Das Farbenkastl

Es war wieder soweit.

Irgendwer hatte den großen Schalter umlegt – und endlich wurden wieder Daten geloggt. Die Datenkrake blickte jedoch vorerst auf ein Knäuel von verknoteten Tentakeln!

Wie Anno 2016 gab es einen Bruch im Raum-Zeit-Kontinuum: Irgendwessen Regelungsbastelei hatte sich der Aufbau der mittels Winsol exportierten Logdateien grundlegend geändert. Es gibt jetzt komplett neue Sensoren und erstmals geloggte Werte. Die bekannten Werte stehen in anderen Spalten im Logfile. Das Logfile hat mehr Spalten. Die Kompressorleistung wird endlich als positiver Wert gemessen. Zähler wurden genullt während des Umbaus. Mehrmals.

Glücklicherweise hatte die Datenkrake weitgehend vorgesorgt! Als sich Ende 2016 eine neue Logfilestruktur ankündigte, wurde in einem klassischen Über-die-Feiertage-Marathon-IT-Projekt die ‚Softwarearchitektur‘ geändert.

(Symbolbild.)

Seit damals gibt es als Vorgruppe zur mächtigen SQL-Server-Krake eine Access-Krake: Diese Proto-Krake enthält die Dokumentation aller Messwerte inklusive der Information, seit wann es diesen Wert bzw. diesen Sensor gibt, an welcher Stelle in der Logdatei der Messwert steht, und wann er ggf. wieder ausgeschieden wurde. Aus dieser Kraken-DNA bastelt ein Powershell-Tentakel dann die eigentlichen SQL-Server-Datenbank-Objekte. So wie Forscher eventuell einmal ein Mammut klonen werden aus Fossilien, kann die komplette Datenbank aus den alten Logfiles neu aufgebaut werden – egal wie durcheinander gewürfelt die Spalten werden.

Ebenfalls festgehalten in der DNA sind die für die eigentliche Auswertung benötigten Funktionen. Lebenssinn der Datenkrake ist ja die Zusammenführung der Logdateien diverser Logger und die Berechnung von Kennwerten, die über einfache Mittelwerte und Zählerstände etc. hinausgehen. So berechnete die Krake die Arbeitszahl der Wärmepumpe ursprünglich aus den manuell vom Display der Wärmepumpe abgelesenen Werten. Schrittweise wurden aber die verwendeten Zähler automatisiert, d.h. die Krake muss Ihre Tentakel zum richtigen Zeitpunkt in eine andere Tabelle ausstrecken. Außerdem muss immer berücksichtigt werden, dass bestimmte Mittelwerte nur Sinn machen, wenn Kritierien erfüllt sind: Die Krake berechnet zum Vergleich auch eine Arbeitszahl aus einer selbst erstellten Fitkurve für die Wärmepumpenleistung in Abhängigkeit von Quellen- und Senkentemperatur. Zu diesem Mittelwert dürfen nur Zeitinervalle beitragen, in denen die Wärmepumpe auch gelaufen ist.

Solchen Anforderungen stellen also kein Problem für die Krake dar! Die Siedler fürchten sich immer schon ein wenig davor, dass die Datenkrake tatsächlich Bewusstsein erlangt und das Leben in der Siedlerhütte zu einem Science-Fiction-Alptraum wird. Glücklicherweise schützt die Siedler hier ein ungelöstes Problem. Bis zur tiefsten Ebene des Kraken-Genmaterials ist die Automatisierung nämlich noch nicht vorgedrungen. Wie sollte das auch aussehen – eine Mini-Drohne oder ein Roboter, der versucht, Irgendwessen Sensor-Verkabelungsmutationen live mitzudokumentieren?

Hier kommt nun endlich das titelgebende Farbenkastl ins Spiel. Ja, so ist es mit den Namen strategischer wichtiger Entwicklungen: Der erste Code-Name, der in einem internen IT Strategy Meeting achtlos in dem Raum geworfen wird, bleibt für alle Ewigkeit. Überraschend war auch für die Siedler, wo dieser Name eigentlich herkommt. Umgangssprachlich steht ‚Farbenkastl‘ im Land der Siedler meist für ewas bunt Geschecktes, Geschmackloses – z.B. im Zusammenhang mit Kleidung oder Inneneinrichtung oder der politischen Parteienlandschaft. Ursprünglich wurde der Begriff offenbar verwendet, um sich über den überaus komplizierten ‚Farb-Code‘ der militärischen Uniformen zur Zeit der k.u.k Monarchie lustig zu machen.

Keine Metapher könnte passender sein für dieses imperiale Tool! Als Vorstufe zur Vorstufe der Krakendatenbank wird ein Farbenkastl erstellt … in Microsoft Excel! Nur so kann das Elkement seine kreative Ader ausleben und die diversen Kategorien von mutierenden Sensoren einmal optisch ansprechend einfärben, zwecks leichterer Erstellung des nächsten Skripterls (Skript-chens).

Das erste Farbenkastl 2016 sah noch vergleichsweise langweilig aus:

Beim Screenshot-ten des Farbenkastls Reloaded 2018 stoßen wir aber schon an die Grenzen des Zoomens in Excel!

Und nun warten wie immer in diesen Fällen auf die überraschende Nominierung für einen Kunstpreis! In der Zwischenzeit erfreuen sich die Siedler wieder an den regelmäßig vorgeführten Kunststückchen der Krake!

(Symbol-Video. An der automatischen Änderung der PVC-Verrohrung mittels Krake und 3D-Druck arbeiten wir noch!)

Irgendwer bastelt: Habe fertig!

Klick … … Klack … Brummmmm … Wie Musik klang diese vertraute Einschaltsequenz in seinen Ohren, als sich die Wärmepumpe nach einer langen Sommerpause mit einem kräftigen Lebenszeichen zurückmeldete – wie wenn nichts gewesen wäre. Sie hatte ja auch nur gepennt, während Irgendwer so manches Abenteuer im Heizraum und Umgebung überstehen musste.

Eigentlich wäre es schon zwei Tage früher – an jenem Samstag – soweit gewesen. Aber alles der Reihe nach …

Zunächst hatte Irgendwer so eine Art 15er-Puzzle zu lösen gehabt, in dem er alle (nicht gerade federleichten) Komponenten in Abhängigkeit der einzelnen Renovierungsschritte (möglichst nur einmal) im Heizraum hin und her verschieben musste.

IB2-Notbetrieb

Leitungsverläufe wurden optimiert und Mauerdurchbrüche neu gesetzt …

IB2-Mauerdurchbruch

Unzählige Rohrverbindungen wurden gelötet, geklebt oder mit Hanf eingedichtet. Zeitweise kam sich Irgendwer vor, wie in einer Waffenschmiede.

Von der Basisvariante für den Räuber Hotzenplotz …

IB2-Basis-Hotzenplotz

… bis zum High-End Modell für die Men in Black war da alles dabei …

IB2-High-End-MIB

I-Diagramme wurden gewälzt …

IB2-I-Diagramm

… und in die Tat umgesetzt.

IB2-I-Schaltung-Nimmt-Gestalt-an

Bald hatten sich auch ein Kiebitz eingefunden, der neugierig die Vorgänge im Heizraum beobachtete, sich aber glücklicherweise mit Klugscheißer-Kommentaren zurückhielt …

IB2-Kiebitz-Thekla

Dann waren schließlich alle Rohrverbindungen geschlossen, mussten aber vor dem Befüllen noch auf Dichtheit geprüft werden. Zeit für eine typische ‚Irgendwer-Erfindung‘: Aus einem alten Fahrradschlauch und einer Schraubkappe wurde flugs ein Anschluss für die Luftpumpe gebastelt, um den Heizkreis auf den Prüfdruck aufpumpen zu können 😉 …

IB2-Druckprüfung2

IB2-Druckprüfung

Dann waren alle Leitungen gefüllt.

Nicht aber, ohne den neuen Heizraum zuvor noch einmal kurz in einem Solebad zu taufen. Denn bei aller Dichtheitsprüfung war Irgendwer nicht schlau genug gewesen, um vor dem Füllen auch wirklich alle Ventile zu schließen …

Nach den Rohren kamen die Kabel. Auch nicht wenige.

Die Regelung musste sich nicht länger mit ihrem Brettchen begnügen. Angesichts der neuen Aufgaben, die auf sie warteten, hatte sich Irgendwer nicht lumpen lassen und ihr ein richtig feudales Brett spendiert!

IB2-Brett-für-UVR

Ja und dann war er endlich da, jener Samstag Abend, an dem Irgendwer sein Werk vollendet hatte. Nachdem er gefühlte tausend Kabel neu gezogen und angeschlossen hatte, wollte er nun endlich die Wärmepumpe wieder brummen hören. Die Sonne verabschiedete sich gerade mit ihren milden Spätsommerstrahlen am Horizont. Alle Baumärkte hatten bereits geschlossen und das Wochenende war endgültig gekommen.

Ein erhebender Moment, um den Erfolg zu genießen! So drehte irgendwer voller Erwartung die Haupt-Sicherungen wieder hinein.

Es war nur ein sanftes ‚Brrzzz …‘ mit dem gleich zwei Sicherungen ihren Zweck erfüllten. – Und das zum absolut besten Moment! Wochenende und  keine Ersatzsicherungen im Haus …

IB2-Sicherungen

Was ihm ein unerwartetes Candle-Light Dinner bescherte. Und genügend Zeit, um den Kurzschluss zu beseitigen, den er eingebaut hatte …

Keine Frage, wohin sein erster Weg am frühen Montag Morgen führte 😉 !

IB2-Heizraum-neu

Und dann brummte sie endlich…!

Irgendwer bastelt …

Mist! Jetzt hatte sich auch seine letzte Ausrede quasi in Luft aufgelöst. Nachdem voriges Jahr das Dach des Maschinenraums erneuert worden war, hatte auch das letzte Hindernis – die schon lange stillgelegte Gasheizung – kürzlich eine neue Heimat gefunden. Somit war nun leider der Weg endgültig frei! – Für die längst überfällige Renovierung des Heizraums…

IB-Heizraum-Alt

Als er sich so umblickte, flogen Erinnerungen an seinem geistigem Auge vorbei, bei denen er nicht wusste, ob er lachen oder weinen sollte. Über die Jahre hatten sich diverse Kuriositäten und Perlen pannonischer Heizungsbaukunst im Maschinenraum angesammelt.

Evolutionäre Sackgassen …

IB-Leitung-Ins-Nirgendwo

… konzeptionelle Änderungen …

IB-Konzeptionelle-Änderung

… Work-arounds …

IB-Suboptimale-Leitungsführung

… aber auch echte Profi-Lösungen …

IB-Profi-Stopfen

… und wie diese Ausrüstung für einen Feststoffbrennkessel (!) bis heute in einer dunklen Ecke des Heizraums überleben konnte, war Irgendwem selbst ein Rätsel …

IB-Ofen-Equipment

Höchste Zeit, reinen Tisch zu machen!  Abgesehen von der Beseitigung historischer Relikte und Fehlgriffe warteten auch schon tausend neue Ideen auf ihre Umsetzung.

Der Plan war klar. Das Material war auch schon eingetroffen.

IB-Material

Und so schickte Irgendwer LEO_2 in den Sommerschlaf …

IB-Irgendwer bastelt

Ach ja! Nicht vergessen! Die Warmwasserversorgung musste natürlich während des wohl länger dauerden Umbaus gewährleistet bleiben. Ohne Regelung, Wärmepumpe und Heizkreis musste er dafür auf archaische aber bewährte Methoden zurückgreifen:

IB-Heizstab

So! Jetzt aber endgültig ran an die Arbeit! Irgendwer krempelte die Ärmel hoch und verschwand bis auf weiteres im Heizraum …

Natur und Technik. Wärmequellen und Lebensformen.

Wie jedes Jahr im Sommer muss der Technologiejournalismus kühnen literarischen Experimenten weichen. Aber auch die Avant-Garde-Kunst-Preis-verdächtigen Werke der Siedler werden motiviert durch bodenständiges Ingenieurshandwerk!

Nach einigen Jahren der intensiven Naturbeobachtung ist 2018 eine Retrospektive angebracht – wie interagieren Lebensformen mit Eisspeicher und Kollektor?

Bald nach Errichtung des Urkollektors war klar, dass dieser eine wichtige Funktion für unsere <Journalistensprache> gefiederten Freunde </> erfüllt:

Fasan auf Kollektor

Hier war offenbar ein inspirierender Co-Working-Space / Meeting-Raum für diverse Spezies geschaffen worden:

Die positive Wirkung des Kollektors ist aber nicht auf tierisches Leben beschränkt:

Einer wissenschaftlich höchst umstrittenen Theorie zufolge ist der Effekt dadurch zu erklären, dass der Kollektor selbst von wurmartigen Lebensformen  gebildet wird:

Solarrohr-Wasserspeiend

Auch die seltene Erscheinung eines weiteren Kollektor-Lebenwesens konnte beobachtet werden – der Solar-Skorpion!

Solar-Skorpion

Der Eisspeicher ist nicht minder interessant für technisch versiertes Getier:

Experte

Hin und wieder wird sogar die eine oder andere menschliche Lebensform im Eisspeicher gesichtet:

Irgendwer im Eisspeicher

Auf die pflanzlichen Lebensformen im Siedlergarten soll das Eisspeicherwasser eine ganz besondere Wirkung haben:

Belebtes Eisspeicherwasser

Aber wie alle Fans der einschläfernden Fernsehdokumentationen von Tieren in schönen Landschaften wissen: Die Natur ist gefährlich und unbarmherzig! So soll nicht verschwiegen werden, dass der Eisspeicher auch schon Todesopfer forderte:

Aber die Lebensformen schlagen zurück … auf die Wärmequelle: So einen aggressiven Baum sollte man zum Beispiel nicht unterschätzen:

Baum greift Kollektor an

Glücklicherweise sind die meisten Lebewesen friedlich; manche sind sogar besonders klug. So erhielt der Kollektor kürzlich eine ganz besondere Inspektion:

Kollektor-Inspektor

Kollektor-Inspektion

Jetzt haben die Siedler endlich verstanden, was mit diesem smarten Monitoring gemeint ist!

Smart

Alte Heizung – Neue Regelung: Phase 2 – Programmierung

Die Rahmenbedingungen waren abgesteckt. Nun galt es, der bestehenden Heizungsanlage eine neue Intelligenz einzuhauchen, also zuallererst einmal alle Sensorsignale richtig zu verstehen.

Sensor

Irgendwem erschien es manchmal so, als wäre es eine Frage der Ehre für jeden Heizungshersteller, seinen eigenen Sensortyp zu verwenden. Umsomehr wusste er es zu schätzen, dass er auch diesen Exoten (NTC 5kOhm) in der Auswahlliste für mögliche UVR16x2-Sensoren wiederfand.

Sensor-Eingang-NTC

Aber auch das Ansteuern der Anlage, stellte ihn vor keine großen Schwierigkeiten:

Da noch keine hochgezüchteten elektronisch geregelten Pumpen eingebaut waren, war es neben einem simplen EIN/AUS auch möglich, TRIAC-Ausgänge der UVR16x2 für die Drehzahlregelung zu verwenden.

Auch die eingebauten automatischen Ventile und Heizungsmischer hörten – wie es sich gehört – auf Ein/Aus Signale mit 230V.

Einbindung-Mischer-Bestand

Einbindung und Ansteuerung des bestehenden Heizungsmischers

Und obwohl schon etwas betagt, hatte der Heizkessel einen potentialfreien externen Anforderungskontakt, über den er von der UVR16x2 direkt ein- und ausgeschaltet werden konnte.

Einzig der elektrische Heizstab, der im Warmwasserspeicher eingebaut war, erforderte ein zusätzliches Schütz, das über 230V von der UVR angesteuert werden konnte und das Schalten der hohen elektrischen Leistung übernahm.

Etwas kniffliger wurde es schon mit der Regelungslogik. Denn neben der Steuerung der nicht ganz alltäglichen Hydraulik sollten auch die Schwächen der alten Regelung ausgebügelt werden. Und um spezielle Anforderungen zu erfüllen, musste Irgendwer manchmal schon recht tief in seine Trickkiste greifen …

Regelungslogik

Die grafische Darstellung der Verknüpfung von Funktionsbausteinen im Programmiertool TAPPS war überaus hilfreich, um den Überblick über die Regelungslogik nicht zu verlieren…

Parallel zur Programmierung hielt Irgendwer alle relevanten Einzelheiten vom Hydraulikschema, über die Belegung der Ein-/Ausgänge, die Verdrahtung der Komponenten bis zur Regelungslogik in einem Handbuch fest. Denn der Besitzer sollte ja am Ende in der Lage sein, seine neue Regelung vollständig selbst zu verkabeln und in Betrieb zu nehmen.

Handbuch

Unverzichtbar: Das individuelle Siedler-Handbuch …

Damit wären wohl viele zufrieden gewesen. Nicht aber Irgendwer, der genau wusste, dass der wichtigste Teil erst nach der Inbetriebnahme wartete, nämlich die Optimierung der Regelung und die Anpassung an das tatsächliche Anlagenverhalten.

Daher war es aus seiner Sicht unverzichtbar, zu jeder Zeit – für ihn auch aus der Ferne – einen Überblick über die Anlage zu behalten und ein bestimmtes Regelungsverhalten auch im Nachhinein analysieren zu können.

Daher baute er mit Hilfe des TA-Designer ein Onlineschema, das den aktuellen Anlagenzustand auf eine Blick darstellte…

TA-Designer

Erstellen des Onlineschemas im TA-Designer

… und selektierte kritische Messwerte und Regelparameter, die er in die  Datenaufzeichnung aufnahm.

Konfiguration Datenlogging

Konfiguration des Datenloggings in TAPPS

Jetzt musste er nur noch warten, bis der Siedler seine neue UVR16x2 beschafft, über das CMI erfolgreich mit dem Internet verbunden, und ihm Fernwartungszugang gestattet hatte.

CMI-Fernwartung

Fernwartung über CMI und das Webportal der Technischen Alternative

Dann folgten noch einige Standard-Fernwartungs-Handgriffe: Firmware von CMI und Regler aktualisieren, Funktionsdaten und Onlineschema aufspielen, Abruf der Messdatenaufzeichnung über Winsol konfigurieren.

Und damit war alles bereit für die Inbetriebnahme …

Frage an die Datenkrake: Was ist wo in Winsol?

Kürzlich erreichte die Siedler ein Hilferuf eines anderen UVR-Tüftlers – ausgelöst durch brisante Berichte von der Krakenwanderung:

Wie schafft es die Datenkrake, dass unterschiedliche Windows-Benutzer die gleichen Log-Dateien in Winsol verwenden und die gleiche setup.xml-Datei?

Die ganz kurze Antwort: Indem unterschiedliche Windows-Benutzer in Ihren Winsol-Grundeinstellungen den gleichen Logfile-Ordner eintragen. Dann schreibt jeder Benutzer die Logfiles in den gleichen Ordner und verwendet auch die gleiche setup.xml-Datei.

Nach den Infos zur letzten CMI-Firmware-Upgrade (2.09 – 20.April 2018) ist das jetzt auch eine unterstützte Vorgansgweise:

Unterstützt exklusiven Schreibzugriff auf Kundenordner:
Wird von mehreren Computern (Programminstanzen) auf denselben Kunden im gemeinsamen Datenpfad zugegriffen, wird ein gleichzeitiges Bearbeiten verhindert. An allen beteiligten Computern muss dazu dieselbe Version von Winsol verwendet werden.

Folgendes ist eventuell noch zu beachten:

Frühere Winsol-Versionen haben die Logfiles im Windows-Programme-Ordner abgelegt bzw. haben das zumindest versucht. Nachdem Microsoft das aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt, gab’s eine u.U. vewirrende Umleitung in einen ‚versteckten‘ Ordner im Profil des jeweiligen Benutzers (VirtualStore). Näheres zu den Speicherorten in dieser Geschichte. Installiert man eine neuere Winsol-Version neu, liegt der Standardordner jetzt auch ‚wirklich‘ und sichtbar im Benutzerprofil; aktualisiert man eine ältere Winsol-Version, wird eventuell noch der VirtualStore verwendet. Je nachdem, wie man ‚in den Logfile-Ordner schaut‘, sieht man dann die Logfiles im Profil oder im Programme-Ordner. In letzterem Fall sieht es also so aus, als ob alle Benutzer in den gleichen Ordner schreiben würden:

Standard-Ordner in älteren Winsol-Versionen (Winsol 2.07, aktualisiert von früheren Versionen, Windows 10 32bit). Direkt im Windows Explorer sieht man keine Logfiles im Ordner Program Files – im Gegensatz zum Winsol-Dialog. Erklärung: Der tatsächlich verwendete Ordner ist
C:\Users\[Benutzer]\AppData\Local\VirtualStore\Program Files\Technische Alternative\Winsol
(Weitere Details hier.)

Wenn man immer sofort nach der Winsol-Installation einen Nicht-Standard-Ordner außerhalb des Benutzerprofils und außerhalb anderer spezieller Systemordner einstellt, braucht man sich damit nicht zu beschäftigen.

Zusätzlich zum Logfile-Ordner gibt es noch einen weiteren Ordner mit den persönlichen  Winsol-Einstellungen – der war ‚immer schon‘ im Windows-Benutzerprofil zu finden: Hier wird das Cookie für den Zugriff auf das CMI-Webportal abgelegt und in der (benutzerspezifischen) Winsol.xml-Datei wird der Pfad zu den Logdateien eingestellt. Dieses Cookie muss einmalig kopiert werden oder jeder Windows-Benutzer muss sich einmal mit dem / seinem Portalbenutzer anmelden.

Ordner mit den persönlichen Winsol-Einstellungen in C:\Users\[Benutzer]\AppData\Roaming\Technische Alternative\Winsol – dieser Speicherort kann / braucht nicht geändert zu werden.

Verwaltet man mehrere ‚Winsol-Profile‘ / Kunden, dann werden deren Logdateien im Ordner Infosol abgelegt. Für welche Kunden Logfiles automatisch (winsol -a) abgeholt werden, wird auch in der Winsol.xml festgelegt –  die betreffenden Kunden werden in einem XML-Tag alle namentlich erwähnt:

Inhalt der Winsol.xml-Datei. Der Tag Autostart enthält die Liste der abzuholenden Kunden, als Werte der Attribute K1, K2 etc.

Will man nun tatsächlich hier dauernd rumklicken – d.h. bestimmte Kunden beim automatischen Abholen mit winsol -a einmal dazunehmen und dann wieder ausschließen – dann müsste man entweder:

  • winsol.xml zwischen den verschiedenen Windows-Benutzern synchroniseren oder
  • Die ‚Abhollliste‘ irgendwo zentral speichern und alle winsol.xml-Dateien mit Scripts anpassen.

 

Alte Heizung – Neue Regelung: Phase 1 – Konzept

Es soll ja Heizungen geben, die klaglos funktionieren.

happy

Bei vielen lernt man aber über die Zeit ‚kleine Mätzchen‘ kennen und lieben, die man als ’normal‘ akzeptiert, die man mit ‚gewissen Handgriffen‘ aber relativ problemlos beheben kann.

Aber dann gibt es Anlagen, deren Verhalten immer wieder überrascht, und die ohne permanente Aufsicht keinen zufriedenstellenden Komfort liefern können.

so sad

So wusste auch jener Siedler eine lange Leidensgeschichte zu erzählen, als er sich an Irgendwen wandte. Was hatte er nicht schon alles versucht, um nach jenem Einbau der thermischen Solaranlage eine akzeptable Anlagenperformance zu erreichen. Erfolglos. Diverse Untersuchungen und Schlussfolgerungen hatten nur ergeben, dass

‚… die Hydraulik soweit in Ordnung und das Problem wohl in der Regelung zu suchen sei …‘.

Aber für diese nicht mehr ganz zeitgemäße Regelung, die aus mehreren Modulen mit beschränkten analogen Einstellmöglichkeiten bestand, erschien eine systematische Analyse und Optimierung aussichtslos.

Regelung-Bestand

Das hatten selbst die herbeigerufenen Techniker des Herstellers eindrucksvoll bewiesen.

Also war der einzige Vorschlag, den Irgendwer machen konnte, den Ersatz dieses Urgesteins durch eine frei programmierbare Universalregelung UVR16x2 zu prüfen.

UVR16x2

Da dieser Siedler bereit uns willens war, bei Irgendwessen Fernanalyse tatkräftig zu unterstützen und bei der Umsetzung der Lösung auch selbst Hand anzulegen, war man sich schnell über eine weitere Vorgehensweise einig.

Bestandsaufnahme. Neben zwei nicht mehr ganz aktuellen Hydraulikschemen, fanden sich diverse Handbücher und Datenblätter, die in einem gemeinsamen Online-Ordner gesammelt wurden. Ein Erfahrungsbericht und eine Foto-Safari durch den Heizraum komplettierten die Aufnahme des Ist-Zustandes.

Hydraulik-Bestand

Ja, und dann gab es natürlich noch die ‚Wunschliste‘, die sich in diesem Fall schon zu einem kleinen Konzept ausgewachsen hatte, in dem sich der Siedler schon ausführlich seine eigenen Gedanken über eine mögliche Optimierung der Anlage gemacht hatte.

Analyse. Jetzt lag der Ball einmal bei Irgendwem, der sich durch die Informationen wühlte und daraus ein aktuelles Hydraulikschema kondensierte, in das alle Regelungskomponenten – vom Temperatursensor über Pumpen und Umschaltventile bis zum Sicherheitsthermostat – eingezeichnet wurden.

Hydraulik-Neu

Das ging nicht ganz ohne die Mithilfe des Siedlers, der in der einen oder anderen Heizraum-Expedition auch noch die letzten Details der Anlagenkomponenten in den hintersten Winkeln ablichtete.

Umschaltventil

Fragen und Details wurden über E-Mails abgestimmt – was auch zum Tüfteln und zum ‚in Ruhe Nachlesen‘ eine große Hilfe war.

Konzept. Aus den Analyseergebnissen und der Wunschliste des Siedlers konzipierte Irgendwer einen Lösungsvorschlag basierend auf der UVR16x2 und einem CMI.

Innerhalb der Grenzen der Hydraulik war die gewünschte Regelungslogik mit der UVR umsetzbar. Und es konnten praktisch alle bestehenden Komponenten eingebunden werden.

Einbindung-Ventil

Zusätzlich sollte aber endlich auch das Rätselraten über das tatsächliche Anlagenverhalten der Vergangenheit angehören. Der Momantanzustand sollte in einem Online-Schema dargestellt und sämtliche Sensorwerte und Schaltzusände aufgezeichnet werden.

Nachdem das Konzept mit dem Siedler besprochen und verfeinert worden war, war die Phase 2 startklar: die Reglerprogrammierung. – Aber das ist eine andere Geschichte…