Jenseits von Pannonien (3)

oder

Die Krönung einer Garage

An jenem Tage musste Irgendwer getreu seinem Motto ‚Der frühe Vogel fängt den Wurm!‚ schon ziemlich früh aus den Federn …

Sonnenaufgang

Irgendwer sah gerade die Sonne über den Weiten der pannonischen Ebene aufgehen, als er sich wieder einmal ins Land des kahlköpfigen Herzogs aufmachte …

Denn es galt in der Hütte des unerschrockenen Siedlers am Wärmepumpensystem LEO_2 weiterzubauen. Dieses Mal stand der Kollektor auf dem Programm, der gleichzeitig als Geländer und Sichtschutz einer Terrasse dienen sollte. Dazu mussten die Solarschläuche des Kollektors an einer zaunartigen Trägerkonstruktion aus Lärchenholz montiert werden.

Terrasse-mit-Kollektorzaun-Skizze

Der Kollektor wurde als Geländer / Zaun rund um die Terrasse geführt, wobei er an einer Stelle durch einen Treppenaufgang unterbrochen wurde.

Schon während der Anfahrt hatte sich Irgendwer gedanklich auf das Arbeitspensum vorbereitet, das ihn erwartete. Da die Steher für den Zaun und die Querlatten schon vorbereitend montiert worden waren, galt es noch folgende Schritte zu bewältigen, die er – was die Solarschläuche betraf – noch lebhaft von der Montage des Wärmetauschers im Eisspeicher in Erinnerung hatte:

  • Clip-Leisten an die Latten schrauben
  • Außenlatten an die Querträger schrauben
  • Solarschläuche auf die nötige Länge zuschneiden
  • Solarschläuche in die Clip-Leisten einclipsen
  • Solarschlauchenden mit Solarrohrdichtungen auf das Sammelrohr aufstecken
  • Innenlatten an die Querträger schrauben und gleichzeitig die Solarschläuche einclipsen

Alles absolut keine schwierigen Tätigkeiten, die durch jeden halbwegs geübten Heimwerker leicht zu bewerkstelligen waren. Es war schlicht die große Anzahl der Wiederholungen, die Irgendwen schon erahnen ließen, dass das in einem Tag wohl nicht zu schaffen war…

Material-für-Kollektorzaun

Bei so einer Aufgabe wurde der Akku-Schrauber der unverzichtbare Helfer von Irgendwem. Exakt 1512 Schrauben waren zum Befestigen aller Clipleisten an den 84 Latten nötig. Die 168 Schrauben für die Befestigung der Zaunlatten an den Querträgern nahmen sich dagegen geradezu lächerlich aus …

Aber schon bald hatte Irgendwer beim Surren des Akku-Schraubers seinen Takt gefunden.

Zaunlatten-mit-Clip-Leisten

Zaunlatte um Zaunlatte, Clipleiste um Clipleiste. Nach einem halben Tag waren die ersten 1512 Schrauben verschraubt …

Und als die Sonne mit einem milden Lächeln am Horizont verschwand hatte Irgendwer mit der Hilfe des unerschrockenen Siedlers auch bereits die Außenlatten des Zaunes montiert und die zugeschnittenen Solarschläuche eingeclipst.

Nachdem der Löwenanteil erledigt war, war das ‚Finishing‘ am nächsten Tag fast nur noch Formsache.

Kollektor-Detail: Sammelrohr

Kollektor-Abschluss mit Sammelrohr

Gerade rechtzeitig bevor die unerschrockene Siedlerfamilie wieder auf die Baustelle kam, hatte Irgendwer das Werk vollendet.

Kollektorzaun-Terrasse-2

‚Ein Bild sagt mehr als tausend Worte‘, dachte sich Irgendwer und fing diesen erhebenden Moment für die Nachwelt ein.

Und zur Krönung des Tages hatte auch die Garage, auf deren Dach sich die Terrasse befand, eine hübsche Krone erhalten …

Kollektor-Garagendach-2

 

19 Gedanken zu „Jenseits von Pannonien (3)

  1. Pingback: Das Besondere an LEO_2: (3) Ein Multitalent | punktwissen

  2. Pingback: Der Kollektor – Reloaded | punktwissen

  3. Hallo ihr lieben Kunsttreibenden!
    Wirklich beeindruckend das Projekt! Bitte weiterhin die Ästhetik hoch halten. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Anlage nach der Fertigstellung präsentieren wird.
    Und nun die Preisfrage: wieviel Blasen an den Händen geben 1.512 per Akkuschrauber versenkte Schrauben? Antwort: weniger als mit dem Schraubendreher 😉
    Sigi, this is truely a Chief Engineer’s art piece. LG st

    • Danke Stefan!
      Und: Versprochen! Die Ästhetik wird bei unseren Projekten sicher nie zu kurz kommen…
      Zur Preisfrage: Anzahl der Blasen = 0 beim fachmännischen Hantieren mit dem Akkuschrauber. Aber an den Fingerspitzen der Greifhand, die 1.512 Schrauben aus der Schachtel gefummelt und am Schraubloch angesetzen haben, sind leichte aber in keinster Weise gesundheitsgefährdende Abriebserscheinungen aufgetreten 😉

  4. Pingback: Art from Plastic and Wood | Theory and Practice of Trying to Combine Just Anything

  5. I only wish this post had been written in English for, unfortunately, I do not speak German! It looks quite interesting and from what I gather describes a nice solar installation to, perhaps, preheat domestic hot water? I wonder about the structural integrity of the wooden frame once the system is charged with water … the thing must be pretty heavy once fully loaded? D

    • Hi Dave – thanks for visiting 🙂

      I have planned to write an English post once this (client’s) project is finished – seems I have to hurry up 😉 This is the type of solar collector I had referred to in my English posts before. It is not used for heating hot water directly but for heating the water in a large underground tank which serves as the heat source for the heat pump. The temperature never exceeds 20°C.
      In this case, the tank is placed directly beneath the garage on whose top the collector serves as a „fence“.

      As for stability: Thanks, you have given us new marketing argument 🙂 – obviously it looks much more delicate than it is. We have ’storm-tested‘ a less stable variant successfully.

  6. Schon einmal an den „Energy Globe Award“ gedacht. Die Verleihung für 2014 war ja gerade. LEO_2 würde sich eignen und eventuell gewinnen?!

  7. Es ist schon toll, dass die Entstehung genau „geschichtlich“ dokumentiert ist. Wenn ich halt einen Garten hätte ……..dann….?! Aber vorstellen kann ich mir jetzt durch die mitgelieferten Bildchen das große Projekt. Gratulation!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  8. Pingback: Jenseits von Pannonien (2) | punktwissen

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