Lebensgefahr für Regenwürmer?

„Wofür hatte Irgendwer in der Mission ‚WhiteOut‘ Kopf und Kragen riskiert?“ fragten sich viele. Welche Messungen konnten so wichtig sein, dass dieses Risiko gerechtfertigt war?

Es war schlicht der zeitliche und räumliche Temperaturverlauf im Boden rund um den Wassertank, der Irgendwen interessierte: Wie stark war der Einfluß der Eisbildung im Tank auf die unmittelbare Umgebung? Wieviel Energie wurde durch die Erfindung abgezogen? Und – was am wichtigsten war – musste sich Irgendwer um Radieschen, Regenwürmer und sonstige Erdbewohner Sorgen machen?

Position der Temperatursensoren

Positionen der Temperatursensoren im Boden unterhalb des Wassertanks und der Sonden für die Messung des vertikalen Temperaturprofils seitlich des Wassertanks. Abstände vom Nullpunkt (0) sind in cm angegeben.

Bereits beim Bau seiner Erfindung hatte er Temperatursensoren unterhalb des Tankbodens in der Erde versenkt. Und auch seitlich des Tanks hatte er in verschiedenen Abständen Messsonden in den Boden getrieben. So konnte er genau verfolgen, wie sich im Laufe des Jahres die Temperatur rund um den Wassertank veränderte.

Der Wurzelsepp war verantwortlich für den Referenzpunkt, der soweit vom Tank entfernt war, dass hier der natürliche, von der Erfindung praktisch unbeeinflusste Temperaturverlauf gemessen werden konnte.

Vertikales Temperaturprofil am Referenzpunkt Wurzelsepp

Vertikaler Verlauf der Bodentemperatur am Messpunkt ‚Wurzelsepp‘ (525cm von der Tankmitte entfernt), das am Tage der denkwürdigen Mission ‚WhiteOut‘ am 23.02.2013 aufgenommen wurde.

Der zeitliche Verlauf der Temperatur, der unter dem Sitzplatz des Wurzelsepp in 1m Tiefe aufgezeichnet wurde, spiegelt mit einem Minimum im Februar und einem Maximum im August ganz deutlich den Lauf der Jahreszeiten wider.

Zeitlicher Temperaturverlauf am Referenzpunkt

Zeitlicher Temperaturverlauf am Referenzpunkt ‚Wurzelsepp‘ in einer Tiefe von 1m unter der Erdoberfläche (525cm von der Tankmitte entfernt).

Im Nachhinein wurde offenbar, wie wichtig die Mission ‚WhiteOut‘ gewesen war, denn genau zu dieser Zeit hatte die Erdtemperatur in diesem Jahr ihr Minimum erreicht…

Soweit zum Referenzpunkt. Aber wie sah die Lage in der Nähe des Tanks und damit das Gefährdungspotential für die Regenwürmer aus?

Temperaturverlauf seitlich des Tanks

Hätte sich am 23.02.2013 ein Regenwurm in 1m Tiefe vom Referenzpunkt ‚Wurzelsepp‘ in Richtung Tank vorgearbeitet, wäre er (völlig gefahrlos) diesem Temperaturverlauf gefolgt.

Selbst in umittelbarer Tanknähe lag die Erdtemperatur im tiefsten Winter noch oberhalb des Gefrierpunktes.

Temperaturverlauf unterhalb des Tanks

Temperaturverlauf im Boden unterhalb des Tanks (Tankmitte, 23.02.2013).

Und auch unterhalb des Tanks: Zwar kalt, aber auch hier keine Spur von Frost. Damit konnte für die Regenwürmer, sofern sie sich in diese Tiefen überhaupt vorwagten, definitiv Entwarnung gegeben werden …

2 Gedanken zu „Lebensgefahr für Regenwürmer?

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