LEO_2 ist 1

25.Oktober 2012: das war das denkwürdige Datum des Inbetriebnahmeprotokolls – und  damit der Geburtstag der Wärmepumpenanlage LEO_2. Kaum zu glauben, dass ‚Die Erfindung‘ nun schon seit mehr als einem Jahr verlässlich ihren Dienst verrichtete.

LEO_2 ist 1

Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit hatte LEO_2 am 25.10.2013 seinen ersten Geburtstag gefeiert.

Am 1. November 2012 hatte Irgendwer seine systematischen Messaufzeichnungen begonnen, die mitunter lebensgefährliche Einsätze erforderten. Höchste Zeit eine Bilanz über das erste Betriebsjahr (01.11.2012 – 31.10.2013) zu ziehen:

Wärmebedarf. Der Winter 2012/2013 war zwar nicht besonders kalt, dafür aber ungewöhnlich lange gewesen. Sogar im Juni musste noch einmal die Heizung angeworfen werden. Damit lag der Gesamtwärmebedarf – also die gesamte von der Wärmepumpe bereitgestellte Wärmeenergie – bei knapp 20.000 kWh (Heizung: 76% und Warmwasser: 24%) .

Energieverbrauch Heizung und Warmwasser 2012-2013

Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser im Betriebsjahr 2012/2013

Strombedarf und Arbeitszahl. Zur Erzeugung dieser Wärmemenge hatten Wärmepumpe und Solepumpe gemeinsam ca. 4.575 kWh verbraucht, was einer Jahresarbeitszahl JAZ = 4,35 entsprach. Obwohl das Erdgeschoß der Siedlerhütte mit Flachheizkörpern beheizt wurde, konnte diese relativ hohe Arbeitszahl (1) durch eine optimierte Regelung für Heizung und Warmwasserbereitung und (2) durch eine im Jahresdurchschnitt hohe Sole-Eintrittstempertur von ca. 4,5°C in die Wärmepumpe erreicht werden.

Monatsarbeitszahlen für das Betriebsjahr 2012/2013

Monatsarbeitszahlen für das Betriebsjahr 2012/2013

Besonders in der Übergangszeit arbeitete das Wärmepumpensystem aufgrund der  hohen Soletemperaturen besonders effektiv. Im September 2013 lag die Monatsarbeitszahl bei 5,0 und im Oktober 2013 sogar bei 5,3.

Auch in den Sommermonaten, in denen die Wärmepumpe nur zur Warmwasserbereitung verwendet wurde, war die Monatsarbeitszahl nie kleiner als 4,5.

Umweltenergie. Übers Jahr hatte die Wärmepumpe etwas mehr als 15.400 kWh der Umwelt entzogen. Den Löwenanteil lieferte mit fast 85% der Schlauchkollektor (direkt oder indirekt über Zwischenspeicherung im Tank). Der Rest wurde durch Abkühlen des Tanks und des umgebenden Erdreiches sowie durch das Gefrieren des Wassers im Tank (‚Eisspeicher‚) gewonnen.

Eis. Zwischen 07.12.2013 und 31.03.2013 hatte sich Eis im Eisspeicher gebildet, das zwischendurch auch wieder vollständig geschmolzen war. Maximal waren am 29.01.2013 etwa 1/5 des Tanks, also ca. 5m3 gefroren.

Kollektorernte 2012/2013

Kollektorernte für das Betriebsjahr 2012/2013: Fast 13.000 kWh hatte der Kollektor aus der Umwelt geerntet – bevorzugt im Winter.

Kollektor. Der Kollektor hatte praktisch nur während der Heizperiode Wärme aus der Umwelt gewonnen – dann aber besonders effektiv. Für die Warmwasserbereitung im Sommer reichte die Energie aus dem Wassertank, dem zeitweise auch Energie durch die passive Kühlung der Siedlerhütte zugeführt wurde. Die Kollektorernte wurde sogar zeitweise negativ! Nämlich dann, wenn der Kollektor zum Kühlen des Tanks eingesetzt wurde – zum Aufbau eines Kühlvorrats für die passive Kühlung.

Spezialtomate

Da der Kollektor im Sommer nicht für die Energiegewinnung gebraucht wurde, konnte er als Spalier für die Züchtung von Spezialtomaten verwendet werden.

Kühlen. Der Sommer war durch zwei Hitzeperioden geprägt, die durch die passive Kühlung des Obergeschoßes stark gemildert werden konnten. Außerhalb dieser Hitzeperioden war die passive Kühlung kaum in Betrieb, da normales Lüften  ausreichte, um angenehme Temperaturen in der Siedlerhütte zu schaffen.

Betriebsstunden. Bei einem Beobachtungszeitraum von exakt 8.808 Stunden war die Wärmepumpe in diesem Jahr 2.474 Stunden (28% der Zeit) gelaufen. 3.043 Stunden (35%) wurde Sole durch den Kollektor gepumpt. Die Solepumpe selbst war zum Heizen und passiven Kühlen insgesamt 3.784 Stunden (43%) in Betrieb.

Kosten und Ersparnis im Betriebsjahr 2012 / 2013

Kosten und Ersparnis im Betriebsjahr 2012 / 2013

Betriebskosten. Die Heizkosten, bestimmt durch den Stromverbrauch von Wärmepumpe und Solepumpe, lagen bei knapp € 800,–. Der Stromverbrauch der beiden (alten) Heizungsumwälzpumpen schlug zusätzlich mit ca. € 45,– zu Buche. Damit hatte sich Irgendwer gegenüber seiner alten Gas-Brennwert-Heizung 47% der Betriebskosten und ca. 4 Tonnen CO2 erspart.

Weiterführende Informationen: Die Details zur Anlage und zu den Messdaten des Betriebsjahres 2012/2013 sind auf der punktwissen Webseite abrufbar.

5 Gedanken zu „LEO_2 ist 1

  1. Pingback: Wie alles begann … | punktwissen

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  3. Pingback: Das Besondere an LEO_2: (1) Die 4 Elemente | punktwissen

  4. Nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag von Leo_2 – ein total gelungenes „Mitglied“ oder besser gesagt „Versorger“ der Siedlerhütte.

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