„Seltsame Wärmequellen“

… wurden auf diesem Blog tatsächlich schon gesucht! Irgendwer hatte Google wahrscheinlich mit seinen Reportagen über Seltsame Dinge in die Irre geführt. Nun wollen wir aber unseren Suchern auch bezüglich seltsamer Wärmequellen optimalen Service und punktwissen bieten, auch motiviert durch Anfragen besonders mutiger und innovativer Siedler aus einem fernen Königreich.

Hier einige Anregungen, die teilweise noch darauf warten, auf die Skala einer typischen Siedlerhütte heruntergebrochen zu werden.

Für alle Besitzer eines Berges, von unterirdischer Stollen oder feuchten Geheimgängen:

Wasser aus dem Brennerbasistunnel:

Es ist beabsichtigt, das im österreichischen Abschnitt des Brennerbasistunnels anfallende Bergwasser am Ausgang der Sillschlucht aus dem Tunnel auszuleiten und mittels Wärmepumpen für die Beheizung bzw. Kühlung von Wohn- und Geschäftsgebäuden thermisch zu nutzen. Nach heutigem Wissenstand geht man von einer Bergwassermenge von 200-300 l/s mit einer Temperatur von ca. 22°C aus. Aus diesem Drainagewasser ließe sich theoretisch eine Leistung von ca. 10 Megawatt erzielen.

(APA-Presseaussendung Projekt Sinfonia, 24.09.2014. Einen Cross-Check der Zahlen findet man auf dem elkementaren Blog) BBT 18 4 2011Die Schweizer sind eindeutig Pioniere der innovativen Nutzung von Seen – für die großzügig geplante oder „corporate“ Siedlerhütte:

1) St.-Moritzer-See:

Gerade mal vier Grad warm ist das Wasser am Grund des St.-Moritzer-Sees im Winter – doch es liefert fast ge­nügend Energie, um die Räume des Badrutt’s Palace Hotels, eines Schulhau­ses und zweier Mehrfamilienhäuser zu be­heizen. Die Wär­me­pumpe, die das ermöglicht, wurde vor zwei Jah­ren in Betrieb genommen. Indem sie Seewasser von vier auf ein Grad Celsius abkühlt, erzeugt sie Heizwasser von 70 Grad.

(Beobachter 3/2009, Schweizer Konsumentenzeitschrift, 04.02.2009) Badrutt's Palace2) Zürichsee:

In knapp 20 Meter Tiefe rund 500 Meter vom Ufer entfernt, wo wir heute das Wasser für die Energiegewinnung von Swiss Re Next fassen, herrscht im Zürichsee im Sommer und Winter eine Wassertemperatur von durchschnittlich 10 bis 15 Grad Celsius. Damit eignet sich dieses besonders gut für den Einsatz von Wärmepumpen.

(Swiss Re, Online Dokumentation über die Entstehung des neuen Gebäudes Swiss Re Next am Mythenquai, Zürich. 13.08.2014) Swiss Re corporate headquarters at Mythenquai in Zurich (2009)Steuerungs-Freaks – die zufällig auch einen porösen unterirdischen Wasserspeicher Ihr Eigen nennen – finden hier einige Ideen:

Aquifer am Flughafen von Oslo:

In the summer, ground water is pumped from cold wells and used for cooling before it is returned to the warm wells. In winter, this process is turned around as ground water from the warm wells is used as heat source for a heat pump before it is drained to the cold wells. The design cooling demand is 9 MW. The district cooling water is pre-cooled by the ground water with a cooling capacity of 3 MW, and post cooled by the combined heat pump/refrigeration plant with a cooling capacity of 6 MW.

(Paper aus einem Forschungsprojekt. 2011, Website der Forschungseinrichtung SINTEF)

Folgendes ist keine natürliche Wärmequelle, vielleicht aber die Initialzündung für ein  forderndes Hobbyprojekt – Zielgruppe: ambitionierte Spengler / Metallkünstler mit Hydraulikkenntnissen:

Metall-Dachziegel – optisch den klassischen Gegenstücken nachgebildet. Dieser Edel-Kollektor stellt die einzige Wärmequelle dar.

Die Anlage der Kurklinik [Eden] ist auf 50 kW dimensioniert und benötigt rund 100 m2 aktive Ziegelfläche auf dem Schrägdach, um das Heizsystem des 1000 m2 Nutzfläche umfassenden Gebäudes mit Wärme zu versorgen. Neben der Raumheizung deckt das Atmova-System auch den gesamten täglichen Bedarf an Warmwasser für das Klinikgebäude und das neu erstellte Schwimmbad.

(HK-Gebäudetechnik 10/12, Website des Herstellers ATMOVA)

Abschließend kehren wir wieder zurück zur unterirdischen Höhlenwelt – hier gehen uns langsam die Ideen aus. Für den Millionär mit Privat-U-Bahn?

Wände und Bodenplatten von U-Bahnschächten:

Die Massivabsorbertechnologie nutzt Erdwärme für die Beheizung bzw. Klimatisierung von Bauwerken. Dabei werden in ohnehin erforderliche Betonbauteile wie Schlitzwände, Bohrpfähle, Bodenplatten oder Tunnel Absorberrohre eingebaut, welche mit einem Wärmeträger durchströmt werden und daher große Flächen thermisch aktivieren können. Bei der Verlängerung der U-Bahnlinie U2 in Wien wurde diese Technologie weltweit erstmals beim U-Bahnbau eingesetzt.

(Österr. Ingenieur- und Architekten-Zeitschrift, Website der TU Wien. 2010) U2 Schottenring July 2008

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