Logging 2.0 – Wer bastelt mit?

Wochenlang hatten wir vergeblich versucht, in unserem Zwei-Personen-Imperium eine Best-Practices-konforme Projektorganisation hinzubekommen: mit Steering Committee, Projektmanager, Qualitätsmanager, Kick-Off-Meeting, regelmäßigen Conference Calls und dem Sudern[*] über das Alles in der Kaffeeküche.

[*] Info für Besucher aus DE/CH: Lamentieren.

Dann haben wir es doch mit unserem bewährten ‚Can-Do-Approach‘ angepackt – und wir haben das CAN-Bus-Datenlogging unserer LEO_2-Anlage einfach migriert.

Wie bereits berichtet, waren die Siedler treue Nutzer des Datenloggers BL-NET und hatten seine Benutzeroberfläche mit Retro-Appeal liebgewonnen:

BL-Net, Messwerteuebersicht

Übersicht über die aktuellen Messwerte am Datenlogger ‚BL-NET‘

Elkement, Chefparanoiker, war aber kein Fan der Freigabe über Portweiterleitung am eigenen Router. Deshalb konnten die Siedler bisher weder auf Ihren Forschungsreisen von extern auf Ihre Messdaten zugreifen noch anderen Siedlern darauf Zugriff geben.

Das alles geht jetzt – es fehlt nur noch das stylische Tablet!

Wer selbst mitbasteln will – das war die Migration:

Überblick – ‚Executive Summary‘

Das CMI wird so wie der BL-NET in das Netzwerk eingebunden. Beide Geräte werden parallel am CAN-Bus betrieben.  In der Logging-Software WinSol wird das CMI als der Haupt-Logger eingestellt. Das Logging über den BL-NET wird als eigener ‚Kunde‘ konfiguriert und bleibt parallel zum CMI erhalten.

Vorher

BL-NET (rechts) ist über den CAN-Bus mit der Regelung UVR1611 (im Heizungsraum, nicht im Bild) und mit dem lokalen Computer-Netzwerk verbunden.

Das CMI (links) wird mit dem Netzwerk verbunden, aber noch nicht mit den CAN-Bus. Daher muss das optionale Netzteil zur Stromversorgung verwendet werden.

CMI und BL-NET

CMI (links) – mit LAN und dem Onlineportal verbunden, aber noch nicht mit dem CAN-Bus. BL-NET (rechts) ist der einzige Logger und terminiert den CAN-Bus.

CMI-Einstellungen

Nach dem ersten Start erhält das CMI eine IP-Adresse vom lokalen DHCP-Server (üblicherweise der Internet-Router) und kann dann über den Aufruf von http://cmi im Internet-Browser über das lokale Netzwerk weiter konfiguriert werden. Der Hinweis in der Bedienungsanleitung ‚zuerst LAN, dann CAN / Power einstecken‘ ist ernst zu nehmen, damit DHCP funktioniert!

Auch die letzte Ziffer der MAC-Adresse wird auf einen Nicht-Standard-Wert gesetzt, da BL-NET und CMI sonst die gleichen MAC-Adressen hätten.

Elkement ändert die Passwörter, dann wird das Logging analog zu den Einstellungen des BL-NET konfiguriert:

CMI, Loggingeinstellungen

Daten werden über den CAN-Bus abgeholt. Die beiden ‚Datensätze‘ werden durch die Reglerprogrammierung definiert und bestimmen, welche Daten in welcher ‚Spalte‘ der Messdatentabelle landen.

An der Logik des Reglers selbst (‚Funktionsdaten‘) wird nichts verändert.

Im CMI-Online-Portal der Technischen Alternative wird ein Benutzer registriert und diesem das eigene CMI durch Angabe von Schlüssel und Seriennummer zugewiesen.

CAN-Bus-Verkabelung

Aus Forschungszwecken soll es möglich sein, auch in Zukunft zwischen den beiden Loggern umschalten können. Sowohl CMI als auch BL-NET sollen parallel Messdaten von der Steuerung UVR1611 abholen können.

(Update 2014-10-20: Technische Alternative rät vom Parallelbetrieb mehrerer Logger ab – es kann zu Störungen kommen. Wie gesagt: Forschungskonfiguration!)

Eine echte Herausforderung für einen Vollbluttheoretiker / IT-Fuzzi wie Elkement: Das CAN-Bus-Kabel muss physisch um ein ‚Station‘ erweitert werden, was die Verwendung von richtigem Werkzeug (Schraubenzieher) für das Anklemmen eines Kabels notwendig macht!

Da die voneinander verschiedenen Standard-CAN-Bus-Adressen aller Geräte beibehalten wurden, gibt es keine Konflikte.

Das CMI wird am Ende des CAN-Busses betrieben – das entspricht der Standardeinstellung des Terminierungsjumpers am Gerät. Der BL-NET befindet sich nun in der Mitte, daher wird der Jumper für die Terminierung auf ‚offen‘ umgesetzt.

CMI und BL-NET gemeinsam am CAN-Bus-nachher

BL-Net (Mitte) bleibt mittels CAN-Bus-Kabel (grau, unteres Kabel am blauen Stecker) mit der Regelung verbunden. Ein zusätzlichees CAN-Kabel (weiß, im Vordergrund) wird an diesem Stecker angeklemmt und mit dem CMI verbunden.

In der Überblicksansicht des CMI sind nun alle CAN-Geräte glücklich vereint:

CAN-Bus: CMI und BL-Net

Übersicht über die Geräte am CAN-Bus – Anzeige am Webportal. CAN-IO wird für die Anbindung zusätzlicher Sensoren benötigt, UVR1611 ist die Regelung. Für das CMI wurde der Hostname geändert um Konflikte mit Kunden-CMIs auszuschließen.

Test des Parallelbetriebs

In der Logging-Software WinSol können eigene Ordner für ‚Kunden‘ erstellt werden – diese Funktion wird für die Umstellung genutzt:

  • Ausgangszustand: Eigene Daten, der Hauptordner, wird für Logging mittels BL-NET verwendet. Die Daten werden nach dem Übertragen der Daten auf den PC vom Logger gelöscht.
  • CMI-Test: Ein neuer ‚Kunde‘ wird für die CMI-spezifischen Einstellungen und dessen Loggingdaten angelegt – die Daten werden sicherheitshalber nach dem Abholen vom CMI vorerst nicht gelöscht.
  • BL-NET-Test: Die aktuellen BL-NET-Daten werden vom Hauptordner in einen neuen Kundenordner kopiert und die Einstellungen ebenfalls auf ‚Daten nach dem Abholen auf dem BL-NET nicht löschen‘ geändert.

Ausführliche Tests dieser Konfiguration bestätigen: Beide Logger können offenbar parallel Daten abholen! 🙂

Dann wird die letzte Phase gezündet:

  • Das Hauptprofil (‚Eigene Daten‘) wird permanent auf die Verbindung zum CMI umgestellt.
  • Für dieses Profil und das BL-NET-Testprofil werden die Daten wieder nach dem Abholen gelöscht.

Online-Schema

Das Online-Schema für das CMI wird mittels Software TA-Designer erstellt. Die Grafik des Hydraulikschemas konnte vom BL-NET-Schema übernommen werden; die Variablen für die Messwerte wurden im TA-Designer auf der Basis der importierten Funktionsdaten neu zugeordnet.

Hier ist das Ergebnis:

CMI Onlineschema, punktwissen, LEO_2

Onlineschema der Siedler-Anlage, Aufruf über das Webportal.

Wer’s online und dynamisch sehen will, muss sich als Benutzer am TA-CMI-Portal registrieren und den Siedlern ein E-Mail an punkt [ät] punktwissen [dot] at schicken mit der Angabe dieses Benutzernamens. Anonyme Zugriffe sind leider nicht möglich!

2 Gedanken zu „Logging 2.0 – Wer bastelt mit?

  1. Pingback: ‘Error!’ oder: Die Wahrheit ist irgendwo da draußen. | punktwissen

  2. Pingback: Die Datenkrake | punktwissen

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