Die Felix-Anomalie

Sternzeit 42014,3 (10.01.2015). Die Temperaturen an der Außenhülle der Siedlerhütte steigen innerhalb kurzer Zeit auf ungewöhnlich hohe Werte. Stürmische Windböen rütteln an den Aufbauten und die aufgehende Sonne taucht z-village in eine apokalyptische Stimmung. Glücklicherweise halten die Schutzschirme. Integrität der Außenhülle bei 100% …

Sonnenaufgang-in-z-village

‚Morgenrot, Schlechtwetter droht‘ besagt eine alte Bauernregel …

Das Sturmtief FELIX war über z-village und Umgebung hinweg gezogen. Auch wenn mancherorts von kleineren Verwüstungen berichtet wurde, war Irgendwessen Siedlerhütte glücklicherweise von Schäden verschont geblieben. Auch der Kollektor von LEO_2 hatte aufgrund seiner luftdurchlässigen Bauweise dem Sturm ohne Probleme standgehalten.

Aber abgesehen von den Windgeschwindigkeiten hatte FELIX auch die Temperaturen in Pannonien auf die höchsten Werte steigen lassen, die seit Beginn der Messdatenaufzeichnungen je im Jänner gemessen wurden.

Außentemperatur und Kollektorernte 2014 / 2015

Felix-Anomalie: Außergewöhnliche Bedingungen während des Sturmtiefs ‚Felix‘: Die maximale Außentemperatur in z-village stieg am 10.01.2015 auf 18°C, die mittlere Außentemperatur auf 14°C. Die Kollektorernte betrug an diesem Tag sagenhafte 200 kWh.

Also die besten Bedingungen für eine außergewöhnlich hohe Kollektorernte, die unter dem Namen ‚Felix-Anomalie‘ in die Messgeschichte von LEO_2 eingehen wird.

Ursachen für diese besonders hohe Kollektorernte waren:

  • Eis im Eisspeicher: Eis kann durch das Schmelzen eine hohe Energiemenge aufnehmen, ohne dass sich die Temperatur im Eisspeicher erhöht
  • niedrige Sole-Eintrittstemperatur in den Kollektor: zusätzlich zur konstant niedrigen Eisspeichertemperatur, kühlt die laufende Wärmepumpe die Sole zusätzlich ab, bevor sie in den Kollektor eintritt.
  • hohe Umgebungstemperatur (Tauwetter)
  • hoher Luftdurchsatz durch den Kollektor (Wind)
Außentemperatur und Kollektorleistung während der Felix-Anomalie

Verlauf der Außentemperatur und der Kollektorleistung zwischen 09.01 und 11.01.2015. Der Kollektor war praktisch permanent (Tag und Nacht) in Betrieb. Die Spitzen in der Kollektorleistung werden durch die Wärmepumpe verursacht: wenn die Wärmepumpe läuft, steigt die Kollektorleistung aufgrund der verringerten Sole-Eintrittstemperatur in den Kollektor.

Innerhalb von 2 Tagen hatte der Kollektor 300kWh Umweltenergie geerntet: 3x soviel wie für die Heizung in diesem Zeitraum benötigt wurde. Damit blieben ca. 200 kWh, die vollständig für die Regeneration des Eisspeichers (Schmelzen des Eises) genutzt werden konnten.

Von solchen Kollektorernten kann der Besitzer einer klassischen Solaranlage, die auf direkte Sonneneinstrahlung angewiesen ist, nur träumen. Im Jänner sind die Tage kurz und diese beiden Tage waren auch nur teilweise sonnig.

Auch wenn die Bedingungen der Felix-Anomalie außergewöhnlich waren, so treten ähnliche Wettersituationen (Tauwetterperioden) mehrmals pro Heizperiode auf. Was den Skifaher ärgert, freut den LEO_2 Besitzer …

3 Gedanken zu „Die Felix-Anomalie

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