel.)

Die lange Periode von mittleren Außentemperaturen unter Null, ganz ohne Warmlufteinbruch lässt aber Schlimmes erahnen: Ein trauriger Rekord wurde erreicht – der grüne Balken der Monatsarbeitszahl hält sich im Jänner 2017 doch deutlich fern von der 4er-Marke:

In diesem Monat wurden über 3.000 kWh Heizenergie benötigt; im ganzen Jahr wurden ca. 16.600 kWh verbraucht inkl. Warmwasser – gleich wie wie in der vorigen Saison, in der die ganze Siedlerhütte mit der Wärmepumpe beheizt wurde. Zu beachten: Trotz heroischer punktueller Renovierungsmaßnahmen wird der Großteil der Heizenergie im Untergeschoß noch über Radiatoren verteilt – im Januar bei einer mittleren Heizkreis-Vorlauftemperatur von 37°C.

Der Kollektor konnte in diesen Wochen vergleichsweise wenig Energie liefern, während die fleißige Wärmepumpe täglich ca. 100 kWh Heizenergie ‚produzierte‘:

Damit konnte der Kollektor heuer auch seine übliche Kennzahl nicht ganz erreichen: Wie die Siedler und ihre Krake nicht müde werden zu betonen, liefert er ‚üblicherweise‘ in einer ‚typischen‘ Eisperiode über 75% der Umweltenergie für die Wärmepumpe.

In der letzten Saison folgte aber der kalte Rekord-Jänner auf einen ebenfalls schon kollektorunfreundlichen Dezember. Die Auftauphase im Februar folgt dann wieder dem üblichen Rekordernte-Muster.

Zu beachten ist aber, dass der Kollektor auch in dieser Saison wieder nur zu 50% genutzt wurde. Irgendwer wollte ja seine Forschungsschaltung ordentlich testen: Seit Herbst 2014 musste sich die Wärmepumpe mit 12 statt 24m2 Kollektorfläche begnügen – eine Fläche, die die Siedler angesichts des typischen Energiebedarfs ihrer historischen Siedlerhütte eigentlich als zu gering betrachten.

Etwas getröstet wurden die Siedler allerdings dann im heißen Sommer 2017 – durch Spielereien mit der passiven Kühlung. Sie konnten sich den Eiswürfel für Kühlzwecke zwar nicht lange aufheben, aber in diesem (Hitze-)Rekord-Sommer wurde die bis jetzt höchste Kühlenergie von insgesamt ca. 600kWh benötigt.

Der Kollektor kühlt in vergleichsweise kühlen Nächten den Eisspeichertank; der kalte Tank kühlt wiederum den Pufferspeicher – pro Tag werden von den ‚Heiz‘-Kreisen bis zu 30kWh Kühlenergie entnommen.

Nach dem Bericht über die Herausforderungen und das schwierige Umfeld kommt normalerweise der optimistische Blick in die Zukunft. Chief Engineer Somebody enthüllt die strategische hydraulische Weichenstellung für die eben gestartete Saison: Die zweite Hälfte des Kollektors wurde wieder zugeschaltet!

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Die Messdaten aller Jahre und weitere Details und technische Daten zum System sind wie immer zu finden in unserer Messdatendokumentation (PDF)

Bewusstseinsebenen einer Simulation

Kürzlich wurde hier eine Weissagung des Orkrakels präsentiert …

… mit einer eher spröden und trockenen Beschreibung technischer Fakten. Nachdem sich dieses Siedlerblog immer noch in der Sommerphase befindet, soll es jetzt um den philosophisch-spirituellen Überbau dazu gehen.

Das Orkrakel operiert auf unterschiedlichen Bewusstseinsebenen – und deren exponentiell ansteigende Komplexität müssen dem Simulator immer bewusst sein.

Auf der untersten Ebene geht um das, was die Siedler einmal gelernt haben: Physik. Hier werden Temperaturwellen im Boden berechnet und das Orkrakel führt penibel Buch über diverse Energieströme und Energiespeicher. Es geht also darum, wie ‚die Natur‘ in Folge unumstößlicher Gesetzmäßigkeiten reagiert: Temperaturdifferenzen erzeugen Wärmeströme, umverteilte Energien ändern Temperaturen im Tanks, und die Leistungszahl der Wärmepumpe folgt den Grundsätzen der Thermodynamik. Hier hat die Orakelkrake eigentlich alles unter Kontrolle – was uns gleich zur nächsten Ebene bringt …

… hat doch das Orkrakel auch die Aufgabe, dem Wirken der Universalregelung gerecht zu werden. Man könnte meinen, das sollte die Krake im kleinen Tentakel haben – ist ja eh alles Programm-Code. Was die theoretische Intention der Regelung betrifft, stimmt das auch irgendwie. Aber das Orkrakel muss Annahmen über diverse, scheinbar harmlose Regelparameter machen – deren kleinste Änderung sich fatal auswirken können. Um das mit einer lebensnahen Analogie zu verdeutlichen: Wie in den modernen Theorien der Grundlagenphysik hat man so viele Parameter, an denen man schrauben kann, so dass man praktisch alles erklären kann. Man braucht z.B. nur ein klein wenig an den Hystereseeinstellungen für das Aufheizen des Hygienespeichers zu drehen, um die Arbeitszahl auf eine Art zu beeinflussen, die Vieles in den Schatten stellt, was die Ebene ‚Physik‘ an unsicheren Parametern zu bieten hat.

Zusätzlich hat so eine Regelung ja selbst verschiedene Bewusstseinsebenen – oft Benutzer und Experte genannt. Letztere ist eine Art Pseudo-Schutz, der den Inhaber der Regelung mit komplexen Passwörtern wie 0000 zumindest vor sich selbst / vor den Konsequenzen des reflexartigen Irgendwo-Hinklickens schützt. Auf der Benutzerebene gibt es aber kein Halten: Hier darf man sich austoben, was beispielsweise die persönlichen Temperaturbedürfnisse betrifft – die das Orkrakel natürlich nicht vorausahnen kann, ebensowenig wie das vor allem in der Übergangszeit beliebte manuelle Hineinregeln.

[Lebensform in meinem Haus] stellt immer auf ‚Sonne‘. Können Sie was machen, dass sich dann gar nichts ändert?

Und damit sind wir eigentlich schon an der Spitze der Pyramide angelangt – beim heiligen Gral der Simulationskunst:

Es geht um die alte Frage: Wie nutzen (menschliche) Lebensformen ein Heizungssystem?

Duschen sie beispielsweise auf elementare Art – auch um 03:00 früh? Und muss das elementare Duscherlebnis auch für 10 Gäste in Serie gewährleistet werden – am Morgen nach der kältesten Silvesternacht seit 100 Jahren? Ereignisse wie diese könnte man noch als ein klassisches und seltenes first world problem abtun – und natürlich werden die zukünftig so intelligenten smarten Systeme aufgrund der Facebook-Postings der Partygäste diesen Bedarf vorausahnen und entsprechend reagieren, den Speicher mittels Notheizung auf 90°C aufheizen und vorher per Smartphone-App über die drohende Arbeitszahl-Katastrophe informieren.

Interessanter sind da eigentlich die langfristigen Prognosen über das Siedlerverhalten. Kann die künstliche Intelligenz auch aufgrund genetischer Daten (aus der Cloud des Gesundheitsministeriums) ableiten, wie die Nachkommen die Siedlerhütte nutzen werden?

Angesichts von all dessen fühlt sich so ein kleines Orkrakel schnell überfordert. Es bleibt da doch lieber bei seinem konservativen Ansatz, prinzipiell einen Worst-Case-Winter zu simulieren und im Zweifelsfall dann auf die Intelligenz der Lebensformen zu setzen (im Sinne von Hausverstand) nach dem Motto: Wenn der Jahrhundertwinter kommt, dann warte ich vielleicht die 20 Minuten bis das Wasser wieder warm ist.

Bing-Poesie: Pannonische Siedler – strukturell subversiv

Die Siedler tun ihr Bestes, um die Fragen der Leser dieser Internet-Postille zu verstehen –  auch wenn diese nur in eine Suchmaske eingegeben wurden.

Heute soll einmal Bing zu Ehren kommen – auch wenn oder gerade weil diese Suchmaschine sehr damit kämpft, zu verstehen was punktwissen eigentlich ist:

Bing ist verwirrt - was ist punktwissen?

Alle paar Monate will ‚Bing Places‘ es wieder wissen!

Aber eigentlich hätte Bing alle Informationen – wie die im Folgenden publizierte Bing-Poesie beweist. Wie der langjährige Leser erkennt, befindet sich das Siedler-Blog damit im traditionell etwas leichteren Sommermodus!

Regeln:

  • Quelle: Suchbegriffe entsprechend der Bing-Tools für unsere Webseiten und Blogs.
  • Jede Zeile entspricht einem Suchbegriff oder einem zusammenhängenden Textschnippsel aus einem Suchbegriff.
  • Weiteres Editieren ist nicht erlaubt.
  • Bildmaterial: Wird dem Fundus der Siedler entnommen.

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pannonische siedler
strukturell subversiv

Strukturell subversiv (Patentverdächtiger Lastenaufzug)

das siedlerfeeling
entstehung des eisspeichers
furchterregende erfindungen

Furchterregend: Der Solar-Skorpion

was bin ich physiker oder ingenieur
dilettant in allen bereichen
ich bin experte

Experte

was ist heute noch subversiv?
zeitvariation im wirkungsintegral
quantenförmige augen

Fehler in der Matrix

hologramm als zaunersatz
selber basteln
ja das geht irgendwer
punkte für siegi

Punkte für Sigi: Sigi 1 : Flexschlauch 0

was bewirkt das drosselventil in einer wärmepumpe
energie aus nichts

Energie aus Nichts, na OK: aus dem Gefrieren von Wasser.

krimi um eine „jahrhundert-erfindung“
solarkollektorverschraubung qualmt?
eiswürfel wächst nach oben
plötzliches kollektorfeuer

Feuerwehrschalter

warmepumpe eldorado
irgendwer schiesst auf irgendwen
wassertank im wilderwesten

Wassertank im Wilden Norden - Eisspeicher

wärmepumpe kunst
die ist draußen irgendwo

Kunst - draußen

eine der härtesten entscheidungen
welche wärmequelle liefert bei einer pelzjacke die wärme

Wo ist die Pelzjacke?

elke schnippselchen
zählwerkstatt

Zählwerkstatt

die datenkrake
mantra ähnlicher code gefunden
koriphäe der netzwerkanalyse

Mantra-ähnlicher Code

ingenieursmäßiger schluss
geschichte wirklich verstanden

Endlich alles verstanden! (Weltmaschine, Gsellmann)

schönes plätzchen gefunden
jenseits des donnerbalken

Donnerbalken

Siedler-Relevantes aus Wissenschaft und Kunst

Die Siedler versuchen hin und wieder über den Tellerrand ihres kleines Universums hinauszublicken, um am Puls der Zeit zu bleiben. Neuigkeiten aus der Grundlagenforschung und Impulse aus der Kunst gehören selbstverständlich dazu – im Alltag eines modernen Wissensunternehmens.

Hier eine Auswahl, die uns besonders begeistert hat:

Sole endlich selbst erzeugen!

Die Öku-Fuzzis dieser Welt waren ganz hin und weg vom umwelttechnischen Potential dieser plastikfressenden fetten Raupe. Den Siedlern hat es vor allem das Abfallprodukt angetan: Die Larve hinterlässt nämlich Ethylengloykol – der Aktienmarkt für Kühlsoleprodukte hat bereits empfindlich auf diese Forschungsergebnisse reagiert.

Außerdem konnte eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Lebensformen im siedlereigenen Kompost festgestellt werden. Vielleicht endlich eine ökologisch vertretbare Variante, alte Plastiksackerl (-Tüten) am Kompost zu entsorgen?

Fette Larve

Vielleicht hätte die fette Larve auch Laminat geknabbert, wenn die Siedler nur etwas geduldiger gewesen wären …

Diese Spezies zeigt generell sehr innovative Ansätze – wurde sie doch auch im Innenbereich der Siedlerhütte gesichtet, weil sie mutmaßlich Irgendwessen spezielle Erfindung / Kunst als eine Art Trojanisches Pferd zum Transport in den Innenbereich genutzt hatte.

Hier wäre eine interdisziplinär angelegte und wissenschaftlich begleitete Studie dringend nötig!

Wissenschaft, Innovation und Kunst

In der ursprünglichen Heimatstadt der Siedler ist die entsprechende Szene ja recht umtriebig. Z.B. wurde hier ein Preis vergeben für innovative Projekte an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Kunst:

Wenn Kunst in andere Sphären tritt: Welche Überschneidungen gibt es in Wissenschaft, Technologie und Kunst? Was ist Innovation? Und welche technologischen Entwicklungen werden langfristig erfolgreich sein?

Um aber anderen Siedlern auch eine Chance zu lassen, hat Irgendwer großzügig darauf verzichtet, an diesem prestigeträchtigen Wettbewerb teilzunehmen.

Leider bleiben seine Variationen zum Thema Wiedergeburt eines Heizungsrohres – Kreislauf des pflanzlichen Lebens im Dialog von Holz, Metall und sonst was  – damit der kulturinteressierten Weltöffentlichkeit verborgen.

Brutkasten

Klettergarten

Gewürm und schleimige Aliens

Auch die Siedler haben schon ausgiebig über allerlei Gewürm berichtet und eigene Forschung zur potenziellen Lebensgefahr für Regenwürmer angestellt. Die Alienforschung steht hingegen noch am Anfang – klar scheint aber zu sein, dass sie in der natürlichen Nahrungskette im autarken Siedlergarten eine wesentliche Rolle spielen.

Da kommt dieses Forschungsprojekt zur Interaktion von Regenwürmern und schleimigen Aliens (mit und ohne eigene Siedlerhütte) gerade recht. Nachhaltige Kontrollmethoden für das ungeliebte Weichtier würden die Siedler auch sehr interessieren – und natürlich interessiert die Reaktion der Schnecken auf den Klimawandel.

Auch ohne fundierte Ausbildung in Biologie würden sich die Siedler die Anwendung dieser Forschungsmethodik zutrauen:

Man legt Kartonscheiben im Garten aus, wartet drei Tage, schaut dann, was sich darunter eingefunden hat, und macht davon ein Foto.

Nach den Warnungen in diesem Artikel – Regenwürmer fressen das Bioschneckenkorn sehr gern – fühlen sich die Siedler in ihrer weichtierfreundlichen Politik bestätigt.

3D-PVC-Gerüst-Forschung

Unvergleichlich war der Moment, als Chefingenieur erkennen durfte, dass seine langjährige Forschung und Entwicklung zu komplexen 3D-PVC-Rohr-Strukturen als Wissenschaft eingestuft werden kann.

LE(G)O_2-Spirale-des-Lebens-2

LE(G)O_2-Spirale-des-Lebens-2. Der schlichte Grundriss lässt die Komplexität von Irgendwessen Berechnungstools nicht einmal ansatzweise erahnen.

So lesen wir doch in dieser Veröffentlichung über PVC-Polyeder, die mittels Standardverbindungen hergestellt wurden:

We describe how to construct a dodecahedron, tetrahedron, cube, and octahedron out of pvc pipes using standard fittings.

Neuartige Erkenntnisse aus der Geometrie des Rohrzusammensteckens wurden zum ersten Mal bekannt gemacht – das war den Siedlern vorher so gar nicht klar!

In particular, if we take a connector that takes three pipes each at 120 degree angles from the others (this is called a “true wye”) and we take elbows of the appropriate angle, we can make the edges come together below the center at exactly the correct angles.

Zur langen Tradition der Polyeder-Forschung bei den Siedlern liegt der Redaktion auch bisher unveröffentlichtes, brisantes Bildmaterial vor: Bereits im Jahr 1981 wurden vom kleinen El(k)ement hier theoretische Studien angestellt und Prototypen diverser Polyeder (aus recyclebarem Material) gefertigt.

Festes kleines gesterntes Rhombikosidodekaeder

Für die praktische Umsetzung warten wir noch auf den besonders verwegenen Siedler mit einem Eisspeicher entsprechender Form – natürlich nicht ohne Crowdfunding-Projekt, Facebookseite und diversen Innovationspreisen!

Orkrakel und Peak Ice

Wenn der Blubber nicht mit der pannonischen Eisschmelze fertig wird – vielleicht dann das Orkrakel?

Die vom elkement in vielen Jahren liebevoll herangezüchtete Orakelkrake hat endlich ihren großen Einsatz: Wie hat der Verlauf des Eisvolumens mit der Zeit in diesem Winter mutmaßlich ausgesehen?

Die Orakelkrake ist genügsam: Sie ernährt sich primär von Messdaten für Außentemperatur und Strahlung. Füttert man ihr zusätzlich noch so genannte Systemparameter – wie die Heizkurve der Siedlerhütte – dann antwortet sie mit einer Simulation.

Die Sicht des Blubbers:

Die Sicht des Orkrakels:

2016-09 - 2017-03: Temperaturen und Eisvolumen - Simulation

Die Temperaturen im Diagramm sind tägliche Mittelwerte; das Eisvolumen jeweils der Wert am Ende des Tages. Simuliert wird aber in Minutenabständen. Die Temperaturen in allen Tanks und das Eisvolumen wird bestimmt dadurch, wieviel Energie die einzelnen Komponenten verbrauchen oder liefern: Die Wärmepumpe versorgt abwechselnd Puffertank und Hygienespeicher; die Heizkreise entziehen dem Puffer Wärme.

Die aktuelle Heizlast in Abhängigkeit von der Außentemperatur wurde aus den Messungen des monatlichen Energieverbrauchs ermittelt und linear angenähert (bis zur Heizgrenztemperatur). Der COP der Wärmepumpe wird nach den Datenblättern des Herstellers aus Soleeintrittstemperatur und der Vorlauftemperatur berechnet.

Wesentlich ist die Serienschaltung der drei Komponenten im Solekreis: Vedampfer der Wärmepumpe, Kollektor und der Wärmetauscher im Tank. Hier werden die Temperaturen an den Ein- und Austrittspunkten selbstkonsistent ‚im gleichen Moment‘ berechnet – aus Luft- und Tanktemperatur und der aktuellen Entzugsleistung.

Die Logik der Regelung(en) UVR1611 bzw. UVR16x2 und die ‚virtuellen Dreiwegeventile‘ für die Wärmepumpe und den Kollektor werden möglichst realistisch abgebildet: Warmwasserbereitung hat Priorität; der Kollektor wird zugeschaltet, wenn die Lufttemperatur ausreichend über der Soletemperatur liegt.

Der Wärmestrom aus dem / in den Boden wird aus dem Verlauf der Temperatur bis in 10m Tiefe ermittelt, durch Lösung der Wärmeleitungsgleichung. Die Temperatur in der Tiefe ist hier die vorgegebene Randbedingung.

Unter diesen Annahmen liefert das Orkrakel solide Ergebnisse, die der Realität sehr nahe kommen. Peak Ice wird aber um ca. 0,7m3 überschätzt, da die Soleeintrittstemperatur eher überschätzt wird. Das Orkrakel hat nämlich darauf verzichtet, den Wärmetransport im wachsenden Eis zu simulieren oder die Konvektion im Tank (‚4°C-See‘ aufgrund der Dichteanomalie des Wassers). Der Eisspeicher hat in der Simulation immer genau 0°C sobald etwas Eis gebildet wurde. Die Orakelkrake fühlt sich mit diesem gewagten Hüftschuss als Clint Eastwood der Eisspeicher-Simulation. Aber seriösere wissenschaftliche Publikationen zeigen, dass der Wärmetransport zum Eisspeicher-Wärmetauscher nicht wesentlich durch die wachsende Eisschicht beeinträchtigt wird (S.5 dieses Berichts, ‚Ice on Coil‘); somit sollte die Energiebilanz für den Tank halbwegs verlässlich sein.

Kleiner Wegweiser durch das Eisspeicher-Labyrinth

Die Siedler versuchen, in ihrer kleinen Welt Ordnung zu halten. Alles hat seinen Platz. Vorhandenes wird penibel katalogisiert und ökologisch wiederverwertet.

Das gilt für die Landwirtschaft …

Die Samenbank. Wiederverwertung von Fichtenkantholz durch präzisen Einsatz der Kappsäge.

Der Brutkasten. Unikat aus Fichtenkantholz, Kupferrohr und Zeitungspapier.

… wie für ihre Internet-Postillen zum Eisspeicher-Wärmepumpensystem.

Immer beantworten die Siedler die fundamentalen Fragen: Was soll das alles hier? oder Wie funktioniert das? Im Lauf der Jahre sind daraus einige Überblicksseiten entstanden, die das Thema mehr oder weniger überblicksmäßig behandeln – von der schnellen Info für den ungeduldigen Leser bis zum echten Eisspeicher-Aficionado:

Eine größere Herausforderung (als die Popularisierung des Eisspeichers) ist die Frage nach dem Großen Ganzen zu klären – also zu beantworten, was dieses punktwissen jetzt wirklich ist / macht.

Trotz dieser professionellen Selbstdarstellung bleiben da vielleicht noch Fragen offen …

… die in dieser kleinen Bildergeschichte eventuell geklärt werden können.

Die Bedürfnispyramide des Eisspeichers

Die Datenkrake hat eine ältere Schwester, der bisher noch nicht gefeatured wurde in unseren Internet-Postillen. Bevor die Siedler sich daran wagten, ihren Erdkeller in einen Eisspeicher umzufunktionieren, haben sie eine Orakelkrake gezüchtet – das Orkrakel: eine Simulation des zukünftigen Wärmepumpensystems. Das Orkrakel mutierte mehrfach: Heute ernährt es sich von realen Wetterdaten, ahmt die schlaue Regelung und die dumme Wärmepumpe nach, löst die Wärmeleitungsgleichung für den Boden und führt penibel – in 1-Minuten-Schritten – Buch über den Energieinhalt aller Tanks .

Als echter Geek und Theoretiker kann sich das Elkement hier in Details verlieren. Bei jeder Änderung der Eingangsparameter steigt der Adrenalinspiegel: Wie hoch wird Peak Ice sein? Reicht die Größe des geplanten Tanks aus?

Besonders spannend ist die ‚Sensitivitätsanalyse‘: Worauf reagiert die Orakelkrake besonders heftig? Ihr Energiestoffwechsel scheint tatsächlich filigran zu sein: Kaum dreht man ‚ein bisschen‘ an der Schraube der thermischen Eigenschaften des Bodens oder an der Kollektor-‚Stärke‘ wächst das Eis scheinbar unverhältnismäßig. Wie immer ist es gut, dann einen Schritt zurückzutreten: Tatsächlich lässt sich dies mit Volksschulmathematik auch schon zeigen, ganz ohne Differenzialgleichungen.

Der Beitrag von Kollektor und Boden hängt allerdings u.a. ab von der Steuerungslogik, der Hydraulik, der Form des Tanks und den Wärmeübertragungseigenschaften von Kollektors und Boden. Was man daher wissen muss für den Buchhalter-Ansatz, ist die mittlere Energieausbeute des Kollektors und des Bodens – aus Simulationen oder durch belastbares Zahlenmaterial aus Messungen.

Wie die Siedler nicht müde werden zu betonen, liefert der Kollektor den Löwenanteil der Entzugsenergie der Wärmepumpe – auch in den Eismonaten Dez/Jan/Feb. Der Rest kommt aus dem Boden oder wird dem gefrierenden Wasser im Tank entzogen.

Dann lässt sich so ein Bildchen zeichnen:

Eisspeiche: Bedürfnispyramide - Umweltenergie in den Eismonaten

(Geistreiche Analogien zur Psychologie bitte hier einsetzen)

Am Beispiel einiger typischer Zahlen lässt sich das Eiswachstum illustrieren:

  • Ein quaderförmiger Tank fasst 23 m3
  • Benötigte Umweltenergie für Dez/Jan/Feb: ~7000kWh
    (Das entspricht ca. 9330kWh Heizenergie bei einer Arbeitszahl von 4)
  • ‚Standard‘ Szenario: Der Kollektor liefert 75% der Umweltenergie, die Erde ca. 18%.
  • Schlechtere‘ Szenarien: Kollektorenergie oder Erdenergie oder beide werden um 25% gegenüber dem Standardwert verringert.

Die drei Quellen – Luft/Sonne, Boden und Eis – müssen zusammen die Umweltenergie bereitstellen:

Beiträge zur Umweltenergie in den Eismonaten - Szenarien

Die Energie, die im Eis steckt ist nur der Lückenfüller: Je schlechter Boden und Kollektor ‚performen‘ umso mehr Wasser muss gefroren werden. Liefert der Kollektor ’nur ein bisschen‘ weniger Energie als ’normal‘, ist dieses bisschen von z.B. wenigen 100 kWh nicht vernächlassigbar gegenüber dem Energieinhalt des Eisspeichers.

Das Eis ist nur die Spitze des Energieeisberges!

… in diesem Luft-Erd-Eis-Wärmepumpensystem.

Erde, Luft, Wasser und Eis – wozu das alles?

Jahrelang kämpften die Siedler mit der einen großen Herausforderung des Eisspeicher-Journalismus. Wie stellt man am besten dar, wie das Zusammenspiel von Kollektor und Eisspeicher funktioniert? Wie beantwortet man solche Fragen:

Was bringt der Kollektor eigentlich?

oder

Wozu braucht man den Kollektor überhaupt, wenn die Arbeitszahl während einer Eisspeicher-Challenge ohne Kollektor eh nicht so stark absinkt?

und vor allem

Wie groß ist eigentlich der Beitrag der Erde?

Kann hier die Datenkrake helfen, besser darzustellen, was im Lauf einer Heizsaison passiert?

Aus dem Eisvolumen und der aktuellen Tanktemperatur wird der Energievorrat im Tank berechnet. Die Energie im Tank ändert sich vor allem dadurch …

  1. dass aus dem Tank laufend Energie durch den Wärmetauscher entnommen (Wärmepumpenbetrieb) oder zugeführt (Kollektor) wird.
  2. und dass über die Wand und den Boden des Tanks Wärme mit der Umgebung ausgetauscht wird.

Der Beitrag der Erde kann aus Eisvolumen, Tanktemperatur und der gemessenen Wärmetauscher-Energie berechnet werden. Ergo:

Vorratsänderung (Eis, Wasser) = Energie Tankwärmetauscher + Energie Erde

In stundenlangen Sitzungen von Forschungs- und Ingenieursabteilungen wurden dabei folgende Definitionen für die Vorzeichen dieser Beiträge festgelegt:

Energiequellen, -austausch, -vorrat - Vorzeichenfestlegungen

Wenn der Kollektor aktiv ist, sind drei Wärmetauscher in Serie geschaltet: Der Kollektor, der Wärmetauscher im Tank und der Verdampfer der Wärmepumpe. Die Wärmepumpe entnimmt ihre Entzugsenergie entweder nur aus dem Eisspeicher (wenn der Kollektor weggeschaltet ist) oder aus der kombinierten Quelle gebildet aus Kollektor und Tank.

In den folgenden Diagrammen für die ‚Eisspeicher-Challenge-Saison‘ 2014-2015 werden Entzugsenergie, Kollektorernte, Energiefluss über den Tank-Wärmetauscher, Beitrag der Erde und die Änderung des Eis-/Wasser-Energievorrats gegenübergestellt.

Saison 2014-2015: Monatsbilanzen: Energiequellen, -austausch, -vorrat

Von September bis Jänner steigt die benötigte Entzugsenergie – aber auch der Kollektorbeitrag! Je länger die Wärmepumpe gleichzeitig mit dem Kollektor läuft und je kälter der Tank im Vergleich zur Luft ist, umso mehr Energie kann geerntet werden. In einer typischen Saison deckt der Kollektor in den Eismonaten Dez / Jan / Feb ca. 75% der benötigten Entzugsenergie ab – aber nur in Zusammenspiel mit dem Eisspeicher!

Am Anfang der Saison 2014/15 – solange sich noch kein Eis gebildet hat – folgen die Tanktemperatur und die Soleeintrittstemperatur ungefähr der Außentemperatur. Ende November ist die Außentemperatur aber schnell gesunken – damit kann über den Kollektor aus der vergleichsweise kalten Luft wenig in den noch warmen Tank geerntet werden. Daher wird der Eis-Wasser-Vorrat angezapft und die Erde beginnt zu liefern.

2014-09-01 - 2015-05-15: Temperaturen und Eisbildung

2014-09-01 - 2015-05-15: Tagesbilanzen: Energiequellen, -austausch, -vorrat Am 10.1.2015 konnte dank des Wintersturms Felix extrem viel Kollektorenergie geerntet werden.

Erst nach Abschalten des Kollektors mit Anfang Februar (‚Eisspeicher-Challenge‚), ändert sich der Vorrat beim Vereisen deutlich.

Da der Kollektorbeitrag im Februar gleich Null ist, entspricht der Energieaustausch über den Tank-Wärmetauscher genau der Entzugsenergie. Die Erde liefert dann ca. ein Drittel der Entzugsenergie.

Mitte März startet der Auftauvorgang: Der Kollektor kann aufgrund der konstant auf 0°C bleibenden Tanktemperatur viel ernten und der Tankvorrat wird schlagartig wieder aufgepumpt. Der Energieaustausch mit der Erde ist sehr klein, während der Wärmefluss über den Tankwärmetauscher fast gleich der Vorratsänderung ist.

Anfang Mai startet der Sommerbetrieb: der Kollektor ist aus, um den Tank solange wie möglich auf 8°C zu halten – was zu einem kleinen Wärmefluss der schon warmen Erde in den Tank führt.

Die Datenkrake – ein Formwandler

Die Siedler sind immer wieder fasziniert von den seltsamen Lebensformen, die sich rund um die Siedlerhütte so tummeln. Auch altbekannte Spezies sind immer wieder für eine Überraschung gut!

Wie wir alle wissen, sind Kraken ja wahre Formwandler! … Was an ihrem fehlenden Rückgrat liegt – aber soweit wollen wir diese Metapher nicht ausreizen!

Jedenfalls zeigt auch die hauseigene Krake eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit – ein Glück angesichts solcher Herausforderungen:

Wenn Irgendwer mit diversen anderen Lebensformen kämpft, dann vergisst er Zeit, Raum und vor allem dem Wissenschaftsoffizier zu melden, dass sich die Sensorlandschaft der Siedler über Nacht grundlegend verändert. Das Elkement steht dann vor der Herausforderung, der Krake wieder neu beizubringen, wie sie z.B. jetzt erkennen soll, ob die Wärmepumpe gerade läuft oder nicht. Soll man die Anforderung der Wärmepumpe heranziehen? Oder die Anforderung der Solepumpe? Oder doch eine Temperaturdifferenz und den Durchfluss im Solekreis?

Generell erfordert die scheinbar so volksschulmäßig simple Mittelwertbildung einiges an FingerspitzenTentakelgefühl: Abgesehen von Raum- und Außentemperatur sind die meisten Mittelwerte nur sinnvoll in Messintervallen, in denen bestimmte Bedingungen erfüllt sind. In die mittlere Vorlauftemperatur des Heizkreises sollten natürlich nur Werte einfließen, die gemessen wurden während die Heizkreispumpe läuft – andererseits müssen aber die Werte während der sommerlichen Kühlphasen ausgenommen werden. Vor allem muss die Krake lernen, welche Sensorwerte evtl. als Fehler zu werten sind!

Um das Elkement zu verwirrend, fügt Irgendwer aber nicht nur dauernd neue Sensoren hinzu, sondern ändert fieserweise auch die Rollen etablierter Sensoren. So wird schnell einmal eine neue Wandheizung eingebaut und was der (Regelungs-)Welt bisher als Radiatorheizkreis bekannt war, wird nun zu einem neuen Wandheizkreis.

Aber auch das Elkement selbst ist an der ständigen Krakenmutation nicht unschuldig: Während sich Irgendwer lange zufrieden gab mit zwei unterschiedlichen ‚Logging-Quellen‘ – der UVR1611 / UVR16x2 – und einigen manuell gemessenen Werten, hat das Elkement einen Zähler-Zoo herangezüchtet und schreckt nicht davor zurück, die Krake ihre Tentakel direkt in das Innere der Wärmepumpe vordringen zu lassen. All das erzeugt neue Logfiles mit Daten, die zu anderen Zeitpunkten in anderen Zeitintervallen gemessen werden und die von der Krake mit den UVR-Daten verknüpft werden müssen.

Datenkrake: Tentakel in der Wärmepumpe

Insbesondere die früher manuell abgelesenen Daten waren der Krake ganz besonders schwer beizubringen: Irgendwer war zwar ein verwegener Messdatenableser, weigerte sich aber beharrlich, jeden Tag exakt um 00:00:00 Energiewerte aufzunehmen. Da die dumme Wärmepumpe entweder an oder aus ist, macht eine Interpolation der Werte wenig Sinn und das Elkement musste jene erwähnten Mittelwerte für irgendwelche seltsamen Zeitintervalle berechnen.

Aber nicht nur irgendwelche Experimente fordern die Krake heraus: So mancher Hersteller von Steuerungen kommt ja hin und wieder auf die Idee, ’schnell einmal über die Feiertage‘ die Struktur der Loggingdaten mit einem Firmwareupdate durcheinanderzuwirbeln! Die Tentakel der Krake müssen dann bis zum Äußersten gedehnt werden, um die Daten wieder richtig einzusammeln.

Wie regelmäßige Leser dieses ‚Wissenschaftsblogs‘ erahnen werden, muss natürlich jeder dieser Laborversuche ausführlich dokumentiert und nachvollziehbar qualitätsgesichert werden. Gerade bei Tierversuchen gibt es ja sehr strenge Auflagen!

Nach langem Tüfteln – und dem Konsum vieler klischeehafter Filme über künstliche Intelligenz – hat das Elkement jetzt der Datenkrake ein paar weitere Metaebenen verpasst: Die DNA der Krake – also die Beschreibung der Logdateien und Sensoren, wird in einer separaten Vor-Krake abgelegt. Schonungslos wird hier jeder Messfauxpas von Irgendwem dokumentiert: So enthält die Vor-Krake eine Tabelle, in der man Zeitbereiche findet mit Kommentaren wie Irgendwie bastelt und hat versehentlich die Sicherung ausgeschaltet.

Aus der Vor-Krake entsteht dann ‚per Knopfdruck‘ die Große Krake, die automatisch Logdateien in der richtigen Reihenfolge frisst. Nach der Entschlüsselung der Kraken-DNA lässt sich diese auch klonen und frisst auch die CSV-Dateien anderer Siedler.

Nur wenn man diese Vorgeschichte kennt, kann man die kindliche Freude des Elkementes nachvollziehen, wenn die sehr schlichte Benutzeroberfläche dann das Durchklicken der wichtigen Kennwerte für LEO_2-Anlagen erlaubt – für Tage, Monate, Jahre oder Heizsaisonen.

Datenkrake: Excel-Auswertung